D. Martin
Luthers
Werke
Kritische
Gesamtausgabe
10. Band
Erste
Abteilung
2. Hälfte
Hermann
Böhlaus Nachfolger/Weimar
Hof-Buchdruckerei
und Verlagsbuchhandlung G. m. b. H. 1925
[WA s. iii]
PI [Lu5*]
“Auslegung der || Episteln vnd || Euangelien vom Aduent || an bis auff Ostern.
|| Durch Doctorem Martinum || Luther. || Auffs new corrigirt mit einem || nuetzlichen
Register. || Gedruckt zu Wittemberg. || Durch Hans Lufft. || M. D. XL. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 346 Blätter in Folio (= Bogen u. * u. A –Z u. a –z u. Aa –Jj; 14
unbezifferte Blätter u. Blatt I. –CCCXXXII.), die letzte Seite (= Blatt
CCCXXXII. [= Jj8]b) leer. Am Ende (Blatt CCCXXXII. [= Jj 8]a Z. 21): “Gedruckt
zu Wittemberg durch || Hans Lufft. || M. D. XL. ||”
Mit
Textholzschnitten wie H –I, L. O.
Vorhanden:
*Jena U. (Op. th. V, f. 17). — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXV: 1540 Nr. 1.
1925[WA s. iii]
Auch dieser
Band, welcher Luthers Adventspostille und Roths Commerpostille bringt, reicht
mit seinem Druckbeginne weit zurück; noch in die Kriegszeit und ist von ihren
Auswirkungen und Hemmungen stark beeinträchtigt worden. Noch O. Brenner (†)
lieferte seine letzten Arbeiten hierher und hat noch einen wichtigen und
mühevollen Stammbaum der Adventspostille, zugleich mit einem Druckbericht,
gegeben, ehe seine getreue Hand die Feder für immer weglegte. Er hat zugleich
die bisherigen reichen Formenlesarten (vgl. Unsre Ausg. Bd. 10, 1 II), die ihm
von W. Köhler als fertiges Manuskript zur Zusammenfassung übergeben wurden,
gesichtet und nur beibehalten, was den sprachlichen Fortschritt Luthers und
seiner Drucker zu beleuchten imstande war. Als Grundlage für den von ihm
aufgestellten Stammbaum dienten die Textvergleichungen W. Köhlers. Die
teilweisen Doppelbezeichnungen der Drucke A (A) rühren davon her, daß schon vor
meiner Übernahme der Leitung, vor rund zwanzig Jahren, W. Köhler in
Vorbereitung seiner Ausgabe durch Versendung von Fragebogen eine Bibliographie
begonnen hatte. Nach dem übernahm Joh. Luther als Bibliograph Unsrer Ausgabe
deren Weiterführung und Fertigstellung.
[WA s. iv]
Mit der
Adventspostille, die sich mit der Weihnachtspostille aus Unsrer Ausg. Bd. 10,
1I zur Winterpostille zusammenschließt und deren Gesamteinleitung (S. XLI
–LXXIX) hier gegeben ist, schließt zu unserm lebhaftesten Bedauern die
Mitarbeit W. Köhlers an der Herausgabe der Postillen, sie wird von G. Buchwald
in Unsrer Ausg. Bd. 17 und 21 –22 weitergeführt.
In seiner Einleitung berührt W. Köhler
auch wichtige entstehungsgeschichtliche Probleme und lehnt (S. LXXIII) mit
Recht eine Beeinflussung Luthers durch die älteren deutschen Bibeln oder
mittelalterlichen Plenarien ab. Es trifft diese Anschauung zusammen mit
Ergebnissen eigener Untersuchung über Prosa des fünfzehnten Jahrhunderts
(Johann Hartlieb. Über sein Leben und schriftstellerische Tätigkeit, Euphorion
Bd. XXVI), in denen gezeigt wird, wie sehr der rhythmische Fluß des Neuen
Testaments auch schon im Texte der Wartburgpostille vorhanden ist, und, im
Gegensatz zu der unrhythmischen Einstellung des Textes der früheren Bibeln
usw., sich an eine rhythmische Übersetzungstradition anschließt, wie sie vom
vierzehnten Jahrhundert etwa bei Johann von Neumarkt, im fünfzehnten bei Johann
Hartlieb sich herausstellt; doch müssen über diese Zusammenhänge im einzelnen
noch eingehendere Untersuchungen angestellt werden.
Nach Beendigung der Adventspostille wird hier
der Textabdruck mit Stephan Roths Sommerpostille 1526 fortgesetzt, deren
Bearbeitung G. Buchwald lieferte. Auch dieser trat in eine schon halb
vollendete Arbeit ein, nachdem E. Thiele, der die Postille zuerst übernommen
hatte, dahingegangen war. An Stelle von O. Brenner ist G. Bebermeyer-Tübingen
getreten, der die sprachlichen Erklärungen zur Sommerpostille gesammelt hinter
dem Texte der Postille gibt, nachdem die Spracherklärungen zur Adventspostille,
ebenfalls noch von Brenner herrührend, gleich unter den Text gestellt sind. —
In diesem Bande ist zum ersten Male eine
Neuerung eingeführt worden, die bei dem nie vorhergesehenen, gewaltig
angeschwollenen Umfange Unsrer Ausgabe allmählich sich als ein immer
dringenderes Bedürfnis ergab: es sollte nicht mehr gewartet werden, bis nach
Beendigung der ganzen Arbeit ein Generalregister den ganzen Inhalt der Ausgabe
auf einmal erschloß, sondern es wurde schon diesem Bande, wie es in allen
späteren weiter geschehen soll, ein Sonderregister beigefügt, das dann zugleich
später in dem Gesamtregister [WA s. v] aufgehen soll. Die Herstellung dieser
Register liegt in den Händen von Pfarrer A. Jänke-Schlagwitz (Freistaat
Sachsen), der auch schon seit mehreren Jahren, nachholend und mit den neuen
Bänden fortschreitend, mit der Anfertigung des Gesamtregisters beschäftigt ist.
Verschiedenen besonderen Wünschen entgegenkommend ist dann auch noch
nachträglich, für sich gedruckt, ein Sonderregister für Unsre Ausg. Bd. 35
(Liederband) angefertigt worden, welches dem nächsten Bande beigelegt werden
wird.
Die Einleitung zur gesamten Rothschen
Postille wird wie diejenige zur Winterpostille erst nach Abdruck des gesamten
Textes gegeben, zur einstweiligen besseren Übersicht hat aber G. Buchwald schon
hier (S. LXXXII – LXXXV) für die Sommerpostille ein Verzeichnis nach Tag, Text,
Ort der Vorlage und Nachweis derselben aufgestellt.
Die noch austehenden Postillen-Texte
werden drei mäßige Bände Unsrer Ausgabe füllen, der nächst in Betracht kommende
(Bd. 17, 2. Abt.) bringt die Fastenpostille Luthers von 1525, dann den Festteil
der Postille Roths (1527); Bd. 21 und 22 werden Roths Winterpostille (1528) und
die umsangreiche Crucigersche Postille von Ostern bis Advent (1543) enthalten.
Fast mehr noch als vorher waren wir in
den auf den Krieg folgenden Jahren auf tatkräftige Hilfe von außen angewiesen.
Diese Hilfe leistete uns in ihrer großzügigen Weise die Notgemeinschaft der
deutschen Wissenschaft und hat sie jetzt für einen wesentlichen Teil des Werkes
zu einer dauernden gemacht. Die in dem letzterschienenen Bande (Unsre Ausg.
Bibel 4, VI) zum Ausdruck gebrachten Hoffnungen auf weiteren Ausbau der
amerikanischen Hilfe konnten sich nicht erfüllen. Aber es trat doch wieder ein
früherer Gönner aus dem Auslande herzu, dem die Ausgabe stets wärmsten,
unermüdlich werbenden Anteil und verschiedentliche Unterstützung zu danken hat,
Herr Prof. D. M. Reu, Professor am Luther. Wartburgseminar in Dubuque, Ja. Er
warb für uns weiter in den lutherischen Kirchenkreisen Amerikas, und
vermittelte weitere Unterstützungen durch das lutherische Wartburgseminar der
Jowa-Synode zu Dubuque, die lutherischen Seminarien der Ohio-Synode in Columbus
und St. Paul und das lutherische Seminar der norwegischen Kirche in St. Paul.
Wärmster und herzlichster Dank sei allen Förderern unseres großen Werkes, das
dem ‘Weltgebiet des gesamten Luthertumes sich als Gabe darbieten will’, übers
Meer zugerufen. Und für die weiteren Bedürfnisse der Ausgabe hat dann das
Preußische Ministerium für Wissenschaft, [WA s. vi]
Kunst und
Volksbildung in der wohlwollendsten und entgegenkommendsten Weise gesorgt; auch
ihm sei besonderer herzlicher Dank dargebracht.
So ist jetzt
endlich wieder das große Werk in günstigem Fahrwasser und wird in einer
regelmäßigen Folge von zwei Bänden in jedem Jahre etwa in zehn Jahren seiner
Vollendung entgegengehen. Es ist das erstemal, daß dieser Ausblick gewagt
werden kann.
Breslau,
November, Reformationsfest 1925.
Professor D.
Dr. Karl Drescher.
[WA s. vii]
Inhalt.
1925[WA s. vii]
Seite
Vorwort. Von
K. Drescher III –VI
Vorwort zur
Adventspostille. Von O. Brenner (†) IX
–XII
Bibliographie
der Postillen. Begonnen von W. Köhler, fortgesetzt von Joh. Luther XIII –XL
Einleitung
zur Wartburgpostille. Von W. Köhler XLI
–LXXIX
Vorwort zu
Roths Sommerspostille. Von G. Buchwald LXXXI
Übersicht
über die Predigten von Roths Sommerpostille. Von G. Buchwald LXXXII –LXXXV
Luthers
Adventspostille (1525). Herausgegeben von W. Köhler und O. Brenner (†) 1 –208
Roths
Sommerpostille (1526). Herausgegeben von S. Buchwald 209 –441
Sprachliche
Anmerkungen zur Sommerpostille. Von G. Bebermeyer 442 –446
Wort- und
Sachregister. Von A. Jänke 447
–459
[WA s. ix]
1925[WA s. ix]
Auf Grund der
textlichen Vergleichungen W. Köhlers habe ich Text und Lesarten bearbeitet. Die
Siglen von Unsrer Ausg. Bd. 10II mußten hier beibehalten werden. Hierzu ist
aber zu bemerken, daß Lu nicht existiert. Die von Köhler so bezeichnete Ausgabe
(vorhanden in Bamberg) erwies sich bei näherer Untersuchung als aus Teilen von
G und Lu zusammengebunden. G ist im Text gleich mit G. A ist hier der Druck der
Adventspostille von Grunenberg- Rhaw 1522, also nicht gleich dem A des ersten
(Weihnachts-) Postillenbandes.
Die Formlesarten sind auf eine kleine
Auswahl beschränkt, die geeignet scheint, die Fortschritte Luthers und seiner
Drucker und ihre Bemühungen um einfache klare Schreibweise zu beleuchten. Die
Formen der biblischen Namen sind unter den gleichen Gesichtspunkten
verzeichnet. Die Textlesarten — worunter ich auch stilistische Besserungen
begreife — sind hier so angeordnet, daß sich klar übersehen läßt, wie Luther
von Ausgabe zu Ausgabe an dem Text gefeilt, eingeschlichene Versehen, wie es
scheint, durch Vergleichung älterer Ausgaben, ausgemerzt hat. (Einige zufällige
Auslassungen sind freilich von ihm nie bemerkt worden.) Wo Stücke durch
Überspringen des Auges verlorengingen, habe ich dies durch die Fassung z. B.
gewesen — gewesen (d. i. bis ‘gewesen’ auschließlich) angedeutet.
Um den Textänderungen gerecht zu werden,
mußte das Schwergewicht auf die aller Wahrscheinlichkeit nach von Luther
überwachten Ausgaben gelegt werden. Sie zu ermitteln waren umfangreiche
Nachvergleichungen und Ergänzungen der Köhlerschen Sammlung nötig. Sie ergaben
folgendes. Luther hat den Verleger bald gewechselt. Die erste Ausgabe, der
Adventspostille allein, druckte Joh. Grunenberg 1522 (A), der dann auch die
erste Gesamtausgabe der Winterpostille in Folio ‘anderweit korrigiert durch M.
Luther’ 1525 lieferte G. Die ‘Korrektur’ bezieht sich vor allem auf die
Fastenpostille, aber auch die Adventspostille bedurfte sprachlich wie textlich
einer sorgfältigen Durchsicht. Leider war der nun solgende Neudruck 1527 (G)
wieder durch neue Fehler und Auslassungen entstellt, die natürlich auch in die [WA
s. x] neue Titelauflage 1528 (G) übergingen. Vielleicht gerade deswegen
übertrug Luther die nächste Auflage Hans Luft. Für diese Ausgabe (Lu) 1528, die
auch sprachlich ein moderneres Gewand zeigt, steuerte Luther eine große Zahl
von Textbesserungen bei. 1530 erschien Lu, wiederum und noch stärker verändert,
1532 Lu, nochmals gründlich überarbeitet, und Lua (welche Ausgabe Köhler nicht
vorlag) mit Besserungen fast auf jeder Seite, endlich 1540 Lu, eine wirkliche
Neubearbeitung, die starke Kürzungen auf der einen, Einschübe auf der anderen
Seite und Änderung aller Bibelstellen nach der neuesten Ausgabe der deutschen
Bibel, endlich eine sorgfältige Reglung der Rechtschreibung brachte. Sie bildet
den Abschluß von Luthers Vostillenarbeit, denn Lu 1543 ist nur Titelauslage.
Mittlerweile waren aber auch Nachdrücke
in großer Zahl erschieneu. Die Adventspostille allein ist nur einmal noch
erschienen a 1522, sodann bei Mich. Lotther mit der Weihnachtspostille
verbunden 1525 als erster Band der Winterpostille Lo in 80. Der Text beruht auf
A, ist aber wenig sorgfältig. Endlich erschien die Adventspostille gleichfalls
mit der Weihnachtspostille als Ergänzung zu der 1525 bei Cranach und Döring
erschienenen Fastenpostille 1526 in 40 (Wi1) nach A gedruckt. Nach Grunenbergs G
druckte Lotther im Jahre 1526 gleichfalls in Folio die ganze Winterpostille Lo
ohne nennenswerte Änderungen. Nach G ließ er 1528 einen weiteren Nachdruck Lo
herstellen, wieder ohne besondere Änderungen. Seine Ausgabe von 1530 (wie die
folgenden in Magdeburg gedruckt) ist dagegen ein stark überarbeiteter ganz
eigenartiger Druck. Vielleicht während Luthers Abwesenheit (in Koburg)
verbesserte er auf eigene Faust und rücksichtslos Text und Schriftstellen. Die
Mahnung an die Drucker, die Luther 1525 ausgehen ließ, übte auf ihn keine
Wirkung aus. Schon die Sprachform zeigt viel Unlutherisches, die stilistischen
Änderungen sind vielfach kleinlich und willkürlich, ebenso die äußere
Ausstattung (z. B. Verweisung der Schriftzitate an den Rand); zu loben wäre
vielleicht nur die Verdeutschung lateinischer Worte wie etcetra. Die Ausgabe,
die so offenbar gegen Luthers Wünsche verstieß, verdient keine Berücksichtigung
in unsrem Abdruck, ist sie doch auch von den Zeitgenossen abgelehnt worden —und
von Lotther selbst später nicht erneuert. Die zur Zeit überhaupt nicht mehr
nachweisbare Ausgabe 1531 Lo scheint nur Titelauflage von Lo zu sein. Und doch
hatte Lotther sehr viele Arbeit auf Lo verwendet, sich bei der Herstellung auch
nicht auf eine Vorlage beschränkt, sondern neben Lo auch Lu, ja vielleicht auch
die neueste Lu verglichen und Luthersche Besserungen daraus entnommen, alle
Schriftstellen nach der deutschen Bibel umgeschrieben. Schon 1532 erschien Lo
nach Luffts Ausgabe Lu, 1533 Lo nach Lu (vielleicht unter Vergleichung von Lua
[Dieser Druck ist jedoch noch nicht wieder festgestellt. K. D.]), 1535 aber Lo,
die letzte, wieder nach einem eigenen Druck Lo. Lo hat merkwürdigerweise einen
Nachdrucker in Wittenberg gefunden, Peter Seitz (S.) Die letzten Lottherschen
Drucke haben ihre sprachlichen Absonderlichkeiten wie die vorausgehenden.
Eine andere Gruppe von Nachdrucken sind
die von Wolf Köpfel in Straßburg in seinen Gesamtausgaben von 1527 bis 42.
Sprachlich stark verändert, sind sie textlich getreu nach den Ausgaben G und Lu
gedruckt und haben spätere Besserungen Luthers unbeachtet gelassen. Sie kommen
für die Textgeschichte nicht in Betracht. Ebenso unselbständig ist der
Leipziger Wolrab, der 1544 W nach Lu druckte.
[WA s. xi] Die Winterpostille Stephan
Roths (1528 bei Gabriel Kantz erschienen, von mir als Ka bezeichnet, mehrmals
nachgedruckt, s. die Bibliographie) ist mit unsrer Postille nicht gleich. Sie
ist ganz nach Art von Roths Sommer- und Festevangelien und als Ergänzung dazu
bearbeitet und bietet deshalb nur stark überarbeitete und z. T. gekürzte
Fassungen der Advents-Evangelienpredigten, die kritisch wertlos sind. Ebenso
sind die Sammlungen Schotts (Unsre Ausg. Bd. 103, XIV ff.) unbrauchbar. Die
Entstehungsgeschichte der Sammlung und die Entwicklung des Textes sind aus dem
folgenden Stammbaum ersichtlich, bei dem die in Klammern stehenden
Bezeichnungen die Köhlers und der Adventspostille sind, die übrigen die der
Bibliographie. Wir geben den Text nach A unter Besserung offenkundiger
Druckfehler, darunter die Lesarten von Lo –Lua und im Anschluß an Unsre Ausg.
Bd. 101I, jedoch unten, nicht wie dort oben, besonders die von Lu –6. Die
Schreibungen Lu*, Lu* usw. bedeuten von Lu, Lu an bis zur letzten Ausgabe
einschließlich, geben also das Alter jeder Besserung an. Fehler, die später
wieder gebessert worden sind, werden nur ausnahmsweise verzeichnet, um Luthers
sorgfältige Aufsicht über die Drucke zu beleuchten. Die Druckfehler von A sind
natürlich alle mitgeteilt.
D. Brenner.
[WA s. xii]
[WA s. xiii]
1925[WA s. xiii]
Drucke:
I.
Weihnachtspostille.
A [A*]1 “Auszlegung
|| der Epistelln || vn̄ Euangelien die nach || brauch der kirchen ge || leßen
werdē, vom || Christag biß || auff || den Sontag nach || Epiphanie. ||
Martinus || Luther. ||” Mit Titeleinfassung (Götze, Die hochdeutschen Drucker
der Reformationszeit: Nr. 89; J. Luther, Die Titeleinfassungen der
Reformationszeit: Tafel 9). Titelrückseite bedruckt. 264 unbezifferte Blätter
in Quart (=Bogen A –Z u. Aa –Zz u. aaa –ttt), letztes Blatt (= ttt 6) leer. Am
Ende (Blatt ttt 5b Z. 6): “ Gedruckt tzu Wittembergk durch Johann ||
Grunenbergk, nach Christ gepurtt Tausent || funffhundert vnd tzway vn̄
tzwentz || igsten JAR. ||”
Einige Exemplare lesen Blatt ttt 5b Z. 8
f. “tzwentz || gisten JAR. ||”
Vorhanden:
*Knaakesche Sammlung; Arnstadt, *Berlin (Luth. 1951m), Bonn, Breslau St. u. U.,
Dessau, Dillingen, Dresden, Freiburg, Göttingen, *Gotha, Halle, *Hamburg,
*Jena, *Königsberg U., Leipzig St., Marburg, München *H. u. *U., *Nürnberg St.,
*Rostock, Schweinfurt, Straßburg, *Stuttgart, *Wernigerode, Wittenberg,
*Wolfenbüttel, Zerbst; Brüssel, *London, St. Petersburg. — Erl. Ausg. 2 7, S.
XXIX: 1522 Nr.2.
a [P*] “AVszlegung der || Epistelen und
Euange || lien, die nach brauch der kirchen gelesen werden || durch den Aduent,
vnd dannenthyn vom || Christag biß uff den Sōtag nach Epi- || phanie.
Darin̄ reychlich anzeigt un̄ || fürgebildet wirt was eim
Chri- || sten menschen zůr seligkeit || not ist zů wissen. || D.
Martinus Luther. || Auch hastu eyn klare || underricht, was man in dem Euan- ||
gelio sůchen vnd leren sol, mit || eyner schoenen vorred. || Hierauff ist
auch ge- || macht ein fleyssig Register über || die beyden teyl, darin̄
eyn || yeder leychtlich finden || mag, ynhalt deß || gantzē bůchs. ||
Anno M. D. XXII. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite bedruckt. 222 Blätter
in Folio (= Bogen aa –dd u. a –f u. B –Z u. Aa –Ee; 22 unbezifferte u. XXXVIII
u. CLXII bezifferte Blätter), letzte Seite (= Blatt Ee 6b) leer. Am Ende (Blatt
CLXII [= E e 6a] Z. 31): “Gedruckt zů Basel, durch Adam Petri, nach || Christi
geburt. M. D. xxij. ||”
Die
Adventspostille ist die alte von 1521.
