Luther, Martin 1483 –1546
D. Martin Luthers Werke Kritische Gesammtausgabe 9. Band
Mit Nachbildungen von 27 Holzschnitten
und 7 Handschriftenfacsimile.
Weimar
Hermann Böhlau 1893.
Vorwort.
1893
[Seite iii]
Der neunte
Band der Werke Martin Luthers, den wir hiermit der Öffentlichkeit übergeben,
bringt Nachträge, Ergänzungen und Berichtigungen zu den früher erschienenen
Bänden I –VI und VIII. Was sich von solchen für den noch unter der Presse
befindlichen Band VII ergeben hat, wird in diesem selbst Aufnahme finden.
Der Inhalt
des neunten Bandes zerfällt in Texte, welche nach Möglichkeit zeitlich geordnet
sind, und Einzelnachträge übersehener Drucke sowie Berichtigungen, die auf die
betreffenden Stellen der früheren Bände bezogen, in der dadurch bedingten
Reihenfolge gebracht sind.
Die Texte
sind zum Theil Stücke, die erst nach Veröffentlichung der früheren Bände
aufgefunden worden sind und meist hier zum ersten Male gedruckt erscheinen, zum
kleineren Theile solche, deren Aufnahme in die Ausgabe seiner Zeit unterlassen,
sich hinterher als wünschenswerth oder nothwendig herausgestellt hat. Die
Personen der Bearbeiter ergaben sich darnach meist von selbst. Ihre Namen sind
bei den einzelnen Stücken genannt; wo ich einen erheblicheren Antheil als
gewöhnlich an der Bearbeitung oder der Einleitung mir zuschreiben darf, habe
ich meinen Namen hinzugefügt. Bei der Handschrift der Auslegung des 109. (110.)
Psalms rührt die ganze Einleitung mit Ausnahme des S. 176/177 stehenden deutlich
bezeichneten Abschnittes sowie auch die Verzeichnung der Abweichungen des
ersten Druckes von mir her. Ebenso die meisten Anmerkungen zu den S. 122 ff.;
213 ff. stehenden Schriften. Was ich sonst beigesteuert habe, ist wie früher
meist durch ein beigesetztes P. P. kenntlich gemacht.
Unter den
mitgetheilten Texten befinden sich mehrere Handschriften. Soweit diese nicht
von Luther herrühren, wie die Predigtensammlung Polianders, waren sie natürlich
nach den Grundsätzen unsrer Ausgabe
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zu behandeln
und ein lesbarer Text anzustreben. Auch bei den lateinischen
Lutherhandschriften lag ein Grund, davon abzugehen, im allgemeinen nicht vor,
und wenn dennoch bei dem Briefentwurf und den Aufzeichnungen für eine Predigt
eine Ausnahme insofern gemacht ist, daß ȩ, u und v, i und j geschont
wurden, so geschah dies nur, weil hier die Lesung größere Schwierigkeiten bot
und ein etwas strengeres Festhalten des überlieferten Buchstabens zu fordern
schien. Wäre schon damals, als diese beiden Stücke gedruckt wurden (im vorigen
Jahre), entschieden gewesen, daß diesem Bande ein Facsimile des Briefentwurfs
beizugeben, so hätte auch diese Ausnahme nicht gemacht zu werden brauchen.
Anders bei
den vier deutschen Lutherhandschriften, unter ihnen die frühesten deutschen
Aufzeichnungen Luthers von größerem Umfange, die uns erhalten sind. Es konnte
nicht zweifelhaft sein, daß wir bei diesen nur durch eine diplomatisch genaue
Wiedergabe wirklich den verschiedenen Interessen entsprechen könnten, welche
sich an diese Handschriften knüpfen. Denn die Frage, ob nicht auf Grund dieses
neu hinzugekommenen handschriftlichen Materials die Schriften einer erneuten
kritischen Behandlung zu unterwerfen seien, mußte bei dem Sermon “Von den guten
Werken” und dem “Urtheil der Theologen zu Paris” schon nach dem Grundsatze
unsrer Ausgabe verneint werden, daß, wo neben einer Wittenberger
Originalausgabe die Handschrift Luthers vorhanden, nicht diese, sondern jene
dem Texte zu Grunde zu legen sei. Es konnte also bei ihnen nur unsre Aufgabe sein,
das in den beiden Handschriften enthaltene Material für die Textgeschichte
zugänglich zu machen und die Stellen zu bezeichnen, an denen der in unsern
Bänden VI und VIII gebotene Text der beiden Schriften sicher oder möglicher
Weise einer Berichtigung bedürfe. Offenbar hätte dies erreicht werden können
durch eine bloße Verzeichnung der Abweichungen der Handschriften von jenen
Texten. Da aber an allem, was Luther in deutscher Sprache geschrieben, die
deutsche Sprachforschung ein auch in unsrer Ausgabe von vornherein anerkanntes
Interesse hat, so hätten in diesem Verzeichniß der Abweichungen auch die bloß
sprachlichen nicht fehlen dürfen. Diese aber würden, wenn ohne Einschränkung
mitgetheilt, das Verzeichniß sehr angeschwellt und unübersichtlich gemacht haben;
andrerseits hätte jede Einschränkung, wie sie auch ihre Grenzen ziehen mochte,
manches beseitigt, was für die endliche Beantwortung der bisher nur mit den
Fingerspitzen angefaßten Frage nach dem Verhältniß der Wittenberger Drucke zu
Luthers Handschriften von Wichtigkeit sein kann. Somit blieb als einzig gangbar
der Weg, den wir eingeschlagen haben: vollständige Mittheilung der
Handschriften mit Angabe der darin befindlichen Korrekturen und mit
Beibehaltung der originalen Gestalt. In einem sonst
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genauen
Abdruck etwa die Abkürzungen aufzugeben, ist darum mißlich, weil für manche
volle oder unzweifelhafte Äquivalente mangeln und somit durch die Auflösung
immer etwas Fremdes hineingetragen wird, was das Gesammtbild stört und das
Urtheil darüber unter Umständen störend beeinflussen kann. Wenn man
beispielsweise Luthers nn, das allerdings nn meinen kann, vielfach aber gewiß
nichts anderes ist als ein nn mit einer wortabschließenden Schreibzier, durch
nnn wiedergibt, so bürdet man ihm in weitester Ausdehnung einen
orthographischen Mißbrauch auf, den er, soweit meine Kenntniß reicht, überhaupt
kaum kennt, und der auch im ganzen so wenig verbreitet war, daß von den
deutschen Grammatikern oder Schreiblehrern der ersten Hälfte des 16.
Jahrhunderts allein Fabian Frangk spottend seiner gedenkt, während sie fast
alle die überflüssige Dopplung des n erwähnen und tadeln. (Vgl. Johannes
Müller, Quellenschriften und Geschichte des deutschsprachlichen Unterrichts
1882, S. 12. 73. 102/3. 142.) Wenn man also jenes nn nicht einfach durch nn
geben will, so muß man nn nehmen. — Sehr häufig ist ferner bei Luther die an
ein t angeschlossene Abkürzung tʃ in der Geltung eines Vokals + s: gotʃ gutʃ u. s. w. Nun
gebraucht Luther bekanntlich in manchen Endsilben i statt e und grade gottis
ist neben gottes bei ihm sehr häufig. Soll gotte aufgelöst werden, so muß man
entweder der Mehrheitsform der ausgeschriebenen Endung sich anschließen oder
-is und -es in demselben Verhältnisse verwenden, in dem sie wirklich
geschrieben sind. Wie man sich auch entscheide, immer schafft man ein
willkürliches Gesammtbild, das in einer kritischen Ausgabe hingenommen werden
muß, das aber in einem sonst genauen Abdruck nur falsche Vorstellungen zu
erwecken geeignet ist. Und wenn es etwa als überflüssige Pedanterie erscheinen
sollte, daß auch u mit dem Haken darüber in unsern Abdrücken wiedergegeben ist
(ǔ), so möge daran erinnert werden , daß dies nur billig ist, wenn man ü
beibehält, in dem die übergesetzten Punkte ja vielfach (bei Luther wohl immer)
denselben Zweck haben wie der Haken, nämlich u von n zu unterscheiden. Und zu
alledem kommt noch, daß bei Luther wie bei den Mitteldeutschen überhaupt, die
dem u übergeschriebenen Zeichen im Hinblick auf die Umlautsfrage eine besondere
Achtsamkeit erheischen. Weil eine derartige Rücksicht bei n nicht zu nehmen
war, ist dagegen das diesem von Luther zuweilen übergeschriebene
Unterscheidungszeichen ^ nicht wiedergegeben, sondern nur in den betr.
Einleitugen erwähnt worden (von unsern Handschriften zeigen es nur der Sermon
von den guten Werken und das Erbieten), aus demselben Grunde konnten auch die ¨
über y unberücksichtigt bleiben. Besser wäre as vielleicht gwesen, auch hier
keine Ausnahme zu machen.
Es liegt nun
auf der Hand, daß ein solcher die Handschrift fast photographisch getreu
wiedergebender Abdruck nicht bloß dem Sprachforscher besser
[Seite vi]
dient denn
ein andrer, sondern ebenso auch dem Textkritiker. Wie oft gibt nicht die
Möglichkeit, sich ein Wort, wie es geschrieben steht zu vergegenwärtigen, den
Schlüssel zur Entstehung falscher Lesarten. Um ferner das textkritische
Material, das diese Handschriften enthalten, leichter benützbar zu machen,
haben wir unten die Abweichungen der Urdrucke angemerkt, soweit sie nicht bloß
lautlich oder orthographisch sind. Die letzteren festzustellen, muß dem dafür
interessirten Leser selbst überlassen bleiben. In den am Schlusse dieses Bandes
stehenden Nachträgen zu Bd. VI und VIII ist außerdem gezeigt, wie sich die
Handschriften zu den von den Herausgebern vorgenommenen Änderungen des Textes A
verhalten.
Es war bisher
nur von den Handschriften des Sermons “Von den guten Werken” und des “Urtheils
der Theologen zu Paris” die Rede, weil nur auf sie der Grundsatz unsrer Ausgabe
Anwendung finden kann, daß bei dem Nebeneinander der Handschrift Luthers und
eines Wittenberger Originaldrucks dem letzteren der Vorrang gebühre. Von der
Auslegung des 109. (110.) Psalms haben wir keinen Wittenberger Originaldruck,
sondern der erste Druck stammt aus Augsburg und erst auf diesem beruht ein
Wittenberger Nachdruck. Hier ist, scheint es, durch Auffindung von Luthers
Handschrift die Grundlage für eine ganz neue kritische Behandlung des Textes gegeben
und uns die Aufgabe gewiesen, eine solche vorzunehmen. Doch auch hier wäre die
Aufgabe nur sehr subjektiv lösbar, wie ich des näheren S. 177 ff. ausgeführt
habe, und es ist daher vorgezogen worden, in derselben Weise wie bei den beiden
anderen Schriften nur das Material darzubieten. Ebenso schließlich bei dem
“Erbieten”, das in dieser Form ja überhaupt erst im 18. Jahrhundert und zwar
nach derselben Handschrift gedruckt worden, nach der wir es nun im vorliegenden
Bande getreu wiedergeben.
Die vorstehenden
Ausführungen haben zur Voraussetzung, daß der kritische Grundsatz unsrer
Ausgabe im wesentlichen zu Recht bestehe, wonach bei einer Konkurrenz der
Handschrift Luthers mit einem Wittenberger Originaldruck letzterer in den
Vordergrund zu stellen ist. Die Berechtigung dieses Grundsatzes ist angefochten
worden, ich nehme daher diese Gelegenheit wahr, in eine Erörterung darüber
einzutreten. Ihr Ergebniß fasse ich gleich hier so zusammen. Den
Originaldrucken Lutherscher Schriften ist allerdings aus allgemeinen Erwägungen
heraus, (zum Theil auch auf Grund unmittelbarer Zeugnisse) der Vorrang vor den
Handschriften im allgemeinen einzuräumen, aber die Handschriften behalten doch
meist einen textkritischen Werth über die Berichtigung von Druckfehlern hinaus.
Jedenfalls wird sich bei dem gegenwärtigen Stande der Lutherforschung in
verhältnißmäßig wenigen Fällen zwischen dem, was in Drucke auf Rechnung des
Verfassers zu setzen
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ist und dem,
was dem Drucker zugeschrieben werden muß, mit einigermaßen objektiver
Beweiskraft scheiden lassen. Darum und weil zugleich die Handschriften unter
allen Umständen einen litterar- und sprachgeschichtlichen Werth als Stufen der
Entwicklung des Schriftstellers und seines Werkes behaupten, wird eine
kritische Ausgabe der Werke Luthers der Wissenschaft am besten dienen, wenn sie
neben dem Texte des Druckes, der nur an Stellen zweifelloser Verderbniß zu
berichtigen ist, die Handschrift unverkürzt mittheilt. Wo die Abweichungen vom
Urdruck irgend erheblich sind, wird dies, wie in den Fällen dieses Bandes,
durch vollständigen, ganz getreuen Abdruck zu geschehen haben.
