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Die gantze Heilige Schrifft: Deud\ch (Luther 1545)

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Epi\tel Sanct Paulus zu den Römern

Capitel 12

JCH ermane euch / lieben Brüder / durch die Barmhertzigkeit Gottes / Das jre ewre Leibe begebet zum Opffer / das da lebendig / heilig / vnd Gott wolgefellig \ey / welchs \ey ewer vernünfftiger (1) Gottesdien\t.
2 Vnd \tellet euch nicht die\er Welt gleich / \ondern verendert euch durch vernewerung ewers \innes / Auff das jr prüfen möget / welchs da \ey der gute / der wolgefellige / vnd der volkomene Gottes wille.
3 DEnn ich \age durch die Gnade / die mir gegeben i\t / jederman vnter euch / Das niemand weiter von jm halte / denn \ichs gebürt zu halten / Sondern das er von jm me\\iglich halte / ein jglicher nach dem Gott ausgeteilet hat / das mas des glaubens.
4 Denn gleicher wei\e als wir in einem Leibe viel Glieder haben / aber alle glieder nicht einerley Ge\chefft haben /
5 Al\o \ind wir viele ein Leib in Chri\to / Aber vnternander i\t einer des andern Glied /
6 Vnd haben mancherley Gaben nach der gnade / die vns gegeben i\t.
7 Hat jemand Weis\agung / \o \ey \ie dem glauben ehnlich (2). Hat jemand ein Ampt / \o warte er des ampts. Leret (3) jemand / \o warte er der lere.
8 Ermanet jemand / \o warte er des ermanens. Gibt jemand / \o gebe er einfeltiglich. Regieret jemand / \o \ey er \orgfeltig. Vbet jemand Barmhertzigkeit / \o thu ers mit lu\t. 1. Cor. 12.
9 DJe Liebe \ey nicht fal\ch. Ha\\et das arge / Hanget dem guten an.
10 Die brüderliche Liebe vnternander \ey hertzlich. Einer kome dem andern mit Ehrerbietung zuuor.
11 Seid nicht trege / was jr thun \olt. Seid brün\tig im gei\te. Schicket euch in die zeit.
12 Seid frölich in hoffnung / Gedültig in trüb\al / Haltet an am gebet.
13 Nemet euch der Heiligen notdurfft an. Herberget gerne.
14 Segenet die euch verfolgen / Segenet vnd fluchet nicht.
15 Frewet euch mit den Frölichen / vnd weinet mit den Weinenden.
16 Habt einerley \inn vnternander. Trachtet nicht nach hohen dingen / \ondern haltet euch herunter zu den Nidrigen.
17 Haltet euch nicht \elbs fur Klug. VErgeltet niemand bö\es mit bö\em. Vlei\\iget euch der ehrbarkeit gegen jederman /
18 J\t es müglich / \o viel an euch i\t / \o habt mit allen Men\chen friede.
19 Rechet euch \elber nicht / meine Liebe\ten / \ondern gebet raum dem zorn (Gottes) Denn es \tehet ge\chrieben / Die Rache i\t mein / Jch wil vergelten / \pricht der HERR.
20 So nu deinen Feind hungert / \o \pei\e jn / Dür\tet jn / \o trencke jn / Wenn du das thu\t / \o wir\tu fewrige Kolen (4) auff \ein Heubt \amlen.
21 Las dich nicht das bö\e vberwinden / Sondern vberwinde das bö\e mit gutem. Deut. 32; Prou. 21.


(1) S. Paulus hei\\et hie alle Opffer / Werck / Gottesdien\t / vnuernünfftig / wenn \ie on glauben vnd Gottes erkentnis ge\chehen.
(2) Alle Weis\agung die auff werck / vnd nicht lauter auff Chri\tum füret / als den einigen Tro\t / wie kö\tlich \ie i\t / \o i\t \ie doch dem glauben nicht ehnlich / Als da \ind die offenbarung der Poltergei\ter / die Me\\en / Walfarten / fa\ten vnd Heiligen dien\t \uchen
(3) Man leret die es nicht wi\\en vnd ermanet die es zuuor wi\\en.