Vorhanden:
Breslau U., Cassel, Coburg, Dresden, *Gotha, *Hamburg, Karlsruhe, Lich,
*München H. (Hom. 263), Schwabach, *Stuttgart, *Wernigerode, *Wolfenbüttel;
Basel. — Erl. Ausg. 27, S. XXIX: 1522 Nr. 3.
b [F*]
“AVszlegung || der Epistelen vnd E- || uangeliē, die nach brauch der kir
|| chen gelesen werden, durch den || Aduent, vnd dannenthin vom || Christag biß
auff den Sontag || nach Epiphanie. Darin̄ reichlich anzeygt [WA s. xiv] und fürge- || bildet würt, was eim Christen
menschen zů der seligkeit || not ist zů wissen. || D. Martinus
Luther. || Auch hastu ein klare vnderrichtūg || was man in dem Euangelio
sůchen vnd leren || soll, mit einer schoenen vorrede. || Hier zu seind
auch gesetzet || vil hübscher vnd schoener figuren, || mit sampt ettlichen
zůge- || legten Euangeliē, || mer dan̄ im vorgetruckten. ||
bůch, alles durch || M. L. || Hierauff ist auch gemacht || ein fleissig
Register, darin̄ ein yeder || leichtlich finden mag, || ynnhalt || deß
gantzen bůchs. || Anno M.D. XXIII. || In der Loblichen statt Colmar. ||”
Mit Titeleinfassung. Titelrückseite bedruckt. 236 Blätter in Folio (= Bogen aa
–dd u. a –z u. A –M; 22 unbezifferte u. 214 [einschließlich des leeren Blattes
q 6 u. durch Unregelmäßigkeiten nur bis zur Ziffer CCVII] bezifferte Blätter).
Am Ende (Blatt CCVII [= M 6]a Z. 38): “Getruckt vnd vollendet in der Loblichen
statt Colmar, durch || Amandū Farckall, Nach der geburt Christi || M. D.
xxiij. vff den .xxvj. || tag Augusti. ||” Darnach auf der letzten Seite (=
Blatt M 6b) das Druckerzeichen Farckalls.
Die äußere Lage des Bogens d (d. i. Blatt
d 1 und d 6) ist in zweifachem Satz vorhanden; Erkennungslesarten für den
ersten Druck: Blatt XIX (= d 1)a Z. 1 “|| hannis am .j. klar”, XIX b Z. 1 “gemeinē”,
XXIIII (= d 6)a Z. 1 “erseüfftzen seine ||”, XXIIIIb Z. 1 “sein”; für den
zweiten Druck Blatt XIXa Z. 1 “|| hānis am .j. clar, XIXb Z. 1 “gemeinen”,
XXIIIIa Z. 1 “erseufftzen seyne ||”, XXIIIIb Z. 1 “seyn”.
Daneben lesen einige Exemplare Blatt I (=
a 1)a Z. 4f. “des ad || Pauli”, die anderen richtig “des ad || uents Pauli”.
Die
Adventspostille ist die alte von 1521.
Vorhanden:
Colmar, Karlsruhe, *Königsberg U., Lindau, München *H. (Hom. 264) und *U.,
Rothenburg a. T., Straßburg, *Wernigerode, *Wolfenbüttel; Bern. — Erl. Ausg. 2
7, S. XXIX f.: 1523 Nr. 1.
II.
Adventspostille.
A [A*]
“Auszlegung der || Epistell vnnd || Euangeli || des || Aduents. || Martinus
Luther. || Wittemberg• || M. D. || xxij• ||”Mit Titeleinfassung (J. Luther, Die
Titeleinfassungen der Reformationszeit: Tafel 4). Titelrückseite leer. 104
unbezifferte Blätter in Quart (= Bogen A –Z u. AA –CC), letzte Seite (= Blatt
CC 4b) leer. Am Ende (Blatt CC 4a Z. 6): “Gedruckt zu Wittemberg durch ||
Johann Grunenberg, nach Christ gepurt Tau- || sent funffhundert vnnd tzwey vnnd
|| tzwentzigsten Jar. ||” Titel in Schwarz- und Rotdruck, letzterer hier durch
Fettdruck wiedergegeben.
Vorhanden: *Knaakesche Sammlung;
Arnstadt, *Berlin (Luth. 1951), Coburg, Danzig, Dessau, Dresden, Elbing,
Erlangen, *Gotha, *Hamburg, *Königsberg U., Magdeburg, München *H. u. *U.,
Schweinfurt, *Stuttgart, Weimar, *Wernigerode, Wittenberg, *Wolsenbüttel;
Brüssel, *London. — Erl. Ausg. 27, S. XXVIII f.: 1522 Nr. 1.
a [a*] “[Zierung] || Vszlegūg || der
Epistel vnnd || Ervangeli des || Aduents. || Marti. Luther. || wittemberg. ||
M. D. || XXij. || ❧ ||” Mit
Titeleinfassung (J. Luther: Tafel 22d). Titelrückseite leer. 124 unbezifferte [WA s. xv]
Blätter in
Quart (= Bogen A –Z u. aa. –hh), letztes Blatt (=hh 4) leer. Titel in Schwarz-
und Rotdruck, letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben; auch das Blättchen
auf dem Titelblatt in Rotdruck.
Druck von
Matthias Schürer in Straßburg.
Vorhanden:
*München U. (Luth. 37), * Nürnberg St. — Fehlt Erl. Ausg.
III. Advents-
und Weihnachtspostille.
B [Lo I*]
“Auszlegung || der Epistelln || vnd Euangelien die nach brau || ch der Kirchen
gelesen werden, || vom Aduent biß auff den || Sontag nach Epiphanie. ||
Martinus Luther. || M D XXB. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 358
Blätter in Großoktav (= Bogen A –Z u. Aa –Yy; 1 unbeziffertes Blatt u. 357
[fälschlich bis CCCLXVII.] bezifferte Blätter), letzte Seite (=Blatt Yy 6b)
leer. Am Ende (Blatt Yy 6a Z. 29): “Gedruckt zu Wittemberg || Michael Lother.
|| M. D. XXV. ||”
[Erster Band zu B.]
Vorhanden:
*Knaakesche Sammlung; Arnstadt, *Berlin (Luth. 1961), Dessau, Halle W., Leipzig
St. u. *U. [ohne Titelblatt], *Wolfenbüttel; St. Petersburg. — Erl. Ausg. 2 7,
S. XXX: 1525 Nr. 1 (ungenau nach Weller 3484; richtig: Weller Suppl. II, 537).
C siehe C [G*]
D [Wi I*]
“Auslegung der Epi || steln vnd Euange- || lien vom Aduent || an bis auff ||
Ostern. || Martinus Luther. || Daruber eyn new || Register. || Gedruckt zu
Wittemberg. || 1526. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite bedruckt. 414
Blätter in Quart (= 1 Ternio u. 2 Duernionen ohne Buchstabensignatur u. Bogen a
–z u. A –Z u. Aa –Zz u. aa –zz u. AA –HH; 14 unbezifferte Blätter u. Blatt I
–CCCLXXXXVIII u. CCCLXXXIX u. 1 unbeziffertes leeres Blatt), letztes Blatt (=HH
4) leer.
Inhalt nur: Predigten vom ersten Sonntag
des Advents bis Hl. Dreikönige. [Ergänzung zu Nr. A unten S. XVI.]
Wittenberger
Druck (Cranach und Döring).
Vorhanden:
*Hamburg (OA IX 304a).
Die gleiche
Ausgabe mit neuem Satz auf der Vorderseite des Quartteils des ersten, sechs
Blätter umfassenden Bogens, d. i. auf den Blättern 1a 2b 5a 6b. Auf dem
Titelblatt Z. 2 v. u. “Gedrueckt”.
Vorhanden:
*Dresden KÖ. (Theol. evang. ascet. 329), *Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 2 7, S.
XXXI: 1526 Nr. 2 (nach Weller 3859 “Andere Ausgabe”).
IV.
Fastenpostille.
a) Allein.
a “Postilla
vom || Sontag nach Epipha- || nie biß auff den || sechsten Son || tag dar- ||
nach. || Martinus Luther. || Wittemberg. || M. D. XXV. ||” Mit Titeleinfassung
(J. Luther: Tafel 33 c). Titelrückseite leer. 88 unbezifferte Blätter in Quart
(= Bogen A –X u. y), letzte Seite (= Blatt y 4b) leer.
[WA s. xvi]
Druck von
Paul Kohl in Regensburg; nach Erl. Ausg. 2 7, S. XIII f. ist diese Ausgabe der
auf dem Diebstahl beruhende angebliche Nürnberger Vordruck.
Vorhanden: *Knaakesche
Sammlung; Berlin (Luth. 1963 u. 1963bis, letzteres das frühere Knaakesche
Exemplar), Donaueschingen, Dresden, Freiburg, *München H.; Weimar.
β
“Auslegunge der || Episteln vn̄ Euan- || gelien von der ||
heyligen drey koe- || nige fest bis || auff Ost- || ern ge- || bessert durch ||
Marti. Luther. || ❧ ||” Mit
Titeleinfassung, worin unten “M. D. XXVj. ||” Titelrückseite leer. 190
unbezifferte Blätter in Quart (= Bogen U –Z, a –z u. *), letzte Seite (= Blatt
* 4b) leer.
Druck von
Paul Kohl in Regensburg; s. Schottenloher im Zentralblatt f. Bibliothekswesen
Ig. 29 (1912), S. 418 Nr.29.
[Zwitterdruck
zu a. Neu gesetzt sind Bogen A (6 Blätter) und Bogen y (d. i. Y) bis Schluß. O.
B.]
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 1972), *Wolfenbüttel. — Fehlt Erl. Ausg. Weller, Suppl. II, 553.
AI [Wi* ]
“Auslegunge der || Episteln vnd Euan || gelien von der hey- || ligen
Dreykoenige fest bis || auff Ostern gebes- || sert durch Mar. || Luther. || ❧ ||” Mit Titeleinfassung (Götze: Nr. 132; J. Luther: Tafel
42), worin unten “Gedruckt zu Wittemberg. || M. D. xxv. ||” Titelrückseite
leer. 204 Blätter in Quart (= Bogen A –Z u. a –z u. Aa –Ee; Titelblatt u. Blatt
II –VI u. V –CXV u. CXVII –CCIII), letzte Seite (= Blatt Ee 4b) leer.
Abgesehen von
einigen Änderungen in den Signaturen und Blattziffern, die während des Druckes
ausgeführt wurden, lesen einige Exemplare Blatt x 2 b Z. 21 “gewislis.”, Blatt
x 4a Z. 23 “toestet”, Blatt Bb 4b Z. 4 v. u. “ynn winckel schla- || gen. ||”,
andere richtig an den gleichen Stellen “gewislich.”, “troestet”, “ynn wind
schla- || gen. ||”
Wittenberger
Druck. [Cranach und Döring O. B.]
Vorhanden:
*Knaakesche Sammlung; *Berlin (Luth. 1966), Dessau, München *H. u. *U.,
*Nürnberg St., Stuttgart, *Wolfenbüttel; St. Petersburg. — Erl. Ausg. 2 7, S.
XXX: 1525 Nr. 2; Weller, Suppl. I, 347.
AII
“Auslegunge der || Episteln vnd Euan || gelien von der hey- || ligen Drey
koeni- || ge fest bis || auff || Ostern gebessert || durch Mar. Luther ||” Mit
Titeleinfassung (Götze: Nr. 132; J. Luther: Tafel 42), worin unten: “Gedruckt
zu Wittemberg. || M. D. xxv. ||” usw. wie die vorstehende Ausgabe. Teilweise
anderer Satz.
Vorhanden:
*Knaakesche Sammlung; Arnstadt, Berlin (Luth. 1967), Coburg, Erfurt M.,
*Greifswald U., Helmstedt, *München H., Wittenberg,.* Wolfenbüttel; Amsterdam
U.
a “Außlegung
der Epi || steln vn̄ Euangelien || von der hayligē Drey || Künige fest biß
auff || Ostern gebessert || durch Mar. || Luther. || zů Wittemberg. ||”
Mit Titeleinfassung, worin unten “M. D. XXV. ||” Titelrückseite leer. 184
Blätter in Quart (= Bogen U –Z u. a –z; Titelblatt u. Blatt II –CLXXXIIII), die
letzte Seite (= Blatt z 4 b) leer.
Druck von
Heinrich Steiner in Augsburg.
Vorhanden:
Breslau St., Dillingen, *Hamburg (OA IX No 286d), *Wernigerode (Hc 73m),
*Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXX: 1525 Nr.3.
[WA s. xvii]
b “Auslegunge
der Epi- || steln und Euangelien || von der heyligen Drey koenige || fest bis
auff Ostern, gebes- || sert durch Mar. || Luther. || Gedruckt zu Strasz- ||
burg durch Johannem || Knobloch, Anno || M. D. xxv. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 110 Blätter in Folio (= Bogen A —S; Titelblatt u. Blatt II
–CIX u. 1 unbeziffertes leeres Blatt), das letzte Blatt (= S 6) leer. Am Ende
(Blatt CIX «= S 5»b Z. 33: “Getruckt zů Straßburg durch Johan Knobloch, ||
ym Christmonad, do man zalet [so!] nach Christi || vnsers herren geburt,
Funfftzehenhun- || dert vnd funffunzwentzig jar. ||”
Vorhanden:
Frankfurt a. M., Helmstedt, *München H. (Hom. 265). — Erl. Ausg. 2 7, S. XXX:
1525 Nr. 5 (noch ungenauer als Weller 3486).
BI [Lo II*]
“Auslegunge || der Episteln vnd Euan || gelien von der heyligen || Dreykoenige
fest bis auff || Ostern gebessert durch || Mart. Luther. || M. D. XXv. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 152 Blätter in Oktav (= Bogen A –T; 2
unbezifferte Blätter u. Blatt III –CL u. 2 unbezifferte leere Blätter), die
zwei letzten Blätter (= T T) leer.
Druck von
Michael Lotther in Wittenberg.
Zweiter Band
zu B [Lo I*].
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 1961), Dessau, Halle W., Leipzig St. u. *U.; St. Petersburg. —
Erl. Ausg. 2 7, S. XXX: 1525 Nr. 4 (ungenau und irreführend nach Weller 3485).
BII Die
gleiche Augabe, nur auf dem Titelblatt mit der Jahreszahl “M. D. XXvi.”
Vorhanden: *Berlin
(Luth. 1973; früher Knaakesche Sammlung); St. Petersburg.
b) Mit
Advents- und Weihnachtspostille verbunden.
C [G*]
“Auslegung der Epi- || steln vnd Euangelien || vom Aduent an bis || auff
Ostern. || Anderweyt corrigirt || durch Martin || Luther. || Daruber eyn newe
|| Register. || Wittemberg. || M. D. XXV. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 290 Blätter in Folio (= 2 Bogen ohne Buchstabensignatur u.
Bogen A —Z u. Aa –Zz u. aaa –ccc; 10 unbezifferte Blätter u. Blatt i –cclxxix.
u. 1 unbeziffertes leeres Blatt), das letzte Blatt (= ccc 6) leer. Am Ende
(Blatt ccc 6 (= cclxxix.)b Spalte ß Z. 33): “Wittemberg Johan- || nes
Grunenberg. || 1525. ||” Zweispaltig.
Nur die Bogen
A –Z und Aa –Mm sind von Johannes Rhau-Grunenberg gedruckt, die übrigen Bogen
von Hans Wieß in Wittenberg; vgl. Joh. Luther im Zentralblatt f.
Bibliothekswesen Ig. 32 (1915), S. 203 ff.
Vorhanden:
Altenburg, Arnstadt, *Berlin (Luth. 1969), Celle St., Danzig, Dresden,
*Hamburg, *Konigsberg ll., *Stuttgart. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXX: 1525 Nr. 6.
D [Lo*]
“Auslegung der Epi- || steln und Euangelien vom Aduent || an bis auff Ostern.
|| Anderweyt Corrigirt durch || Martin Luther. || Daruber eyn newe || Register.
|| ❧ || M. D. XXVI. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 368 Blätter in Folio (= 1 Ternio u. 1
Quaternio [WA s. xviii] ohne
Vuchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Zz u. AAa –NNn; 14 unbezifferte
Blätter, deren letztes leer, u. Blatt i –ccxlix. u. cccxl. –cccxliiij.), letzte
Seite (= Blatt NNn 6b) leer.
Druck von
Michael Lotther in Wittenberg.
Vorhanden:
*Gotha, Königsberg. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXI: 1526 Nr. 1 u. 2 (ungenau nach
Weller 3859).
EI [G*] “Aus̄legūg
der || Episteln und Euange || lien vom Aduent an || bis auff Ostern. ||
Anderrveyt corrigirt || durch Martin || Luther. || Daruber ein nerves ||
Register. || Gedrueckt zu Wittemberg. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite
bedruckt. 290 Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur u. Bogen Aa
–Bb u. A –Z u. Aa –Zz u. aaa –ccc; 14 unbezifferte Blätter u. Blatt i –cclxviij
u. Bl. cclxi u. cclxix –cclxxiiij u. 1 unbeziffertes leeres Blatt), das letzte
Blatt (= ccc 4) leer. Am Ende (Blatt cclxxiiij [= ccc 4]b Spalte ß Z. 32):
“Wittemberg Johan || nes Grunenberg. || 1527. ||
EII [G*]
Einige Exemplare haben bei ganz gleichem Satz auf dem Titelblatt als letzte
Zeile “|| M.D.XXViij ||”
Die Bogen A
–Z und Aa –Mm bilden einen Restbestand der mit dem Impressum “Wittemberg
Johannes Grunenberg. 1525.” erschienenen Fastenpostille (S. IX: C), die übrigen
Bogen sind von Hans Weiß in Wittenberg gedruckt, aber in neuem Satz gegenüber
C; vgl. Joh. Luther a. a. O. S. 203 ff.
Vohanden:
Bamberg, *Berlin (Luth. 1985), *Dresden (Titelblatt fehlt), *Marburg St. A
(EI), *München H., Schweinfurt St. (EI)| — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXII: 1528 Nr.
2.
F [Lo]
“Auslegung der Epi- || steln vnd Euangelien vom Ad- || uent an bis auff Ostern.
|| Anderweyt Corrigirt durch || Martin Luther. || Daruber ein new || Register.
|| M. D. XXVIII. || Wittemberg. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer.
368 Blätter in Folio (= 1 Ternio ohne Buchstabensignatur u. 1 Quarternio ohne
Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Zz u. AAa –NNn; 14 unbezifferte Blätter
u. Blatt I. –CCCXLIX u. CCCXL. –CCCXLIIII), Blatt 8 des zweiten Bogens ohne
Buchstabensignatur u. die letzte Seite (= Blatt NNn 6b) leer. Am Ende (Blatt NN
6a Z. 30): “Gedruckt zu Wittemberg || Michael Lother. || M. D. XXVIII. |”
Vorhanden:
*Arnstadt (Nr. 612), Rothenburg o. I. — Fehlt Erl. Ausg.
G [Lo*]
“Auslegung der || Episteln und Euangelien || vom Aduent an, bis || auff Ostern.
|| Anderweyt Corrigirt || durch Mart. Luther. || Auffs newe vbersehen, vnd ||
mit schoenen lieblichen figuren || geschmueckt, Auch mit eim vlei || ssigen newen
Register odder || Summen, alles des, was ynn die- || sen Postillen gehandelt,
gebessert. || Aller Text nach der newen || dolmetzschung geendert. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 368 Blätter in Folio (= 2 Bogen ohne
Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Zz u. AAa –OOo; 10 unbezifferte Blätter
u. Blatt I –CCCLVIII), Blatt 4b des zweiten Bogens ohne Buchstabensignatur [WA
s. xix] u. die letzte Seite (= Blatt CCCLVIII [= OOo 6]b) leer. Am Ende (Blatt
CCCLVIII [= OOo 6]a Z. 21): “Gedruckt zu Magdeburg. || Michael Lotther. || M.
CCCCC.XXX. ||”
Mit
Textholzschnitten bei den Evangelienpredigten.
Vorhanden:
*Arnstadt (Nr. 613), Wolfenbüttel, Zwickau. — Fehlt Erl. Ausg., wenn nicht =
Erl. Ausg. 2 7, S. XXXIII: 1531 Nr. 1; eine solche Ausgabe [Lo* bei Köhler] ist
nicht ermittelt.
H [Lu = Lu*]
“Auslegung der || Episteln vnd Euangelien || vom Aduent an bis || auff Ostern.
|| Anderweyt corrigrit durch || Martinum Luther. || Daruber ein newes ||
Register. || Gedruckt zu Wittemberg || M.D. XXVIII. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 310 Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur
u. Bogen ❧ u. A –Z u. a –z u. aa –ee;
10 unbezifferte Blätter u. Blatt I u. ij. –liiij. u. lvi. –ccci.), Blatt ❧ 6b u. die letzte Seite (= Blatt ee 4 b) leer. Am Ende
(Blatt ccci. [= ee 4]a Z. 47): “Gedruckt zu Wittemberg durch || Hans Lufft. ||”
Mit
Textholzschnitten bei den Euangelienpredigten.
Vorhanden:
*Bamberg (der erste Bogen gehört zu E; s. Anm.), Düsseldorf St., Halle W.,
Heidelberg, *Königsberg U., Leipzig U., *München H. (20 Hom. 267), *Rostock U.,
Straßburg, Wolfenbüttel, Zeitz St., Zwickau. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXII: 1528
Nr. 1.
Anm.: Köhlers
Lu ist ein Bamberger Exemplar, das Titel und ersten Bogen aus E, den Text
selbst aus H entnommen hat.
I [Lu*]
“Auslegung der || Episteln vnd Euangelien || vom Aduent an bis || auff Ostern.
|| Anderweit corrigirt durch || Martinum Luther. || Daruber ein newes ||
Register. || Gedruckt zu Wittemberg || M.D. XXX. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 334 Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur
u. Bogen ❧ u. A –Z u. a –z u. Aa –Hh;
10 unbezifferte Blätter u. Blatt I –CLXVI. u. CLXV. –CCCXXII. mit Fehlern in
der Bezifferung), Blatt ❧ 6 b u. die
letzte Seite (= Blatt Hh 6 b) leer. Am Ende (Blatt CCCXXII. [= Hh 6]a Z. 37):
“Gedruckt zu Wittemberg durch || Hans Lufft. ||
Mit
Textholzschnitten bei den Evangelienpredigten.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2006 [fehlt Blatt N 2] u. an Luth. 2008bis), Frankfurt a. M.,
Halle, Marburg, Nürnberg, Straßburg, Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXIII:
1530 Nr. 1.
K [Lo*] [Auslegung
der Evangelien vom Advent an bis auf Ostern.] 487 Blätter in gr.=80 oder 40 (=
1 Quarternio ohne Buchstabensignatur u. Bogen ❧ u. A –Z u. a –z u. Aa –Nn; 16 unbezifferte Blätter u. Blatt
I –CCCCLXXI [mit vereinzelten Fehlern]). Am Ende (Blatt CCCCLXXI [= Nn 7]b Z.
