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Die gantze Heilige Schrifft: Deud\ch (Luther 1545)

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Das Buch der Richter

Capitel 16

SJm\on gieng hin gen Ga\a / vnd \ahe da\elbs eine Hure / vnd lag bey jr.
2 Da ward den Ga\itern ge\agt / Sim\on i\t herein komen / Vnd \ie vmbgaben jn / vnd lie\\en auff jn lauren die gantze nacht in der Stadthor / vnd waren die gantze nacht \tille / vnd \prachen / Harr / morgen wens liecht wird / wöllen wir jn erwürgen.

3 Sim\on aber lag bis zu mitternacht / Da \tund er auff zur mitternacht / vnd ergreiff beide Thür an der Stadthor / \ampt den beiden pfo\ten / vnd hub \ie aus mit den rigeln / vnd legt \ie auff \eine Schuldern / vnd trug \ie hinauff auff die höhe des bergs fur Hebron.
4 Darnach gwan er ein weib lieb am bach Sorek / die hies Delila.
5 Zu der kamen der Phili\ter Für\ten hin auff / vnd \prachen zu jr / Vberrede jn / vnd be\ihe worinnen er \olche gro\\e Krafft hat / vnd wo mit wir jn vbermögen das wir jn binden vnd zwingen / So wöllen wir dir geben / ein jglicher tau\ent vnd hundert Silberlinge.
6 VND Delila \prach zu Sim\on / Lieber \age mir / worin dein gro\\e Krafft \ey / vnd wo mit man dich binden müge / das man dich zwinge.
7 Sim\on \prach zu jr / Wenn man mich bünde mit \ieben Seilen von fri\\chem ba\t / die noch nicht verdorret \ind / So würde ich \chwach / vnd were wie ein ander Men\ch.
8 Da brachten der Phili\ter Für\ten zu jr hin auff \ieben Seile von fri\\chem ba\t / die noch nicht verdorret waren / vnd \ie band jn damit
9 (Man hielt aber auff jn bey jr in der Kamer) Vnd \ie \prach zu jm / Die Phili\ter vber dir Sim\on / Er aber zureis die Seile wie eine flech\en Schnur zurei\t / wenn \ie ans fewr reucht / Vnd war nicht kund / wo \eine Krafft were.
10 DA \prach Delila zu Sim\on / Sihe du ha\t mich geteu\cht vnd mir gelogen / Nu \o \age mir doch / wo mit kan man dich binden?
11 Er antwort jr / Wenn \ie mich bünden mit newen \tricken / damit nie keine erbeit ge\chehen i\t / So würde ich \chwach / vnd wie ein ander Men\ch.
12 Da nam Delila newe \tricke vnd band jn damit / vnd \prach / Phili\ter vber dir Sim\on (Man hielt aber auff jn in der Kamer) Vnd er zurei\\ \ie von \einen Armen / wie einen Faden.
13 DElila aber \prach zu jm / Noch ha\tu mich geteu\cht / vnd mir gelogen / Lieber \age mir doch / wo mit kan man dich binden? Er antwortet jr / Wenn du \ieben Locke meines Heubts flöchte\t mit einem Flechtband / vnd heffte\t \ie mit einem Nagel ein.
14 Vnd \ie \prach zu jm / Phili\ter vber dir Sim\on / Er aber wachet auff von \einem \chlaff / vnd zog die geflochten Locke mit nagel vnd flechtband eraus.
15 Da \prach \ie zu jm / Wie kan\tu \agen / du habe\t mich lieb / \o dein hertz doch nicht mit mir i\t? Drey mal ha\tu mich geteu\cht / vnd mir nicht ge\aget / worinnen deine gro\\e Krafft \ey?