Die
allgemeinen Gesichtspunkte, aus denen sich der kritische Vorrang der
Originaldrucke Lutherscher Schriften ableiten läßt, sind folgende. Daß als Ziel
der philologischen Kritik die Ermittlung des echtesten, nicht die Herstellung
eines besten und lesbarsten Textes zu gelten hat, wird keinem Widerspruch
begegnen. Welcher ist aber der echteste Text, wenn uns eine Schrift in zwei
(oder gar mehr) echten Texten, d. h. in mehren Gestalten vorliegt, die mit
Sicherheit oder größter Wahrscheinlichkeit auf den Verfasser zurückgeführt
werden dürfen? Wenn wir also entweder die Handschrift des Verfassers und einen
von ihm veranlaßten Druck oder eine erste und eine zweite Bearbeitung besitzen.
Die beiden Fälle haben insofern eine gewisse Verwandtschaft, als ja auch der
erste Druck gegenüber der Handschrift eine Art Bearbeitung darstellen kann. Auf
die Frage, was ist in solchen Fällen das echteste des echten, gibt es eine allgemein
giltige Antwort natürlich nicht: die Beantwortung der Frage wird vielmehr
abhängig sein einmal von dem Standpunkt, den der Kritiker dem Schriftsteller
gegenüber einnimmt, und dann von der besonderen Lage des einzelnen Falles. An
sich ist es möglich, sowohl die Handschrift und die erste Bearbeitung, als auch
den Originaldruck und die zweite Bearbeitung als echtesten Text anzusprechen.
Handschrift und erste Bearbeitung zeigen uns den ersten Wurf und können an der
Individualität des Verfassers gemessen vielleicht echter sein als Originaldruck
und zweite Bearbeitung, die Ergebnisse eines erneuten Durchdenkens und
Durchfeilens sein mögen, dabei aber an ursprünglicher Frische und individueller
Echtheit nicht selten einbüßen. Sofern der Herausgeber in solchen Fällen nicht
überhaupt darauf verzichten muß, einen Text dem anderen als “echter”
überzuordnen, wird er die Entscheidung erstens aus der Erwägung der Frage
schöpfen müssen, ob es aus inneren Gründen mehr darauf ankommt, das Werden des
Schriftstellers vorzuführen, oder das zur Anschauung zu bringen, was er
geworden ist. Im ersteren Falle wird möglichst von dem früheren Texte — eine
Entwicklung überblicken wir ja am sichersten von ihrem Anfangspunkte aus —, im
letzteren von dem späteren Texte auszugehen sein, der
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das Ergebniß
der Entwicklung darstellt. Zweitens aber wird zu erwägen sein, in welcher
Gestalt die Schrift am meisten gewirkt hat. Das kann je nachdem die erste oder
zweite Bearbeitung gewesen sein; die Frage Handschrift oder Originaldruck kann
von dieser Erwägung aus, wie es scheint, nur zu gunsten des Druckes entschieden
werden. Doch dürfte wohl hierbei noch weiter zu berücksichtigen sein, ob der,
um dessen Werk es sich handelt, mehr ein einsamer Denker oder Dichter von
überhaupt geringer Wirksamkeit gewesen ist, oder ob er als ein Mann der
Öffentlichkeit durch seine Schriften einen tiefer gehenden Einfluß auf die
Zeitgenossen und vielleicht auch auf die Nachwelt geübt hat. Können bei jenem
Gründe besonderer Art das Ausgehen von der Handschrift rechtfertigen, so wird
es bei diesem ohne Zweifel geboten sein, die Form der Schriften zu Grunde zu
legen, in der sie der Verfasser der Öffentlichkeit übergeben hat und in der sie
ihre Wirkung gethan haben. Wenden wir diese beiden allgemeinen Erwägungen auf
Luther an, so möchte jene erstere im Ganzen mehr für das Ausgehen von der
Handschrift sprechen, dagegen spricht diese letztere ganz entschieden zu
gunsten der Drucke. Hat es doch vor und nach Luther keinen zweiten gegeben, der
durch seine Schriften eine gleich weit und tief gehende Wirkung auf das
deutsche Volk geübt hätte. Ist es nun die oberste Aufgabe unsres Unternehmens,
den Luther der Geschichte in seiner echten Gestalt vorzuführen, so kann dies
nur dadurch geschehen, daß wir seine Schriften in der Gestalt ihrer
geschichtlichen Wirksamkeit mittheilen, d. h. diese unter keinen Umständen
hinter einer anderen Gestalt zurücktreten lassen. Es gilt dies für alle Seiten
der geschichtlichen Wirksamkeit Luthers, auch für seine sprachgeschichtliche.
Ich habe mit
Bedacht gesagt, unsre Ausgabe dürfe unter keinen Umständen die Gestalt der
Originaldrucke hinter einer anderen Gestalt zurücktreten lassen. Ich meine also
nur, daß der Originaldruck immer Anspruch hat, unverkürzt mitgetheilt zu
werden. Ich meine dagegen nicht, daß er allein Anspruch habe auf vollständige
Wiedergabe, daß der etwa daneben vorhandenen Handschrift Luthers ein kritischer
Werth abzusprechen und sie in die Lesarten zu verweisen sei. Dazu wäre man nur
berechtigt, wenn sich nachweisen ließe, daß Luther immer den Druck seiner
Schriften auch nur so weit überwacht habe, wie man dies von ihm, der sich ja in
so vielen Dingen über seine Zeitgenossen erhob, an dem Maßstabe der
Zeitansichten und der Zeitverhältnisse gemessen, vermuthen könnte. Daß auch
dann an ein Korrekturlesen, wie es heutige Schriftsteller zu üben pflegen, nur
annähernd zu denken wäre, ist kaum zu bezweifeln. Aber darauf käme es auch gar
nicht an, sondern nur darauf, daß in den Originaldrucken Lutherscher Schriften
stets das Maß der Originalität erreicht wäre, das etwa Luther als erreichbar
und hinreichend
[Seite ix]
gelten
mochte. Wir hätten dann kein Recht, mit unserm Maßstab der Originalität zu
kommen und diesen anzulegen. Luther hat zweifellos einen solchen eignen Maßstab
besessen, aber nicht von Anfang an, auch ist er nicht stets derselbe gewesen,
sondern er ist wohl mit der Zeit strenger geworden — und Luther hat auch wohl
öfter darauf verzichten müssen, ihn anzulegen. Über dies alles werden uns erst
Untersuchungen, die das gesammte Material an unmittelbaren Zeugnissen und
Lutherhandschriften verwerthen, wenigstens in den großen Umrissen belehren
können. Denn die Ansichten, die bisher über das Verhältniß der Originaldrucke
zu den Handschriften Luthers ausgesprochen worden sind1, beziehen sich
vorwiegend allein auf die sprachliche Seite. Dazu widersprechen sie einander
zum Theil, keine von ihnen ist ausreichend und allseitig durch Thatsachen
begründet, die unmittelbaren Zeugnisse sind unvollständig oder auch
mißverständlich verwerthet. Insbesondere aber leiden sie unter einer nicht ganz
richtigen Fragestellung. Ich komme darauf zurück. Hier sei nur noch bemerkt,
daß das einzige sichere Ergebniß in der Feststellung besteht, daß das
Verhältniß der Drucke zu den Handschriften Luthers zu verschiedenen Zeiten
verschieden war. Für die Frühzeit Luthers ist man geneigt, eine weniger genaue
Korrektur oder gänzliches Fehlen einer solchen anzunehmen, für die spätere Zeit
wird eine zuweilen sehr genaue behauptet. Nur Dietz will umgekehrt beobachtet
haben, daß die bis 1530 erschienenen Drucke im allgemeinen Luthers Orthographie
wiedergeben, während alle späteren sich bedeutende Abweichungen erlauben.
Heinrich Rückert macht zeitliche Unterschiede gar nicht. Und doch müßten erst
solche feste und leitende Gesichtspunkte für die Beurtheilung des fraglichen
Verhältnisses gefunden sein, ehe es möglich wäre, in dem einzelnen vorliegenden
Falle mit einiger Sicherheit zwischen dem zu scheiden, was von den Abweichungen
des Druckes Luther selbst und was den Korrektoren oder Setzern der Druckereien
zuzuschreiben sei. Oder doch wenigstens zwischen den Änderungen (namentlich der
Sprache), die Luthers Absichten entsprechen, in der Richtung seiner eignen
Bestrebungen liegen, und solchen, die ihnen entgegen sind. Erst wenn wir so
weit sind, könnte mit Aussicht auf objektiven Erfolg versucht werden, auf Grund
von Originaldruck und Handschrift einen kritischen Text herzustellen und dabei
über die Verbesserung der Versehen des Druckes hinauszugehen. Mithin würde vor
der Hand das beste, was unsre Ausgabe hier thun kann,
[Seite x]
das sein, was
sie in diesem Bande gethan hat, daß sie nämlich die Handschriften neben den
Originaldrucken genau wiedergibt.
Zu demselben
Ergebniß muß man auch gelangen, wenn man, absehend von der Bedeutung, die die
Handschriften Luthers für die kritische Behandlung seiner Schriften haben, ihr
Werthverhältniß zu den Originaldrucken vom litteratur- und
sprachgeschichtlichen Standpunkte erwägt. Auch von diesem aus kommt natürlich
der Vorrang dem Originaldruck zu, aber die Handschrift behauptet daneben ihren
eigenen selbständigen Werth, insofern sie einen Einblick gestattet in die
Werkstatt des Schriftstellers, in das Werden des Werkes und des Schriftstellers
selbst. Und darum wird ihre unverkürzte Mittheilung auch dem am besten dienen,
der von jenen Standpunkten an sie herangeht.
Über die
sprachgeschichtliche Bedeutung der Handschriften Luthers ist hier noch ein Wort
zu sagen. Ich erwähnte vorhin, daß die bisherigen Untersuchungen über das
Verhältniß der Lutherdrucke zu den Handschriften, soweit sie die sprachliche
Seite betreffen, an einer nicht ganz richtigen Fragestellung leiden. Man will
die Frage beantworten: ist eine Darstellung der Sprache Luthers in erster Reihe
auf die Handschriften oder auf die Drucke zu gründen? Dabei übersieht man, daß
es dieses “entweder — oder” so schlechthin gar nicht gibt, daß vielmehr je nach
der Absicht, die man verfolgt, das eine wie das andre berechtigt ist.
Betrachtet man Luther nur als eine der deutschschreibenden Persönlichkeiten des
16. Jahrhunderts, rein für sich, so sind natürlich seine Handschriften
einschließlich der Briefe allein vollgiltige Zeugen. Faßt man dagegen Luther in
seiner sprachgeschichtlichen Stellung ins Auge, als den Mann, dessen Schriften
sprachliche Wirkung gethan haben, so kommt natürlich allein die Form derselben
in Betracht, in der sie diese Wirkung geübt, d. h. die gedruckte, und zwar
nächst den Originaldrucken auch die Nachdrucke. Das liegt scheinbar klar zu
Tage, ist aber doch übersehen worden. Auch Heinrich Rückert spricht wohl davon,
daß wir, wo Luthers Handschrift mangelt, in keinem gedruckten Worte Luthers
ganz unumstößlich sicher die Form vor uns haben, in der er es geschrieben; daß
aber diese letztere für die Sprachgeschichte weniger wichtig ist als die, in
der es gedruckt worden, hat er nicht hervorgehoben. Weniger wichtig, aber
natürlich nicht unwichtig oder gleichgiltig. Denn wenn schon eines jeden
Schriftstellers sprachliches Werden für die Sprachgeschichte wichtig ist, so
kann das eines Luther nicht unwichtig für sie sein, da es doch den nothwendigen
Hintergrund seiner Wirkung auf andere bildet und mit dieser in reger
Wechselwirkung steht. Aus diesen Gründen hat die Luthergrammatik, die ja
naturgemäß vor allem den sprachgeschichtlichen Luther im Auge hat, ihre
Darstellung auf die Originaldrucke zu gründen, sie wird aber der Herbeiziehung
der Handschriften einerseits und
[Seite xi]
der
Verwerthung der Nachdrucke andrerseits nicht entrathen können, wenn sie Luthers
Stellung in der deutschen Sprachgeschichte in ihren Wurzeln und ihren Früchten
verständlich machen will. Und das ist ja doch wohl ihr Ziel.
Es liegt zu
Tage, daß die selbständige Geltung, die ich für die Originaldrucke Lutherscher
Schriften aus Erwägungen allgemeiner Art heraus in Anspruch nehme, völlig fest
erst begründet wäre, wenn sich durch Zeugnisse und Thatsachen erweisen ließe,
daß Luther im allgemeinen an den Drucken mehr Antheil hat, als so gemeinhin
jetzt angenommen wird. Ich habe daher den Versuch gemacht, auf Grund des mir
gegenwärtig zu Gebote stehenden, allerdings noch sehr beschränkten Materials,
die Erörterung dieser Frage um ein Kleines über ihren gegenwärtigen Stand
hinauszuführen. Ich hoffe durch die Mittheilung wenigstens zu weiterer Untersuchung
anregen zu können, jene aber soll, da ich das Vorwort damit nicht belasten
will, an andrer geeigneter Stelle erfolgen.