26): “Gedruckt zu Magdeburg durch || Michel Lotther. || M.D.XXXij. ||”
Mit
Holzschnitten.
Vorhanden:
*Wolfenbüttel (Titelblatt u. verschiedene andere Blätter fehlen). — Wohl Erl.
Ausg. 2 7, S. XXXIV: 1532 Nr. 3.
[WA s. xx]
L [Lu*]
“Auslegung der || Episteln vnd Euangelien || vom Aduent an bis || auff Ostern.
|| Anderweit corrigirt durch || Martinum Luther. || Daruber ein newes ||
Register. || Gedruckt zu Wittemberg. || M. D. XXXII. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 334 Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur
u. Bogen “(”u. A –Z u. a –z u. Aa –Hh; 10 unbezifferte Blätter u. Blatt I.
–CLXVI. u. CLXV – CCXXVIII. u. CCXXVIII. –CCXLIX. u. CCXL. [statt CCL.] u.
CCLII. – CCCXXII. [mit vielen Fehlern außerdem]), Blatt (6b und die letzte
Seite (= Blatt Hh 6b) leer. Am Ende (Blatt Hh 6a Z. 38): “Gedruckt zu
Wittemberg durch || Hans Lufft. || M. D. XXXII. ||”
Mit
Textholzschnitten wie H. I.
Vorhanden:
Bamberg, Coburg, *Danzig St., *München H. (Hom. 269), *Wernigerode, Wittenberg,
Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXIV: 1532 Nr. 1.
M [Lo*]
“Auslegung der || Episteln vnd Euangelien, || vom Aduent an bis || auff Ostern.
|| Anderweit corrigirt durch || Martinum Luther. || Darueber ein newes ||
Register. || M. D. XXXIII. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 340
Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur u. Bogen ❧ u. A –Z u. a –z u. Aa –Ji; 10 unbezifferte Blätter u. Blatt
I. —CCCXXX. [mit einigen Fehlern]), die letzte Seite (= Blatt CCCXXX. [= Ji
6]b) leer. Am Ende (Blatt CCCXXX. [= Ji 6]a Z. 28): “Gedruckt durch Michaelem
Lotther. || M. D. XXXIII. ||”
Mit
Textholzschnitten.
Ort der
Ausgabe: Magdeburg. Gedruckt sind Bogen A –X von Melchior Lotther dem Älteren
in Leipzig, die übrigen Bogen von Michael Lotther in Magdeburg; vgl. Joh.
Luther im Zentralblatt f. Bibliothekswesen Jg. 32 (1915), S. 145 ff.
Vorhanden:
Freising Seminar-B., *München H. (2 0 Hom. 271), Salzburg Stud.-B. —Erl. Ausg.
2 7, S. XXXIV: 1533 Nr. (einziger Druck); fehlt bei Hülße.
N [Lo*]
“Auslegung der || Episteln vnd Euangelien, || vom Aduent an bis || auff Ostern.
|| Anderweit corrigirt || durch Mart. Luther. || Darueber ein newes ||
Register. || M. D. XXXV. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 340
Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur u. Bogen * u. A –Z u. a
–z u. Aa –Ji; 10 unbezifferte Blätter u. Blatt i. –cxxvi. u. CXXVII —CCCXXX.
[mit häufigen Fehlern]), die letzte Seite (= Blatt CCCXXX. [= Ji 6]b) leer. Am
Ende (Blatt CCCXXX. [= Ji 6]a Z. 29): “Gedruckt durch Michaelem Lotther. || M.
D. XXXV. ||”
Ort der
Ausgabe: Magdeburg. Gedruckt sind Bogen A –X von Melchior Lotther dem Älteren
in Leipzig, die übrigen Bogen von Michael Lotther in Magdeburg; vgl. Joh.
Luther a. a. O. S. 154 ff.
Völlig
verschiedener Satz von M.
Vorhanden:
Knaakesche Sammlung; *Berlin (Luth. 2015/4), *Nürnberg GM., *Wolfenbüttel
(fehlt das letzte Blatt). — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXIV: 1535 Nr. 1 (nur kurz als
neue Auflage der Ausgabe v. J. 1533 bezeichnet); Hülße Nr. 144.
[WA s. xxi]
O [S*]
“Auslegung der || Episteln vnd Euangelien || vom Aduent an bis || auff Ostern.
|| Anderweit corrigirt durch || Martinum Luther. || Darüber ein newes ||
Register. || Gedrückt zn Wittemberg. || M. D. XXXV. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 334 Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur
u. Bogen * u. A –Z u. a –z u. Aa –Hh; 10 unbezifferte Blätter u. Blatt I.
–CLXVIII. u. CVXVII. u. CLVVIII. u. CLXIX –CCCXXII.), Blatt * 6b u. die letzte
Seite (= Blatt Hh 6b) leer. Am Ende (Blatt Hh 6a Z. 39): “Gedrückt zu
Wittemberg durch || Peter Seitz. || M. D. XXXV. ||”
Typen und
Holzschnitte von Lufft.
Vorhanden:
Knaakesche Sammlung; *Berlin (Luth. 2015), Jena, *Karlsruhe L., *München H.,
*Stuttgart, *Wernigerode. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXIV: 1535 Nr. 2.
PI [Lu*]
“Auslegung der || Episteln vnd || Euangelien vom Aduent || an bis auff Ostern.
|| Durch Doctorem Martinum || Luther. || Auffs new corrigirt mit einem ||
nuetzlichen Register. || Gedruckt zu Wittemberg. || Durch Hans Lufft. || M. D.
XL. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 346 Blätter in Folio (= Bogen
✠ u. * u. A –Z u. a –z u. Aa
–Jj; 14 unbezifferte Blätter u. Blatt I. –CCCXXXII.), die letzte Seite (= Blatt
CCCXXXII. [= Jj]b) leer. Am Ende (Blatt CCCXXXII. [= Jj 8]a Z. 21): “Gedruckt
zu Wittemberg durch || Hans Lufft. || M. D. XL. ||”
Mit
Textholzschnitten wie H –I, L. O.
Vorhanden:
*Jena U. (Op. th. V, f. 17). — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXV: 1540 Nr. 1.
PII [Lu*]
“Auslegung der || Episteln vnd || Euangelien, vom Aduent || an bis auff Ostern.
|| Durch Doctorem Mar- || tinum Luther. || Auffs new corrigirt vnd etwo ge- ||
bessert. || Mit einem nuetzlichen Register. || Wittemberg. || M. D. XLIII. ||”
Mit Titeleinfassung. Alles übrige wie bei der Ausgabe Wittenberg, Hans Lufft
1540, von der die vorliegende Ausgabe nur eine Titelauflage ist, für die das
Titelblatt und das damit zusammenhängende Blatt 6 des ersten Bogens neu
gedruckt wurden.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2021), *Chemnitz, Dessau, Dillingen, Dresden, Hamburg, Lindau,
Straßburg, *Stuttgart, *Wolfenbüttel, Zerbst. — Fehlt Erl. Ausg.
V. Crucigers
Sommerpostille.
Cr. A
“Auslegung der || Episteln vnd || Euangelien, von Ostern || bis auff das Ad- ||
uent. || D. Mar. Lut. || Auffs new zugericht. || Wittemberg. || Gedruckt durch
Hans Lufft. || M. D. XLIII. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 486
Blätter in Folio (= Bogen A u. * u. * u. A –Z u. a –z u. Aa –Zz u. AA –HH; 16
unbezifferte Blätter u. Blatt I. –CCCCLXIII. mit außerordentlich fehlerhaster
Bezifferung), Blatt A 6b [WA s. xxii]
und die
letzte Seite (=Blatt HH 8b) leer. Am Ende (Blatt Hh 8a Z. 38): “Gedrueckt zu
Wittemberg durch Hans Lufft, || Anno M. D. XLIII. ||”
Zweiter Band
der Jahrespostille, vgl. oben PII (S. XXI).
Vorhanden:
*Berlin (an Luth. 2021), Breslau U., *Chemnitz, Coburg, Dessau, Dillingen,
Dresden, Erlangen, Gotha, Hamburg, Jena, Lindau, Straßburg, *Stuttgart,
Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXV: 1543 resp. 1544 Nr. 2.
Cr. B in
Wolrabs Nachdruck, s. g unten S. XXXVI.
VI. Steph.
Roths Evangelienpostille.
1.
Winterteil.
“Ausle- ||
gung der Euange- || lien vom Aduent bis || auff Ostern, sampt || viel andern
Predigten. || Martin. Luther. || Wittemburg. || M. D. XXVIII. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 488 Blätter in Ostav (= Bogen aa u. A –Z
u. a –z u. Aa –Oo; 8 unbezifferte Blätter u. Blatt j –ccccl u. 30 unbezifferte
Blätter), die drei letzten Seiten (= Blatt Oo 7b Oo 8) leer. Am Ende (Blatt Oo
7a Z. 1): “Gedruckt durch Gabriel Kantz. || [Druckerzeichen] ||”. Titel in
Schwarzund Rotdruck, letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben.
Vorhanden:
*Arnstadt (Nr. 716; defekt), *Dessau, Zwickau. —Fehlt Erl. Ausg.
“Außlegūg
|| der Euangelien || vom Aduent biß || auff Osteren, || sampt vil an || dern
pre- || digen. || M. D. XXVIII. ||” Mit Titeleinfassung (J. Luther,
Titeleinfassungen: Tafel 116a). Titelrückseite bedruckt. 302 Blätter in Quart
(= 1 Bogen ohne Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. a –z u. Aa –Zz u. AAa –EEe;
4 unbezifferte Blätter u. Blatt I –CCLXXXVIII u. 10 uubezifferte Blätter).
Druck von
Heinrich Steiner in Augsburg.
Vorhanden:
*Knaakesche Sammlung; *Berlin (Luth. 1991), *München U.; *Bern (G.-U. (sehr
defekt). — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegūg
|| der Euange || lien vom Aduent || bis auff Ostern, sampt || viel andern
Predigten. || Martin Luther. || Wittemberg. || M. D. XXX. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 432 Blätter in Oktav (= 1 Quaternio ohne
Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. a –z u. Aa –Gg; 8 unbezifferte Blätter u.
Blatt j –cccxcvj u. cccicvij [statt cccxcvij] u. 27 unbezifferte Blätter), die
zwei letzten Blätter (= Blatt Gg 7 Gg 8) leer. Am Ende (Blatt Gg 6b Z. 25):
“Gedruckt durch Mel- || cher Sachssen. ||” Titel in Schwarz- und Rotdruck,
letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben.
Druckort:
Erfurt.
Vorhanden:
*Wolfenbüttel (990. 109 Th. 80). — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegūg
|| der Euange || lien vom Aduent || bis auff Ostern, sampt || viel andern
Predigten. || Martin Luther. || M. D. XXXII. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 407 Blätter in Oktav (= 1 Quaternio ohne
Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. a –z u. Aa –Dd; 8 unbezifferte Blätter u.
Blatt j –ccclxxxij u. 17 unbezifferte Blätter), Blatt Bb 7a leer. Am Ende
(Blatt Dd 7b Z. 27): “Gedruckt M. D. xxxij. ||” Titel in Schwarz- und Rotdruck,
letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben. Zeile 1 des Titels ist ein
Holzschnitt.
Druck von
Andreas Rauscher in Erfurt.
Vorhanden:
*Wolfenbüttel (990. 105 Th. 80. — Fehlt Erl. Ausg.
[WA s. xxiii]2.
Sommerteil.
“Auslegūg
|| der Euangelienn, || von Ostern biß auffs || Aduent, gepredigt || durch Mart.
|| Luther zů || Wittemberg. || M. D. XXVI. || ✠ ||” Mit Titeleinfassung (J. Luther: Tafel 116 a).
Titelrückseite leer. 326 Blätter in Quart (= 1 Ternio ohne Buchstabensignatur
u. Bogen A –Z u. a –z u. Aa –Zz u. AAa –HHh; 6 unbezifferte Blätter u. Blatt I
–CCCVI u. 14 unbezifferte Blätter), letzte Seite (= Blatt HHh 4b) leer.
Druck von
Heinrich Steiner in Augsburg.
Vorhanden:
*Knaakesche Sammlung; *Berlin (Luth. 1975), München *H. u. *U., *Stuttgart,
*Wolfenbüttel. — Fehlt Erl. Ausg.; Weller Suppl. I, 389 und richtiger Suppl.
II, 554.
“Ausle- ||
gung der Euā || gelien, von Os- || tern bis auffs || Aduent, ge- ||
predigt || durch Mart. Luther. || Gedruckt zu Wittem || berg
Vorhanden:
*Gotha (Th. 8. 755), *Zwickau. — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegung ||
der Euangelien, || von Ostern bis || auffs Aduent, ge || predigt durch || Mart.
Lu- || ther. || Wittemberg. || 1. 5. 2. 7. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite bedruckt. 471 Blätter in Oktav (= Bogen * u. A –Z u. a –z u. Aa
–Mm; 8 unbezifferte Blätter u. Blatt 1 –449 u. 14 unbezifferte Blätter).
Druck von
Michel Blum in Leipzig.
Vorhanden:
*Wolfenbüttel (990._105 Th. 80). — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegung ||
der Euange || lien, von Ostern bis || auffs Aduent, gepre- || digt durch
Martinū || Luther. || tzu Wittemberg. || M. D. XXvij. || Gedruckt. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 218 Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne
Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Mm u. a –b; 4 unbezifferte Blätter u.
Fo. i. –ccv. u. 9 unbezifferte Blätter), Blatt ccv. (= Mm 3)b, Mm 4 u. die
letzte Seite (= Blatt b 4b) leer. Blatt ccv. ( — Mm 3)a Z. 28: “Gedrueckt
Michel Lotter. ||”
Druckort:
Wittenberg.
Vorhanden:
Altenburg L., *Berlin (Luth. 1978), Rothenburg a. T., *Wernigerode (Titelblatt
fehlt). — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegūg
der || Euāgelien von Ostern || bis auffs Aduent, || gepredigt durch ||
Mart. Luth. || Wittemberg. || M. D. XXVII. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 170 Blätter in Folio (= Bogen ❧ u. ✠ u. A –Z u. a
–f; 8 unbezifferte Blätter u. Blatt I –CLXI u. 1 unbeziffertes leeres Blatt),
Blatt ✠ 4b u. die drei letzten
Seiten (= Blatt f 5b f 6) leer. Am Ende (Blatt CLXI [= f 5]a Spalte ß Z. 40):
“Gedruckt zu Vuittem- || berg, durch Hans Lufft, Im Jar, || M. D. XXvij.” ||
Zweispaltig gedruckt.
Vorhanden:
*Berlin (an Luth. 1985), *Dresden, *Königsberg U., *Marburg, *München H.,
Schweinfurt St., Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXI: 1527 Nr. 1 (ungenau).
“Auslegung
der || Euangelien, von || Ostern bis auffs Aduent, || gepredigt durch ||
Martinum Luther. || zu Wittemberg. || M. D. XXVIII. || Auffs new vbersehen vnd
gebessert, || sampt dem Sermon, Von des || Juedischen Reichs vnd der || Welt
ende. || ❧ ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 196 Blätter in Folio (= Bogen [WA s. xxiv]
A –Z u. Aa=Ji
u. K; 3 unbezifferte Blätter u. Blatt I –CLXXXVIII u. 5 unbezifferte Blätter),
die letzte Seite (= Blatt K 6b) leer. Am Ende (Blatt K 6a Spalte ß Z. 43):
“Gedrückt zu Wittemberg || durch Georgen Rhaw. ||”
Vorhanden:
*Bamberg, *Berlin (Luth. 1987), Dessau, Düsseldorf St., *Königsberg U., Leipzig
U., *München H., *Rostock U., Wolfenbüttel, Zwickau. — Erl. Ausg. 2 7, S.
XXXII: 1528 Nr. 3.
“Auslegunge
|| der Euangelien, von Ostern || bis auffs Aduent, gepre- || digt durch
Doctorem || Martinum Luther zu || Wittemberg. || Auffs new vbersehen vnd ||
gebessert mit etzlichen Ser- ||monen, mit schoenen Figurn || vor nicht gesehen,
vnd vleissigem || Register aller stueck so am rande der || bletter dieser
Postillen annotirt sein. || Hat gedruckt Michael Lotther. || M. D. XXIX. ||”
Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 234 Blätter in Folio (= 1 Duernio
ohne Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Pp u. Q[2]; 4 unbezifferte Blätter
u. Blatt I –CCXXIII u. 7 unbezifferte Blätter), Blatt 4b des ersten Bogens ohne
Buchstabensignatur u. die zwei letzten Blätter (= Q[2] 3 Q[2] 4) leer.
Ort der
Ausgabe: Magdeburg. Bogen A –M hat Michael Lotther noch in Wittenberg, die übrigen
Bogen nach seiner im Sommer 1528 erfolgten Übersiedelung in Magdeburg gedruckt;
vgl. Joh. Luther im Zentralblatt f. Bibliothekswesen Ig. 32 (1915) S. 156 ff.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 1997), *Gotha, Halle W., *Hamburg St., Königsberg St.,
Rudolstadt, *Wernigerode. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXII: 1529 Nr. 1; Hülße,
Beiträge zur Geschichte der Buchdruckerkunst in Magdeburg (Geschichts- Blätter
für Stadt u. Land Magdeburg, Jg. 15 –17, 1880 –1882) Nr. 56.
“Auslegūg
|| der Euangelienn, || von Ostern biß auffs || Aduent, geprediget || durch
Mart. || Luther zů || Wittemberg || M. D. XXIX. || * ||” Mit
Titeleinfassung (J. Luther, Titeleinfassungen: Tafel 116 a). Titelrückseite
leer. 320 Blätter in Quart (= 1 Ternio ohne Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u.
a –z u. Aa –Zz u. AAa –FFf; 6 unbezifferte Blätter u. Blatt I –CCCVI u. 8
unbezifferte Blätter), das letzte Blatt (= FFf 6) leer.
Druck von
Heinrich Steiner in Augsburg.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2002), *München H. —Erl. Ausg 2 7, S. XXXII: 1529 Nr. 2 ist wohl
diese Ausgabe, fälschlich als Wittenberger bezeichnet.
Auslegung der
|| Euangelien, von || Ostern bis auffs Aduent, || gepredigt durch || Martinum
Luther. || zu Wittemberg. || M. D. XXX. || Auffs new vbersehen vnd gebessert,
|| sampt dem Sermon, Von des || Juedischen Reichs vnd der || Welt ende. || ❧ ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 212 Blätter
in Folio (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Mm; 4
unbezifferte Blätter u. Blatt I –CCIII u. 5 unbezifferte Blätter), Blatt 4b des
ersten Bogens ohne Buchstabensignatur u. die letzte Seite (= Blatt Mm 6b) leer.
Am Ende (Blatt Mma unter den Spalten): “Gedrůckt zu Wittemberg durch ||
Georgen Rhaw. || ❧ ||” — Titel in
Schwarz- und Rotdruck, letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben; auch die
drei Blättchen am Fuße des Titels in Rotdruck.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2008), Frankfurt a. M., Halle, Nürnberg, Straßburg,
Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXIII: 1530 Nr. 2.
Ausle- ||
gung der Euā- || gelien, von Ostern || bis auffs Aduent, || gepredigt ||
durch Mar. Luther. || Gedruckt zu Wittem. || durch Hans Weiss. || M. D. xxx. ||
Mit Titeleinfassung. [WA s. xxv]
Titelrückseite
bedruckt. 480 Blätter in Oktav (= Bogen u. A –Z u. a –z u. Aa –Nn; 8
unbezifferte Blätter u. Blatt I –470 mit andauernd fehlerhafter Bezifferung u.
5 unbezifferte Blätter), die letzte Seite (= Blatt Nn 8b) leer. Ohne Impressum
am Ende.
Vorhanden:
*Wolfenbüttel (990. 106 Th. 8o). — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegünge
der || Euangelien, von Ostern bis || auffs Aduent, gepredigt || durch Doctorem
Mar- || tinum Luther zu || Wittemberg. || Auffs new vbersehen vnd || gebessert
mit etlichen Ser- || monen, mit schoenen Figurn || vor nicht gesehen, vnd
vleissigem || Register aller stueck so am rande der || bletter dieser Postillen
annotirt sein. || M D XXXI. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 228
Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Pp;
4 unbezifferte Blätter u. Blatt j —CCXIX u. 5 unbezifferte Blätter), die letzte
Seite (= Blatt Pp 4b) leer. Am Ende (Blatt Pp 4a unter den Spalten): “Gedruckt
bey Michael Lotther. ||”
Ort der
Ausgabe: Magdeburg.
Vorhanden:
Berlin (Graues Kloster), *München H. (Hom. 268), *Nünberg GM., *Wolfenbüttel,
Zwickau. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXIII: 1531 Nr. 3.
“Auslegung
der || Euangelien, von || Ostern bis auffs Aduent, || gepredigt durch ||
Martinum Luther. || zu Wittemberg. || M. D. XXXII. || Auffs new vbersehen vnd
gebessert, || sampt dem Sermon, Von des || Juedischen Reichs vnd der || Welt
ende. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 212 Blätter in Folio (= 1
Duernio ohne Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Mm; 4 unbezifferte Blätter
u. Blatt I. –CCIII. u. 5 unbezifferte Blätter), Blatt 4b des ersten Bogens ohne
Buchstabensignatur und die letzte Seite (= Blatt Mm 6b) leer. Am Ende (Blatt Mm
6a unter den Spalten): “Gedruckt zu Wittemberg durch || Hans Lufft, Im jare. ||
M. D. XXXII. ||”
Vorhanden:
Arnstadt, *Berlin (Luth. 2011), Coburg, *Danzig St., Gotha, Jena, *München H.,
Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXIV: 1532 Nr. 4.
