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Die gantze Heilige Schrifft: Deud\ch (Luther 1545)

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Der Prophet He\ekiel

Capitel 3

Vnd er \prach zu mir / Du Men\chenkind / J\\ / was fur dir i\t / nemlich die\en Brieff / vnd gehe hin / vnd predige dem hau\e J\rael.
2 Da thet ich meinen mund auff vnd er gab mir den Brieff zu e\\en.
3 Vnd \prach zu mir / Du Men\chenkind / Du mu\t die\en Brieff / den ich dir gebe / in deinen Leib e\\en / vnd deinen Bauch da mit füllen. Da a\\ ich jn / vnd er war jn meinem munde \o \ü\\e als Honig. Apo. 10.
4 VND er \prach zu mir / Du Men\chenkind / Gehe hin zum hau\e J\rael / vnd predige jnen mein wort.
5 Denn ich \ende dich ja nicht zum Volck / das eine frembde Rede vnd vnbekandte Sprache habe / \ondern zum hau\e J\rael /
6 Ja freilich nicht zu gro\\en Völckern / die frembde rede vnd vnbekandte \prache haben / welcher wort du nicht vernemen kündte\t. Vnd wenn ich dich gleich zu den \elben \endte / würden \ie dich doch gern hören.
7 Aber das haus J\rael wil dich nicht hören / Denn \ie wollen mich \elbs nicht hören / Denn das gantze haus J\rael hat harte \tirne vnd ver\tockte hertzen.
8 Aber doch hab ich dein Ange\icht hart gemacht gegen jr Ange\icht / vnd deine Stirn gegen jre Stirne.
9 Ja ich habe deine Stirn \o hart / als einen Demand / der herter i\t / denn ein Fels gemacht / Darumb furchte dich nicht / ent\etze dich auch nicht fur jnen / das \ie \o ein vngehor\am Haus \ind.
10 VND er \prach zu mir / Du Men\chenkind / Alle meine wort / die ich dir \age / die fa\\e mit hertzen / vnd nim \ie zu ohren.
11 Vnd gehe hin zu den Gefangenen deines Volcks / vnd predige jnen / vnd \prich zu jnen / So \pricht der HErr HERR / \ie hörens oder la\\ens.
12 Vnd ein wind hub mich auff / vnd ich hörete hinder mir ein Gedöne / wie eines gro\\en Erdbebens (Gelobt \ey die herrligkeit des HERRN an jrem ort)
13 Vnd war ein rau\chen von den Flügeln der Thiere / die \ich an einander kü\\eten (1) / vnd auch das ra\\eln der Reder / \o hart bey jnen waren / vnd das Gedöne eines gro\\en Erdbeben.
14 Da hub mich der Wind auff / vnd füret mich weg / Vnd ich fur dahin / vnd er\chrack \eer / Aber des HERRN hand hielt mich fe\t.
15 Vnd ich kam zu den Gefangenen / die am wa\\er Chebar woneten / da die Mandel \tunden / im monden Abib / vnd \etzt mich bey \ie / die da \a\\en / vnd bleib da\elbs vnter jnen \ieben tage / gantz trawrig.
16 Vnd da die \ieben tage vmb waren / ge\chach des HERRN wort zu mir / vnd \prach /
17 Du Men\chenkind / Jch hab dich zum Wechter ge\etzt vber das haus J\rael / Du \olt aus meinem Munde das wort hören / vnd \ie von meinet wegen warnen.
18 Wenn ich dem Gottlo\en \age / Du mu\t des Tods \terben / Vnd du warne\t jn nicht / vnd \age\t es jm nicht / Damit \ich der Gottlo\e fur \einem gottlo\en we\en hüte / auff das er lebendig bleibe / So wird der Gottlo\e vmb \einer \ünde willen \terben / Aber \ein Blut wil ich von deiner Hand foddern.
19 Wo du aber den Gottlo\en warne\t / vnd er \ich nicht bekeret von \einem Gottlo\en we\en vnd wege / So wird er vmb \einer \ünde willen \terben / Aber du ha\t deine Seele errettet. Jnf. 33.
20 VND wenn \ich ein Gerechter von \einer gerechtigkeit wendet / Vnd thut bö\es / So werde ich jn la\\en anlauffen / das er mus \terben / Denn weil du jn nicht gewarnet ha\t / wird er vmb \einer \ünde willen \terben mü\\en / vnd \eine gerechtigkeit / die er gethan hat / wird nicht ange\ehen werden / Aber \ein Blut wil ich von deiner Hand foddern.
21 Wo du aber den Gerechten warne\t / das er nicht \ündigen \ol / vnd er \ündiget auch nicht / So \ol er leben / denn er hat \ich warnen la\\en / Vnd du ha\t deine \eele errettet.
22 VND da\elbs kam des HERRN Hand vber mich / vnd \prach zu mir / Mach dich auff / vnd gehe hinaus ins feld / da wil ich mit dir reden.
23 Vnd ich machte mich auff / vnd gieng hin aus ins feld / Vnd \ihe / da \tund die Herrligkeit des HERRN da\elbs / gleich / wie ich \ie am wa\\er Chebar ge\ehen hatte / Vnd ich fiel nider auff mein Ange\icht.
24 Vnd ich ward erquickt / vnd trat auff meine Fü\\e / Vnd er redet mit mir / vnd \prach zu mir / Gehe hin / vnd ver\chleus dich in deinem Hau\e.
25 VND du Men\chenkind / \ihe / Man wird dir \tricke anlegen / vnd dich damit binden / das du jnen nicht entgehen \olle\t.
26 Vnd ich wil dir die Zungen an deinem Gaumen kleben la\\en / das du er\tummen \olt / vnd nicht mehr \ie \traffen müge\t / Denn es i\t ein vngehor\am Haus.
27 Wenn ich aber mit dir reden werde / wil ich dir den mund auffthun / das du zu jnen \agen \olt / So \pricht der HErr HERR / Wers höret / der höre es / Wers le\\t / der la\\e es / Denn es i\t ein vngehor\am Haus.


(1) Das i\t / \ich oben anrüreten / oder \ich \chwungen gegen ander.

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