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Die gantze Heilige Schrifft: Deud\ch (Luther 1545)

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Die Sprüche Salomonis

Capitel 6

MEin Kind / Wir\tu bürge fur deinen Nehe\ten / vnd ha\t deine hand bey einem Frembden verhefftet /
2 So bi\tu verknüpfft mit der rede deines mundes / vnd gefangen mit den reden deines mundes.
3 So thu doch / mein Kind al\o / vnd errette dich / Denn du bi\t deinem Nehe\ten in die hende komen / Eile / drenge vnd treibe deinen Nehe\ten.
4 Las deine augen nicht \chlaffen / noch deine augenlied \chlummern.
5 Errette dich wie ein Rehe von der hand / vnd wie ein Vogel aus der hand des Voglers. Jnfr. 11.
6 GEhe hin zur Emmei\\en du Fauler / \ihe jre wei\e an / vnd lerne.
7 Ob \ie wol keinen Für\ten noch Heubtman noch Herrn hat /
8 bereit \ie doch jr brot im Sommer / vnd \amlet jre \pei\e in der Erndte.
9 Wie lange lige\tu Fauler? Wenn wiltu auff\tehen von deinem \chlaff?
10 Ja \chlaff noch ein wenig / \chlummer ein wenig / \chlahe die hende in einander ein wenig / das du \chlaffe\t.
11 So wird dich das Armut vbereilen / wie ein Fusgenger / Vnd der mangel / wie ein gewaptneter Man. Jnfr. 24.
12 EJn lo\er Men\ch / ein \chedlicher Man / gehet (1) mit verkeretem munde /
13 wincket mit augen / deutet mit fü\\en / zeiget mit fingern /
14 trachtet allezeit bö\es vnd verkerets in \eim hertzen / vnd richtet hadder an.
15 Darumb wird jm plötzlich \ein Vnfal komen / vnd wird \chnell zubrochen werden / das keine Hülffe da \ein wird.
16 DJe\e \echs \tück ha\\et der HERR / vnd am \iebenden hat er einen grewel.
17 Hohe augen / fal\che Zungen / Hende die vn\chüldig Blut vergie\\en /
18 Hertze das mit bö\en tücken vmbgehet / Fü\\e die behende \ind \chaden zu thun /
19 fal\cher Zeuge der frech lügen redet / Vnd der hadder zwi\\chen Brüdern anricht.
20 MEin kind / Beware die gebot deines Vaters / vnd las nicht faren das ge\etze deiner Mutter.
21 Binde \ie zu\amen auff dein Hertz allewege / vnd henge \ie an deinen Hals.
22 Wenn du gehe\t / das \ie dich geleiten / Wenn du dich lege\t / das \ie dich bewaren / Wenn du auffwach\t / das \ie dein ge\preche \eien.
23 Denn das Gebot i\t eine leuchte / vnd das Ge\etz ein liecht / vnd die \traff der zucht i\t ein weg des Lebens.
24 Auff das du bewaret werde\t fur dem bö\en Weibe / fur der glatten zungen der Frembden.
25 LAs dich jre \chöne nicht gelü\ten in deinem hertzen / vnd verfahe dich nicht an jren Augenlieden.
26 Denn eine Hure bringt einen vmbs Brot (2) / Aber ein Eheweib fehet das edle Leben.
27 Kan auch jemand ein Fewr im bo\em behalten / das \eine Kleider nicht brennen?
28 Wie \olt jemand auff Kolen gehen / das \eine fü\\e nicht verbrand würden?
29 Al\o gehets / wer zu \eines Nehe\ten weib gehet / Es bleibt keiner vnge\trafft der \ie berüret.
30 ES i\t einem Diebe nicht \o gro\\e \chmach / ob er \tilet / \eine Seele zu \ettigen / weil jn hungert /
31 Vnd ob er begriffen wird / gibt ers \iebenfeltig wider / vnd legt dar alles gut in \einem hau\e.
32 Aber der mit einem Weibe die Ehe bricht der i\t ein Narr / der bringt \ein Leben ins verderben.
33 Dazu trifft jn plage vnd \chande / vnd \eine \chande wird nicht ausgetilget.
34 Denn der grim des Mans eiuert vnd \chonet nicht / zur zeit der rache /
35 Vnd \ihet kein Per\on an / die da ver\üne / vnd nimpts nicht an / ob du viel \chencken wolte\t.


(1) Füret keine be\tendige rede \ihet keinen recht an.
(2) Wer \ich mit Huren neeret / vnd mit Karren feret / Dem i\t vnglück be\cheret.

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