“Auslegūg
|| der Euangelien, || von Ostern bis auffs Ad || uent, gepredigt durch ||
Martinum Lu- || ther zu Wittemberg. || M. D. XXXij. || Auffs new vbersehen vnd
gebes- || sert, sampt dem Sermon, || Von des Juedischen || Reichs vnnd der ||
Welt ende. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 436 Blätter in Oktav
(= 1 Quaternio ohne Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. a –z u. Aa –Hh; 8
unbezifferte Blätter u. Blatt j —ccccxx [mit vielen Fehlern in der Bezifferung]
u. 8 unbezifferte Blätter), Blatt 8b des ersten Bogens u. Blatt ccccxx (= Gg
4)b u. die letzte Seite (= Blatt Hh 8b) leer. Am Ende (Blatt Hh 8a Z. 31):
“Gedruckt dey Andreas || Rauscher. Anno. M. D. xxxij ||”
Druckort:
Erfurt.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2013; früher Knaakesches Exemplar). — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegung ||
der Euangelien, || von Ostern bis auffs || Aduent, gepredigt || durch Mart. ||
Luther. || Wittemberg. || M. D. xxxiij. ||“ Mit Titeleinfassung. Titelrückseite
bedruckt. 488 Blaätter in Oktav (= 1 Quaternio ohne Buchstabensignatur u. Bogen
A –Z u. a –z u. Aa –Oo; 8 unbezifferte Blätter u. Blatt i –cccclxxiiij. u 6
unbezifferte Blätter), die letzte Seite (= Blatt Oo 8b) leer. Am Ende (Blatt Oo
8a Z. 30): “Gedruck [so!] zu Wittemberg durch || Joseph Klug. ||“
Vorhanden:
*München U. (Luther Nr. 72). — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegung
der || Euangelien, von || Ostern bis auffs Aduent, || gepredigt durch || Mart.
Luther. || zu Wittemberg. || M. D. XXXVVI. || Auffs new ubersehen und
gebessert, || [WA s. xxvi]
sampt dem
Sermon, Von des || Juedischen Reichs vnd der || Welt ende. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 212 Blätter in Folio (= Duernio ohne
Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Mm; 4 unbezifferte Blätter u. Blatt I.
–CCIII. u. 5 unbezifferte Blätter), Blatt 4b des ersten Bogens ohne
Buchstabensignatur und die letzte Seite (= Blatt Mm 6b) leer. Am Ende (Blatt Mm
6a unter den Spalten): “Gedruckt zu Wittemberg durch || Peter Seitz, Im jare ||
M. D. XXXVI. ||”
[Fortsetzung
zu O.]
Vorhanden:
*Karlsruhe HL, *Stuttgart L. (Theol. Luth. 566), *Wernigerode. — Fehlt Erl.
Ausg.
3. Festteil.
“Außlegung ||
der Euange || lien, an den fürnem || sten Festen jm gantzen || jare, geprediget
|| durch || Mar. Luther || zů Wittemberg. || * || M. D. XXVII ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 292 Blätter in Quart (= Bogen a u. A –Z
u. a –z u. AA –ZZ u. Aa –Cc; 6 unbezifferte Blätter u. Blatt I –CCLXXII u. 14
unbezifferte Blätter), die letzte Seite (= Blatt Cc 2b) leer.
Druck von
Heinrich Steiner in Augsburg.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 1982), Halle. — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegūg
|| der Euangelien || an den fuernemisten Festen || ym gantzen iare, gepre- ||
digt durch || Mar. Luth. || Gedrueckt zu Wittemberg. || 1527 ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 484 Blätter in Oktav (= Bogen aa u. A –Z
u. a –z u. AA –OO; 8 unbezifferte Blätter u. Blatt I –CCCCLVI u. 20
unbezifferte Blätter), Blatt LL 8b u. die letzte Seite (= Blatt OO 8b) leer. Am
Ende (Blatt OO 8a Z. 7): “Gedruckt zu Wittemberg || durch Nicolaum ||
Schirlentz. || 1527 ||”
Die erste
Zeile des Titels war zunächst in einer etwas länglichen Type gesetzt, sie wurde
durch eine etwas breitere ersetzt; Blatt I (= A 1)a Z. 3 steht in einigen
Exemplaren “Matthei. IIII.”, in anderen “Matthei. iiij.” Beides sind nur
Korrekturen während des Druckes.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 1981 u. 1981 a), Dessau, Erfurt, *Lüneburg St., *Stuttgart,
*Wernigerode, *Wolfenbüttel. — Fehlt Erl. Ausg.
“Ausleg- ||
ung der Euā || geliē an den fuernemi- || sten Festen ym gantzen iare,
|| gepredigt durch || Mar. Luth. || Wittemberg. || 1527. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 372 Blätter in Oktav (= Bogen aa u. A –Z
u. a –z; 8 unbezifferte Blätter u. Blatt j. –cccl. u. 14 unbezifferte Blätter),
Blatt aa 8b u. die letzte Seite (= Blatt z 8b) leer. Am Ende (Blatt z 8a Z.
20): “Gedruckt zu Erffurd || durch Johānem Lo- || ersfelt zum Halben ||
Radt ynn der Mey- || mer gassen. || 1527 ||”
Vorhanden: *Wolfenbüttel
(990. 107. Th.); Olmütz. — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegung ||
der Euange || lien an den furnemi- || sten Festen ym gan- || tzen iare, gepre-
|| digt durch || Mart. Luther. || Gedruckt zu Wittemberg. M. D. XXVII. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 180 Blätter in Folio (= Bogen —❧ u. a –z u. A –F 4 unbezifferte Blätter u. [WA s. xxvii]
Blatt I
–CLXIX. u. 7 unbezifferte Blätter), letzte Seite (= Blatt F 8b) leer. Am Ende
(Blatt F 8a unter den Spalten): “Gedruckt zu Wittemberg Michel Lother. || M. D.
XXVII. ||”
Vorhanden:
*Berlin (an Luth. 1978), *Hamburg, München *H u. *U., Rothenburg a. T.,
Schweinfurt St., *Wernigerode, Zeitz St. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXI: 1527 Nr. 2.
“Auslegūg
der || Euangelien || an den furnemisten || Festen ym gantz- || en Jar, gepre-
|| digt durch || Marti:Luther. || Wittemberg: ||“ Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 146 Blätter in Folio (= 1 Quaternio ohne
Burchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Bb; 8 unbezifferte Blätter u. Blatt i.
–cxxxvij. u 1 unbeziffertes leeres Blatt), Blatt 8 des ersten Bogens u. das
letzte Blatt (= Bb 6) leer. Am Ende (Blatt cxxxvij. [=Bb 5]b unter den
Spalten): “Gedrückt ynn der Newen Vni- || uersitet Marpurg durch || Johañ Loers̄felt.
||”
Druckjahr:
1528.
Der Druck
dieser Ausgabe war von Gabriel Kantz in Zwickau begonnen und für die Bogen A –M
durchgeführt, als ein Brand in seiner Druckerei ihn an der Fortführung
hinderte. Diese übernahm Loersfelt in Marburg für die Bogen N –Z und Aa –Bb.
Loersfelt druckte auch das Titelblatt, Kantz aber wiederum die Blätter 2 –7 des
ersten Quaternio ohne Buchstabensignatur und setzte auch sein Druckerzeichen
auf Blatt 7b dieses Bogens. Vgl. Joh. Luther im Zentralblatt f.
Bibliothekswesen Ig. 32 (1915), S. 213 ff.
Vorhanden:
Marburg StA., *München H. u. U., Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXI: 1527
Nr. 3 (es fehlt die Druckerangabe am Ende); v. Dommer, die ältesten Drucke aus
Marburg in Hessen (Marburg 1892), Nr. 8.
“Auslegūg
|| der Euangelien || an den fuernemisten Festen || ym gantzen iare, gepre- ||
digt durch || Martinum Luther. || M. D. XXviij. || Mit vleis vbersehen vn̄
gebessert, || sampt einem newen Sermon || am Christag, auff das || Euangelion
Jo- || hannis. j. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 376 Blätter in
Oktav (= Bogen AA u. A –Z u. a –z; 8 unbezifferte Blätter u. Blatt j.
–cccliiij. u. 14 unbezifferte Blätter), letzte Seite (= Blatt z 8b) leer. Am
Ende (Blatt z 8a Z. 26): “Gedruckt zu Erffurdt || durch Melchior Sachssen, ||
ynn der Archen Noe. || 1528. ||”
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 1994; Blatt l 4 l 5 fehlen), Breslau St., Wittenberg,
*Wolfenbüttel. — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegung
der || Euangelien, an || den fürnemisten Festen || ym gantzen iare, ge-
||predigt durch || Martinum Luther. || M. D. XXVIII. || Mit vleis vbersehen vnd
gebessert, sampt || einem newen Sermon am Christag, || auff das Euangelion
Johannis. j. ||“ Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 172 Blätter in Folio
(= Bogen A –Z u. a –g; 3 unbezifferte Blätter u. Blatt I –CLXIII u. 6
unbezifferte Blätter), letztes Blatt (= g 4) leer. Am Ende (Blatt g 3b unter
den Spalten Z. 2): “Gedrückt zu Wittemberg durch || Georgen Rhaw. || M. D.
XXVIII. ||”
[WA s. xxviii]
Vorhanden:
*Bamberg, *Berlin (an Luth. 1987), Dessau, Düsseldorf St., Halle W.,
Heidelberg, *Königsberg U., Leipzig U., *München H., *Rostock U., Wolfenbüttel.
Zwickau. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXII: 1528 Nr. 4.
“Außlegung ||
der Euange || lien, an den fürnem || sten Festen jm gantzen || jare, gepredigt
|| durch || Mar. Luther || zů Wittemberg: || * || M.D.XXIX.||” Mit
Titeleinfassung (J. Luther, Titeleinfassungen: Tafel 114a). Titelrückseite
leer. 292 Blätter in Quart (= Bogen a. u. A –Z u. a –z u. AA –ZZ u. Aa –Cc 6
unbezifferte Blätter u. Blatt I –CCLXXII u. 14 unbezifferte Blätter), die
letzte Seite (= Blatt Cc 2b) leer.
Druck von
Heinrich Steiner in Augsburg.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2003), Dessau, Eisenach, *Erlangen, *München H., Weimar. — Erl.
Ausg. 2 7 S. XXXII: 1529 Nr. 3 ist wohl diese Ausgabe, fälschlich als
Wittenberger bezeichnet.
“Auslegung
der || Euangelien, an || den fürnemisten Festen, || ym gantzen iare, ge- ||
predigt durch || Martinum Luther. || Mit vleis vbersehen vnd ge- || bessert,
sampt einem newen || Sermon am Christag, auff || das Euangelion Johannis. j. ||
auch andern predigten mehr. || Gedruckt zu Magdeburg zum || Lindwurm. Michael
Lotther. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 232 Blätter in Folio (=
Bogen A –Z u. Aa –Qq; 8 unbezifferte Blätter u. Blatt I –CCXXIIII), die letzte
Seite (= Blatt Qq 4b) leer. Am Ende (Blatt CCXXIIII [= Qq 4]a Z. 48): “Gedruckt
zu Magdeburg zum Lindtwurme, || Michael Lotther. ||“
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 1997), Dresden, *Gotha, Halle W., *Wernigerode, Zwickau. — Erl.
Ausg. 2 7, S. XXXV: Sine anno Nr. 2; Hülße Nr. 57.
“Auslegung
der || Euangelien, an || den fürnemisten Festen || ym gantzen iare, ge- ||
prediget durch || Martinum Luther. || M. D. XXX. || Mit vleis vbersehen vnd
gebessert, sampt || einem newen Sermon am Christag, || auff das Euangelion
Johannis. j. || auch andern predigten mehr. | .•. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 182 Blätter in Folio (= Bogen A u. A –Z u. a –g; 4
unbezifferte Blätter u. Blatt I –CLXXIII u. 5 unbezifferte Blätter), Blatt 4
des ersten Bogens A u. Blatt f 6 u. die letzte Seite (= Blatt g 4b) leer. Am
Ende (Blatt g 4a Spalte ß Z. 27): “Gedrůckt zu Wittemberg || durch Georgen
|| Rhaw. ||”
Vorhanden:
*Berlin (an Luth. 2008), Frankfurt a M., Halle, Nürnberg, Straßburg, Wolfenbüttel.
— Erl. Ausg. 2 7, S. XXXIII: 1530 Nr. 3.
“Auslegung
der || Euangelien, an den fuerne- || misten Festen, ym gantzen || iare,
gepredigt durch || Martinum Luther. || Mit vleis vbersehen vnd ge- || bessert,
sampt einem newen || Sermon am Christag, auff || das Euangelion Johannis. j. ||
auch andern predigten mehr. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 186
Blätter in Folio (= 1 Ternio ohne Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Gg; 6
unbezifferte Blätter u. Blatt j –CLXXX), die letzte Seite (= Blatt CLXXX [= Gg
6]b) leer. Am Ende (Blatt CLXXX [= Gg 6]a Z. 39): “Gedruckt bey Michel Lotther.
||”
[WA s. xxix]
Ort der
Ausgabe: Magdeburg. Druckjahr nach bibliographischen Ermittelungen: 1531.
Vorhanden:
Berlin (Graues Kloster), *München H. (Hom. 268, 2), *Nürnberg GM. (Inc. 3499),
*Wolfenbüttel. — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegung
der || Euangelien, an || den furnemisten Festen || jm gantzen jar, ||
geprediget || durch || D. Mart. Luther. || M. D. XXXII. || Mit vleis vbersehen
vnd gebessert, || sampt einem newen Sermon am || Christag, auff das Euangelion
|| Johannis. j. auch andern || predigten mehr. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 182 Blätter in Folio (= Bogen A u. Bogen A –Z u. a –g; 4
unbezifferte Blätter u. Blatt I –CLXXIII. u. 5 unbezifferte Blätter), Blatt
A[1] 4 u. f 6 u. die letzte Seite (= Blatt g 4b) leer. Am Ende Blatt g 4a unter
den Spalten: “Gedruckt zu Wittemberg || durch Georgen || Rhaw. || ❧ ||”
Vorhanden:
Arnstadt, *Berlin (an Luth. 2011), Coburg, *Danzig St., Gotha, Jena, *München
H., Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXIV: 1532 Nr. 6.
“Auslegüng ||
der Euangelien, an || den fuernemisten Festen, im || gantzen jare, gepredigt ||
durch Martinum || Luther. || Mit vleis vbersehen vnd ge || bessert, sampt einem
newen Sermon || am Christag, auff das Euangelion || Johannis. j. auch andern
pre- | digten mehr. ||“ Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 255 Blätter
in Großoktav (= 1 Quarternio ohne jede Signatur u. Bogen A –Z u. Aa –Hh; 8
unbezifferte Blätter u. Blatt j —CCXLVI u. 1 unbeziffertes Blatt), Blatt 8b des
ersten, signaturlosen Bogens und Blatt Hh 7b leer. Am Ende (Blatt Hh 7a Z. 1):
“Gedruckt durch Michel || Lotther. || M. D. XXXiij. ||”
Druckort:
Magdeburg. [Vgl. K, das als erster Teil dieser Ausgabe gelten kann.]
Vorhanden:
*Wolfenbüttel (990. 108a. Th.). — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegung
der || Euangelien, an || den furnemesten Festen || im gantzen jar, ||
geprediget || durch || D. Mart. Luther. || D. M. XXXVI. || Mit vleis vbersehen
vnd gebessert, || sampt einem newen Sermon am || Christag, auff das Euangelion
|| Johannis. j. auch andern || predigten mehr. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 182 Blätter in Folio (= Bogen A u. Bogen A –Z u. a –g; 4
unbezifferte Blätter u. Blatt I. –CLXXIII. u. 5 unbezifferte Blätter), Blatt 4
des ersten Bogens A und Blatt f 6 und die letzte Seite (= Blatt g 4b) leer. Am
Ende (Blatt g 4a unter den Spalten): “Gedruckt zu Wittemberg || durch Hans Lufft.
||”
Vorhanden:
*Karlsruhe HL., *Stuttgart L. (Theol. Luth. 566), Trier St., *Wernigerode
(unvollständig). — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegung ||
der Euangelien, an || den furnemesten Festen jm || gantzen jar, geprediget
durch || D. Mart. Luth. || Mit vleis vbersehen vnd ge- || bessert, sampt einem
newen Ser || mon am Christag, auff das E- ||uangelion Johannis. j. || Auch
andern predig- || ten mehr. || M. D. XXXVI. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite bedruckt. 407 Blätter in Oktav (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur
u. Bogen A –Z u. a –z u. [WA s. xxx]
Aa —Ee; 4
unbezifferte Blätter u. Blatt I. —cccxcij. u. 11 unbezifferte Blätter), Blatt
cccxcij. (= Cc 8)b und Ee 3b leer. Am Ende (Blatt Ee 3a Z. 7): “Gedruckt zu
Erffurdt durch || Melchior Sachssen jnn der || Archen Noe. || M. D. XXXVI. ||”
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2018, früher Knaakesches Exemplar; Blatt h 2 fehlt, auf dem
Titel ist Zeile 5 “D. Mart. Luth.” getilgt); *Zwickau (gleichfalls defekt:
Blatt H 2 R 1 b 8 r 4 s 3 y 1 Ee 2 –4 fehlen). — Fehlt Erl. Ausg.
“Auslegung ||
der Euangelien, an den || fuernemesten Festen, || im gantzen jar, || geprediget
|| durch || D. Mart. Luther. || M. D. XLV. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 96 Blätter in Folio (= 1 Ternio ohne Buchstabensignatur u.
Bogen A —P; 6 unbezifferte Blätter u. Blatt I –LXXXVIII u. 2 unbezifferte
Blätter), Blatt 6b des ersten Bogens ohne Buchstabensignatur und die 3 letzten
Seiten (= Blatt P 5b P 6) leer. Am Ende (Blatt LXXXVIII [= P 4]b unter den
Spalten): “Ende des Winterteils. ||”, darauf auf Blatt P 5a Z. 1 “Gedruckt zu
Leipzig || durch Nicolaum || Wolrab. || ❧ || M. D. XLV. ||” — Titel in Schwarz- und Rotdruck,
letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben.
[Folgt mit
neuem Titel:]
“Auslegung ||
der Euange- || lien an den fuerneme- || sten Festen, von O- || stern bis auffs
|| Aduent. || D. Mart. Luther || M. D. LXV. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 74 Blätter in Folio (= Bogen a –m; Titelblatt u. Blatt I
–LXIX u. 4 unbezifferte Blätter), das letzte Blatt (= m 8) leer. Am Ende (Blatt
m 7b unter den Spalten): “Getruckt zu Leipzig durch Nico-||laum Wolrab. ||”
Fortsetzung
der Sommerpostille, oben S. XXII (Cr. B.)
Vorhanden:
*Düsseldorf StL., *Wolfenbüttel. — Fehlt Erl. Ausg.
VII.
Gesamtausgaben.
c [K*]
“Postill || oder Auszlegung der Epi || steln und Euangelien, durchs gantz jar.
|| geteylt in zwey teyl. || D. Martin Luthers. || Das erst, vom ersten Sontag
an im Aduent, || bitz auff den nechsten Sontag nach Epipha || nie. Mit einer
Christlichen vorzede, vnd || underricht dis bůchs, sampt seynem ||
Register || [Druckerzeichen] || Anno. M. D. XXVII. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite bedruckt. 236 Blätter in Folio (= Bogen aa –dd u. a –z u. A –M;
22 unbezifferte Blätter u. Blatt I –XCII u. XLIX –LIII u. 1 unbeziffertes Blatt
u. Blatt XCIII –CXLI u. CXLI —ccvij. mit vielen Fehlern in der Bezifferung).
Titel in Schwarz- und Rotdruck, letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben;
das Komma am Ende der sechsten Zeile des Titels ist erst rot gedruckt und dann
schwarz überdruckt; vom Druckerzeichen auf dem Titel ist der untere Teil rot
überdruckt.
[Folgt mit
neuem Titel:] “Das ander || teyl der Postillen: || oder Außlegung der Episteln
|| und Euangelien. || D. Martin Luthers || Von dem ersten [WA s. xxxi]
Sontag nach
Epipha- || nie an, bitz auff den ersten Sontag im || Aduent, mit seinem
Register. || [Druckerzeichen] || Zů Straßburg bey Wolff Koepphel || Anno.
M. D. XXVII. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite bedruckt. 274 Blätter in
Folio (= Bogen ❧ u. * u. aa –zz
u. AA –VV; 12 unbezifferte Blätter u. Blatt j –cclxj. u. 1 unbeziffertes
Blatt), die vorletzte Seite (= Blatt VV 8a) leer. Am Ende (Blatt cclxj. [= VV
7]b Z. 43): “Gedruckt zů Straßburg bey Wolff Koepphel, vnnd vollendet im
jar || als man zalt nach der geburt Christi Tausent Fünffhundert, || Syben vnd
zwenzig, Am Fünff vnd zwenzig- || sten tag des Mertzens. ||” Die folgende Seite
(= Blatt VV 8a) leer, auf der letzten Seite (= Blatt VV 8b) Druckerzeichen.
Titel in Schwarz — und Rotdruck, letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben;
vom Druckerzeichen auf dem Titelblatt ist der untere Teil rot überdruckt.
Der erste
Teil dieser Ausgabe ist nichts anderes, als der oben S. XIII f. unter b
beschriebene Druck der Weihnachtspostille durch Amaudus Farckall in Colmar vom
Jahre 1523. Köpfel in Straßburg hat die Restauflage des Farckallschen Druckes
übernommen und lediglich Anfang und Schluß, d. i. Blatt 1 (Titelblatt) und 4
des ersten Bogens aa und Blatt 1 und 6 des letzten Bogens M neu gesetzt und auf
der Titel- und Schlußseite mit seinem Druckerzeichen versehen.
Vorhanden:
*Frankfurt a. M. (Ref. Luth. 16; im ersten Teil fehlen Blatt p 6 D 6 K 3, im
zweiten Teil Blatt ce 4 pp 4 pp 5 TT 2), Freiburg, Köln St. (nur Teil I),
Leipzig U. (nur Teil I), *München H. (nur Teil I). — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXI f.
Nr. 4.
d [K*]
“Postill. || oder auszlegung der Epi- || steln vnd Euangelien, nach der zeyt
vnd || von den heyligen durchs gātz Jar || anderwert [so] corrigiert durch
|| Martinum || Luther. || Das erst teyl vom Ersten Sontag an im || Aduent, biß
auff den nehesten Sontag || nach Epiphanie. Mit eyner Christ || lichen Vorrede,
vnnd vnder || richt dis Bůchs, sampt || seinem Re- || gister. || Zů
Straßburg bey Wolff Koepphl. || Anno M. D. xxix. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite bedruckt. 252 Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne
Buchstabensignatur u. 1 Quaternio ohne Buchstabensignatur u. Bogen a –z u. A
–R; 12 unbezifferte Blätter u. Blatt j –ccxl). Am Ende (Blatt ccxl [= R 6]a Z.
