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Die gantze Heilige Schrifft: Deud\ch (Luther 1545)

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Dem Chri\tlichen Le\er

WEr wenig jar zurück gedenckt / der mus bekennen / Das kein Buch \o vnbekand gewe\en vnd weniger gele\en \ey / denn eben die heilige Bibel / (was die vr\ach \ey / i\t hie nicht zeit zu \agen) welche doch billich allen Chri\ten / \onderlich aber den Pfarherrn vnd Seel\orgern / \o die andern leren vnd regieren / nur wol bekand gewe\t \olt \ein. Nu aber etliche jar her / \int die lere des heiligen Euangelij / durch Gottes gnade wider an tag komen / wird \ie von vielen fromen Chri\ten (die fal\chen le\en \ie auch / Aber zu jrem eigen verdamnis) mit gro\\em ern\t / vleis vnd ver\tand gele\en / nicht on \onderliche lu\t / freude vnd tro\t jrs Gewi\\ens. Welches ein gewis anzeigen i\t / das der frölich vnd \elig tag vn\er Erlö\ung nicht fern mus \ein. Denn auch Chri\tus zeuget / Das kurtz vor dem ende der Welt das Euangelium \ol geprediget werden. Vnd der Engel \pricht zu Daniel / Dan. 12. Das in der letzten zeit / vber \ein Schrifft / die \o lang verborgen vnd ver\iegelt \olt bleiben / viel komen werden / vnd gro\\en ver\tand drin finden.
AVff das nu auch die Leien / \o die Bibel le\en \ich in dis heilig Buch / darin die göttlich Maie\tet \elbs redet von den höhe\ten vnd grö\ten \achen etc. \ich de\te leichter richten können / das\elbe mit mehr nutz vnd ver\tand zu le\en / J\t vmb der\elben willen / vber die gro\\e mühe vnd vleis / die Bibel von newes an durch aus zu vber\ehen vnd be\\ern / durch den Ehrwird. Hochgeler. Herrn D. Mart. etc. auch die\e erbeit furgenomen / Das er\tlich von anfang der Bibel bis ans ende die furneme\ten Sprüche / darin Chri\tus verhei\\en i\t / vnd im newen Te\tament angezogen werden / mit grö\\er \chriftt gedruckt \ind / das \ie der Le\er leicht vnd bald finden könne.
DArnach \o offt eine newe Hi\torien / Straffe oder Tro\tpredigt Ermanung / Wunderzeichen etc. angehet / J\t am anfang der\elben / ein gro\\er Buch\tab ge\etzt. Jtem wo \ichs hat wollen \chicken / \ind oben am blat / oder am Rand zur \eiten / die namen der Patriarchen / Propheten / Königen / Für\ten / Lender / Stedte etc. beide der Jüden vnd Heiden gezeichnet / Auff das der vngeübte Le\er bald finden könne was er begert zu wi\\en etc.
ZVm dritten \ind die zweierley Buch\taben / der abc vnd der ABC ge\talt / ge\etzt / dem vnerfaren Le\er vnter\cheid anzuzeigen / Das wo die\er abc \tehen / die Schrifft rede von gnade / tro\t etc. Die andern ABC von zorn / \traffe efc.
AVch i\t \on\t müglicher vleis / \o viel an mir gewe\t / angewand / das doch ein mal eine deud\che Bibel möchte ausgehen / da gar nichts drin ver\ehen / noch etwas hernach zu corrigirn were. Aber wie michs an\ihet / wils \chier vmmüglich \ein / Vr\ach / Es gehörn mehr Per\onen / nicht eine allein / zu \olcher erbeit / wenn die\elben zu\amen theten / vnd ein jede trewlich vnd vlei\\ig ausrichte / was jr zu\tehet / \o würde es angehen / Son\t i\t hierin ein Man / kein man / Bleibt derhalb jmer etwas zu corrigirn / das ver\ehen oder verkert i\t.