Zum ersten
Male bringt unsere Ausgabe in diesem Bande als Beilagen Nachbildungen von
Holzschnitten und von Lutherhandschriften. Wir wollen damit nicht der
Illustrationsmode unsrer Zeit ein Opfer bringen, sondern folgen einer inneren
Nothwendigkeit. Wenn einmal das Passional Christi und Antichristi den Werken
Luthers eingereiht wurde, was ja mit gutem Grunde geschehen durfte (vgl. Kaweraus
Einleitung), so konnten die Bilder, ohne die der Text in der Luft schwebt,
nicht fehlen. Hergestellt sind die photolithographischen Nachbildungen durch
die Hofkunstanstalt von Rommel & Co. in Stuttgart.
Wir geben
außer den 26 Bildern der Ausgabe A auch deren Titelblatt und die bedruckte
Schlußseite, ferner das Ersatzbild der zweiten Wittenberger Ausgabe (B). Die
Unterschriften der Bilder sind hier weggeblieben, da sie S. 701 ff. mitgetheilt
sind. Die Numerirung der Bilder erleichtert die Auffindung der zugehörigen
Unterschriften.
Ähnlich wie
diese erste Beigabe sind auch die anderen aus dem Inhalt und Charakter des
neunten Bandes gewissermaßen organisch entwickelt. Die umfangreichen
Randbemerkungen Luthers zu verschiedenen in seiner Frühzeit von ihm benutzten
Büchern, die in unserm Bande zum ersten Male mitgetheilt werden, ließen es
wünschenswerth erscheinen, sie durch einige Facsimile vor den Lutherforschern
zu beglaubigen, um so mehr, als die betreffenden Bücher vielfach auch
Eintragungen andrer Hände enthalten (vgl. Nr. II). Diese Absicht erweiterte ich
im Einverständniß mit der Kommission und dem Verleger zu dem Plane, unsre
Ausgabe überhaupt mit Nachbildungen von Handschriften
[Seite xii]
Luthers
auszustatten und damit hier in dem Ergänzungsbande zu I –VIII den Anfang für
die Vorwartburgzeit zu machen. Von den Zwickauer Randbemerkungen geben ir eine
Probe aus den ältesten, zu Augustini Opuscula, um 1509 (I), ferner aus den
umfangreichsten, zu den Sentenzen des Petrus Lombardus, 1510/11 (II) und aus
den jüngsten, zu Taulers Predigten, um 1516 (IV). Von den drei zu Luthers
erster Psalmenvorlesung (1513 –16) in Beziehung stehenden Handschriften wurde
die Dresdener ausgewählt, weil sie einen fortlaufenden Text von Luthers Hand
bietet (III). Der Entwurf des Briefes an den Papst (V) fand Aufnahme wegen
seiner Bedeutsamkeit und auch als Vertreter des Jahres 1518, nachdem ungünstige
Umstände sachlicher und persönlicher Natur leider die Absicht vereitelt hatten,
das Jahr 1518 durch eine Probe aus der ältesten deutschen Handschrift Luthers
von größerem Umfange, der Auslegung des Psalms 109, vertreten zu lassen. Aus
dem Jahre 1520 bringen wir eine Seite des Sermons von den guten Werken (VI),
aus dem Jahre 1521 eine Seite des Urtheils, der Theologen zu Paris usw. (VII).
In ähnlicher Weise soll auch in Zukunft darnach gestrebt werden, wenn schon
nicht für jedes Jahr, so doch wenigstens für je zwei Jahre einen
handschriftlichen Beleg zu geben. Die sieben diesem Bande beigegebenen
Handschriftenfacsimile sind mit bekannter Meisterschaft durch die
chalkographische Abtheilung der Reichsdruckerei in Kornhochätzung aus Kupfer
hergestellt, den Druck dieser Blätter hat die Hof-Buchdruckerei zu Weimar
ausgeführt. Die Facsimile geben die Handschriften in ihrer wirklichen Größe
wieder, die Anordnung ist zeitlich, nur mußte aus drucktechnischen Gründen,
weil Nr. IV für das Format der Ausgabe etwas zu groß ist, Nr. V vor Nr. IV
gestellt werden. — Dem Magistrat der Stadt Danzig und dem Rathe der Stadt
Zwickau, sowie den Vorständen der Kgl. öff. Bibliotheken zu Dresden und
Stuttgart spreche ich hier den geziemenden Dank aus für das Entgegenkommen,
durch das sie die Herstellung der Facsimile in der Reichsdruckerei ermöglicht
haben.
Wir hoffen in
diesen Handschriftnachbildungen den Lutherforschern und Lutherfreunden eine
willkommene Gabe darzubieten. Denn abgesehen davon, daß durch sie die
Behauptung, eine Handschrift rühre von Luther her, wenigstens für einen Theil
der Fälle erhärtet wird, werden diese Facsimile der Lutherforschung allmählich
ein Material zugänglich machen, das einerseits zum Erkennen und zur Auffindung
bisher unerkannt oder verborgen gebliebener Lutherhandschriften eine
vorzügliche Handhabe darbietet, andrerseits aber auch dazu wird verwerthet
werden können, sonst undatirbare Handschriften Luthers, wie z. B. die
Handschrift der Sprichwörtersammlung, wenigstens annähernd zeitlich
einzuordnen. Und schließlich hat es ja auch an sich ein gewisses Interesse,
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die
Wandlungen der Handschrift Luthers und ihre verschiedenen Erscheinungsformen in
unsrer Ausgabe verfolgen zu können. Daß aus der Ausführung dieses Planes unsrer
Ausgabe vielleicht eine drückende Last erwachse, ist nicht zu befürchten, weil
die Zahl der erhaltenen Lutherhandschriften zwar im Hinblick auf die seit
Luthers Zeit vergangenen Jahrhunderte nicht unbedeutend genannt werden kann,
aber doch im Verhältniß zu dem, was Luther geschrieben, nicht groß ist, oder
genauer gesagt zu sein scheint. Denn leider ist auch vom Standpunkt unsrer
Ausgabe noch die Klage Heinrich Rückerts (Geschichte der neuhochdeutschen
Schriftsprache II, 42) berechtigt, daß man den erhaltenen Luthermanuskripten
nicht mit der gebührenden Sorgfalt und Ehrfurcht nachgegangen sei. Ich richte
daher an dieser Stelle die Bitte an Alle, die von dem Vorhandensein von
Lutherhandschriften (auch geringsten Umfanges) Kenntniß haben, mir eine kurze
Mittheilung zukommen zu lassen. Wenn dies in weiterem Umfange geschähe, so
könnte der Hoffnung Raum gegeben werden, daß das Unterbleiben einer systematischen
Aufspürung der auf unsre Tage gekommenen Lutherhandschriften als einer
nothwendigen Vorarbeit für unsre Ausgabe, in seinen Folgen möglichst werde
eingeschränkt werden. Dankbarer Werthschätzung ist daher jeder Hinweis oder
Nachweis gewiß.
Über die
Druckeinrichtung ist noch Einiges zu bemerken. Bei Wiedergabe der
Randbemerkungen wurden, wie das in Band III und IV geschehen war, die
glossirten Worte in kursiver Schrift gegeben. Vielleicht hätten die den Drucken
entnommenen Titel und Überschriften gleichfalls kursiv gesetzt werden sollen,
um die Möglichkeit von Irrungen völlig zu bannen. Aber auch so ist sie nicht
groß, selbst in einem Falle, wie er S. 108 begegnet, ist dem ausmerksamen Leser
ohne weiteres klar, daß die oberen vier Überschriften von Luther herrühren, die
letzte (Cur deus homo) dem Drucke angehört. — Um die Übersicht über die
glossirten Stellen an der Hand von Mignes Patrologie zu erleichtern, wurden die
Stellenangaben nach der letzteren nicht neben die Citate nach den Exemplaren Luthers
in den Text gesetzt, sondern an den äußeren Rand der Seiten.
Über die
Lesarten ist bereits im Vorwort zu dem 1892 erschienenen fünften Bande bemerkt,
daß deren Verzeichnung etwas vereinfacht sei durch den Gebrauch des in
kritischen Ausgaben allgemein gebräuchlichen Zeichens ], um dadurch
auszudrücken, daß die vor ] stehenden Worte des Grundtextes in einem oder
mehren anderen Texten durch die dahinter stehenden vertreten seien. Um auch die
etwas schwerfälligen und, wenn gehäuft, leicht unschön wirkenden “ ” sowohl in
den Lesartenverzeichnissen als auch in den Anmerkungen ganz entbehrlich zu
machen, sollten ferner bei deutschen Schriften die Worte des
[Seite xiv]
Herausgebers
in Antiqua gegeben werden, bei lateinischen aber wie bisher in Fraktur. Demgemäß
ist im vorliegenden Bande verfahren worden. Nur bei der Königsberger
Handschrift mußte insofern abgewichen werden, als hier auch zu den ganz
deutschen Predigten unter dem Texte vorwiegend lateinische Worte (die
Randbemerkungen Polianders usw.) anzuführen waren. Wenn nun dem aufgestellten
Grundsatz gemäß die Worte des Herausgebers in Antiqua gegeben worden wären,
hätten jene sämmtlich in “” gesetzt werden müssen. Ich habe daher vorgezogen,
diese Predigten wie lateinische zu behandeln, d. h. für die Worte des
Herausgebers Fraktur zu wählen und nur bei den seltner vorkommenden deutschen
Textworten die “” anzuwenden. Da ähnliche Zwiespältigkeit sich leicht
wiederholen kann, z. B. bei den lateinisch und deutsch mischenden
Predigtnachschriften, so soll künftig dadurch abgeholfen werden, daß
gleichmäßig bei lateinischen wie deutschen Lutherschriften die Worte der
Herausgeber kursiv gegeben werden, von denen sich dann sowohl lateinische
Textworte in Antiqua wie deutsche in Fraktur abheben. Dies diem docet.
Im vorigen
Jahre konnte das Vorwort zum fünften Bande der Hoffnung Ausdruck geben, daß
1893 außer Band IX auch Band VII an die Öffentlichkeit treten werde. Diese
Hoffnung ist an persönlichen Hindernissen zerronnen. Da diese nicht völlig
beseitigt sind, kann auch für 1894 Band VII leider nicht bestimmt in Aussicht
gestellt werden. Dagegen soll der Druck des XI. Bandes binnen kurzem beginnen
und wird, wenn nichts hindernd dazwischen tritt, im nächsten Jahre zu Ende
geführt werden können. Für 1894 ist auch noch der Druckbeginn eines der
späteren Bände beabsichtigt.
Berlin, den
18. Oktober 1893.
Dr. Paul
Pietsch,
Professor an
der Universität Greifswald.
[Seite xv]
[1]
1893
[Seite xv]
Seite
Vorwort III
Randbemerkungen
Luthers [Buchwald] 1
Zu Augustini
Opuscula. 1509 2
Zu Augustins
Schriften De trinitate und De civitate dei. Um 1509 15
Zu den
Sentenzen des Petrus Lombardus. 1510/11 28
Zu Taulers
Predigten. Um 1516 95
Zu Opuscula
Anselmi und Johannis de Trittenhem Liber lugubris de statu et ruina monastici
ordinis. Um 1513 –16 104
Zu dem
hebräischen Texte der Psalmen. Um 1516 –20 115
Blatt XLI des
Wolfenbüttler Psalters. Ergänzung zu den Dictata super psalterium. 1513 –1516.
(Zu Bd. III) [Kawerau] 116
Auslegung und
Deutung des heil. Vaterunsers. 1518. (Zu Bd. II, S. 74 ff.) [Knaake-Pietsch]
122
Martin
Butzers Bericht an Beatus Rhenanus über die Heidelberger Disputation. 1518. (Zu
Bd. I, S. 350 ff.) [Knaake] 160
Eine Äußerung
Luthers über die Heidelberger Disputation. 1518. [Knaake] 170
Bruchstück
eines ersten Entwurfes zu dem frühesten Schreiben Luthers an den Papst. 1518.
(Zu Bd. I, S. 527 ff.) [Steiff] 171
Luthers
Handschrift der Auslegung des 109. (110.) Psalms. 1518. (Zu Bd. I. S. 687 ff.)
[Doleschall-Pietsch] 176
Aufzeichnungen
Luthers vermuthlich für eine Predigt über Luc. 7, 11 –17. 1518 (?) [Steiff] 203
Nachtrag zu
den Acta Augustana. 1518. (Zu Bd. II, S. 25) [Buchwald] 205
Disputatio D.
Iohannis Eccii et P. Martini Luther in studio Lipsensi futura. 1519. (Zu Bd.
II, S. 153 ff.) [Koffmane] 206
[Seite xvi]
Der nicht von
Luther selbst in den Druck gegebene Text des Sermons vom ehelichen Stand. 1519.