18): “... Ge- || druckt zů Straßburg bey Wolff Koepphel, vn̄ ||
volendet im Hornung, im iar als man || zalt von der geburt vnsers Herren ||
Jesu Christi. || M. D. xxix. ||” Auf Blatt ccxl [= R 6]b: Druckerzeichen. –
Titel in Schwarz- und Rotdruck, letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben.
[Folgt mit
neuem Titel:]
“Das ander
teyl || der Postillen, oder auß || legung der Epistelen vnd || Euangelien. ||
D. Martin Luthers || Von dem ersten Sontag nach Epi || phanie an, biß auf den
ersten || Sontag im Aduēt, mit || seinem Register. || [Druckerzeichen] ||
Zů Straßburg bey Wolff Koepphel || Anno. M. D. XXVIII. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite bedruckt. 273 Blätter in Folio (= Bogen ❧ u. * u. aa –zz u. AA –VV; 12 unbezifferte Blätter u. Blatt
I –CCLXI). Am Ende (Blatt CCLXI [WA s. xxxii][=
VV 7]b Z. 43): “Gedruckt zů Straßburg bey Wolff Koepphel, vnd vollendet im
jar || als man zalt nach der geburt Christi Tausent, Fünffhundert, || Acht vnd
zwentzig, Am Vier vnd zwentzigsten || tag des Mertzens. ||” — Titel in Schwarz-
und Rotdruck, letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben.
[Folgt mit
neuem Titel:]
“Das dritte
|| teyl der Postillen || oder Auszlegung || der Euangelien an den für- ||
nemesten Festen jm gantz- || en jar, gepredigt || durch || Mart. Luther. ||
Zů Straßburg bey Wolff || Koepphel. Anno || M. D. xxviij. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 166 Blätter in Folio (= Bogen AA –BB u. A
–Z u. Aa –Cc; 10 unbezifferte Blätter u. Blatt j –clv u. 1 unbeziffertes
Blatt), Blatt BB 4 und die vorletzte Seite (= Cc 6a) leer. Am Ende (Blatt clv
[= Cc 5]b Z. 38): “Getruckt zů Straßburg bey Wolff Koepphel || nach der
geburt Christi, im jar als || man zalt M. D. xxviij. ||” Die folgende Seite
(Blatt Cc 6a) ist leer. Auf der letzten Seite (Blatt Cc 6b): Druckerzeichen.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2000; Titelblatt zu Teil II fehlt), *Heidelberg (nur Teil I,
defekt), *Marburg (nur Teil II u. III, letzterer defekt). — Fehlt Erl. Ausg.
e [K*]
“Postill || Oder Außlegun || gen der Euange || lien vnd Episteln nach der ||
zeyt, und der heyligen fest, durchs gantz jar, || gepredigt durch D. M. Luther.
|| Das Erst theyl vom Er- || sten Sontag an, im Aduent, biß auff den || Ersten
Sontag nach Epyphanie. Mit || Eyner Christlichen Vorreden, vnd || Register. || [rot]
Truckt zů Straßburg bey Wolff Koephl. || [schwarz] ANNO. M. D. XXXI. ||”
Mit Titeleinfassung. Titelrückseite bedruckt. 252 Blätter in Folio (= 1 Duernio
u. 1 Quaternio ohne Buchstabensignatur u. Bogen a –z u. A –R; 12 unbezifferte
Blätter u. Blatt j –ccxl), Blatt 8 des zweiten Bogens ohne Buchstabensignatur
leer. Am Ende (Blatt ccxl [= R 6]a Z. 16): “Ende der Postillen über die
Epistelen vnnd || Euangelien vom Ersten Sontag im Aduent, biß an den Er- ||
sten Sontag nach der heyligen drey Koenig tag. Ge- || druckt zů Straßburg
bey Wolff Koepphel, un̄ || volendet im Hornung, im iar als man || zalt von
der geburt unsers Herren || Jesu Christi. || M. D. xxix. ||” Auf der letzten
Seite (= Blatt ccxl [= R 6]b) das Druckerzeichen Wolf Köpfels mit der
Beischrift “Ce phal.” (d. i. Cephalaeus, der latinisierte Name des Druckers).
Titel in Schwarz- und Rotdruck, letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben.
[Folgt mit
neuem Titel:]
“Das ander
teyle || der Postillen: oder Auszle- || gung der Episteln vnd Euangelien: ||
Von dem ersten Sontag nach Epi || phanie an, bitz auff den er- || sten Sontag
im Ad- || uent, mit seinem || Register. || D. Martin Luthers. || Zů
Straszburg bei Wolff || Koepphl. Anno M. D. XXXI. || ” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite bedruckt. 274 Blätter in Folio (= Bogen ❧ u. * u. aa –zz u. AA –VV; 12 unbezifferte Blätter u. Blatt
j –cclxj. u. 1 unbeziffertes [leeres] Blatt), das letzte Blatt (= VV 8) leer.
[WA s. xxxiii]
[Folgt mit
neuem Titel:]
“Das dritte
teyl || der Postillen oder Außle || gung der Euangelien an den fürnemisten ||
Festen im gantzen Jar, geprediget || durch Doctor || Martinum Luther. || ANNO.
M. D. XXXII. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 164 Blätter in Folio
(= Bogen AA u. A –Z u. Aa –Cc; 8 unbezifferte Blätter u. Blatt j –clv u. 1
unbeziffertes Blatt), Blatt AA 8 und die vorletzte Seite (= Blatt Cc 6a) leer.
Am Ende (Blatt clv [= Cc 5]b Z. 35): “Gedruckt zů Straßburg bey Wolff ||
Koepphl. Nach der geburt Christi, als man zalt. || M. D. XXXII. || ” Auf der
letzten Seite (Blatt Cc 6b) das Druckerzeichen Wolf Köpfels.
Vorhanden:
Freiburg (Teil 3), *München H. (Hom. 313), Straßburg. – Erl. Aus. 2 7, S. XXXIII:
1531 Nr. 4 (ohne Titelangabe kurz bezeichnet als eine zweite Auflage der
Köpfelschen Ausgabe v. J. 1527).
f [K*]
“Postill || Od außlegunge || der Epistlen vnd Euan- || gelien, nach der zeyt
vnd von den hey- || ligen Fest durch das gantz jar auß, || geprediget durch D.
Mar- || tinum Lutherum. || Das erste teil, vom Ersten || Sontag an im Aduent,
bis auff den nech- || sten Sontag nach Epiphanie. Mit eyner || Christlichen
Vorrede, vnd vnder- || richt dis Bůchs, sampt sei- ||nem Register. || Anno
M. D. xlij. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite bedruckt. 224 Blätter in
Folio (= 2 Bogen ohne Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. a –n; 10 unbezifferte
Blätter u. Blatt j. –ccxij. u. 2 unbezifferte leere Blätter), Blatt 4b des
ersten Bogens ohne Buchstabensignatur, Blatt 6b des zweiten Bogens ohne
Buchstabensignatur und die beiden letzten Blätter (= n 3 n 4) leer. Am Ende
Blatt ccxij. [= n 2]b Z. 42): “... Gedruckt zů || Straßburg bey Wolff
Koepphel, vn̄ volendet im Hor- || nung, im jar als man zalt von der
geburt vnsers || Herren Jhesu Christi. || M. D. xxxix. ||”
[Folgt mit
neuem Titel:]
“Das ander
teyle || der Postillen: oder Außle || gung der Episteln vnd Euangelien: || Von
dem ersten Sontag nach Epi || phanie an, biß auffden er- || sten Sontag im Ad-
|| uent, mit seinem || Register. || D. Martini Luthers. || Zů Straßburg
bei Wolff || Koepphl. Anno M. D. XXXVII. ||” Titelrückseite bedruckt. 274 Blätter
in Folio (= Bogen ☞ u. ☼ u.
aa –zz u. AA –VV; 12 unbezifferte Blätter u. Blatt j –cclxj u. 1 unbeziffertes
leeres Blatt), das letzte Blatt (= VV 8) leer.
[Folgt mit
neuem Titel:]
“Das Dritte
theyl der || Postillen oder außlegung der || Euangelien an den fürnemmisten ||
Festen inn dem gantzen || Jar, geprediget || durch || Doct. Martinum Luther.
||” Titelrückseite leer. 168 Blätter in Folio (= 1 Ternio ohne
Buchstabensignatur u. Bogen A –Z u. Aa –Dd; 6 unbezifferte Blätter u. Blatt j
–clxij). Am Ende (Blatt clxij [= Dd 6]a Z. 14): “Gedruckt zů Straßburg bey
Wolff || Koephel. Nach der geburt Christi, vn- || sers erloesers, als man zalt
|| M. D. XLII ||”
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2019). — Fehlt Erl. Ausg.
[WA s. xxxiv]
g [W*]
“Auslegung || der Episteln vnd Euan- || gelien durchs gantze iar, || D. Mar.
Luthers. || Auffs new corrigiert, || mit einem nuetzlichen || Register. ||
Wittemberg. || M. D. XLIIII. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 294
Blätter in Folio (= Bogen A –Z u. AA –ZZ u. AAA –CCC; 7 unbezifferte Blätter u.
Blatt II –CCLXXXI u. 7 unbezifferte Blätter), Blatt BBB 5b und die letzte Seite
(= Blatt CCC 6b) leer. Auf Blatt CCLXXXI (= BBB 5)a unter den Spalten: “Ende
der Postil vom Aduent an || bis auff Ostern. || Gedrückt zu Leipzig || durch
Nicolaum Wolrab. || M. D. XLIIII. ||” Darauf folgt auf Blatt BBB 6a ff. das
Register. Titel in Schwarz- u. Rotdruck, letzterer hier durch Fettdruck
wiedergegeben.
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2026), *Düsseldorf StL., *Wolfenbüttel; St. Petersburg. — Erl.
Ausg. 2 7, S. XXXV: 1543 resp. 1544 Nr. 4.
[Folgt mit
neuem Titel:]
Cr. B
“Auslegung || der Episteln vnd Euan- || gelien, von Ostern bis auff || das
Aduent. || D. Mar. Lut. || Auffs new zugericht. || Wittemberg. || M. D. XLIIII.
||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 396 Blätter in Folio (= Bogen a
–z u. aa –zz u. aaa – vvv; 5 unbezifferte Blätter u. Blatt II –CCCLXXXII u. 10
unbezifferte Blätter), das letzte Blatt (= vvv 6) leer. Am Ende (Blatt vvv 5b
unter den Spalten): “Gedrueckt zu Leipzig, durch || Nicolaum Wolrab. ||
Vorhanden:
Chemnitz St., *Düsseldorf StL. (Blatt a 3 u. a 4 fehlen). — Erl. Ausg. 2 7, S.
XXXV: 1543 resp. 1544 Nr. 3.
Hierzu gehört
Roths Festpostille als 3. und 4. Band.
VIII.
Niederdeutsche Ausgaben.
zu IVb (C –D)
Vthlegginge || der Euangelien vnde || Epistelen myt dem Re- || gister. || D.
Martinus Luther. || Wittemberg. || M. D. XXVj. ||“ Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 318 Blätter in Folio (= Bogen ❧ u. A –Z u. a –z u. Aa –Gg; 6 unbezifferte Blätter und ”Fo.
j.“ – ”Fo. ccxcviij.” und 14 unbezifferte Blätter), Blatt ❧ 6b und die drei letzten Seiten (= Blatt Gg 7b Gg 8) leer.
Am Ende (Blatt Gg 7a Spalte ß Z. 38): “Gedruecket tho Wittemberge des ||
soeuenden dages Septembris || Anno M. D. XXVj. ||”
Druck von Hans
Barth in Wittenberg.
Enthält nur
den Winterteil.
Vorhanden:
*Hamburg (OA IX Nr. 304; Blatt Gg 4 Gg 5 Gg 8 fehlen), *Münster U.,
*Wernigerode (defekt), Wolfenbüttel. — Erl. Ausg. 7, S. XXXVII Nr. 1; von
Dommer, die ältesten Drucke aus Marburg i. H. (1892), S. 160 unter Nr. 25.
zu VI. 3 (S.
XIX) “Vthlegginge || der Euangelien an den || voernemesten Festen ym || gantzen
iare, geprediget || dorch || Mart. Luth. || Wittem berch. || M. D. XXViij. ||”
Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 428 Blätter [WA s. xxxv] in Oktav (=
Bogen a und A –Z und Aa –Zz und aa –gg; 8 unbezifferte, 403 bezifferte und 17
unbezifferte Blätter), Blatt a 8b und die letzte Seite (= Blatt gg 4b) leer. Am
Ende (Blatt gg 4a Z. 27): “Gedrücket dorch Hin- || rick Ottinger. ||”
Druckort:
Magdeburg.
Vorhanden:
Berlin (Luth. 2122; früher Knaakesches Exemplar). – Fehlt Erl. Ausg.; M. Götze,
Historie der niedersächs. Bibelübersetzung S. 179 mit der Jahresangabe 1525;
darnach Hülße, Beiträge zur Gesch. der Buchdruckerkunst in Magdeburg (Geschichts-Blätter
für Stadt u. Land Magdeburg 15, 1880, S. 333) Nr. 14. Die hier gegebene
Jahresangabe kann nicht stimmen, da die hochdeutsche Festpostille zuerst i. J.
1527 erschien.
zu IVb (G)
“Vthlegginge der || Episteln vnde Euangeli- || en vam Aduente an, || wente up
Paschen. || Andermal Corrigert || dorch Mart. Luth. || Vppet nye auerseen, vnde
mit || schoenen leffliken figuren ge- || smuecket, Ock mit einem vliti- || gen
nyen Register edder Sum || men, alle des, wat ynn dessen || Postillen
gehandelt, gebetert. || Alle Texte na der nyen vor- || duedschinge vorandert.
||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 368 Blätter in Folio (= Bogen A
und b und a –z und A –Z und Aa –Oo; 10 unbezifferte, CCCLVIII bezifferte
Blätter), die letzte Seite (= Blatt CCCLVIII [= Oo 6]b leer. Am Ende (Blatt
CCCLVIII [= Oo 6]a Z. 22): Gedrückt tho Magdeborch || Michael Lorther [so!]. ||
M. CCCCC. XXX. ||”
Vorhanden:
*Göttingen U. (Autogr. Luth. p. 73), *Greifswald U. – Fehlt Erl. Ausg.; Hülße
Nr. 76 (Gesch.-Blätter 16, 1881, S. 99 f.) nach einem unvollständigen Exemplar
in Wolfenbüttel.
zu VI. 2 (S.
XX) “Vthlegginge der || Euangelien van || Paschen an wente vp || den Aduent,
gepre- || diget dorch || Mart. Luther. || Vppet nye auerseen vnde gebe- ||
tert, mit etliken Sermonen, || ock mit schoenen figurn voer- || mals nicht
geseen .•. || Gedrueckt tho Magdeborg thom || Lindtworm. Michel Lotther. ||”
Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 228 Blätter in Folio (= 1 Duernio
ohne Buchstabensignatur und Bogen A –Z und Aa –Pp; 4 unbezifferte, CCXVIII.
bezifferte, 6 unbezifferte Blätter), das letzte Blatt (= Pp 4) leer. Blatt
CCXVIII. [= Oo 2]a Z. 32: ... dat || vindestu anders wor ock vthgelecht. ||”
Vorhanden:
*Münster U. (G 2 3858), *Wolfenbüttel. — Fehlt Erl. Ausg.; Hülße Nr. 74 (Gesch.-Blätter
16, 1881, S. 98).
zu VI. 2 (S.
XVI). “De vthlegginge || der Euangelien || van Paschen an wente || vp den
Aduent, ge- || prediget dorch || Mar. Luther. || Vppet nye auerseen vnde gebe-
|| tert, mit etliken Sermo || nen, ock mit schoenen || figuren voermals ||
nicht geseen .•. || Gedrueckt tho Magdeborg thom || Lindtworm. Michel Lotther.
||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 228 Blätter in Folio (= 1 Duernio
ohne Buchstabensignatur und Bogen A –Z und Aa –Pp; 4 unbezifferte, CCXVIII bezifferte
und 6 unbezifferte Blätter), das letzte Blatt (= Pp 4) leer. Blatt CCXVIII [=
Oo 2]a [WA s. xxxvi] Z. 31: “... dat vindestu an- || ders wor ock vthgelecht.
|| [Signatur und Kustos:] Oo ij Register ||”. Von dem vorangehenden Druck
völlig verschieden.
Druckjahr:
1530.
Vorhanden:
*Göttingen U. (Autogr. Luth. p. 73). – Fehlt Erl. Ausg.
zu VI. 3 (S.
XX) “Vthlegginge der || Euangelien an den voerne- || mesten Festen ym gan- ||
tzen iare, gepredigt || dorch Mart. || Luther. || Mit vlite auerseen vnde gebe-
|| tert, mit eynem nyen Sermo- || ne, an des hilligen Christs || dage up dat
Euangelion Jo- || hannis am Ersten Capitel, || ock mit velen anderen
predigē || meer, am ende hentho gesettet. || Gedruecket tho Magdeborg thom
|| Lindtworm, Michael Lotther. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer.
238 Blätter in Folio (= 1 Quaternio ohne Buchstabensignatur und Bogen A –Z und
Aa –Q̷q̷ 8 unbezifferte, CCXXIX bezifferte und 1 unbeziffertes
leeres Blatt), die drei letzten Seiten (= Blatt Q̷q̷ 3b
Q̷q̷ 4) leer. Am Ende (Blatt CCXXIX [= Q̷q̷
3]a Z. 48): “Gedrücket tho Magdeborg thom Lindt- || worm, Michael Lotther. M.
D. XXX. ||”
Vorhanden:
*Göttingen U. (Autogr. Luth. p. 73), *Wolfenbüttel. – Fehlt Erl. Ausg.; Hülße
Nr. 75 (Gesch.-Blätter 16, 1881, S. 99).
zu VI. I (S.
XX) “Vthleggiñ || ge der Euangeli- || en vam Aduente wente || vp Paschen, sampt
veel andern || Predingen. || Martin. Luther || Mit schoenen leffliken Figuren.
|| ☞ Gedruecket tho Magdeborch,
|| by Hans Walther. || M. D. xxxij. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite
leer. 444 Blätter in Oktav (= 1 Quaternio ohne Buchstabensignatur und Bogen A
–Z und a –z und Aa –Ji; 8 unbezifferte, ccccx. bezifferte und 26 unbezifferte
Blätter), das letzte Blatt (= Ji 4) leer. Titel in Schwarz- und Rotdruck,
letzterer hier durch Fettdruck wiedergegeben. Die Hand in Z. 8 des Titels ist
rot gedruckt.
Üvbertragung
der Ausgabe von Stephan Roth.
Vorhanden:
*München U. (Luth. 71; Blatt L 4 und P 2 fehlen), *Wernigerode (Hc 79 m). –
Fehlt Erl. Ausg.
Dasselbe,
gleicher Druck. Anf dem Titel die Jahreszahl “ M. D. xxxiij.”
Vorhanden:
*Wolfenbüttel (919. 129 Th. 8o). — Fehlt Erl. Ausg.; Hülße Nr. 118
(Gesch.-Blätter 16, 1881, S. 177 ff.).
zu VI. 2 (S.
XV) “Vthleggin || ge der Euangelien || von Paschen an wente || vp den Aduent,
gepre- || diget dorch || Mart. Luther. || M. D. XXXIII. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite bedruckt. 468 Blätter in Oktav (= Bogen ❧ und A –Z und Aa –Zz und a –m; 8 unbezifferte, CCCCLI
bezifferte und 9 unbezifferte Blätter), die letzte Seite (= Blatt m 8b) leer.
Am Ende (Blatt m 8a Z. 22): “Gedrueckt tho Magde- || borch dorch Mi- || chel
Lotther. || M. D. XXXIII. ||”
[WA s. xxxvii]
Vorhanden:
*Wolfenbüttel. – Fehlt Erl. Ausg.; Hülße Nr. 117 (Gesch.-Blätter 16, 1881, S.
176 f.) nach Scheller Nr. 815, und dieser nach Hardt 3 S. 229 (unvollkommene
Beschreibung).
zu VI. 3 (S.
XVIII ff.) Vthleggiñ- || ge der Euangelien || an den voernemesten Festen || ym
gantzen jare, gepre- || diget dorch || Martin. Luther. || Ock mit schoenen
leffliken || Figuren voermals nicht geseen. || Gedrueckt tho Magde- || borg, by
Hans Walther. || M. D. XXXIII. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite leer.
432 Blätter in Oktav (= Bogen ☞ und A –Z und Aa –Zz und Aaa –Ggg; 8 unbezifferte, ccccv
bezifferte und 19 unbezifferte Blätter), die letzte Seite (= Blatt Ggg 8b)
leer. Am Ende (Blatt Ggg 8a Z. 25): “Gedruecket by Hans || Walther tho Magde-
|| borg. M. D. XXXiij ||”
Vorhanden:
*Wolfenbüttel [Blatt Ss 7 fehlt]. – Fehlt Erl. Ausg.; Hülße Nr. 119
(Gesch.-Blätter 16, 1881, S. 180 ff.).
IX.
Lateinische Ausgaben.
zu VII
“PRIMVS || TOMVS ENARRATIO- || num in Epistolas & Euangelia, ut uulgo ||
uocant, lectiones illas, quœ in Mißa fe- || stis diebus ex historijs
Euangelicis || & scriptis Apostolicis solent re || citari. Authore Marti-
|| no Luthero. || Opus optimæ frugis, latinis || hactenus incognitum. ||” Mit
Titeleinfassung. Titelrückseite leer. 188 Blätter in Oktav (= 2 Bogen ohne
Buchstabensignatur und Bogen a –y; 13 unbezifferte Blätter und Blatt 2 –175 und
1 unbeziffertes Blatt), die letzte Seite (= Blatt y 8b) leer. Am Ende (Blatt y
8a Z. 1): “ARGENTORATI APVD || IOHANNEM HERVA- || GIVM PRIMO FE- || BRVARII AN.
|| M. D. XXV. ||”
Mit Vorrede
von Martin Bucer.