ALs in der Bibel / mit ge\palten Columnen / vor die\em werck gedruckt / vnd ausgangen im anfang des xliiij. jars \tehet 2. Pet. 2. in der 15. zeil des 2. parag. Die \chendlichen Lü\te i\t fal\ch / \ol hei\\en / Die \chendlichen Leute.
Jtem im jtzigen Druck Gen. 4. bald im anfang / hat vor der Text al\o gelaut / Jch habe kriegt den Man des HERRN. Die\elben wort hat der Herr Doctor nicht on \onderlich bedencken vnd vr\ach / jtzt \o verdeud\cht / Jch habe den Man / den HERRN / Hat dazu ein Scholion in margine / wie du \ehen kan\t / daneben ge\etzt den \inn vnd meinung der\elben wort anzuzeigen / Jtem weiter bericht dauon gethan / im Büchlin von den letzten worten Dauids. Gleichwol dis alles vnange\ehen / i\t einer drüber komen / hats wollen be\\ern / vnd nach \einem gutdüncken aus / den HERRN (des HERRN / wie vor ge\tanden) gemacht.
ES \ind auch etliche Sprüche in dem jtzigen Druck anders verdolmet\cht weder in den vorigen. Als im nehern Druck mit ge\palten Columnen. 2. Sam. 7. parag. 5. ver\u xj. vnd 12. \tehet / Ah HERR HErr / erzeige\tu dich al\o gegen einen Men\chen? J\t in die\em druck al\o verdolmet\cht / Das i\t eine wei\e eines Me\chen / der Gott der HERR i\t.
Scholion / Das i\t / du rede\t mit mir von \olchem ewigen Reich / da niemand kan König \ein er mus Gott vnd Men\ch \ein / weil er mein Son / vnd doch fur vnd fur \ol König \ein / welchs allein Gott gehöret. Dauon weiter im Büchlin von den letzten worten Dauids.
Ephe. 3. parag. 3. ver\u 7. \tehet / Vber alles was Vater hei\\et / J\t in die\em Druck \o gegeben / Vber alles was da Kinder hei\\t. Vide Scholion.
Jm \elben cap. vnd parag. am ende \tehet / Auch erkennen die liebe Chri\ti / die doch alle erkentnis vbertrifft. J\t jtzt \o verdeud\cht / Auch erkennen das Chri\tum liebhaben / viel be\\er i\t denn alles wi\\en. Vide Scholion.
Ephe. 6. para. Zu letzt lieben Brüder etc. Auff das jr wider\tehen künd etc. J\t jtzt \o verdeud\cht / Auff das jr / wenn das bö\e \tündlin kompt / wider\tand thun / vnd alles wol ausrichten / vnd das feld behalten / müget.
Jm folgenden parag. ver\u. 4. Ge\tiffelt an fü\\en etc. Laut jtzt al\o / Vnd an beinen ge\tiffelt / als fertig zu treiben das Euangelium des friedes. Vide Scholion.
Dis zeige ich guter meinung an / den Le\er / \o der Bibel eine hat / vor die\er zeit ausgangen / zuerinnern / das er er\tlich die\e / vnd vieleicht andere (doch als ich hoffe nicht viel) errata / \elber endere vnd be\\ere. Darnach weil in die\em Druck der Herr Doctor etliche Sprüche klerer vnd deutlicher verdeud\cht hat den zuuor / hab ich die\elben / \o viel jr \ind / nach ein ander ge\etzt / das / wer da wil / \ein Bibel nach die\em Druck corrigirn mag / Denn es ja nicht in eins jglichen vermügen i\t / alle Drück zu keuffen. Befelh dich Gottes gnade vnd Schutz.
Jn der Bibel mit ge\palten columnen / Apoca. 21. parag. 2. ver\u viij. Lie\e al\o / Den verzagten aber vnd vngleubigen / vnd grewlichen etc.
Johannis xij.
Gleubet an das Liecht dieweil jrs habt / Auff das jr des Liechtes kinder \eid.
M. Georg. Rörer.

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