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Apocrypha: das \ind Bücher: \o der heiligen Schrifft nicht gleich gehalten / vnd doch nützlich vnd gut zu le\en \ind

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Vorrede auff das Buch Tobie

WAs vom Buch Judith ge\agt i\t / das mag man auch von die\em buch Tobie \agen. J\ts ein Ge\chicht / \o i\ts ein fein heilig Ge\chicht. J\ts aber ein Geticht / \o i\ts warlich auch ein recht / \chön / heil\am / nützlich Geticht vnd Spiel / eines gei\treichen Poeten. Vnd i\t zuuermuten / das \olcher \chöner Geticht vnd Spiel / bey den Jüden viel gewe\t \ind / darin \ie \ich auff jre Fe\te vnd Sabbath geübt / vnd der Jugent al\o mit lu\t / Gottes wort vnd werck eingebildet haben / Sonderlich da \ie in gutem Friede vnd Regiment ge\e\\en \ind. Denn \ie haben gar treffliche Leute gehabt / als Propheten / Senger / Tichter / vnd der gleichen / die Gottes wort vlei\\ig / vnd allerley wei\e getrieben haben. VND Gott gebe / das die Griechen jre wei\e / Comedien vnd Tragedien zu \pielen / von den Jüden genomen haben / Wie auch viel ander Weisheit vnd Gottesdien\t etc. Denn Judith gibt eine gute / ern\te / dapffere Tragedien / So gibt Tobias eine feine liebliche / gott\elige Comedien. Denn gleich wie das Buch Judith anzeigt / wie es Land vnd Leuten offt elendiglich gehet / vnd wie die Tyrannen er\tlich hoffertiglich toben / vnd zu letzt \chendlich zu boden gehen. Al\o zeigt das Buch Tobias an / wie es einem fromen Bawr oder Bürger auch vbel gehet / vnd viel leidens im Ehe\tand \ey / Aber Gott jmer gnediglich helffe / vnd zu letzt das ende mit freuden be\chlie\\e. Auff das die Eheleute \ollen lernen gedult haben / vnd allerley leiden / auff künfftig hoffnung gerne tragen / in rechter furcht Gottes vnd fe\tem glauben. VND das Griechi\che Exemplar \ihet fa\t al\o / das es ein Spiel gewe\t \ey / Denn es redet alles in Tobias per\on / wie die Per\onen im Spiel zu thun pflegen. Darnach i\t ein Mei\ter komen / vnd hat \olch Spiel / in eine ordenliche Rede gefa\\et. Hie zu \timmen die Namen auch fein / Denn Tobias hei\\t ein from Man. Der zeuget auch wider einen Tobias / Vnd mus in fahr vnd \orgen leben / beide der Tyrannen vnd \einer Nachbar halben. Wird dazu (das ja kein vnglück alleine \ey) auch blind / vnd zu letzt auch mit \einer lieben Hanna vneins / vnd ver\chicken jren Son weg / Vnd i\t ja ein elend kömerlich Leben. Aber er bleibt fe\t im glauben / gedult vnd guten wercken. Hanna hei\\t / hold\elig / das i\t / ein liebe Hausfraw / die mit jrem Man in lieb vnd freund\chafft lebet. DEr Teufel A\modes hei\\t ein Vertilger oder Verderber / das i\t der Hausteufel / der alles hindert vnd verderbet / das man weder mit Kind noch Ge\inde / fort kan. Sara hei\\t ein Kempfferin oder Siegerin / die zu letzt obligt / \ieget vnd gewinnet. So i\t der Engel Raphael (das i\t) Artzt oder Ge\undmacher auch da / vnd nennet \ich A\arja / das i\t / Helffer oder Bei\tand des gro\\en A\arja \on / das i\t / Gottes des höhe\ten Bei\tand / Ge\andter oder Bote / Denn Gott hilfft haushalten / vnd \tehet den Eheleuten bey / \on\t kündten \ie fur dem A\mod nirgend bleiben. DARumb i\t das Buch vns Chri\ten auch nützlich vnd gut zu le\en als eines feinen Ebrei\chen Poeten / der kein leichtfertige / \ondern die rechten Sachen handelt / vnd aus der ma\\en Chri\tlich treibt vnd be\chreibt. Vnd auff \olch Buch gehört billich Jhe\us Syrach / als der ein rechter Lerer vnd Trö\ter i\t / des gemeinen Mans vnd Hausvaters in allen \achen / vnd Tobias eben \olchs buchs ein Exempel.

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