“SECVN- ||
DVS TOMVS ENARRA || tionū in Epistolas & Euangelia, ut uul || go
uocant, lectiones illas, quœ in || Mißa festis diebus ex historijs ||
Euāgelicis & scriptis Apo || stolicis solent recitari. || Authore
Marti- || no Luthero. || In calce Indicem reperies. ||” Mit Titeleinfassung.
Titelrückseite leer. 176 Blätter in Oktav (= Bogen A –Y; Titelblatt und Blatt
2n̄ –165 und 11 unbezifferte Blätter), die drei letzten Seiten
(= Blatt Y 7b Y 8) leer. Am Ende (Blatt 165 [= X 5]a Z. 13): “ARGENTORATI IN ||
ædibus Iohan. Heruagij mense || Martio, anno M. D. XXV. ||” Darauf Blatt 165b
Z. 1: “IN SECVNDVM || TOMVM IN || DEX. || ...”, Blatt Y 7a Z. 21: “FINIS. ||”
“TERTIVS ||
TOMVS ENARRATIO- || num in Epistolas & Euāgelia, ut uulgo || uocant,
lectiones illas, quæ in Missa fe- || stis diebus ex historijs Euangelicis ||
& scriptis Apostolicis solent re || citari, Authore Marti- || no Luthero.
|| Indicem locorum insignium in calce || libri reperies. || Anno, M. D. XXVI.
||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite [WA s. xxxviii]
bedruckt. 264
Blätter in Oktav (= Bogen A –Z u. Aa –Kk; Titelblatt und Blatt 2 –248 und Blatt
149 und 15 unbezifferte Blätter), Blatt Ii 2b und das letzte Blatt (= Kk 8)
leer. Am Ende (Blatt Ii 2a Z. 1): “ARGENTORATI APVD IO- || ANNEM HERVAGIVM ||
MENSE MARTIO, || ANNO, M. D. || XXVI. ||” Darauf Blatt Ii 3a Z. 1: “LOCORVM
INSIGNIVM || huius Tomi index. || ...”, Blatt Kk 7b Z. 5: “FINIS. ||”
Mit Vorrede
von Martin Bucer.
“QVAR- || TVS
TOMVS ENARRA- || tionum in Epistolas & Euangelia, || ut uulgo uocant,
lectiones illas, || quæ in Missa festis diebus || ex historijs Euangelicis ||
et scriptis Apostoli || cis solēt recitari, || Authore Mar || tino Lu- ||
thero. ||” Mit Titeleinfassung. Titelrückseite bedruckt. 288 Blätter in Oktav
(= Bogen a –b und 1 Bogen ohne Buchstabensignatur und Bogen A –Z und Aa –Kk; 24
unbezifferte, 263 bezifferte Blätter und 1 unbeziffertes Blatt), die letzte
Seite (= Blatt Kk 8b) leer. Am Ende (Blatt Kk 8a Z. 1): “ARGENTORATI APVD ||
IOHANNEM HERV A- || GIVM. MENSE IV- || LIO. ANNO || M. D. XXVI. ||”
Mit Vorrede
von Martin Bucer.
“QVINTVS ||
TOMVS ENARRATIONVM IN || Euangelia, ut uulgo uocant, lectio- || nes illas, quæ
in Mißa festis diebus || ex historijs Euangelicis solent || recitari, Authore
Marti || no Luthero. || ★ || CVM INDICE.
|| ARGENTORATI. || Anno, M. D. XXVII. ||” Titelrückseite bedruckt. 416 Blätter
in Oktav (= 2 Bogen ohne Buchstabensignatur und Bogen A –Y und Aa –Zz und AA
–FF; 13 unbezifferte Blätter und Blatt 2 –176, 185 –280, 284 –347, 349 –415 und
1 unbeziffertes Blatt), die letzte Seite (= Blatt FF 4b) leer. Am Ende (Blatt
FF 4a Z. 7): “ARGENTORATI, APVD || IOHANNEM HERVA || GIVM AN. M. D. XXVII. ||
MEN. APRIL. ||”
Mit Vorrede
von Johannes Lonicer.
“SEXTVS TO-
|| MVS ENARRATIONVM M. || Lutheri in Euangelia, quæ in præ- || cipuis festis
per totum || annum leguntur. || * || ARGENTORATI ANNO || M. D. XXVII MENSE ||
AVGVSTO. ||” Titelrückseite leer. 368 Blätter in Oktav (= Bogen A und A –Z und
Aa –Yy; 8 unbezifferte und 360 bezifferte Blätter), die letzte Seite des ersten
Bogen A und die letzte Seite am Ende (= Blatt Yy 8b) leer. Am Ende (Blatt 360
[= Yy 8]a Z. 11): “ARGENTORATI APVD IO- || HANNEM HERVAGIVM || MENSE AVGVSTO,
|| ANNO M. D. XXVII. ||”
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2141: T. I –V), *Hamburg (I –VI), *Königsberg (I –V),
*Wolfenbüttel (I –VI) und auch sonst vielfach, wenn auch zumeist nur in
unvollständigen Exemplaren. — Erl. Ausg. 2 7, S. XXXVI, Nr. 1.
[WA s. xxxix]
zu VII “❧ ENARRATIONES || QVAS POSTILLAS VOCANT IN LECTIONES ILLAS ||
quæ ex Euangelicis historijs, Apostolorum scriptis, atque || nonnunquam ex
alijs quoque S. Scripturæ libris || desumptæ, per universum annum, tam in ||
diebus Dominicis, quam festis me- || moriæ Diuorum sacris ad || Missam recitari
so- || litæ sunt. || PER MARTINUM LVTHERVM. || Index item locorum insignium, ac
Lectionum || Dominicalium, per ordinem digestus. || AGENTORATI APVD IOHANNEM ||
HERVAGIVM AN. M. D. XXVIII. || MENSE IANVARIO. ||” Titelrückseite leer. 464
Blätter in Folio (= Bogen a –ß, A –Z, Aa –Zz, AA –ZZ, Aaa –Ggg; 11 unbezifferte
Blätter und Blatt 2 –453 und 1 unbeziffertes Blatt), die drei letzten Seiten (=
Blatt Ggg 5b Ggg 6) leer. Am Ende (Blatt 453 [= Ggg 5]a Z. 27): “ARGENTORATI APVD
IOHANNEM || HERVAGIVM MENSE || IANVARIO. ANNO || M. D. XXVIII. ||”
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2145), *Greifswald U., *Hamburg, *München U. und sonst häufig. —
Erl. Ausg. 2 7, S. XXXVI Nr. 2.
zu VII
“ENARRATIONES SEV || POSTILLAE MARTINI LVTHERI IN LECTI || ones, quæ ex
Euangelicis historijs, Apostolorum scriptis, alijsq; S. || Scripturæ literis
desumptæ, per universum annum, tam in die || bus Dominicis, quàm Diuorum
memoriæ sacris, super || Missam faciendum, recitantur, ad Ioan. Heruagij ||
exemplar, fidelius tamen atq; diligentius || quàm antehac recognitæ &
excusæ. || [Druckerzeichen] || ARGENTORATI GEORGIO VLRICHERO || Andlano
Impressore, An. M. D. XXX. Mense Augusto. ||” Titelrückseite leer. 466 Blätter
in Folio (= Bogen A –B, a –z, A –Z, Aa –Zz und AA –GG; 10 unbezifferte, 455
bezifferte und 1 unbeziffertes Blatt), Blatt B 4 des ersten Bogens B und die
vorletzte Seite (= Blatt GG 6a) leer. Am Ende (Blatt 455 [= GG 5]b Z. 53):
“ARGENTORATI APVD GEORGIVM || VLRICHERVM ANDLANVM, || MENSE SEPTEMBRI, || ANNO
XXX. ||”. Blatt GG 6a leer. Blatt GG 6b: Druckerzeichen.
Vorhanden:
Breslau U., Dessau, Dresden, Gotha, *Greifswald U. (Fh 614), Halle, Wittenberg.
— Erl. Ausg. 2 7, S. XXXVI f. Nr. 3.
zu VII
“ENARRATIONES SEV || POSTILLAE MARTINI LVTHERI || in Lectiones, quæ ex
Euangelicis historijs, Aposto- || lorum scriptis, alijsq; Sacræ Scripturæ
literis desumptæ, || per uniuersum annum, tam in diebus Domini- || cis, quàm
Diuorum memoriæ sacris, super || Missam faciendum, recitantur, fidelius atq; ||
diligentius quàm ante hac recognitæ || & excusæ. || ❧ || [Druckerzeichen] || ARGENTORATI GEORGIO VLRICHERO ||
Andlano Impressore, An. M. D. XXXV. Mense Martio. ||” Titelrückseite leer. 458
Blätter in Folio (= 1 Duernio ohne Buchstabensignatur [WA s. xl] und Bogen a –z, A –Z, Aa –Zz, AA –FF; 4
unbezifferte, 453 bezifferte, 1 unbeziffertes Blatt), die vorletzte Seite (=
Blatt FF 8a) leer. Am Ende (Blatt 453 [= FF 7]b Z. 52): “ARGENTORATI APVD
GEORGIVM || VLRICHERVM ANDLANVM, || MENSE MARTIO, ANNO || M.D. XXXV. ||”
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2147), *Wernigerode, *Wolfenbüttel; *London. — Erl. Ausg. 2 7,
S. XXXVII Nr. 4.
zu VII
“ENARRATIONES || Seu Postillæ Martini Lu || theri maiores, || IN LECTIONES,
QVAE EX EVANGELICIS HISTO- || rijs, Apostolorū scriptis, alijsq; sacrae
scripturæ locis desumptæ, per uni || uersum annum, tam in diebus Dominicis, q;
Diuorum memoriæ sacris || pro concione recitantur, sidelius atq; diligentius
quàm || antehac recognitæ & excusæ. || QVIBVS PRAETER NVNC PRI- || mùm
adiectas aliquot Homilias, acceßit etiam Apologia Græ- | corum de igne
Purgatorio, exhibita in Concilio Basiliensi, per || Ioannem Hartungum
latinitate donata, neque || unquam antea in lucem edita. || Rerum quoque &
uerborum toto opere || memorabilium Index. || BASILEAE. ||” Titelrückseite
leer. 507 Blätter in Folio (= Bogen a –ß, A –Z, Aa –Zz, Aaa –Ooo; 10
unbezifferte, 493 bezifferte und 4 unbezifferte Blätter), Blatt ß 4 leer. Am
Ende (Blatt Ooo 5b Z. 7): “BASILEAE, PER IOANNEM HER- || uagium, Anno salutis
humanæ M. D. XLVI. || Mense Martio. ||”
Vorhanden:
*Berlin (Luth. 2149), Breslau St., Königsberg U. und sonst häusig. — Fehlt Erl.
Ausg.
Anmerkung.
Nicht hierzu gehört die Schrift
“EVANGE- ||
LIA ET EPISTOLAE || DOMINICALES OMNES CVM || D. Mar. Lutheri Summarijs. || Item
ea Euangelia & Epistolæ || quæ in præcipuis sanctorum || festis tractantur.
|| LIPSIAE || Apud Nicolaum VVolrab. | 1544 ||” Titelrückseite leer. 168
unbezifferte Blätter in Oktav (= Bogen A –X), das letzte Blatt (= X 8) leer. Am
Ende (Blatt X 7b Z.6): “LIPSIAE || EX OFFICINA || Nicolai VVolrab. ||”
Vorhanden :
Breslau St.
Luther ist
nicht der Verfasser dieser Schrift. Der Text lehnt sich an Bugenhagens Indices
quidam in Euangelia (ut uocant) Dominicalia vom Jahre 1524 an, deren Ausgaben
Geisenhof, Bibliotheca Bugenhagiana (Quellen und Darstellungen aus der
Geschichte des Reformationsjahrhunderts. Bd. 6), Leipzig 1908 unter Nr. 50 –53
verzeichnet, und ist aus Luthers Kirchenpostille, gelegentlich auch aus der
Hauspostille, erweitert. Vgl. Edmund Schmidt (Pforta), Über angebliche
Luthersche Evangeliensummarien. Theol. Stud. u. Krit. Ig. 86, 1913, S. 389
–428.
[WA s. xli]
1925[WA s. xli]
[Einleitung]
So sorgfältig
vorbereitet die Flucht Luthers auf die Wartburg gewesen ist, an Eines hatten
die trefflichen und geschickten Diplomaten nicht gedacht: daß der Mönch auch
arbeiten wollte und zum Stillesitzen oder zum ritterlichen Streifen in Wald und
Feld als “Junker Jörg” nicht geschaffen war. In der Nacht des 4. Mai 1521 war
Luther auf der Wartburg eingeliefert worden, und schon nach 8 Tagen, am 12. Mai
schreibt er an Amsdorf nach Wittenberg (Enders 3 Nr. 433), er habe sich an
Hieronymus Schurf gewandt wegen Übersendung von Büchern und der bereits
gedruckten Bogen, und schreibe gleichzeitig in demselben Sinne an den Prior
Helt; man möge ihm helfen, das Gewünschte zu erhalten, nunc sum hic otiosus,
sicut inter captivos liber. Die Bücher und Bogen sind am 14. Mai noch nicht da
(an Spalatin, 14. Mai, Enders 3 Nr. 435: nihil adhuc e Wittemberga aut aliunde
a nostris accepi), noch immer sitzt er den ganzen Tag müßig (ego otiosus hic et
crapulosus sedeo tota die) und kann nur in der griechischen und hebräischen
Bibel, die er wohl bei sich gehabt hatte, lesen (bibliam Graecam et Hebraeam
lego). Aber er entwickelt Spalatin bereits ein Programm, das ausgeführt werden
soll, sobald das aus Wittenberg Erbetene da ist: “scribam sermonem vernaculum
de confessionis auricularis libertate, Psalterium etiam prosequar, et
Postillas, ubi e Wittemberga accepero, quibus opus habeo, inter quae et
Magnificat inchoatum expecto” (auf das Magnificat geht also der Wunsch nach
Übersendung der bereits gedruckten Bogen (vgl. Unsre Ausg. Bd. 7, 538 ff.).
Hier also taucht zum ersten Male der Gedanke an Arbeit an der Kirchenpostille
auf, und es ist für die ganze Anlage seiner Arbeit im Auge zu behalten, daß sie
als Fortsetzung (prosequar) gedacht ist, d. h. als Weiterführung der schon im
November 1519 auf Wunsch des Kurfürsten Friedrich in Angriff genommenen und im
März 1521 erschienenen, die vier Adventssonntage umfassenden lateinischen
Postille (vgl. Unsre Ausg. Bd. 7, 458 ff.) Aber sehr bald erhält dieser Plan
eine erste Verschiebung: Luther will eine deutsche Postille schaffen und bedarf
dazu der Ruhe (quieta studia, Enders 3, 162), es ärgert ihn, daß er durch die
gegen den Löwener Latomus notwendig gewordene Schrift aus der Stille seiner
Studien herausgerissen wird. Wie er an Melanchthon am 26. Mai (enders 3 Nr.
438) schreibt, hatte er vor, die deutsche Postille mit [WA s. xlii]
Übersetzung
der lateinischen, gedruckten Adventspredigten zu beginnen, aber die Freunde
haben ihm noch kein Exemplar geschickt (statueram enarrationes epistolarum et
evangeliorum vernacula donare, sed vos non misistis Postillas istic excusas).
So konnte an der Postille zunächst noch nichts geschafft werden; andere
Arbeiten wurden in Angriff genommen und vollendet, über die Luther am 10. Juni
an Spalatin berichtete (Enders 3 Nr. 441). Das Exemplar der Postille ist immer
noch nicht da, der, dem Luther es – offenbar sein Handexemplar – anvertraut
hatte, hat es verlegt, die Freunde können es nicht finden. (Postillas nondum
accepi; erratum est per illum, cui commiseram). Aber Luther hat einen Ausweg
gewußt, um sich zu behelfen, er hat um ein exemplar brevioris postillae gebeten
– was darunter zu verstehen ist, wird unten (S. LXII) deutlich werden, hier
genüge die Heraushebung, daß es sich um etwas anderes als die gedruckte
Postille handeln muß –, das zugleich ein Verzeichnis der altkirchlichen
Perikopenreihe von Episteln und Evangelien enthielt. (scripsi interim, quod si
invenire non poterunt, tu curabis, ut exemplar brevioris postillae habeam, si
habes una cum indice Epistolarum et Evangeliorum). Wie Bossert (Theol. Studien
und Kritiken 1897 S. 279) treffend hervorhob, bedurfte Luther eines solchen
Verzeichnisses notwendig für seine Arbeit, “da er die consuetudo Romana, die er
sich unter Umständen von dem altgläubigen Burgkaplan etwa durch die Vermittlung
von Berlepsch (dem Hauptmann der Wartburg) hätte verschaffen können, nach 1516
aufgegeben hatte” (Unsre Ausg. Bd. 4, 622 Anm. 1). Aber Luther hat noch mehr getan:
seine Untätigkeit an der Postille hat nicht allzulange vorgehalten, Latomus
vielmehr hat noch etwas auf Antwort warten müssen (Latomo etiam respondendum
est a me, 10 Juni a. a. O.), und Luther hat inzwischen wirklich insofern mit
der Fortsetzung der Adventspredigten begonnen, als er eine Epistel aus den
Perikopen der Weihnachtszeit in deutscher Sprache in ausführlicherer Darlegung
(nämlich: ausführlicher, als er in den Adventspredigten ausgelegt hatte)
fertiggestellt hatte (ego interim epistolam unam vernacula absolvi Dominicae
Nativitatis copiosiore enarratione, a. a. O.). Damit tritt die zweite
Verschiebung im ursprünglichen Plane ein: Luther schiebt die Adventspredigten
beiseite und hebt mit der Auslegung der Weihnachtspredigten an, und zwar in
größerer Ausführlichkeit, als er sie bei jenen beobachtet hatte.
Nun erhebt sich die Frage: welche Predigt
hat Luther damals am 10. Juni fertig gehabt, und in welcher Reihenfolge hat er
weiterhin übersetzt?
Nach seinen Worten muß es sich um eine
Weihnachtsepistel handeln. Der Weihnachtsepisteln gibt es aber drei, die
Epistel zur Messe in der Christnacht (Tit. 2, 11 –15), die Epistel in der
Früh-Christmeß (Tit. 3, 4 –7) und die Epistel am Christtag (Hebr. 1, 1 –12);
welche ist die von Luther absolvierte una? Das Naturgemäße ist es, daß Luther
sich an die Perikopenreihe hielt, also mit der Epistel zur Messe in der
Christnacht begann. “Luther griff nicht beliebig zu und wählte einen gerade
seinem Geschmack zusagenden Episteltext” (Bossert); er hat es, als er auf Wunsch
des Herzogs Johann eine Auslegung des Evangeliums von den aussätzigen verfaßte,
das in der Perikopenordnung weit nach Pfingsten fiel, ausdrücklich [WA s. xliii]
hervorgehoben, daß er “mitten ynn der erbeyt umb der lesterer willen die
ordnung brechen” mußte und seinen “lieben Deutschen die Postillen mitten auß
dem faß” kredenzte (Unsre Ausg. Bd. 8, 343; Bossert a. a. O. S. 283). Außerdem
trägt die Auslegung der Epistel Tit. 2 deutlich den Stempel einer
Eröffnungspredigt an sich. Boffert hat darauf aufmerksam gemacht, daß Luther
die Predigt mit der Anwendung der Geschichte Nehemias cp. 4 einleitet, genau
wie die Enarrationes der Adventspredigten in der Widmung an den Kurfürsten
Friedrich (Unsre Ausg. Bd. 7, 464). Das wird kein Zufall sein, vielmehr wird Luther
sich erinnert haben, daß er mit jener biblischen Erzählung schon einmal
einleitete, und daß sie als Einleitung besonders brauchbar war. Er hat sie
jetzt, das zweite Mal, ausführlicher verwertet als ehedem und ein förmliches
Programm daraus entwickelt: sie lehrt, “das man das wort gottis brauche ynn
zweyer weyß .... mit eyner hand die Christenheyt baw, bessere, lere, speyße,
mit der andernn dem teuffel, den ketzernn, der wellt widderstand thue .. Drumb
wollen wyr, ßo gott gnade gibt, die Euangelia auch der massen handellnn, das
wyr nit alleyn unßer seelen drynnen weyden, sondernn auch dieselben alß eynen
harnisch leren anthun und damit fechten wider alle feynde, auf das wyr mit
weyde und wapen gerust seyn” (Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 18 f.). Hiernach sollen
also die einzelnen Auslegungen in zwei Teile zerfallen, einen erbauenden und
einen polemischen Teil. Diese programmatisch aufgestellte Disposition ist in
der Predigt über Tit. 2 ganz deutlich; mit einem scharfen Absatz: der harnsch
dißer Epistel (Unsre Ausg. Bd. 101I, 54) hebt der zweite Teil an. Die Predigt
über das Evangelium in der Christmeß Luk. 2, 1 –14 zeigt ebenfalls noch die
Zweiteilung; S. 93 unsrer Ausgabe beginnt “der Harnsch dießes Euangeli”. Ebenso
die Auslegung der Epistel in der Früh-Christmeß Tit. 3, 4 –7, die wiederum
einen besonderen Abschnitt “der harnsch dißer Epistell” bietet (a. a. O. S.
127). Auch in der Auslegung des Evangeliums in der Früh-Christmeß Luk. 2, 15
–20 ist das ursprüngliche Programm noch erkennbar; eine ausdrückliche Hervorhebung
fehlt zwar, aber der letzte Abschnitt beginnt mit den Worten “diß Euangelium
ist nit fast eyn streytt Euangelium” (a. a. O. S. 141). wider anders steht die
Sache bei der Auslegung der Epistel am Christtag Hebr. 1, 1 –12: hier sind die
beiden Teile in Eins verschmolzen, und Luther sagt: “alßo haben wyr, das diß
gantz Epistell eytel harnisch ist” (a. a. O. S. 179). Man erkennt, die
Disposition ist in Unordnung geraten. Die Predigt über das Evangelium in der
hohen Christmesse Joh. 1, 1 –14 verzichtet darauf, den “Harnisch” geltend zu
machen: “auß dissem Euangelio ist nit nodt, den harnisch zu suchen, es ist
eyttel harnisch und hawbtstuck”, und in den folgenden Auslegungen ist dann von
“Harnisch” überhaupt nicht mehr die Rede, Luther hat sein Programm vergessen.