(Zu Bd. II, S. 162 ff.) [Knaake] 213
Eine
christliche Vorbetrachtung, so man will beten das heilig Vaterunser. 1519
[Koffmane-Pietsch] 220
Luthers
Handschrift des Sermons von den guten Werken. 1520. (Zu Bd. VI, 202 ff.
[Nikolaus Müller] 226
Luthers
handschriftlicher Entwurf des Erbietens. 1520. (Zu Bd. VI, 476 ff.) [Knaake]
302
Eintragungen
Luthers in das Dekanatsbuch der theologischen Fakultät der Universität
Wittenberg 1515. 1517. 1518. 1520 [Thiele] 305
Disputationsthesen
Luthers 1519. 1520 [Koffmane] 310
Predigten
Luthers gesammelt von Joh. Poliander. 1519 –1521 [Thiele] 314
Übersicht des
Inhalts 325
Passional
Christi und Antichristi. 1521 [Kawerau] 677
Luthers
Handschrift von “Ein Urtheil der Theologen zu Paris über die Lehre D. Luthers,
Ein Gegenurtheil D. Luthers” usw. 1521. (Zu Bd. VIII, 267 ff.) [Nikolaus
Müller] 716
Einzelnachträge
und Berichtigungen zu Bd. I –VI. VIII. IX. 762
Beilagen:
1) Passional Christi und Antichristi.
2) Handschriftenfacsimile I –VII, (1509
–1520).
[Seite 1]
[Einleitung]
1893
[Seite 1]
Die Zwickauer
Rathsschulbibliothek bewahrt folgende, in den Jahren 1889 und 1890 dort
aufgefundene Bücher, die Bemerkungen von Luthers Hand enthalten, auf:
1. Augustini
opuscula (XI, 4, 34).
2. Augustini
de trinitate (XX, 3, 3).
3. Augustini
de civitate dei (XX, 3, 3).
4. Textus
sententiarum cum conclusionibus ac titulis questionum sancti Thome (XIX, 5, 7).
5. Opuscula
beati Anselmi (VII, 5, 23).
6. Johannis
de Trittenhem liber lugubris de statu et ruina monastici ordinis (mit Nr. 5
zusammengebunden).
7. Sermones
Iohannis Thaulerii (XX, 6, 12).
Diese Bücher
waren einst Eigenthum des 1687 gestorbenen Zwickauer Rektors M. Christian Daum,
dessen Bibliothek 1694 von der Stadt Zwickau käuflich erworben worden ist.
Früher waren sie im Besitze des Zwickauer Stadtphysikus Dr. Petrus Poach (†
1622) gewesen, der sie von seinem Vater, M. Andreas Poach, dem Freund und
Verehrer Luthers ererbt hatte.
Nach einer
Bemerkung in einem Briefe an Johannes Sextus in Nürnberg (vom 17. Mai 1650)
besaß Daum im Ganzen “9 Stück, die D. Lutheri gewesen, in ipso adhuc monachatu,
darein er viel geschrieben”. Indessen haben sich nur die oben aufgeführten
Bände gefunden. Die beiden noch fehlenden, schon seit langer Zeit in der
Zwickauer Bibliothek nicht mehr vorhandenen Bände mit Lutherschen
Randbemerkungen sind nach einer Notiz in Daums Katalog vermuthlich gewesen:
8. Ambrosii
Catharini contra Lutherum super his verbis: Tu es Petrus &c. et Tibi dabo
claves &c. Dialogus.
9. Prophetia
sanctae Hildegardis abbatissae. Rescriptio Sancti Odalrici Episcopi in qua
Nicolao Papae de continentia clericorum non juste, sed impie, non canonice, sed
indiscrete, tractanti respondit. Epistola M. Johannis Hauerlant ad M. Ortwinum
Gratium Daventrianum.
Beide Werke
befanden sich in dem Quartband XVI, X, 9.
[Seite 2]
In einem
Briefe an Georg Styrzel in Rothenburg (vom 15. Juli 1660) behauptet Daum auch
in folgendem, in der Zwickauer Bibliothek noch vorhandenen Buche (XXXI, 1, 22)
Luthers Hand gefunden zu haben:
“OMNIA OPERA
BAPTISTAE || MANTVANI CARMELITAE || IN HOC VOLVMINE || CONTENTA. ||” Darunter
18 Zeilen Inhaltsangabe. 394 Blätter in Folio; das vierte Blatt und die drei
letzten Seiten leer. Am Ende: “Impressum Bononiæ per Benedictum Hecto || ris
Calcographum accuratissimum ære || proprio Anno Salutis. M. Dii. || Die vero.
xi. Iunii. Ciui || tatis habenas mode || rante Dn̄o Ioa || ne Bēti-
|| uolo || Patriæ parente Bene Merito. ||” Darunter 6 Zeilen Signaturangabe und
Druckerzeichen.
Der
Unterzeichnete hat jedoch ebenso wie Andere, welche die Handschriften der Bände
verglichen, sich nicht davon überzeugen können, daß die in diesem Bande
zahlreich sich findenden, übrigens werthlosen Bemerkungen Luthers Hand
entstammen.1
Vgl. Beiträge
zur sächsischen Kirchengeschichte 5. Heft, 1890, S. 67 –90. Wissenschaftliche
Beilage der Leipziger Zeitung 1890, S. 369 f. Leipziger Zeitung 1890, S. 3020.
Artikel “Andreas Poach” in der Allgemeinen Deutschen Biographie.
Lic. Dr.
Georg Buchwald.
[Einleitung]
1893
[Seite 2]
Melanchthon
berichtet in seiner “de vita Martini Lutheri narratio” von Luther: “omnia
Augustini monumenta et saepe legerat et optime meminerat. Hoc acerrimum studium
inchoavit Erfordiae, in cujus urbis collegio Augustiniano commoratus est annos
quatuor”.
Selbständiges
Studium hatte Luther, einst einen Verächter Augustins, nach seinem eigenen
Bekenntniß zur Werthschätzung des Kirchenvaters geführt. Im Jahre 1517 hielt er
eine, 1539 schon nicht mehr vorhandene Rede “in qua historiam Augustini
contulit ad Psalmum: Beatus vir qui non abiit in consilio impiorum etc.” (Duae
orationes habitae a Ioanne Saxone Holsatiensi etc. Viteb. 1539 Bl. Ca). Das
älteste Zeugniß seiner Beschäftigung mit demselben bildeten bis jetzt die
Dictata super Psalterium (1513 –1516). In welcher Zeit aber Luther
[Seite 3]
begonnen hat,
Augustin zu studiren, läßt sich mit Bestimmtheit nicht sagen. Indeß beweist die
Entdeckung des von Luther benutzten Exemplars der Opuscula Augustini die
Richtigkeit des von Melanchthon Gesagten, wenn auch noch dahingestellt bleiben
muß, ob dasselbe wahr ist auch schon bezüglich seines ersten Aufenthaltes in
Erfurt.
Die Ausgabe
der Opuscula Augustini, die Luther im Erfurter Kloster benutzt hat, ist
folgende:
“Aurelii
Augustini || opuscula plurima ||”. 274 Blätter in Kleinfolio. Letztes Blatt
leer. Am Ende: “Aurelij Augustini Hipponēsis ep̄i:
|| ac doctori ecclesiae sanctissimi p̱iter & p̱“
|| spicacissimi: pl'imo℞ opusculo℞ necnon || vitae ei9 a Possidonio 9scriptae: impen || sis
& op̱a Martini flach Argētinae accu || ratissime impressoz
Finis Anno a nati || uitate saluator n̄ri. M. ccc. Ixxxix. xiij. ||
kalendas Apriles. ||” Darunter neun lateinische Disticha.
Das
Titelblatt trägt mancherlei handschriftliche Vermerke. Ganz oben steht von
unbekannter Hand geschrieben: “quod libelli duodecim prophetarum sunt unus liber,
probat Augustinus libro 2o de doctrina christiana folio ij sive 3o. quod
librorum sapientie et ecclesiastici auctor sit Jhesus sirach, dicit ibidem
Augustinus fo. ij”. Darunter findet sich eine alte Bibliothekssignatur “a.
181”. Unmittelbar unter dem Titel lesen wir die von Luther geschriebenen Worte:
“Moritur b. Augustinus Anno domini .433. Et nunc scilicet 1509. fuit mortuus ad
.1076. annos”. Hiernach hat Luther diesen Band im Jahre 1509 benutzt. Derselbe
war Eigenthum des Erfurter Augustinerklosters: so besagt die allerdings zehn
Jahre jüngere, unter Luthers Worten stehende Bemerkung von anderer unbekannter
Hand: “Conventus ordinis fratrum eremitarum sancti Augustini in Erphordia:
1519:”. In sein Erfurter Kloster aber war Luther 1509, und zwar wohl im Herbst
zurückberufen worden, nachdem er im März dieses Jahres zu Wittenberg den Grad
eines baccalaureus biblicus erlangt hatte und während er eben im Begriffe war,
zum zweiten theologischen Grade, dem eines sententiarius, fortzuschreiten. Als
sententiarus war er bis 1511 bei der theologischen Fakultät Erfurts thätig.
Im Inhalt der
Anmerkungen Luthers ist für die Zeit, in der er sie geschrieben hat, und
zugleich für seinen eigenen damaligen Standpunkt die Beziehung auf Wimpfeling
und den bittern Streit, in den dieser mit dem Augustinerorden damals gerathen
war, bei Sermo I Bl. CXCIIIIa (S. 12 unserer Ausgabe) zu beachten.
Später hat
Andreas Poach wohl aus der Erfurter Klosterbibliothek jenes Buch erworben: er
hat auf dem Titelblatt den Inhalt der opuscula verzeichnet.
Nicht zu
allen Schriften Augustins, die in dem Bande sich finden, hat Luther
Randbemerkungen gemacht. Wir geben daher eine Übersicht der opuscula, um
erkennen zu lassen, welche Schriften der werdende Reformator damals in diesem
Bande vor sich gehabt hat, und verzeichnen die Stellen, an denen sich dieselben
in der Gesammtausgabe der Werke Augustins finden, die der Patrologiae cursus
completus accurante I. P. Migne bietet.
Vgl. Köstlin,
M. L.3 Bd. 1 S. 98 ff. Kolde, M. L. Bd. 1 S. 73. Realencykl. für
protestantische Theologie2 Bd. 17 S. 189.
[Seite 4]
1.
Meditationes Migne tom. XL = Op. Aug. VI. Sp. 901 –942.
2. Soliloquia
Sp. 863 –898.
3. Manuale de
verbo dei Sp. 951 –968.
4.
Enchiridion Sp. 231 –290.
5. De
triplici habitaculo Sp. 991 –998.
6. Scala
paradisi Sp. 997 –1004.
7. De
duodecim abusionum gradibus Sp. 1079 –1088.
8. De beata
vita Migne tom. XXXII. = Op. Aug.
I. Sp. 959 –976.
9. De
assumptione Mariae virginis M. t. XL. Op. Aug. t. VI. Sp. 1141 –1148.
10. De
divinatione daemonum Sp. 581 –592.
11. De
honestate mulierum M. t. XXXIX. Op. Aug. t. V2. Sp. 2301 –2305.
12. De cura
agenda pro mortuis M. t. XL. Op. Aug. t. VI. Sp. 591 –610.
13. De vera
et falsa poenitentia Sp. 1113 –1130.
14. De cordis
contritione Sp. 943 –950.
15. De
contemptu mundi Sp. 1215 –1218.
16. De
convenientia decem praeceptorum M. t. XXXIX. Op. Aug. t. V2. Sp. 1783 –1788.
17. De
cognitione verae vitae M. t. XL.
Op. Aug. t. VI. Sp. 1005 –1032.
18.
Confessiones M. t. XXXII. Op. Aug.
t. I. Sp. 659 –868.
19. De
doctrina christiana M. t. XXXIV. Op. Aug. t. III1. Sp. 15 –122.
20. De fide
ad Petrum M. t. XL. Op. Aug. t. VI. Sp. 753 –780.
21. De vita
et moribus clericorum M. t. XXXIX. Op. Aug. t. V2. Sp. 1568 –1581.
22. De vera
religione M. t. XXXIV. Op. Aug. t. III1 Sp. 121 –172.
23. De
spiritu et anima M. t. XL. Op.
Aug. t. VI. Sp. 779 –832.
24. De vita
christiana Sp. 1031 –1046.
25. De
diffinitionibus orthodoxae fidei
M. t. LVIII. Sp. 979 –1000.1
26. De
disciplina christiana M. t. XL.
Op. Aug. VI. Sp. 669 –678.
27. Sermo de
charitate M. t. XXXIX. Op. Aug. t. V2. Sp. 1533 –1538.
28. De decem
chordis Sp. 75 –91.
29. De
ebrietate Sp. 2307 –2308.
30. De
vanitate hujus saeculi M. t. XL. Op. Aug. t. VI. Sp. 1213 –1218.
31. De
oboedientia et humilitate Sp. 1221 –1224.
32. De agone
christiano Sp. 289 –310.
33. De bono
disciplinae Sp. 1219 –1222.
