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Die gantze Heilige Schrifft: Deud\ch (Luther 1545)

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Die Sprüche Salomonis

Capitel 3

MEin Kind / Vergi\\ meins Ge\etzes nicht / vnd dein hertz behalte meine Gebot.
2 Denn \ie werden dir langes Leben / vnd gute jar vnd Friede bringen /
3 gnade vnd trew werden dich nicht la\\en. Henge \ie an deinen hals / vnd \chreibe \ie in die Tafel deines hertzen /
4 \o wir\tu gun\t vnd klugheit (1) finden / die Gott vnd Men\ch gefellet.
5 VErlas dich auff den HERRN von gantzem hertzen / Vnd verlas dich nicht auff deinen Ver\tand /
6 Sondern gedencke an jn in allen deinen wegen / So wird er dich recht füren.
7 Düncke dich nicht Wei\e \ein / Sondern fürchte den HERRN / vnd weiche vom bö\en.
8 Das wird deinem Nabel ge\und \ein / vnd deine Gebeine erquicken.
9 Ehre den HERRN von deinem Gut / vnd von den Er\tlingen alle deines einkomens.
10 So werden deine Scheunen vol werden / vnd deine Kelter mit mo\t vbergehen.
11 Mein kind / verwirff die Zucht des HERRN nicht / vnd \ey nicht vngedültig vber \einer \traffe.
12 Denn welchen der HERR liebet / den \trafft er / Vnd hat wolgefallen an jm / wie ein Vater am Son. Ebre. 12.; Apoc. 3.
13 WOL dem Men\chen / der Weisheit findet / vnd dem Men\chen / der ver\tand bekompt.
14 Denn es i\t be\\er vmb \ie hantieren / weder vmb \ilber / vnd jr Einkomen i\t be\\er denn gold.
15 Sie i\t edler denn Perlen / vnd alles was du wünd\chen mag\t / i\t jr nicht zu gleichen.
16 Langes Leben i\t zu jrer Rechten hand / zu jrer Lincken i\t reichthum vnd ehre.
17 Jre wege \ind liebliche wege / vnd alle jre \teige \ind Friede.
18 Sie i\t ein bawm des Lebens allen die \ie ergreiffen / vnd \elig \ind / die \ie halten.
19 Denn der HERR hat die Erden durch Weisheit gegründet / vnd durch \einen Rat die Himel bereitet.
20 Durch \eine Weisheit \ind (2) die Tieffen zurteilet / vnd die Wolcken mit taw trieffend gemacht.
21 MEin kind / Las \ie nicht von deinen augen weichen / So wir\tu glück\elig vnd klug werden.
22 Das wird deiner Seelen leben \ein / vnd dein mund wird hold\elig \ein.
23 Denn wir\tu \icher wandeln auff deinem wege / das dein Fus \ich nicht \to\\en wird.
24 Lege\tu dich / \o wir\tu dich nicht fürchten / \ondern \ü\\e \chlaffen /
25 Das du dich nicht fürchten darffe\t fur plötzlichem \chrecken / noch fur dem \turm der Gottlo\en / wenn er kompt.
26 Denn der HERR i\t dein trotz / der behüt deinen Fus / das er nicht gefangen werde. P\al. 112.
27 WEgere dich nicht / dem Dürfftigen guts zu thun / \o deine hand von Gott hat \olchs zu thun.
28 Sprich nicht zu deinem Freunde / Gehe hin vnd kom wider / morgen wil ich dir geben / \o du es doch wol ha\t.
29 Trachte nicht bö\es wider deinen Freund / der auff traw bey dir wonet.
30 Hadder nicht mit jemand on vr\ache / \o er dir kein leid gethan hat.
31 Eiuer nicht einem Freueln nach / vnd erwele \einer wege keinen /
32 Denn der HERR hat grewel an dem Abtrünnigen / vnd \ein Geheimnis i\t bey den Fromen.
33 Jm hau\e des Gottlo\en i\t der Fluch des HERRN / Aber das haus der Gerechten wird ge\egenet.
34 Er wird die Spötter \potten / Aber den Elenden wird er gnade geben.
35 Die Wei\en werden Ehre erben / Aber wenn die Narren (3) hoch komen / werden \ie doch zu \chanden.


(1) Du wir\t ein fein vernünfftig men\ch werden / dem alles wol an\tehet vnd abgehet / was du angreiffe\t.
(2) Wort.