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Die gantze Heilige Schrifft: Deud\ch (Luther 1545)

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Die Sprüche Salomonis

Capitel 19

EJn Armer der in \einer frömkeit wandet / J\t be\\er denn ein Verkereter mit \einen lippen / der doch ein Narr i\t.
2 Wo man nicht mit vernunfft handelt / Da gehets nicht wol (1) zu / Vnd wer \chnell i\t mit fü\\en / Der thut \chaden. Jnfr. 28.
3 Die torheit eines Men\chen verleitet \einen weg / Das \ein hertz wider den HERRN tobet.
4 Gut macht viel Freunde / Aber der Arme wird von \einen Freunden verla\\en.
5 Ein fal\cher Zeuge bleibt nicht vnge\trafft / Vnd wer Lügen frech redet / wird nicht entrinnen. Deut. 19.; Jnfr. 21.; Jnfr. 24.; Jnfr. 25.
6 Viel warten auff die per\on des Für\ten / Vnd \ind alle Freunde des / der ge\chencke gibt.
7 Den Armen ha\\en alle \eine brüder / Ja auch \eine Freunde fernen \ich von jm / Vnd wer \ich auff wort verle\\et / dem wird nichts.
8 Wer Klug i\t / liebet (2) \ein Leben / Vnd der Ver\tendige findet gutes.
9 Ein fal\cher Zeuge bleibt nicht vnge\trafft / Vnd wer frech lügen redet / wird vmbkomen.
10 Dem Narren \tehet nicht wol an / gute tage haben / Viel weniger eim Knecht zu herr\chen vber Für\ten.
11 Wer gedültig (3) i\t / der i\t ein kluger Men\ch / Vnd i\t jm ehrlich / das er vntugent vberhören kan. Jnfr. 28.
12 Die Vngnade des Königes (4) i\t wie das brüllen eins jungen Lewen / Aber \eine gnade i\t wie taw auff dem gra\e.
13 Ein herri\cher Son i\t \eines Vaters hertzenleid / Vnd ein zencki\ch Weib ein \tetigs trieffen. Sup. 17.; Jnfr. 27.
14 Haus vnd güter erben die Eltern / Aber ein vernünfftig Weib kompt vom HERRN. Sup. 18.
15 Faulheit bringt \chlaffen / Vnd ein le\\ige Seele wird hunger leiden.
16 Wer das Gebot bewaret / der bewaret \ein Leben / Wer aber \einen wege verachtet / wird \terben (5).
17 Wer \ich des Armen erbarmet / der leihet dem HERRN / Der wird jm wider Guts vergelten.
18 Züchtige deinen Son weil hoffnung da i\t / Aber las deine Seele nicht bewegt werden jn zu tödten.
19 Denn gro\\er Grim bringt \chaden / Darumb las jn los / \o kan\tu jn mehr züchtigen.
20 Gehorche dem Rat / vnd nim zucht an / Das du er nach Wei\e \eie\t.
21 Es \ind viel an\chlege in eins Mans hertzen / Aber der Rat des HERRN bleibet \tehen. Sup. 16.
22 Ein Men\chen lu\tet \eine wolthat / Vnd ein Armer i\t be\\er denn ein Lügener.
23 Die furcht des HERRN fordert zum Leben / Vnd wird \at bleiben / das kein vbel \ie heim\uchen wird.
24 Der Faule verbirget \eine hand im töpffe / Vnd bringt \ie nicht wider zum munde (6).
25 Schlehet man den Spötter / \o wird der Alber witzig / Strafft man einen Ver\tendigen / \o wird er vernünfftig.
26 Wer Vater ver\töret / vnd Mutter veriaget / Der i\t ein \chendlich vnd verflucht Kind.
27 Las abe mein Son zu hören die zucht / Die da abfüret von vernünfftiger Lere.
28 Ein lo\er Zeuge \pottet des Rechts / Vnd der Gottlo\en mund ver\chlinget das vnrecht.
29 Den Spöttern (7) \ind \traffe bereitet / Vnd \chlege auff der Narren rücken.


(1) Denn einer mus den andern dulden.
(2) Er hütet \ich fur ferligkeit / Trawet den men\chen nicht in jren guten worten.