34. De
communi vita clericorum M. t. XXXII. Op. Aug. t. I. Sp. 1377 –1384.
35. Possidonii
de vita Augustini Sp. 33 –66.
Im folgenden
giebt die am Rande stehende römische Zahl den Band, die arabische die
Spaltenzahl der Patrologie an. Im Texte steht zuerst die Blattzahl des von
Luther glossirten Bandes, sodann kursiv die glossirten Textworte, endlich
hinter dem Doppelpunkt die Randbemerkung selbst.
[Seite 5]
[Zu Augustini
opuscula]
1509
[Seite 5]
[Einzelnachträge und Berichtigungen zu den Bänden I —VI. VIII. IX.]
[ 4
resideant]
[1]
Enchiridion.
[2] [VI, 235
[Cap. 9]] Bl. XXXVIIb quia nec ipsi omnia reppererunt: Bonum diffinitorium de
[3]
philosophis.
[4] Bl.
XXXVIIIb rursusque in se ipsa residant: Electa monitio. [VI, 239 [Cap. 16]]
[5] Bl. LIIa
sicut minor fuit immortalitas: Idem li. 22 civitate
[6] ultimo.
[VI, 281 [Cap. 105]]
[7] De
triplici habitaculo.
[8] Bl. LVb
quam cujus auris non minus. Zwischen quam und cujus: videt. [VI, 995 [Cap. 4]]
[9] Bl. LVIa
Si enim quod praesentia dei habet: Solutio. [VI, 995 [Cap. 5]]
[10] De
assumptione virginis Mariae.
[11] Bl. LXXb
Non immerito ergo excipitur a quibusdam: Ro. 1. [VI, 1144 [Cap. 4]]
[12] De cura
agenda pro mortuis.
[13] Bl.
LXXVb Sed cum haec ita sint, quomodo: Questio. [VI, 593 [Cap. 1]]
[14] Verum
haec ita solvitur quaestio: Solutio.
[15] quoniam
quodam vitae genere: i. e. modo vivendi.
[16] Sed
utrum aliquid prosit animae mortui: quaestio.
[17] Bl.
LXXVIa At enim in tanta inquam strage: c. xij. [VI, 594 [Cap. 2]]
[18] Proinde
ista omnia: Responsio.
[19] verum
etiam ex aliorum elementorum: modus resurgendi.
[20] Nec ideo
tamen contemnenda: c. xiij. [VI, 595 [Cap. 3]]
[21] Haec
enim non ad ornamentum vel adjutorium: Commendatio sepulturae
[22]
praestandae.
[23] ubi et
illud salubriter discutitur: Corrolarium.
[24] Bl.
LXXVIb monumentum eo quod moneat: Monumentum unde dicatur, sed [VI, 596 [Cap.
4]]
[25] cave
analogiam.
[26] Bl.
LXXVIIIa Pro certo cum Mediolani essemus: Exemplum. [VI, 601 [Cap. 11]]
[27] Sed
eodem ipso ferme tempore: Aliud Exemplum. [VI, 602]
[28] Quo non
intellecto vix potuit dormire sollicitus: Simile de se dicit
[29]
Franciscus Philelphus in quadam oratione.
[30] Bl.
LXXVIIIb Homo quidam de turma curina:1 Exemplum. [VI, 602 [Cap. 12]]
[31] Bl
LXXIXa Ibi ergo sunt spiritus defunctorum, ubi: Conclusio. [VI, 605 [Cap. 13]]
[32] Dixerit
aliquis Si nulla est: Objectio. [[Cap. 14]]
[33] Sed
numquid quia homo2 ille dives: Responsio.
[34] Ubi
rursus occurrit quomodo: Objectio.
[35] Bl.
LXXIXb Proinde fatendum est nescire: Responsio integra. [[Cap. 15]]
[Seite 6]
[1] [VI, 606]
Mitti quoque ad vivos: De supernaturalibus hic apparitionibus.
[2] Nam
Samuel propheta: Opinio Augustini de Saule.
[3] [VI, 607
[Cap. 17]] Bl. LXXXa Talem fuisse credendum est: Exemplum.
[4] [VI, 608]
Nam Mediolani apud sanctos Protasium et Gervasium: Miraculum
[5] S.
Ambrosii.
[6] [VI, 609
[Cap. 18]] Quae cum ita sint, non existimemus: Responsio totalis et Epiloga.
[7] De
convenientia decem praeceptorum.
[8] [V, 1785]
Bl. XCIb Cinifes natae sunt: Quid sint cinifes.
[9] De
cognitione verae vitae.
[10] [VI,
1005] Bl. XCIIb zum Titel der Schrift: Hic liber nullo modo est beati
Augustini,
[11] ut patet
ex stilo et modo quia verbosus est.
[12] [VI,
1009 [Cap. 3]] Bl. XCIIIb Igitur ratione1 repugnante nihil de deo proprie: Non
bene
[13]
exclusisti deum, Bone Magister. Multum alia est impossibilitas
[14]
elocutionis de deo quam praedicamentorum et logicae.
[15]
Confessiones.
[16] [I, 684
[Abschn. 3]] Li. III. Bl. CIIa An cum miserum neminem esse libeat: Quare
dolores
[17] amentur.
[18] Bl. CIIb
Nunc vero magis misereor: Differunt misericordia { theatrica / vera
[19] Si enim
est malivola benevolentia: ut sit malivola.
[20] potest
et ille qui veraciter: q. d. ergo nec potest.
[21] cupere
esse miseros, ut misereatur: ut scenici.
[22] [I, 685
[Abschn. 7]] in librum quendam cujusdam2 Ciceronis: de Hortensio.
[23] [I, 686
[Abschn. 10]] Bl. CIIIa Incidi itaque in homines superbe delirantes: Quomodo
incidit in
[24] errorem
Manich.
[25] [I, 687]
Cibus enim3 in somnis: Similitudo.
[26] Et
rursus certius imaginamur: Quis fuerit error dicit.
[27] [I, 688
[Abschn. 11]] Bl. CIIIb qualia per illum: oculum.
[28]
vorassem: percepissem.
[29]
[[Abschn. 12]] suffragarer: consentirem.
[30] stultis
deceptoribus cum a me quaererent: Quae fuerunt motiva ad
[31] errorem
manicheorum ex scripturis Augustino.
[32] quia non
noveram malum non esse: Confutat motiva.
[33]
[[Abschn. 13]] sed eos ab imperitis judicari iniquos: noveram.
[34] non sibi
concedi quid venale proponere: Similitudo.
[35] [I, 689
[Abschn. 14]] non ubique atque omnibus: Haec omnia non noveram.
[Seite 7]
[1] Bl. CIIIa
et in uno aliquo versu: similitudo.
[2] non solum
sicut deus juberet atque inspiraret: quia hoc eos posse
[3] non
putavit vel debere propter injustitiam eorum.
[4] Numquid
aliquando aut alicui injustum est: Hoc semper justum est. [[Abschn. 15]]
[5] ubique ac
semper detestanda: Illa semper.
[6] Quae
autem contra mores hominum: Haec non semper, ut habere
[7] duos
uxores.
[8] aut una
aut duabus earum: libidinibus. [I, 690 [Abschn. 16]]
[9] Et sunt
quaedam similia vel flagitio vel facinori: Ex hoc et supra [[Abschn. 17]]
[11] dictis
habes quomodo differunt [10] { flagitium./[11] { facinus./[12] { peccatum.
[13] Bl.
CIIIb cum conciliantur: et non puniuntur.
[14] Quam
tamen ficum si comedisset: Vide librum de moribus Manicheorum. [I, 691 [Abschn.
18]]
[16] aliquis
sanctus: scilicet Manicheorum.
[17]
anhelaret de illa: anhelaret i. e. per anhelitum eructaret angelos quia
[18] sic
purgari fingebant naturam dei.
[19] nisi
electi sancti: scilicet Manicheorum.
[20] Li. IV.
Bl. CVa coronarum fenearum: ex feno vel gramine. [I, 693 [Abschn. 1]]
[21] Illac
autem purgari nos: Ista non intelliges nisi librum de moribus
[22]
Manicheorum legeris.
[23] pascit
ventos: pascit ventos. [I, 694 [Abschn. 3]]
[24] Bl. CVb
quod quasi eis nullum esset: nisi et ego &c.. [[Abschn. 4]]
[25] In illis
annis quo primo tempore: de amico. [I, 696 [Abschn. 7]]
[26] Bl. CVIa
Quo dolore contenebratum est: Vide ingenuam eloquentiam in exprimendis
[27]
affectibus. [I, 697 [Abschn. 9]]
[28] Bl. CVIb
zu dem Abschnitt von Alia erant quae in eis amplius an: aurea [I, 699 [Abschn.
13]]
[29] verba.
[30] Bl.
CVIIb libros de pulcro et apto: de libris pulcro et apto. [I, 701 [Abschn. 20]]
[31] Bl.
CVIIIa Et quid mihi proderat quod annos natus: Laudat ingenium suum. [I, 704
[Abschn. 28]]
[32] Bl.
CVIIIb quia et si minus magnum: Contra Modernos. [I, 705 [Abschn. 29]]
[33] Li. V
Bl. CXa Sensi autem aliud genus hominum: Contra nostrates gramatellos. [I, 710
[Abschn. 10]]
[35] Bl. CXIb
et prope sola causa erat inevitabilis: Causa erroris. [I, 715 [Abschn. 19]]
[36] mali
substantiam quandam: Substantia mali. [[Abschn. 20]]
[37] Et quia
deum bonum nullam: Substantia boni.
[38] Jam enim
Helpidii cujusdam: Helpidius. [I, 716 [Abschn. 21]]
[39] Li. VI
Bl. CXIIIb quoniam nulla pugnacitas calumniosarum: pugnacitas. [I, 723 [Abschn.
7]]
[40] Bl. CXVa
gerebam in eodem luto hesitans: In eodem luto. [I, 728 [Abschn. 18]]
[41] Li. VII.
Bl. CXVIIa Sed rursus dicebam. Quis fecit me: Quare coactus [I, 735 [Abschn.
5]]
[42] ponere
principium mali.
[Seite 8]
[I, 743
[Abschn. 18]] [1] Bl. CXIXa Et manifestatum est mihi, quam bona sunt: Unde
invenit quid
[2] sit
malum.
[3] [I, 744
[Abschn. 20]] Bl. CXIXb Et quia non audebat anima mea: causa erroris.
[I, 746
[Abschn. 25]] [4] Bl. CXXa Sed postea hereticorum appollinaristarum:
appolinaristae.
[5] quomodo
catholica veritas a fotini falsitate: fotini.
[6] [I, 748
[Abschn. 27]] Bl. CXXIa Et aliud est de silvestri cacumine: Comparatio
veritatis in
[7] libris {
ethnicis./[8] { ecclesiasticis.
[9] [I, 754
[Abschn. 12]] Li. VIII. Bl. CXXIIb Et sicut nemo est qui dormire: Pulchra
similitudo.
[10] [I, 759
[Abschn. 21]] Bl. CXXIIIa quia non totus assurgit veritate: Improbatio duarum
animarum
[11] in uno
homine.
[12] [I, 775
[Abschn.27]] Li. IX. Bl. CXXVIIIb Frater antem meus quiddam locutus est: Hic
utique
[13] carnalis
frater.
[14] [I, 776
[Abschn. 30]] nunquam se audisse ex ore meo jaculatum: Pietas Augustini.
[15] [I, 777
[Abschn. 32]] Bl. CXXIXa versus Ambrosii tui: Versus ambrosii.
[16] [I, 784
[Abschn. 12]] Li. X. Bl. CXXXIa Ubi sunt thesauri innumerabilium imaginum:
Digreditur
[17] longe.
[18] [I, 785
[Abschn. 15]] Bl. CXXXIb ut ubi sit quid sui: aliquid.
[19] [I, 786
[Abschn. 16]] Bl. CXXXIb nec eorum imagines sed res ipsas gero: Quomodo
spirituales
[20] imagines
non sint aliarum rerum nisi ipsemet.
[21] [I, 787
[Abschn.18]] Quocirca invenimus nihil esse aliud discere: Discere quid.
[22]
[[Abschn.19]] Nam illi aliter graece aliter latine sonant: Cogitare.
[23] Bl.
CXXXIIa nisi eadem imago vi memoriae teneretur:[I, 789 [Abschn.23]]
[Tabelle: ]
[Tabelle: ]
[30] [I, 790
[Abschn.26]] Bl. CXXXIIb Ecce in memoriae meae campis: Epilogat.
[31] Per haec
omnia discurro: Redit ad propositum.
[32] [I, 794
[Abschn.33]] Bl. CXXXIIIb Gaudium de veritate omnes: Gaudium de veritate in
vita
[33] beata.
[34]
[[Abschn.34]] Cur autem veritas parit odium: Quomodo intelligitur: Veritas odium
[35] parit et
tamen omnes volunt veritatem?
[36] [I, 796
[Abschn.41]] Bl. CXXXIVb Sed adhuc vivunt in memoria: De tactu.