Nur sechs Predigten hindurch, mit stetig abnehmender Stärke, hat es vorgehalten.
[WA s. xliv] Aber noch genauer läßt sich
beweisen, daß diese sechs Auslegungen, die sachlich um jener Disposition willen
eine Gruppe bilden, in der aufgezählten Reihenfolge verfaßt sein müssen. Die
dritte Predigt, die Epistel zu der Früh-Christmeß, schließt unmittelbar an die
zweite,das Evangelium in der Christmeß, an; denn Luther beginnt sie mit den
Worten: “Diße Epistell leret und treybet eben das wyr am end des Euangeli
gesagt haben vonn dem wolgefallen odder gutten willen” (a. a. O. S. 95, 17 ff.
vergl. 99, 20: “so leret nu diße Epistel abermal die tzwey stuck, glawben und
lieben). Dieselbe Predigt verweist aber auch auf die erste zurück: “das wortle:
erschynen ist gnugsam droben yn der vorigen Epistell außgelegt” (a. a. O. S.
96, 17 f. vgl. 97, 2 f.: “wie droben”) oder: item ßo hat auch S. Paulus ynn der
vorigen Epistell Tit. 2 gesagt” (a. a. O. S. 110, 2 f. vgl. 11). Damit ist die
Reihenfolge der drei ersten Predigten sichergestellt; sie sind so verfaßt, wie
sie gedruckt wurden, Luther hat sich an die Ordnung der Sonntage und Perikopen
gehalten. Die vierte Auslegung (Evangelium in der Früh-Christmeß) weist auf die
zweite zurück: “was aber sey Christum finden ynn solchem armutt, und was
bedeutte seyn kindwindel und krippen, ist ym vorigen Euangelio gesagt” (a. a.
O. S. 139, 11) .... Nu ist droben gesagt, Maria sey Christliche Kirche” (a. a.
O. S. 140, 1), die fünfte Predigt (Epistel am Christtag) setzt einerseits voraus,
daß die sechste (Evangelium in der hohen Christmesse) noch nicht verfaßt ist,
und andrerseits weist sie auf die dritte (Epistel in der Früh-Christmeß)
zurück. Luther sagt nämlich: “wo aber herkompt solch weyße tzu reden, werden
myr ym Euangelio horenn” (a. a. O. S. 153, 8 f.) und: “gefellt das nit, mag ich
alßo dencken, das durchs wort werd vorstanden alß viel alß eyn thatt oder
geschicht, wie ym nehsten (d. h. nächstvergangenen) Euangelio Lucas von den
hirtten sagt” (a. a. O. S. 159, 14). In der Tat erläutert nun die sechste
Auslegung die fünfte, unter ausdrücklicher Bezugnahme. “Alßo haben wyr ynn der
Epistel gesehen, wie die gottheytt Christi ist durch den Apostel bewehret auß
den spruchen des allten testaments” (a. a. O. S. 181, 24) .... Drumb nach des
Apostols gedancken mussen wyr alßo dencken, weigott mit yhm selb tzu sich selb
rede unnd eyn wort von sich selb laß ynn yhm selb, aber dasselb wortt sey nit
eyn lediger wind odder schall, ßondernn bring mit sich das gantz weßen
gotlicher natur, und wie droben ynn der Epistel vom scheyn unnd bild gesagt
ist, das die gottliche natur alßo gepildet wirt, das sie ynß bilde gantz mit
folget” (a. a. O. S. 186, 17) ... “Szo haben myr droben ynn de Epistel
gehörett, er trage alle ding durch's wortt seyner krafft” (a. a. O. S. 211, 3
f.) .... “Das wortlin: Ehre haben wyr droben ynn der Epistell auch gehörtt” (a.
a. O. S. 244, 3) ... “Alßo mochten wyr das droben ynn der Epistelln alßo
vordeutschen: Er ist eyn scheyn seyner herlickeytt” (a. a. O. S. 245, 2). Die sechste
Predigt weist außerdem noch zurück auf die erste und dritte. “Wie das
tzuuorstehenn sey, ist droben gesagt, ynn der Epistell von der Christmeß” (a.
a. O. S. 224, 17) “.. ßo denn der glaub solch kindschafft gibt, ists yhe klar,
das die gutten werck sollen frey umbsonst geschehen, alleyn gott tzu ehren, alß
von denen, die schon die selickeyt unnd das erbe gottis durch den glawben
haben, wie droben ynn der ander Epistell ist gnugsam gesagt” (a. a. O. S. 228,
18 f.). Die ersten sechs Auslegungen sind also ganz zweifellos nach einander
verfaßt.
Ähnliche Verweise durchziehen nun auch
die übrigen Predigten und stellen Luthers Anschluß an die Perikopenfolge
sicher. Die achte Auslegung z. B. (Evangelium [WA s. xlv]
am
Stephanstag) verweist auf die sechste zurück: “wie ym nehisten Euangelio gesagt
ist” (a. a. O. S. 271, 8 f.) .. “droben ist er eyn liecht und leben genennet”
(a. a. O. S. 284, 20). Nicht minder auf die fünfte und dritte: “denn wie ich
mehr mal gesagt, man muß gar wol acht haben auff Christus wort” (a. a. O. S.
279, 3) .... “Nun ist droben ynn eyner epistell gesagt, wie es nit gnug ist,
das wyr frum sind” (a. a. O. S. 281, 7 f.). Die neunte Predigt (Epistel am S.
Johannes-Tage) weist zurück auf die siebente und dritte: “Was gottis furcht und
gerechtickeyt sey, wirt hie nit gesagt, droben aber haben wyrß offt gesagt” (a.
a. O. S. 290, 20); sie verweist voraus auf die zehnte Predigt: “Es reymet sich
auch diße Epistell mit dem Euangelio nit ubel” (a. a. O. S. 304, 15). Nun wäre
ja an sich denkbar, daß die siebente Auslegung nach der achten verfaßt wäre,
aber ein zwingender Grund zu dieser Annahme liegt nicht vor, im Gegenteil, sie
wäre unnatürlich. Die zehnte Auslegung weist auf die dritte zurück: “Ich hab
droben offt gesagt, tzuuor ynn der Epistel der fruhmeß am Christag, das der
glawb mach auß Christo und dem menschen eyn ding” (a. a. O. S. 319, 15 f.). Die
elfte Predigt (Epistel am Sonntag nach dem Christtag) nimmt Bezug auf die
zehnte, neunte, sechste und fünfte: “die person, wo sie ist, die thut eyttel
gutte werck, und was sie thutt, ist gutt, wie ynn der vorigen Epistell gesagt
ist” (a. a. O. S. 328, 19 f.); “ßo haben wyr ynn der vorigen Episteln gnugsam
gehort, das eynem menschen nit gnug ist, ßo er Christen seyn will, das er
glewb, es sey allis war, was von Christo gesagt ist” (331, 15), “nit die gutten
werck, die ynn beten unnd kleydern gehen als die Caynschen thun, ßondern die
dem nehisten nutzlich und gutt seyn, wie droben gesagt ist ym nehsten
Euangelio” (234, 16) “auf das erst dringt das gantz Euangelium Johannis, wie
droben am Christag gesagt ist” (354, 10), “denn gottis ßon seyn ist mehr denn
Engel seyn, wie ynn der Epistell am Christag gesagt ist” (335, 9 f.). Nicht
minder stark weist die zwölfte Auslegung (Evangelium am Sonntag nach dem Christtag)
zurück, nämlich auf die elfte, zehnte, fünfte, sechste und zweite. “Darnach ist
kommen die klare tzusagung Abrahe .. dauon wyr ynn der Episteln gesagt” (418,
14 f.) “Nu haben wyr ynn der nehisten epistel gehoret, das die, ßo unter dem
gesetz leben, nit wol leben” (424, 3), “darumb werden sie nymmermehr frum noch
gerecht, wie gnugsam ynn der epistel ist gesagt” (425, 19, vgl. 397, 8 und 434,
4), “droben am Christag, ynn der hohe messen Epistell und Euangelium haben wyr
dauon exempell gesehen” (385, 15), “item in der Christmeß Euangelio haben wyr
auch dauon gesagt” (385, 18), “sihe, also gar hangt alle gütte der werck an den
personen und beruffen, dauon auch droben ym Euangelio an S. Johannes tag gesagt
ist” (414, 15). Die dreizehnte Auslegung (Epistel am Neujahrstag) knüpft in
ihren ersten Worten bei der elften an: “das ist auch eyn rechte Paulische
epistel” (449, 14), um im weiteren Verlauf noch wiederholt sie zu zitieren:
“wie ynn der vorigen Epistell ist gesagt” (465, 4, 468, 12, 503, 9) “wie ynn der
vorigen epistel gehört ist” (475, 3). Die vierzehnte Predigt (Evangelium am
Neujahrstage) führt die “vorige Epistel” an: “wie Paulus ynn der vorigen
Epistell sagt: er ist unter das gesetz getan” (516, 6, vgl. 517, 7), aber die
gemeinte Stelle steht nicht “in der vorigen Epistel”, sondern in der
vorvorigen; es ist Luther ein Gedächtnisfehler begegnet, daraus leicht
erklärlich, daß die beiden letzten Epistel Texte aus dem Galaterbriefe, die
noch dazu inhaltlich sehr nahe stehen (Gal. 4, 1 –7 und 3, 23 –29), betreffen.
Die Annahme, Luther habe unmittelbar vor der vierzehnten [WA s. xlvi]
Predigt die
elfte fertiggestellt und in Erinnerung daran, ohne die Abweichung von der
Reihenfolge zu bedenken, die elfte die “vorige” genannt, ist zu unnatürlich, um
wahrscheinlich sein zu können. Die fünfzehnte Auslegung (Epistel am Tage der
heiligen drei Könige) weist zurück auf “vorige Epistel” (520, 19), womit
verschiedene gemeint sind, dann auf die Epistell am Neujahrstage, “wie wyr
droben gehort haben” (512, 16), “wie ynn der nehisten Epistel gesagt ist” (541,
20 f.); sodann wird die fünfte Predigt zitiert: “Szo haben wyr droben ynn der
Epistel am Christag gehoret” (526, 15), und endlich kann die letzte Predigt
noch nicht geschrieben sein, da Luther ausdrücklich sagt: “was aber der
geystlich vorstand sey, wollen wyr ynß Euangelium sparen” (554, 21). Diese
Schlußpredigt bezieht sich auf die vorhergehende zurück: “ditz Euangelium
stymmet mit der Epistell” (557, 4) “und wiewol Isaias ynn der Epistolln alleyn
sagt vom gollt unnd weyrauch, schweygt der myrrhen” (721, 19). Außerdem greift
die Auslegung auf die zweite zurück: “alßo haben wyr droben gehort, das der
Engel den hirtten auch eyn tzeychen gab” (576, 10), “am Christag ynn dem ersten
Euangelio habenn wyr gehortt” (597, 18), ferner auf die zwölfte: “item, ßo
haben wyr auch von Simeon und Hanna gehoret” (576, 18), auf die dreizehnte,
allerdings in unbestimmter Form: “das wyr durch yhn ym glawben frum werden und
darnach alle werck frey thun dem nehsten tzu gutt, wie offt gesagt ist” (578,
17) und, wiederum unbestimmt, auf die zehnte: “wiewol aber ich droben ym
andernn Euangelio auch dauon gesagt” (682, 4).
Nimmt man alle diese Bezugnahmen
zusammen, so kann kein Zweifel sein, daß Luther die Episteln und Evangelien der
Postille von Christnacht bis Epiphanien in der Reihenfolge der Perikopen
verfaßt hat. Das war ja auch das Naturgemäße.
Nun erhebt sich die weitere Frage: ist es
möglich, die einzelnen Predigten noch näher zeitlich zu fixieren?
Den terminus a quo haben wir bereits
gewonnen: Die erste Predigt ist am
Am 13. Juli schreibt Luther an
Melanchthon: ego postillas in evangelia vernacula tracto, statim missurus ad
incudem, ubi denarium attigero (Enders 3, 190). Die Arbeit an der Postille ist
also weitergegangen, abgeschickt hat Luther aber noch nichts, das will er erst
tun (missurus), aber er faßt das Absenden schon ins Auge, kann also nicht
allzuweit davon entfernt gewesen sein, es gilt nur noch abwarten, ubi denarium
attigero. Was heißt das? Enders (Erl. Ausg. VII S. X) übersetzte: sobald der
zehnte Bogen fertig sie, redressierte aber in der Ausgabe des
Lutherbriefwechsels diese Deutung mit der Bergründung: Luther konnte nicht
wissen, wann sein Manuskript zehn Bogen füllte, es sei zu ergänzen: denarium
evangelium, [WA s. xlvii] also: wann er zehn Evangelien ausgearbeitet habe.
Enders berief sich für diese Deutung auf Max Lenz: Kritische Erörterungen zur
Wartburgzeit (Marburger Programm zur Luther-Feier 1883 S. 36). An den “zehnten
Bogen” wird in der Tat nicht zu denken sein, die von Enders-Lenz gegebene
Begründung dafür ist überzeugend; an die Ausarbeitung von “zehn Evangelien”
wird man jedoch auch nicht denken, denn es ist nicht einzusehen, inwiefern
Luther damit einen Abschluß erreicht zu haben hoffen kann, der die Drucklegung
rechtfertigte. Vielmehr hat er — das hat v. Dommer (Lutherdrucke auf der
Hamburger Stadtbibliothek 1888, S. 156) richtig gesehen — die Predigten für die
zehn Sonn- und Festtage vom 1. Advent bis Epiphanien im Auge. Es sind das
Christtag (6 Predigten, da für die verschiedenen Metten je besondere Texte
vorgesehen sind), Stephanstag, Johannestag, Sonntag nach dem Christtag,
Neujahrstag, Epiphanien und die vier Adventsonntage (je 2 Predigten, Epistel
und Evangelium). Das gibt ein abgeschlossenes Ganzes, das dem Druck übergeben
werden konnte. Luther muß flott gearbeitet haben, wenn er den Abschluß dieses
Werkes von 24 Predigtauslegungen schon ins Auge fassen kann; die Arbeit ist
durch den ganzen Juni hindurch vorwärts gegangen, dann aber mit Anfang Juli ins
Stocken geraten, infolge von Verdauungsbeschwerden hat Luther, wie er in
demselben Briefe vom 13. Juli schreibt, seit acht Tagen nichts mehr arbeiten
können (octo iam dies sunt, quod nihil scribo, neque oro, neque studeo). Aber
das Übel war behoben worden, Luther saß am 13. Juli wieder an der Arbeit (ego
... tracto), und Arbeitsfreudigkeit und -frische spricht aus der Hoffnung auf
Abschluß des Werkes. Er hat auch inzwischen zugleich mit den medizinischen
Pillen alle gewünschten Bücher, darunter auch die postilla brevior erhalten,
Melanchthon hatte sie am 6. Juli Spalatin zur Beförderung mitgegeben. (Vergl.
Enders 3, 199, Corp. Ref. I 417).
Aber mag nun mit der Benutzung der
gesandten Literatur die Schwierigkeit der Arbeit gestiegen sein oder welches
der Grund sein mag, Luther hat seinen Entschluß, erst das abgeschlossene Werk
(Advent bis Epiphanien) in die Druckerei zu schicken, bald geändert. Kurz nach
dem 15. Juli hat er an Spalatin Verschiedenes (alia) geschickt (Enders 3 Nr.
446, Spalatin schickt es an Melanchthon weiter, Corp. Ref. I Nr. 124), und
darunter muß sich auch ein Stück der Postille befunden haben, denn am 31. Juli
schrieb Luther an Spalatin: quae hic mitto reliqua Postillae, curabis
praecedentibus adiungi. Er hat also damals den Rest (reliqua) des fertigen
Manuskriptes dem Freunde überschickt. Der Druck sollte in Wittenberg möglichst
bald beginnen, die Postille sollte vor anderem gedruckt werden (curabis ... et
Vittembergae excudi prae omnibus). Luther will das Seinige dazu tun, er will
sich eilen (festinabo), und, wie schon Mitte Juli beabsichtigt, soll das Werk
die Epistel und Evangelien der zehn Sonn- und Festtage vom 1. Advent bis
Epiphanien umfassen und als ein Ganzes, als ein Buch herausgegeben werden
(festinabo, ut denarium evangeliorum absolutum emittamus pro uno libro).
Bezüglich der Adventspredigten hat Luther jetzt einen neuen und doch alten (s.
o. S. XLII) Plan gefaßt: er will — offenbar im Interesse, so am schnellsten
fertig zu werden — die vier Adventspredigten übersetzen, sie an die Spitze
stellen und das Übrige hinzufügen (quatuor Dominicas transferam et reliqua
adiiciam). Auf diese Weise, hofft er, wird das Buch nicht zu umfangreich für
die Leser und nicht zu teuer (quod facio, ne liber nimio magnus terreat
legentes et ementes, simul ut interim habeatur, quod discatur), und es ist [WA
s. xlviii] dann wenigstens etwas zur Volksbelehrung geschaffen, bis die ganze
Postille fertig ist (so glaube ich die Schlußworte simul ut interim usw. deuten
zu sollen; den Nachweis, daß Luther damals wirklich an eine ganze Postille
dachte, über den Winterteil hinaus, s. unten). Warum Luther das Manuskript
nicht bis zum Abschluß der Epiphanienpredigten bei sich behielt, wissen wir,
wie gesagt, nicht. An einen sofortigen Druck des überschickten Teiles kann er
nicht gedacht haben, denn die Adventspredigten sollten ja an die Spitze kommen
(reliqua adiiciam). Es mögen vraktische Gründe gewesen sein (günstige
Gelegenheit, das Manuskript zu anderem zu packen, oder dergl.), jedenfalls sah
Luther den baldigen Beginn des Druckes vor Augen, das sagen seine Worte und
beweist sein Verhalten.
Diese Hoffnung auf eine rasche Beendigung
seiner Arbeit verrät auch noch ein Schreiben Luthers an Melanchthon vom 3.
August. Spalatin hat gegen Luther über langsames Drucken geklagt (conqueritur
etiam mihi de tarditate vestra excudendi Enders 3, 213); darum muß Luther ein
bischen schelten (arguo atque — so ist wohl statt itaque zu le sen — increpo
vos opportune et importune). Sechs Pressen, so hört er, stehen zur Verfügung,
er schätzt, daß er für sich allein vier in Anspruch nimmt, Melanchthons loci
drei und Carlstadt zwei (habetis, ut audio, sex prela, et ego, ut numero, solus
quattuor occupo, Methodus tria et Carlstad duo). Jedenfalls aber soll die
Postille gut und korrekt gedruckt werden (velim autem Postillas bono et
correcto typo excudi). Schwerlich hätte Luther so geschrieben, wenn er nicht
den baldigen Beginn des Druckes vor Augen gesehen hätte. Aber die Überlastung
der Pressen wurde zur Kalamität. Am 6. August schreibt Luther an Spalatin, es
solle nur das Wichtigste gedruckt werden, die Übersetzung der Schrift
Melanchthons gegen die Pariser Theologen soll z. B. aufgeschoben werden, bis
die Pressen wieder Ruhe haben, und ebenso seine Auslegung des 68. Psalms (non est
animus, ut omnia, quae mitto, excudantur. Hinc apologiam Philippi, nisi aliud
videatur, vellem differri, donec otiosa fuerint prela. Item de Psalmo Exsurgat
factum oportuit, cum abundent ea, quae necessaria sunt et urgent. Enders 3,
215). Ob Luther der hier erwähnten Sendung auch Manuskript der Postille
beigefügt hat, bleibt unsicher. Sehr wahrscheinlich wird es nicht angesichts
der Mitteilung Luthers an Spalatin vom 15. August. Er ist hier ergrimmt über
den “schmutzigen, nachlässigen und konfusen” Druck seiner Schrift von der
Beichte in Grünenbergs Presse. So darf und soll es mit der Postille nicht
gehen. Er beschwört den Freund, dafür zu sorgen, daß Grünenberg unter keinen
Umständen die Postille drucke, vielmehr soll das von ihm gesandte Manuskript
lieber aufbewahrt und ihm zurückgeschickt werden, um es in eine andere Presse
zu senden (Obsecro te, cura, ne is [Grünenberg] vernaculas Postillas excudat
ullo modo, sed ut servetur potius ac remittatur quicquid illarum misi, ut alio
mittam). Was hat es für einen Zweck, sich so viele Mühe zu geben, wenn ein
solcher Schmutz und solche Konfusion für die übrigen Drucker nur Anlaß wird,
die Errata zu vermehren? Auf diese Weise, das wünscht er kategorisch, darf
gegen die Postille nicht gesündigt werden, lieber gar nicht drucken als so!
(nolim hoc exemplo in Evangelia et Epistolas peccari, praestat latere, quam sic
edi). Kurz, er schickt um deswillen kein Manuskript mehr (denique hac causa iam
nihil mitto) und setzt hinzu: cum habeam ferme decem magnos quaterniones in eadem
re nihilque prorsus missurus amplius, bis er weiß, daß jene schmutzigen Krämer
beim Bücherdruck weniger für den Gewinn in der eigenen [WA s. xlix] Tasche als
für den Nutzen der Leser sorgen. Was heißt nun: cum habeam ferme decem magnos
quaterniones in eadem re? Bossert (S. 304) umschreibt: “am 15. August berechnet
Luther sein bisheriges Manuskript der Postille auf zehn Bogen großen Formats.”