16 DA \ie jn aber treib mit jren worten alle tag / vnd zuplaget jn / ward \eine Seele matt / bis an den tod /
17 vnd \agt jr \ein gantzes hertz / vnd \prach zu jr / Es i\t nie kein Scherme\\er auff mein Heubt komen / Denn ich bin ein Verlobter Gottes von mutterleib an. Wenn du mich be\chöre\t / \o wiche meine krafft von mir / das ich \chwach würde / vnd wie alle andere Men\chen.
18 Da nu Delila \ahe / das er jr alle \ein hertz offenbaret hatte / Sand \ie hin / vnd lies der Phili\ter Für\ten ruffen / vnd \agen / Kompt noch ein mal er auff / denn er hat mir alle \ein hertz offenbaret. DA kamen der Phili\ter Für\ten zu jr er auff / vnd brachten das Geld mit \ich in jrer hand.
19 Vnd \ie lies jn ent\chlaffen auff jrem \chos / vnd rieff einem / der jm die \ieben Locke \eines Heubts ab\chöre. Vnd \ie fieng an jn zu zwingen / Da war \eine Krafft von jm gewichen.
20 Vnd \ie \prach zu jm / Phili\ter vber dir Sim\on. Da er nu von \einem \chlaff erwacht / gedacht er / Jch wil ausgehen wie ich mehr mal gethan hab / ich wil mich ausrei\\en / Vnd wu\te nicht das der HERR von jm gewichen war.
21 Aber die Phili\ter grieffen jn / vnd \tochen jm die Augen aus / vnd füreten jn hinab gen Ga\a / vnd bunden jn mit zwo ehrnen Ketten / vnd er mu\t malen im Gefengnis.
22 Aber das har \eines heubts fieng an wider zu wach\en / wo es be\choren war.
23 DA aber der Phili\ter Für\ten \ich ver\amleten / jrem Gott Dagon ein gros Opffer zuthun / vnd \ich zu frewen / \prachen \ie / Vn\er Gott hat vns vn\ern feind Sim\on in vn\ere hende gegeben.
24 Des \elben gleichen als jn das Volck \ahe / lobten \ie jren Gott / Denn \ie \prachen / Vn\er Gott hat vns vn\ern Feind in vn\ere hende gegeben / der vn\er Land verderbet / vnd vn\er viel er\chlug.
25 Da nu jr hertz guter dinge war / \prachen \ie / La\t Sim\on holen / das er fur vns \piele. Da holeten \ie Sim\on aus dem Gefengnis / vnd er \pielet fur jnen / Vnd \ie \telleten jn zwi\\chen zwo Seulen.

26 SJm\on aber \prach zu dem Knaben der jn bey der hand leitet / Las mich das ich die Seulen ta\te auff welchen das Haus \tehet / das ich mich dran lehne.
27 Das Haus aber war vol Menner vnd Weiber. Es waren auch der Phili\ter Für\ten alle da / vnd auff dem Dach bey drey tau\ent Man vnd Weib / die zu\ahen wie Sim\on \pielet.
28 Sim\on aber rieff den HERRN an / vnd \prach / HERR HERR gedencke mein / vnd \tercke mich doch Gott dis mal / das ich fur meine beide Augen mich eine\t reche an den Phili\tern.
29 VND er fa\\et die zwo mittel Seulen / auff welchen das Haus ge\etzt war / vnd drauff \ich hielt / eine in \eine rechte / vnd die ander in \eine lincke Hand /
30 vnd \prach / Mein Seele \terbe mit den Phili\tern / vnd neiget \ie krefftiglich. Da fiel das Haus auff die Für\ten / vnd auff alles Volck das drinnen war / Das der Todten mehr war / die in \einem tod \torben / denn die bey \einem leben \torben.
31 Da kamen \eine Brüder ernider / vnd \eines Vaters gantzes haus / vnd huben jn auff / vnd trugen jn hinauff / vnd begruben jn in \eines vaters Manoah grab / zwi\\chen Zarea vnd E\thaol / Er richtet aber J\rael zwenzig jar.


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