[37] [I, 797
[Abschn.43]] Reficimus enim quotidianas ruinas: De gustu.
[38] [I, 799
[Abschn.48]] Bl. CXXXVa De illecebra odorum non satago: De olfactu.
[39]
[[Abschn. 49]] Voluptates aurium tenacius: De auditu.
[40] [I, 800
[Abschn.50]] Bl. CXXXVb de Alexandrino episcopo Athanasio: De Athanasio.
[41] cantandi
consuetudinem approbare: Tolerari cantum in ecclesia.
[42]
[[Abschn.51]] Restat voluptas oculorum; De visu.
[Seite 9]
[1] Quam
innumerabilia variis: Contra curiosos pictores.[I, 801 [Abschn.53]]
[2] Bl.
CXXXVIa Huc accedit alia forma temptationis: De cupiditate scientiae[I, 802
[Abschn. 54]]
[3] seu
curiositate.
[4] Neque
enim dicimus audi: quid concupiscentia oculorum.
[5] Bl.
CXXXVIb et portat copiose vanitatis catervas: de distractione. [I, 803 [Abschn.
57]]
[6] [I, 804
[Abschn.58]] numquid hoc quoque tertium: de vana gloria { favoris./ [7] {
honoris.
[8] Tunc enim
me interrogo: Pulchra, pulchra. [I, 805 [Abschn. 60]]
[9] Li. XI.
Bl. CXXXVIIIb Quicquid autem factum non est: quod .... non [I, 811 [Abschn. 6]]
[10] notat.
[11] Bl.
CXXXIXb sed adhuc in praeteritis et futuris: Causa erroris eorum. [I, 814
[Abschn. 13]]
[12] Sed dico
te deus noster: pulchre et acute li xi. civitate dei 5 & 6. [I, 815
[Abschn. 14]]
[13] Bl. CXLb
Quod autem jam est, non futurum: Quomodo futura sunt. [I, 818 [Abschn. 24]]
[14] Bl.
CXLIa nec tamen ideo tempus: si scilicet cessarint lumina celi moveri. [I, 820
[Abschn. 29]]
[15] Bl.
CXLIb Inde mihi visum est nihil esse aliud tempus quam: Hanc Augustinianam [I,
822 [Abschn.33]]
[16]
disputationem multi non acceptant quasi quae temporis
[17] naturam
non apte expresserit. Vera tamen est, si inspicias, et licet
[18] in
verbis discordet, in re tamen idem dicit quod moderni. Dicit
[19] enim
quod tempus sit distensio sive mensura in animo de motu.
[20] Quod
nullus nostrum non affirmat. Nam omnes dicimus quod
[21] tempus
duo importat, scilicet motum et mutationem sive mensuram
[22] ejus:
quae nusquam est quam in anima. Igitur idem dicimus quod
[23]
Augustinus nisi quod significatum suppositale ipse vocat numerationem
[24] quod nos
connotativum: Et connotativum ipse vocat
[25] motum
quod nos numerum dicimus. Igitur idem dicimus utrique.
[26] Sicut
ergo praesens de praeterito i. e. numeratio praesens in animo
[27] de motu
praeterito: ita nos oportet dicere: praeteritus motus numeri
[28]
praesentis, quoniam nemo potest numerare praeteritum vel futurum
[29] motum
nisi numero in animo praesenti. Motus enim sive praeteritus
[30] sive
futurus non vocatur tempus nec praeteritus nec futurus
[31] nisi a
numeratione in anima. Non autem potest numerari nisi
[32]
praesenter in anima sit numerus. Quando enim anima cogitavit
[33] vel
cogitabit, non cogitat: igitur nec numerat. Sicut igitur nos
[34] negamus
quod numerus se solo sit tempus, ita ipse negat quod
[35] motus se
solo sit tempus, sed includit utrumque, utpatet quando
[36] dicit
‘praesens de praeterito scilicet motu’.
[37] Li. XII.
Bl. CXLIIIa Et nimirum haec terra erat: celum nostrum et terra. [I, 827
[Abschn. 3]]
[38] non erat
aliquid non color, non figura: de materia.
[39] non est
intelligibilis forma: adjective. [[Abschn. 5]]
[40]
transitum de forma in formam: materiam substratam. [I, 828 [Abschn. 6]]
[41]
Mutabilitas enim rerum mutabilium: materia indifferens est ad omnem
[42] formam.
[Seite 10]
[1] [[Abschn.
7]] Neque enim locis. Itaque tu, nach locis: longius.
[2] celum et
terram quo1 quedam: fecisti, scilicet mediante.
[3] [I, 829
[Abschn. 8]] Bl. CXLIIIb quibus iste mutabilis mundus constat: constituitur.
[4] et non
constat: manet.
[5] [[Abschn.
9]] Nimirum enim celum celi: Quid celum.
[6] [I, 831
[Abschn.16]] Bl. CXLIIIIa Sic interim sentio propter illud celum: Epilogus
pulcher.
[7] [I, 832
[Abschn.18]] Unde non eum modo velle hoc: scilicet dicetis.
[8] [I, 833
[Abschn.20]] Bl. CXLIIIIb prior quippe omnium creata est: Sapientia.
[9] quo facta
sumpsit exordium: Prior natura.
[10] [I, 834
[Abschn.24]] Bl. CXLVa Quid illud est?2 Nomine aiunt: alius intellectus.
[11] Quid si
dicat alius: alius intellectus.
[12] Quid si
dicat et alius celum: 4us.
[13] Est
adhuc quod dicat si quis: 5tus et etiam 6tus.
[14] [I, 836
[Abschn.28]] Verum est enim domine: Concordat hos omnes.
[15] Et verum
est quod omne mutabile: Sic philosophi investigant materiam
[16] primam
per transmutationem unius in alterum ut ipsi vocant.
[17] Bl.
CXLVb Verum est nulla tempora perpeti: ut angeli.
[18] quod ita
coheret forme incommutabili: ergo ante dies factos esse concordant,
[19] licet
non sic nominatos et eo ordine pronunciatos a Moise
[20]
concordent.
[21] Verum
est informitatem: ut supra probavit ‘Quis nisi talis’ &c.. y2.3
[22] Verum et
omnium formatorum: ut supra circa principium ‘Quid
[23] autem in
omnibus &c..’
[24]
[[Abschn. 29]] ex his ergo omnibus aliud sibi tollit: ut 4ti.
[25]
creaturam. Aliud qui dicit: 2i.
[26] naturis.
Aliud qui dicit: quinti.
[27]
corporalis. Aliud qui dicit: tercii.
[28] [I, 837]
sentimus. Aliud qui dicit: ut illi qui dicunt in principio i. e. in
[29] primo,
6ti, de quibus etiam infra latius.
[30]
[[Abschn. 30]] Aliud sibi tollit: tercii.
[31] luce.
Aliud qui dicit: 2i.
[32] nota.
Aliud qui dicit: 4ti.
[33]
creatura. Aliud qui dicit: 5ti.
[34]
creaturam. Aliud qui dicit: 6ti.
[35] [I, 839
[Abschn. 33]] Bl. CXLVIa in ipso faciendi exordio: In principio i. e. nondum
inchoatam
[36] sed mox
inchoandam.
[37] in
principio, potuit et celum: In principio i. e. jam inchoata.
[38] [I, 840
[Abschn. 34]] sed typus eam peperit: Typhos graece i. e. superbia.
[Seite 11]
[1] Bl.
CXLVIb Vellem quippe si tunc ego essem Moyses: ergo credo et Moisen[I, 841
[Abschn. 35]]
[2] hoc
voluisse.
[3] Bl. CXLVIIa
Et alius eorum intendit in id: Epilogus dictorum. [I, 842 [Abschn. 39]]
[4] Atque in
eis qui intelligunt: primi.
[5] alius
eorum ipsum: 2.
[6] Nec illi1
uno modo qui jam: ut 3.
[7] At ille
qui non aliter accipit: 2i. [[Abschn. 40]]
[8]
discernere quid praecedat aeternitate: Prioritatis 4or modi.
[9] Sic est
prior materies: scilicet origine. [I, 843]
[10] De
doctrina christiana.
[11] Li. III.
Bl. CLXVIIIa Inter percunctationem autem: differunt Percunctatio./ [12]
Interrogatio. [III1, 67 [Abschn. 6]]
[12] [III1,
70 [Abschn. 13]] Bl. CLXIXa Qui vero aut operatur aut veneratur: Pro Imagini
bus in
[13]
Ecclesia.
[14] Bl.
CLXXIIa Sciant autem literati modis: Magnum certe verbum. [III1, 80 [Abschn.
40]]
[15] in eorum
reperiantur loquelis: et saepe uberius.
[16] [III1,
89 [Abschn. 2]] Li. IV. Bl. CLXXIIIIb non ut2 nihil habeant utilitatis: Laus et
utilitas
[17]
rhetoricae.
[18] Bl.
CLXXVa Nam et ipsos romanae principes eloquentiae: Nota. [III1, 90 [Abschn. 4]]
[19] praeter
canonem in arce autoritatis: arce authoritatis.
[20] Bl.
CLXXVb Fassi sunt enim sapientiam: Cicero [III1, 92 [Abschn. 7]]
[21] Quibus
legendis magis non sufficit tempus: i. e. Magis contingere[[Abschn. 8]]
[22] potest
quod in illis legendis alicui tempus non sufficiat, scilicet tot
[23] sunt,
quam quod ipsi deesse possunt studentibus et vacantibus sibi:
[24] scilicet
ita comparabiles sunt et inveniri facile possunt.
[25] Sicut
est enim quaedam eloquentia: Eloquentia Juvenilis./[26] Senilis. [III1, 93
[Abschn. 9]]
[26] Possem
quidem si vacaret: An Ecclesiastici libri et authores sint eloquentes.
[[Abschn. 10]]
[28] in illa
eloquentia: juvenili.
[29] Bl.
CLXXVIa per alteram quandam eloquentiam: Senilem.
[30] quorum
alterum: improbari.
[31] alterum
putari posset: ostentari.
[32] ut verba
quibus dicuntur: ipsae res.
[33] Hic si
quis, ut ita dixerim: Ideo res talis dicta cogit se sequi eloquentem[[Abschn.
11]]
[34] etiam
non vocatam utsupra.
[35] est
appellata gradatio: Climax.
[36] graeci
autem cola: Cola Comata. [III1, 94]
[37] quem
periodon: Periodus.
[Seite 12]
[1] [[Abschn.
12]] dux eloquentiae illam sequens: sapientiam.
[2] istam
praecedens: eloquentiam.
[3] [III1, 98
[Abschn. 21]] Bl. CLXXVIIb Neque enim haec humana industria: nota.
[4] [III1,
100 [Abschn. 25]] Bl. CLXXVIIIa Ubi autem omnes tacent: nota bene.
[5] [III1,
101 [Abschn. 27]] Dixit ergo quidam eloquens: Eloquens.
[6] De vita
et moribus clericorum.
[7] [V2, 1568
–1581] Sermo I. Bl. CXCIIIIa zu dem Ganzen: Hos duos sermones velim legeret
[8] Garrulus
Blactero et Augustinianae gloriae Zoilus Vimpfelingus,
[9] sed
admonitus prius ut rationem suam quae longo pertinaciae et
[10] invidiae
morbo alio peregrinata est revocaret et specillum aliquod
[11] talpinis
oculis suis adhiberet. Sperarem quod puderet saltem durissimam
[12] et
impudicissimam frontem ejus. Hugo itidem in Expositionibus
[13] regulae
allegat verba Augustini ubi dixerat Augustinus
[14] ‘fateor
de preciosa veste erubesco’ &c.. quae cum sint in sermonibus
[15] ad
heremitas factis: Cur tu senex et frenetica larva Hugonem
[16] incusas?
Cur ecclesiam dei corrigis? id est cur tam impurissime
[17]
mentiris? Hos scilicet non esse Augustini. Verbis virtutem illude
[18]
superbis.1
[19] Ex libro
retractationum beati Augustini in librum de vera
[20]
religione ejusdem.
[21] [I, 603
[Abschn. 2]] Bl. CXCVIIIa In hoc libro quodam loco: c. 10.
[22]
[[Abschn. 4]] Bl. CXCVIIIb intende igitur inquam in haec: c. 11.
[23] Itemque
alibi. Deinde inquam: c. 12.
[24]
[[Abschn. 5]] Et alibi. Usque adeo inquam: c. 14.
[25] [I, 604
[Abschn. 6]] Alio loco in eo quod dixi: c. 16.
[26] Item
loco alio.2 Prius inquam: c. 25.
[27] [I, 605
[Abschn. 9]] Bl. CXCIXa religio sicut eligo: et id ponitur li. x. civitate dei
c. 4.
[28] De vera
religione.
[29] [III1,
124 [Abschn. 3]] Bl. CXCIXb non corporeis oculis: Haec quae sequuntur scilicet.
[30] ad quam
percipiendam nihil magis: de ista materia in li. 6. 7. 8. 9.
[31] 10
civitate dei.
[32] irridet
eos qui dicunt esse: scilicet animalitas.
[33] [III1,
127 [Abschn. 10]] ut tanquam peccatum illud aboleretur: scilicet castitas.
[34] [III1,
125 [Abschn. 5]] Bl. CCb Haec enim ecclesia catholica: Ecclesia utitur omnibus
errantibus.
[Seite 13]
[1] Bl. CCIa
vel si quo alio verbo melius enunciatur: idem li. 6. tri. c. ult. [III1, 129
[Abschn. 13]]
[2] qui duas
naturas vel substantias singulis principiis: Manichei. [III1, 130 [Abschn. 16]]
[3]
Fantasmata porro nihil sunt: fantasmata quid sint. [[Abschn. 18]]
[4] Bl. CCIIb
sed cum verum quaeritur: cavere: Modica verbis, sed maxima
[5] sensu
oratio.
[6] Mors
autem vitae non est nisi nequicia: Nequitia. [III1, 131 [Abschn. 21]]
[7] Bl. CCIIa
Nunc vero usque adeo peccatum: Peccatum. [III1, 133 [Abschn. 27]]
[8] [III1,
134 [Abschn. 28]] Quod autem affectibus contingit: Aurea eruditio
[9] et
sententia.
[10] [III1,
137 [Abschn. 35]] Bl. CCIIIa Nam illud quod in comparatione: Ecce hic
intelligitur quae sit
[11]
sententia b. Augustini de materia prima, quia est nihil aliud nisi
[12] ipsum
inchoari sive fieri: quod jam it ad esse et hoc dicit Aristoteles
[13] de
potentia i. e. materia ad actum i. e. formam ire.
[14]
[[Abschn. 36]] tamen aliquo modo ut formari possit: non dicit utique quod in
ipso
[15] aliud
possit formari, sicut nostri cavillantur, sed quod ipsum met
[16]
formabile sit.
[17]
[[Abschn. 37]] sed ideo viciantur quia non summa: i. e. sunt viciabilia: non
enim
[18]
necessario vitiantur, quia non sunt summa bona, sed necessario
[19] sunt
viciabilia.
[20] [III1,
139 [Abschn. 40]] Bl. CCIIIb ut hanc esse primam speciem putet: Haec sententia
grandissima
[21] est in
recessu et totam philosophiam stultitiam esse etiam ratione
[22]
convincit. Intellige quae legis.
[23] [III1,
140 [Abschn. 42]] Bl. CCIIIa Nec enim secunda enunciatur nisi prima: li. xi.
civi. c. 18 & 3
[24] conf. in
fine.
[25]
subjectis sibi ceteris dominatur: Ecce concentum mundi quam eximie [III1, 141
[Abschn. 44]]
[26]
intellegit b. Augustinus adhuc cathecuminos.
[27] et certe
summa est ipsius jam: 1. de Authoritate. [[Abschn. 45]]
[28] Bl. CCVb
Et quoniam de autoritatis beneficentia: 2. De Ratione. [III1, 145 [Abschn. 52]]
[29]
[[Abschn. 53]] sed judicare de corporibus non sentientis: Judicare, discernere
est
[30] proprium
rationis, quod non est fantasma sed invisibile.
[31] [III1,
148 [Abschn. 58]] Bl. CCVIa ideo quae pater judicat per ipsam judicat: ergo et
sapit et novit
[32] per
eandem.
[33]
[[Abschn. 59]] Bl. CCVIb in Sed multis finis est humana ist multis finis
verbessert in
[34] multi
formis.
[35] [III1,
151 [Abschn. 66]] Bl. CCVIIb Ut enim veritate sunt vera quae vera sunt:
Secundum hoc
[36] potest
illud exponi: creavit deus hominem ad imaginem et similitudinem
[37] suam i.
e. ad filium suum qui est imago et similitudo
[38] patris
per quam omnia sunt similia et imaginata. Ut enim veritate
[39] vera
sunt quae sunt vera, ita similitudine similia sunt quae similia
[40] sunt,
sic imagine imaginata sunt quae imaginata sunt. Et ut
[41] veritas
est forma verorum, similitudo similium, ita imago imaginatorum.
[42] In
tantum autem sunt, inquantum unius principalis
[Seite 14]
[1] per
imaginem imaginataliter sunt. Si arguis ‘Cur ergo id de solo
[2] homine
scriptura dicit, quod sit ad imaginem et similitudinem dei
[3] conditus,
cum utique filius dei sit omnium rerum forma?’ Respondeo
[4] ‘mihi
dici quoque volo: Cur de solo homine dictum sit “faciamus”
[5] et velut
habitum consilium creandi hominis, cum omnia aeque sint
[6] ab eodem
creatore eodem consilio condita?’ Dicerem profecto id
[7] factum
propter Christum qui est factus ad imaginem dei hypostatice,
[8] sed
additus ad eam &c..
[9] [III1,
152] Quapropter quoniam vera1 intantum vera sunt: Ergo et ideae omnium
[10] rerum,
et ita omnes res sunt similes deo per filium qui est similitudo.
[11] [III1,
158 [Abschn. 80]] Bl. CCIXa Redeamus ad nos et omittamus: Habent enim et
animalia trinitatem,
[12] scilicet
imaginationem, memoriam et appetitum, sed non
[13]
judicium. Id confirmatur ex xv. tri. 23 ubi differentiam similem dat.
[14] [III1,
167 [Abschn. 101]] Bl. CCXIb nisi cognitionem quae certa esse: Sic ergo nulla
perfecta voluntatis
[15] in hac
vita potest haberi perfectio, ita nec intellectus. Unde
[16] omnis
philosophia de rebus tali ac tanta pascit intellectum veritate,
[17] quali ac
quanta bonitate pascit voluntatem eadem creatura. Sed
[18] quid
hoc? punctum et momentum utrimque.
[19] [III1,
169 [Abschn. 106]] Bl. CCXIIa Propterea talentum quod male utenti: Ex isto
textu videtur
[20] b.
Gregorius suam omeliam sumpsisse super eadem verba.
[21] [III1,
170 [Abschn. 109]] Non sit nobis religio cultus illius vitae: i. e.
Manicheorum.
[22] De
spiritu et anima.
[23] [VI, 779
–832.] Bl. CCXIIIa zu dem Ganzen: Ego credo eum librum sic esse b. Augustini,
[24] sicut
liber sapientiae Salomonis i. e. quod sunt verba et sententiae
[25] ejus hic
collectae. Nam eadem verba et sensa ponit b. Augustinus
[26] in
variis suis libris.
[27] De
diffinitionibus orthodoxae fidei.
[28] [LVIII,
994 (Ca. LV)] Ca. XXIIII. Bl. CCXXXVIIIb sicut Papia auctore hyreneus et
tertullianus
[29] et
lactantius: Ex isto arguitur iste liber non esse b. Augustini.
[30] [LVIII,
999 (Ca. LXXXIII)] Ca. XLVI. Bl. CCXXXIXb Demones per energiam: Hoc caput
allegat
[31] Magister
li. 2. dis. 8 sub titulo Gennadii: unde videtur quod non
[32] sit b.
Augustini.
[33] De decem
chordis.
[34] [V, 76
(Ca. II) [Abschn. 2]] Bl. CCXLIIIb Ex Adam multi anni: Ergo in nos devenerunt
fines seculorum.
[35] in quo
exturius es ist exturius verbessert in exiturus.
[36] [V, 77
(Ca. III) [Abschn. 3]] Bl. CCXLIIIIa quoniam castitas virtus est: contra
Aristotelem.
[Seite 15]
[1] Numquid
in ceteris quae supra: ratio digressus. [V, 78 (Ca. IV) [Abschn. 4]]
[2] mulieres
ad forum: i. e. judicium.
[3] Bl.
CCXLVb Nam etiam imagines in hominibus: Pulchra. [V, 82 (Ca. VIII) [Abschn. 9]]
[4] Bl.
CCXLVIa Tu libererior quia fortior: Causa qua &c.. [V, 84 (Ca. IX) [Abschn.
12]]
[5] Bl.
CCXLVIIa Noli illa contemnere quia: De quottidianis peccatis. [V, 88 (Ca. XI)
[Abschn. 17]]
[6] De
ebrietate.[V2, 2307 –23081]
[7] Bl.
CCXLVIIIb Quotidie martires sunt: martyres quottidie. [V2, 2307 [Abschn. 2]]
[8]
Possidonius de vita sancti Augustini.
[9] Bl. CCLXa
quod jam ipse prior fecerat: scilicet isto triennio. [I, 37 (Ca. V)]
[10] Bl.
CCLXb in eodem secum errore constitutum: scilicet quanti ingenii esset. [I, 38
(Ca. VI)]
[11] Bl.
CCLXIa Illi vero causa diffidentiae:2 Patientia Augustini. [I, 40 (Ca. IX)]
[12] Bl.
CCLXVIIa non est ei cura de ovibus:3 finis epistolae.
[Einleitung]
1893
[Seite 15]
Die von
Luther benutzten Ausgaben von Ausgustins “de trinitate” und “de civitate dei”
sind:
“Augustinus
de Trinitate. ||” 86 Blätter in Folio. Am Ende des Textes vor der “Tabula in
libros Augustini praecedentes”: “Aurelij Augustini de trinitate || liber
explicitus est. Anno domini || M. cccc. lxxxix. ||” Druck von Johann Amerbach
in Basel.
“Augustinus
de Ciuita || te dei cum commento. ||” Titelrückseite bedruckt. 268 Blätter in
Folio. Letzte Seite leer. Am Ende des Textes vor “Incipit tabula fratris
&c..”:
“Hoc opus
exactū diuina arte Joannis
Amerbacensis: lector ubiq; legas.
Inuenis in
textu glosis seu margine mi℞:
Quo merito gaudet vrbs Basilea dec9.
Darunter:
“Anno salutiferi virginalis partus octo- || gesimonono supra millesimū
quaterq; cen || tesimū Idibus februarijs. ||” Auf der Titelrückseite ein
Holzschnitt: Augustin schreibend, darunter links Zion mit Abel und rechts
Babylon mit Kain. Unter dem Holzschnitt zwei Reihen von je sechs Distichen.
Diesen beiden
in vorstehender Reihenfolge in Einen Band vereinigten Werken ist vorangebunden
ein 36 Blätter in Folio (das erste Blatt und die drei letzten
[Seite 16]
Seiten leer)
umfassendes, handschriftliches “Registrum cum summa diligentia collectum super
libros beatissimi patris nostri Augustini per venerabilem virum Magistrum
Johannem de munchberg predicatorem ad beatam virginem in Czwickaw anno 1490”.
Auf der Innenseite des Borderdeckels findet sich die Bemerkung von Luthers
Hand: “Diuinus Plato || . ||”
Während in
“de trinitate” sich nur Bemerkungen von Luthers Hand finden, enthält “de
civitate dei” auch solche von drei anderen Händen. Die eine Reihe von
Bemerkungen, bereits sehr verblaßt und geschrieben, ehe die beiden Werke und
Munchbergs Register zusammengebunden wurden, hatte schon Luther vor sich (vgl.
unten zu de civitate dei XII c. 15 und XVII c. 17). Der dritte, der den Band
mit Bemerkungen versah, war Andreas Poach, in dessen Besitz er sicher
wenigstens nach 1546 gewesen ist, wie die Notiz zu de civitate dei XXII c. 6
besagt: “Contra doctrinam defensionis quam philip. Melanth. publice docuit in
scriptis 1546”. Endlich finden sich noch einige Bemerkungen von der Hand
Christian Daums. Der Band ging also aus Luthers Hand in Andreas Poachs Besitz
über. Von diesem ererbte ihn der Sohn, Petrus Poach. Dann befand er sich im
Besitze Christian Daums, mit dessen Bibliothek er schließlich Eigenthum der
Stadt Zwickau wurde.
Der
Schriftcharakter der Randbemerkungen Luthers, Bezugnahme auf Augustins
opuscula, sowie in seinen Bemerkungen zu Augustins opuscula sich findende
Verweise auf de trinitate und de civitate dei, machen es wahrscheinlich, daß
dieselben mit denen zu Augustins opusculis ungefähr gleichzeitig sind.
Wir theilen
diese Randbemerkungen Luthers in derselben Weise mit wie die früheren unter
Verweisung auf “Patrologie cursus completus accurante J. P. Migne”, wo sich “de
trinitate” in tom. XLII (August. opera VIII) Sp. 819 –1098 und “de civitate
dei” in tom. XLII (August. opera VII) Sp. 13 –804 findet.
[Zu De
trinitate und De civitate Dei]
1509
[Seite 16]
[1] De
trinitate.
[2] [VIII.
819] Li. I. c. 1. Bl. a2b Et item aliud hominum genus eorum: Horum hodie
[3] major est
numerus.
[4] [822] c.
3. Bl. a3b Et hoc placitum: i. e. pactum.
[5] pium
atque tutum coram domino: Hucusque in aliis c. 2.
[6] cum
omnibus inierim: Ecce quam subjicit se ipsum omnibus.
[7] [832] c.
8. Bl. a5b Sive ergo audiamus: ostende nobis filium: Contra Scotum.
[8] [834] c.
9. Bl. a6b sed propter insinuationem trinitatis: Regula.
[9] [835] c.
10. Bl. a6b plerumque ita nominari in trinitate: Nota hanc regulam,
[10] quia est
vere regula.
[11] [839] c.
12. Bl. a7b plerumque enim dicit: dedit mihi pater: Idem infra
[12] dicit
li. 2. c. 2.
[13] non ut
tanquam jam existenti et non habenti dederit aliquid: Ubi
[14] nunc
phantasma Scoti de termino formali generationis divinae
[15] ex
fecibus philosophiae confictum? li. 1. dis. 5. q. 3.
[Seite 17]
[1] Sicut
habet pater vitam in semet ipso: Cum autem spiritui sancto
[2]
approprietur per apostolum vivificatio: quia spiritus vivificat et
[3] spiritus
suscitavit Jesum a mortuis, potest intelligi etiam alio
[4] modo:
quod sicut pater habet vitam i. e. spiritum sanctum in
[5] semet
ipso i. e. producit, Sic dedit et filio habere vitam i. e. producere
[6] spiritum
sanctum in semet ipso. Quae intelligentia per
[7] hoc
videtur confirmari, quod ait non simpliciter ‘Dedit vitam’,
[8] sed
‘dedit vitam habere’. Hoc enim non frustra additum est.
[9] Quod
autem alibi dicit ‘Ego sum resurrectio et vita’ &c.. licet vere
[10] de
deitate exponatur, tamen magis proprie de ejus humanitate
[11]
intelligitur, saltem in eo sermone quem tunc fecit, quia dixit
[12] ‘Qui
credit in me’. Sed hoc credere est in humanitatem ejus
[13] credere
quae nobis data est in hac vita pro vita et salute. Ipse
[14] enim per
fidem suae incarnationis est vita nostra, justitia nostra
[15] et
resurrectio nostra. Qui dicit se nobis daturum vitam aeternam
[16] i. e.
spiritum sanctum cum patre et filio. Ergo in eo textu videtur
[17] loqui de
vita et resurrectione quae est per fidem ejus. Illa
[18] autem
est ipse in humanitate sua: postquam vitam sequetur
[19] eterna
vita.
[20] secundum
formam servi, non suam: li. 2. c. 2. [VIII, 839]
[21] c. 13.
Bl. 8b Bonus homo inquit: i. e. Christus. [843]
[22] de bono
thesauro: deitate et spiritu sancto.
[23] cordis
sui: i. e. patris sui.
[24] malus
homo: antichristus.
[25] Li. II.
Prooem. Bl. ba caput in pro caput infirmitatis korrigiert in captu. [845]
[26] Bl. bb
quam sive ab errante: nota bene.
[27] c. 1. ut
non alium alio minorem, sed: Pulchra et preciosa haec textura. [847]
[28] Vide, ut
apprehendant fusum digiti ejus et artificialiter filum
[29] torqueat
haec anima.
[30] c. 2.
Bl. b2a mea doctrina non est mea: li. 1. c. 2.
[31] sed ab ipso1)
qui me misit: Sic potest et illud intelligi ‘pater major
[32] me est’,
ut allegat Magister Hylarium dis. 16.
[33] c. 3.
alio loco si deus: in fine xv. [848]
[34] c. 5.
Bl. b2b Quapropter pater invisibilis: Vide et hanc mirabilem [851]
[35] resolutionem.
[36] c. 6.
Bl. b3a Item in Item: aliud est verbum korrigiert in id est.
[37] an
spiritu visus sit: propter: Dubium de linguis igneis. Et confirmatur [852]
[38] per hoc
quod subditur ‘Et appruerunt eis’. Non dicit,
[39] quod in
eis vel super eos nec quod aliis apparuerint, sed eis
[40] i. e.
apostolis’.
[Seite 18]
[1] [VIII,
853] c. 7. Bl. b3b Aut ipsum corpus suum: Videtur hic loqui quasi angeli
[2] habeant
corpora.
[3] [854] c.
8. satis nos disseruisse arbitror: in primo.
[4] [863] c.
16. Bl. b6a Locutio quippe illa quae fiebat: Responsio.
[5] [874] Li.
III. c. 5. Bl. cb operatur solennia fulgura: Solennia.
[6] vestit
solenniter: Solenniter. Jerlich quod annuatim dicimus.
[7] [875 Anm.
1.] c. 6. prodire arietem: ut Abrahae, dum immolaret Isaac.
[8] et
columbam: ut super Christum.
[9] [880] c.
10. Bl. c3a Ergo virga in serpentem: Pulchre exponit figuram.
[10] Fugit
Mosis a facie colubri i. e. Judaicus populus. Sed in virga
[11] recipiet
caudam i. e. in finem Seculi.
[12] [885] Li.
IV. Prooem. Bl. c5a in quo profecto meliores sunt: Electa sententia.
[13] [888] c.
1. virtus in infirmitate: i. e. in humilitate. Cum infirmor, tunc
[14] fortior
sum i. e. dum humilior.
[15] Bl. c5b
Omnia enim haec vident: Videtur ergo, quod ista lux sit
[16]
syntheresis nostra.
[17] [889] c.
2. Hanc enim coaptationem: proportio.
[18] [891] c.
3. Bl. c6a Interioris enim hominis nostri sacramento: Sacramentum.
[19] vetus
homo noster simul crucifixus: Crucifixio Christi [Tabelle: ] [Tabelle: ]
[24] Jam vero
ad exemplum: Exemplum.
[25] [892]
Transfiguravit corpus humilitatis nostrae: Potest illud simplum alio
[26] etiam
modo ad duplum comparari. [Tabelle: ] [Tabelle: ] [Tabelle: ] [Tabelle: ]
[33] [893] c.
4. Bl. c6b in numero solidi quadrati senarii
Hic est quadratus
[34] senarius
planus, tu nunc finge velut tesserae formam quae habet
[35] sex
latera, et habebis solidum quadratum senarium. Planus enim
[36] numerus
semper est unum latus solidi.
[37] [895] c.
6. Bl. c7a vel ex ratione numerorum: li. xi. civi. xxx.
[38] [908] c.
20. Bl. d2b Sicut enim natum esse est filio: Hic respondet ad
[39]
quaestionem.
[40] Bl. d3a
Et quod dicit evangelista: Spiritus: Responsio.
[41] [910] c.
21. Si ergo a me quaeritur quomodo: Respondet.
[Seite 19]
[1] Li. V. c.
1. Bl. d3b Hinc jam exordiens ea dicere: Ex quo sequitur deinceps,[VIII, 911]
[2] quod
frequenter aliter intelligimus quam intendunt scribentes.
[3] c. 4. Bl.
d4b ut nigritudo inde candore: Nigritudo. [913]
[4] c. 6. Bl.
d5a Relative quippe amicus: i. e. relatione non aequiperantiae, [915]
[5] sed
disquiperantiae.
[6] sed quod
non sit dicitur: scilicet non genitus.
[7] Cum autem
relativum negatur: i. e. scilicet genitus.
[8] c. 7. Et
cum quaeritur quantus sit: Egregie solvis, Sancte pater [916]
[9]
Augustine.
[10]
Tantundem ergo valet quod: Vide li. xv. c. 26.
[11] ad non
genitorem referatur necesse est:
[Tabelle: ]
[Tabelle: ]
[16] c. 8.
Bl. d3b Quapropter illud praecipue teneamus: Regula notanda
[17] valde.
Nam inde consydera an
[Tabelle: ]
[Tabelle: ]
[24] c. 9.
non ut illud diceretur, sed ne taceretur: latius haec li. 7. c. 4. [918]
[25] c. 10.
In rebus enim quae participatione: li. 6. c. 6.
[26] c. 16.
Bl. d7a Quia etsi jam erat animae natura: quia loquitur de [922]
[27] anima in
traduce sicut semen in lumbis Abrahae.
[28] Si ergo
nummus potest nulla: Contra distinctores relationum.
[29] [923]
Li. VI. c. 1. Bl. d7b Quae ratiocinatio ad id cogit, ut dicamus: Quod valde
[30] videtur
verum propter oppositionem relativam inter sapientiam
[31] et
sapientem.
[32] Quod si
tenemus: cur non et magnitudinis: Responderetur, quia [924]
[33] hic
nulla esset relatio, nisi termini aliter resolverentur ut bonitas
[34] i. e.
amabilitas, tunc enim erit relatio.
[35] c. 5.
Bl. d8b sed suo proprio servantes: i. e. natura propria. [928]
[36] c. 6.
Potest enim et diminuta magnitudine: non autem ablata.
[37] Ac per
hoc multiplex esse convincitur: Haec verba pro se allegant [929]
[38]
quantitatis distinctores. Et si secundum eorum somnia intelliguntur,
[39] praecise
contra seipsos intelliguntur et contra Augustinum.
[40] Nam non
dicit Augustinus, quod color possit sine quantitate esse,
[41] sed quod
quantitate minorata potest color idem manere. Ex quo
[Seite 20]
[1] aufert
multiplicitatem corporis, quia est divisibile in infinitum. Et
[2] supra li.
5. c. x.
[3] c. 7. Bl.
ea sed quia semper invicem, neuter solus: igitur nec debet
[4] solus
intelligi deitudo, pater, essentia divina.
[5] sed quia
non simul ambo pater sunt: Et hoc necessitate, sed
[6]
improprie, cum repugnet esse patrem et solum.
[7] [VIII,
930] c. 9. Si quis enim interroget ‘pater solus’: Pater solus potest dupliciter
[8]
intelligi. Primo: ut praecise notet proprietatem, ut tantum valeat:
[9] pater
solus i. e. ille qui solum est pater nec est filius nec est
[10] spiritus
sanctus. Sic idem est pater et pater solus.
[11] 20 ut notet non praecise proprietatem,
sed quasi absolutum
[12]
convinctum unius personae. Et semper respondetur, quod ipsa
[13] sola cum
alia est deus. Hoc alias breviter dicitur signum solus
[14] capi
ibidem exclusim non exclusive
[15] Pater
solus i. e. Solitarius/ [16] seorsum vel per se.
[17] eb Si
enim mentem recte dicimus: per similitudinem probat.
[18] [931] c.
10. Hilarius enim hoc in libris suis: li. 2. c. 1.
[19] [932]
Ille igitur ineffabilis quidam: Vide ipsum quoque Hylarium in
[20] fine 2i
libri, ubi videtur exponere, cur spiritus sanctus sit munus
[21] sive
potius in ipso usus.
[22] [931]
Li. VII. c. 1. Bl. e2a Utrum et singula quaeque in trinitate persona: Maxima
[23]
quaestio, quia mirum videtur, quod sapiens, justus, verus et generaliter
[24] omne
concretum non sint relativa, cum albus albedine sit
[25] albus,
et infra li. 9. c. 4 dicit relativa esse sapientiam et sapientem,
[26]
scientiam et scientem et li. 8. c. 1. dicit ea distincte personis
[27]
convenire quae relative dicuntur. Non esto subitus et temerarius
[28] judex tu
qui legis, quum res ineffabilis est.
[29] [933]
Dixeramus enim si ita est: li. 6. c. 1. post medium.
[30] cum
aliquid horum nomino sic: ergo si sapientia generat sapientiam,
[31] cur non
essentia essentiam?
[32] Verbo
enim quod genuit: Cur non? cum istud dicere sit intrinsecum
[33] sibi
sicut cogitare et sapere. Sis humilis et pius lector qui legis ista.
[34] quo
semper atque incommutabiliter: Cur non ita et sapit seipsum
[35]
sapientia sua i. e. filio? Cur non, cum et similis ab alio dicatur
[36] scilicet
filio.
[37] Bl. e2b
sicut non singulus: se solo.
[38] dicens:
scilicet est.
[39] Christum
non esse dei virtutem: quia pater est virtus et sapientia. [934]
[40] aut
Christum quidem dei virtutem: quia non est se ipso, sed filio.
[41]
sapientem quod quis audeat dicere: Nisi haec essent secundum
[42]
veritatem a b. Augustino definita, posset valde apprimiter dici
[Seite 21]
[Einzelnachträge
und Berichtigungen zu den Bänden I —VI. VIII. IX.]
[1] quod
differunt esse patrem et esse sapientem. Esse enim patrem
[2] diceretur
i. e. patrem cum filio et spiritu sancto unum, sed esse
[3] sapientem
est habere filium qui est sapientia, esse bonum est
[4] habere
spiritum sanctum: ita quod virtus et sapientia, bonitas
[5] sint ita
nomina personalia, sicut filius et spiritus sanctus. Et si
[6]
argueretur: ergo praeter filium pater se ipso non esset sapiens
[7] nec
bonus, responderetur tantam ibi esse unitatem naturae, quod
[8] non
possit dici sapiens nisi coexprimatur ejus sapientia i. e. filius.
[9] Et si
aliter cogitaretur sapiens, false cogitaretur. Sicut anima
[10] sapiens
est sua sapientia et quaerere, an sit sapiens est nihil
[11] quaerere, quantoma