Es müßte also danach das habeam sowohl das bereits abgesandte, als auch das
noch in Luthers Händen befindliche Manuskript bezeichnen, “obwohl — so ist cum
auf jeden Fall zu übersetzen — ich fast zehn große Bogen in der Sache fertig
habe”. Das ist eine mögliche Deutung, aber ich habe schon früher (Zeitschr. f.
wissensch. Theologie 41, 608) eine andere Deutung vorgeschlagen, die mir
ungezwungener erscheint: “obwohl ich fast zehn große Bogen in der Sache bei mir
habe”. Es würde sich dann also nur um das Manuskript handeln, das Luther bei
sich fertig auf der Wartburg hat, nicht auch um das schon abgeschickte; dieses
vielmehr müßte hinzugezählt werden, um das Gesamtmanuskript zu erhalten. Was
diese Deutung empfiehlt, sind die vorhergehenden und nachfolgenden Worte:
“kurz, ich schicke derhalb nichts mehr, ich werde nichts weiter mehr schicken”,
dazu paßt als stärkster Trumpf am besten: trotzdem ich fast zehn große Bogen
bei mir habe; habeam ist vorausgestellt und hat offensichtlich den Ton. Ist
diese Deutung richtig, so kann Luther schwerlich an Melanchthon am 6. August
Manuskript geschickt haben; denn vom 6. August bis 15. August die
Arbeitsleistung von etwa zehn großen Druckbogen zu leisten, ist zwar nicht ganz
unmöglich, wohl aber nicht gerade wahrscheinlich. Wir werden vielmehr vom 31.
Juli an, an welchem Tage ja Luther den damaligen Rest der Postille abschickte,
rechnen müssen; auch dann bleibt die Arbeitsleistung Luthers respektabel, aber
man versteht dann auch um so besser, daß er an baldigen Abschluß des Ganzen
dachte.
Schon am Schlusse des Briefes ist Luthers
Grimm verraucht. Er ändert seinen Vorsatz (mutavi consilium) und schickt, was
er an Manuskript der Postille bei sich hat (et mitto reliqua Postillarum).
Seine Erwägung ist diese: es könnte der Druck des bisher geschickten
Manuskriptes schon begonnen haben und ein Aufschub oder eine Inhibierung
unmöglich werden (cogitans, si forte coeptum sit excudi id, quod prius miseram,
ut differri aut inhiberi non possit). Er fügt noch einen Wunsch für den Druck
hinzu: er möchte das Buch in cubitalis papyri modum gedruckt sehen, und zwar
mit Lotthers Typen. Grund für das große Format ist der Umfang des Buches: quia
magnus erit liber. Was heißt aber: cubitalis papyri modus? Lenz und Enders
sowie die zweite Auflage von Walch vermuteten: Quartformat, Bossert:
Folioformat, unter Berufung darauf, daß cubitalis ellengroß heiße und daß die
Worte: magnus erit liber Folioformat forderten. Letzteres ist nicht einzusehen,
das Buch wäre für Oktavformat zu unhandlich geworden, wie die in Oktav
gedruckte lateinische Übersetzung Bucers beweist, während hingegen das
Quartformat, in dem ja die Postille tatsächlich gedruckt wurde, auch wenn man
die Adventspredigten hinzunimmt, durchaus handlich bleibt. Dabei sollte zudem
noch geteilt werden! (s. das Folgende). Luthers Arbeitsleistung reduziert sich
natürlich nicht unerheblich, je nachdem er zehn Bogen Quartformat oder
Folioformat an Manuskript nach seiner Berechnung bei sich hatte; denn die magni
quaterniones, von denen er spricht, sind zweifellos als modus cubitalis papyri
gedacht. Bossert weist darauf hin, daß cubitalis ellenlang bedeute, und deshalb
Folioformat gemeint sei. Diese Bedeutung hat cubitalis allerdings, aber wäre
nicht denkbar, daß Luther von cubus = Würfel ableitete und cubitalis papyrus
quartförmiges [WA s. l] Papier bedeutete? Man wird das “ellenlang” doch
schwerlich pressen dürfen. Und das um so weniger, als literae cubitales =
literae quadratae sind (Du Cange II 641).
Noch bleibt die Frage, wie Luther denken
konnte, es sei mit dem Drucke schon begonnen worden? Er hatte doch stets die
Adventspredigten an der Spitze gedacht und noch am 31. Juli das ausdrücklich
gesagt (s. oben S. XLVII). Und auch sein am 3. August ausgesprochener Wunsch:
velim postillas bono et correcto typo excudi kann in Übereinstimmung damit als
ein Zukunstswunsch, wenn die ganze Postille fertig sei, gedeutet werden. Oder
vielleicht nicht? Offenbar vermutet er jedenfalls jetzt, es sei unerachtet
seines ursprünglichen Planes das Manuskript in die Druckerei geschickt worden,
was ja insofern sehr erklärlich gewesen wäre, als Luthers erste Predigt
deutlich programmatischen Eröffnungscharakter, wenn ich so sagen soll, trug.
Die Voraussetzung und Annahme aber, daß der Druck wohl schon begonnen habe,
zwingt ihn zu einer Änderung des ursprünglichen Planes, mit den
Adventspredigten die Postille beginnen zu lassen; denn die waren ja noch nicht
fertig. Luther entwirft denn auch einen nenen Plan. Er sagt nämlich: “ich will
aber das Buch in die vier Teile des Jahres teilen, von Quatember zu Quatember,
damit es nicht zu unbequem und zu kostpielig wird” (dividam autem eum in quatuor
partes anni, de angaria in angariam, ut sit non nimis onerosus et sumptuosus).
Bei dieser Teilung nach Quatembern konnte natürlich mit dem Druck schon
begonnen werden, denn dann lief ein Teil von Weihnachten bis Beginn der
Fastenzeit, ein zweiter von Invocavit bis Pfingsten, und dann wurde die
Trinitatiszeit durch den Tag der Kreuzerhöhung (14. Sept.) in zwei Hälften
gelegt. Die Adventspredigten wären dann das letzte Stück gewesen, verbunden mit
den späteren Trinitatispredigten. Luther denkt also jetzt daran, die
Adventspredigten völlig zurückzustellen angesichts der durch die Annahme des
Druckbeginns entstandenen Unmöglichkeit, sie an die Spitze der Postille zu
setzen. Wie er auf den Gedanken kam, der Druck habe eventuell schon begonnen,
wissen wir nicht näher. Luther ist sich offenbar selbst nicht recht klar, was
werden soll, denn die ganze Vierteilung und seine übrigen Wünsche sind eben nur
Pläne Luthers; er weiß selbst, daß sein Wille nicht maßgebend ist (Sed frustra
haec volo, cum non quod ego velim, sed quod agitur illic, fieri possit). Auf
alle Fälle aber soll Spalatin sein Manuskript gut aufheben oder es ihm
zurückschicken (quidquid vero fit vel non fit, cura, obsecro, ut bona fide
custodiantur ista manus meae exemplaria aut ad me remittantur).
Fortan hören wir nichts Näheres über die
Postille bis zum 17. September, dem “tag Lamperti”. Von diesem Tag an datiert
nämlich die Vorrede seiner Auslegung des Evangeliums von den zehn Aussätzigen
Luk. 17, 11 –19, die er auf besonderen Wunsch des Fürsten Johann von Sachsen
angefertigt hatte. Am Schlusse dieser Vorrede sagt er nun, er habe mit Absicht
dieses Evangelium gesondert ausgehen lassen, damit über die Beichte Klarheit
herrsche. “Auch wil ich hiemit meinen lieben Deutschen die Postillen credentzen
mitten ausz dem fasz, wiewol ich sie itzt nit weitter denn vomm Advent bisz
auff Epiphania bracht habe unnd mitten [WA s. li] ynn der erbeyt umb der
lesterer willen die ordnung brechen musz, doch da ligt nichts an. Es kompt wol
widder tzu recht” (Unsre Ausg. Bd. 8, 343, vgl. auch oben S. XLIII). Das
Evangelium von den Aussätzigen war der Text am 14. Sonntag nach Trinitatis,
und, wie Bossert mit Recht heraushebt, zeigt diese Äußerung, daß Luther sich
streng an die Perikopenfolge hielt, was wir auch schon anderweitig festgestellt
haben. Luther hat mit dieser Auslegung von Luk. 17, 11 –19 die Reihenfolge
durchbrochen, hat in seiner Arbeit an der Winterpostille eine Pause eintreten
lassen und mitten aus dem Faß kredenzt. Aber wieviel hatte er fertig? Bossert
meint: “Luther hatte also schon die Predigten für Epiphanien begonnen. Aber er
kann hier nur die Predigt über Jes. 60 — also die Epistelpredigt — im Auge
haben; denn wenn die Predigt über die zeyn Aussätzigen noch Anklänge an die
vier vorausgehenden Predigten zeigt, also jenen zeitlich nahe stehen muß, so
finden sich auch Berührungen zwischen ihr und der Predigt über Jes. 60, und
zwar so, daß erstere die weitere Ausführung der dort kurz angedeuteten Gedanken
gibt”. Aber das ist kein zwingendes Argument. Sprachlich möglich ist
allerdings, das “bisz auff Epiphania” zu deuten: bis zum Anfang von Epiphanien,
aber notwendig ist das nicht. Mit “Anklängen” und Berührungen bei Luther zu
operieren, ist stets mißlich, da sie sehr willkürlich sind und auf Zufall
beruhen können. Selbst einmal angenommen, die Auslegung von Luk. 17, 11 –19
gäbe die weitere Ausführung der in der Epistelpredigt zu Epiphanien kurz
angedeuteten Gedanken, so ist dadurch keineswegs ausgeschlossen, daß auch die
Evangeliumspredigt zu Epiphanien schon fertig war; denn warum hätten sich
irgendwie Beziehungen zu ihr in der Predigt über die Heilung der Aussätzigen
finden müssen? So bleibt also die Möglichkeit, daß Luther am 17. September den
ersten Teil der Postille, also Christtag bis Epiphanien (einschl. des
Evangeliums) fertig hatte und nur noch die Widmung ausstand. Aber noch eine
dritte Möglichkeit besteht: Luther hat die Worte in jener Vorrede gleichsam
vordatiert, d. h. auf den Tag, da der Druck seiner nicht ganz drei Quartbogen
umfassenden Schrift fertig war. Er versetzt sich also auf den Standpunkt eines
Lesers, dem der vollendete Druck vorliegen wird, und sagt ihm: meine Postille
ist noch nicht weiter gediehen als von Advent bis Epiphanien einschl. Dann also
hätte Luther nur ins Auge gefaßt bzw. als sicher angenommen, daß zur Zeit der
Vollendung jenes Druckes seine Postille bis Epiphanien fertig sein werde.
Natürlich kann er dann nicht weit von diesem Abschluß entfernt gewesen sein,
aber wir sind nicht genau in der Lage zu sagen, wie weit er am 17. September
gekommen war. Ja, da Luther es erst Spalatin anheimstellt, ob er jene Auslegung
drucken lassen und sich nicht mit einer Abschrift seines Manuskriptes für den
Herzog begnügen will (Enders 3 Nr. 457), konnte Luther mit einer längeren Zeit
noch rechnen. Man wird auf eine Inkorrektheit in Luthers Worten hinweisen
dürfen, wenn er sagt, er habe die Postille von Advent bis auf Epiphanien
gebracht. Denn das ist richtig nur, wenn man die lateinischen Adventspredigten
ins Auge faßt, die Luther ja aber noch übersetzen wollte. Es dürfte aber gerade
diese Inkorrektheit dafür sprechen, daß Luther sich mit seinen Worten auf den
Standort des Lesers versetzt, dem zur [WA s. lii] Zeit seiner Lektüre die
Postille als ein geschlossener Teil von Advent bis Epiphanien vorliegt. Diesen
geschlossenen Teil als ein Ganzes herauszugeben, hatte er aber schon früher ins
Auge gefaßt (s. o. S. XLVII). Er hätte dann also hier die Vierteilung, die
einem Separatdruck der Adventspredigten vorauszusetzen schien (s. o. S. L),
wenigstens insofern modifiziert, als Advent bis Epiphanien wieder einen Teil
ausmachen sollten.
Am 19. November — das ist das nächste
Datum über die Postille, wenn wir von einer kurzen Notiz im Briefe an Nikolaus
Gerbel vom 1. November (Enders 3 Nr. 461) absehen, in dem er unter seinen
Schriften auch die vernacula enarratio Epistolarum et Evangeliorum nennt — hat
Luther die Widmung der Postille an den Grafen Albrecht von Mansfeld vollendet
und schickt sie am 22. an Spalatin “Evangeliis praeponendam”. Spalatin und Melanchthon
erhalten den Auftrag, das Manuskript sorgfältig aufzubewahren, damit nichts
verloren gehe, bis er den Schluß der Postille fertig hat, an dem er schon
arbeitet (cura, quaeso, mi Spalatine, ut diligenter serventur et a te et a
Philippo, ne pereant, donec reliquum Postillarum absolvero, in quo iam laboro).
Mit diesem “Rest der Postille” sind offenbar die Adventspredigten gemeint, die
also jetzt wieder als ein mit dem von Weihnachten an beginnenden Teil bis
Epiphanien ein Ganzes bildendes Buch gedacht werden (so auch Bossert). Luther
spricht ja am Schluß des Evangeliums zum Epihanientage, also am Schluß der
damals fertiggestellten Predigten, davon, daß er “hoffe, es sey ynn dißen
zwelffen Epistolln und Evangelien eyn Christlich leben so reychlich fürgepildet”
usw. (Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 728). Damit sind die fertiggestellten Episteln
und Evangelien der Weihnachtszeit (Bd. 10 1 I) gemeint und die (noch nicht
fertigen) Adventspredigten zu den 4 Adventssonntagen (Bd. 10 1 II).
Gleichzeitig mit der Widmung wird, wie auch Bossert annimmt, der “klein
Unterricht, was man in den Evangeliis suchen und gewarten soll” fertig gewesen
sein, aber er wird von vornherein für den Anfang, als Einleitung zum Ganzen
gedacht sein, nicht, wie Bossert vermutet als “auch für den Adventsteil
berechnetes Schlußwort”. Wie der Inhalt (man vgl. Bd. 10 1 I, 8 ff.) deutlich
verrät, handelt es sich um eine allgemeine Einführung in die Postille. Von der
Überschrift zu dieser Einführung aus wird auch sofort klar, inwiefern Luther im
Briefe sagen kann evangeliis praeponendam, wo es sich doch um Episteln und
Evangelien handelt: auch in der Überschrift ist die ganze Postille evangelia,
und Luther setzt weiterhin auseinander, daß Epistel und Evangelien nur Formen
des Evangeliums sind.
Schon diese kritische Revue über die
Äußerungen Luthers zur Weihnachtspostille verrät, daß es nicht möglich ist, so
genau, wie Bosserts scharfsinnige Berechnungen es versuchten, die
Abfassungszeit der einzelnen Predigten zu fixieren. Bossert rechnet so: am 10.
Juni war die erste Predigt fertig, von da bis Anfang Juli noch vier weitere,
dann sei eine Pause eingetreten. Denn “es plagte ihn schweres Leiden, das ihm
am Schluß der Predigt zur hohen Messe am Christtag Hebr. 1, 1 –12 den Seufzer
auspreßte: Ich kann nicht mehr, mit welchem er die Feder niederlegte.” “Deuten
wir diese Worte recht, so hatte Luther bis zur ersten Woche des Juli fünf
Predigten der Weihnachtspostille bearbeitet und hoffte in kurzer Zeit ihre Zahl
[WA s. liii] auf zehn zu bringen, welche dann sofort gedruckt werden sollten.”
Aber die Worte sind sicherlich nicht richtig gedeutet. Von jenem Seufzer, mit
welchem er die Feder niederlegte, ist keine Rede. Man vergleiche nur den
Zusammenhang (Unsre Ausg. Bd. 10
Mit diesem ersten non liquet fällt aber
das ganze Rechengebäude Bosserts dahin, da er auf diesem angeblichen Fundamente
weitergebaut hat. Wir können nicht sagen: “mit dem Brief, der spätestens auf
den 18. Juli zu setzen ist, sandte Luther an Spalatin die vier Predigten, mit
welchen er zwischen dem 10. Juni und Anfang (5.) Juli fertig geworden war”,
sondern nur feststellen, daß mit jenem Briefe ein Stück Manuskript abging und ebenso
am 31. (s. o.). Bossert glaubt auch feststellen zu können, “wieviel bis 31.
Juli fertig war”: “So bleiben also für die Zeit von Mitte bis Ende Juli drei
Predigten übrig, welche Luther in dieser Zeit bearbeitete, nämlich die Predigt
für das Hochamt am Christfest und die zwei Predigten für den Tag Stephani.”
Aber diese Berechnung, an die frühere, die aber irrig war, sich anschließend,
stützt sich lediglich auf Luthers Wort: festinabo vom 31.Juli. Bossert
schließt: also müssen die Predigten, die nach dem 31. Juli verfaßt sind,
möglichst kurz sein, und findet nun solche in den beiden Predigten über
Johannes über Sirach 15, 1 –6 und Joh. 21, 19 –24. Dieselben sind allerdings
kurz, und Luther hebt die Kürze sogar ausdrücklich hervor (s. d. Stellen bei
Bossert a. a. O. S. 293), aber es fragt sich doch, zumal da die erste Rechnung
nicht stimmt, ob man an das festinabo solche bestimmten Folgerungen knüpfen
darf. Ob Luther den Plan, zu eilen, wirklich ausgeführt hat, wissen wir nicht;
Bossert selbst muß zugeben, daß Luther “bald andere Arbeiten dazwischenkamen”,
und Luther hat auch schon Anfang Juli geeilt, wie die am 13. Juli
ausgesprochene Erwartung, bald mit den Predigten für Advent bis Epiphanien
fertig zu sein, beweist; also könnten die zwei kurzen Predigten ebensogut
unmittelbar nach den 13. Juli und vor den 31. Juli fallen, wenn ihre Kürze
nicht überhaupt zufällig ist. Daß die beiden Predigten über Johannes
“unmittelbar nach dem Trostbrief an die Wittenberger — der Auslegung des 36.
(37.) Psalms, Unsre Ausg. Bd. 8, 205 ff. — und zugleich mit einem Stück der
Erklärung des 21. (22.) Psalms (Unsre Ausg. Bd. 5, 583 ff.) geschrieben sind”
(Bossert S. 302), kann aus den von Bossert beigebrachten Berührungen nicht
gefolgert werden. Liegt überhaupt Abhängigkeit zwischen den Predigten und dem
Trostbriefe vor, was [WA s. liv] zweifelhaft bleibt, so kann sie auch in
umgekehrter Folge vorliegen, so daß der Postille die Priorität zufiele;
außerdem ist der Trostbrief schon vor Anfang Juli fertig gewesen (Unsre Ausg.
Bd. 8, 205), so daß also im Falle seiner früheren Abfassung vor den beiden
Postillenpredigten diese nicht “unmittelbar” nach dem Trostbrief geschrieben
wurden, wenn sie erst nach dem 31. Juli geschrieben wurden; viel eher wären sie
dann nach dem 13. Juli und vor 31. Juli zu setzen. Psalm 21 aber ist schon am
10. Juni fix und fertig gewesen (Unsre Ausg. Bd. 5, 7), kann also vollends zu
näherer Fixierung nicht herangezogen werden. Es folgt die Berechnung vom 15.
August: sie hilft uns nicht weiter, da einmal die Deutung der Lutherworte
zweifelhaft ist (s. o.); sodann uns jetzt jeder Ansatzpunkt für die Berechnung
fehlt. Wahrscheinlich hat Luther damals Manuskript für etwa (ferme!) zehn
Quartbogen bei sich gehabt, die er in der Zeit vom 31. Juli bis 15. August
geschrieben haben müßte (s. o.); zu dieser Leistung würde der Vorsatz vom 31.
Juli: festinabo sehr gut passen. Welche Predigten aber diese zehn Bogen umfaßt
haben, wissen wir nicht, es ist müßig, Vermutungen aufzustellen. Wir sind
gezwungen, uns mit einem ungefähren Einblick in das langsame Wachsen der
Postille dank der verschiedenen Unterbrechungen zu begnügen. Sicher ist nur die
Vollendung der ersten Predigt am 10. Juni und der Abschluß der Zueignung am 19.
November.
Etwas klarer schauen wir in das Werden
der Adventspredigten hinein. Am 31. Juli hatte Luther die Absicht
ausgesprochen, die Adventspredigten einfach als Übersetzung seiner lateinischen
Postille vom März 1521 zu bieten (s. o.) S. XLVII). Diese Absicht hat er
aufgegeben. Wann, wissen wir nicht, aber die Annahme ist naturgemäß, daß es
nach Abschluß des ersten Teiles, also nach dem 19. November geschah, als Luther
sich zur Ausführung des Planes anschickte; da mochte ihm die Einsicht kommen,
daß er Neuwerk schaffen müsse, da eine einfache Übersetzung der früheren
Auslegung zu der ganz anders gearteten Postille vom Christtag bis Epiphanien
nicht paßte (vgl. Bossert 343). Aufgegeben ist aber auch der am 15. August
auftauchende Plan, nach dem die Adventspredigten an den Schluß des vierten
Teiles der Postille gekommen wären. Luther mochte einsehen, daß sie da nicht
recht hinpaßten, ein Anfang — das war doch nach kirchlichem Empfinden die
Adventszeit — konnte füglich kein Schluß sein. Wie bei dem ersten Teile, hat
auch bei den Adventspredigten Luther die Reihenfolge eingehalten, und die erste
von ihnen, die Auslegung der Epistel Röm. 13, 11 –14, verrät deutlich gleichsam
eine Art Übergangscharakter. Man möchte sagen: Luther kommt von der Lektüre der
lateinichen Predigten her, hat sich von der Unvollkommenheit für den
vorliegenden Zweck überzeugt, steckt aber noch in ihren Gedankengängen darin.
So hat die erste Adventspredigt noch nicht “jenes spezifisch lutherische
Gepräge, das sich besonders in der Beleuchtung der Gegenwart zeigt” (Bossert
344) gewonnen, sie ist wesentlich schlichte Textauslegung. Eine genaue
zeitliche Fixierung der Abfassungszeit ist unmöglich; es kann nur gesagt
werden: kurz nach dem 19. November. Der Verweis auf die Neujahrspredigt über
Gal. 3: “davon ist weiter zu sagen in der Epistel am neuen Jahrstag”, der diese
also damals als schon fertig voraussetzt — was uns nichts Neues sagen würde,
vielmehr nur eine Bestätigung dessen, daß Luther die Adventspredigten erst nach
Abschluß des ersten Postillenteiles begann, sein würde, ist nicht ursprünglich.
Vgl. die Lesarten zu S. 15. Die zweite Adventspredigt, [WA s. lv] die Auslegung
der Perikope Matth. 21, 1 –9, sagt uns etwas mehr. Es ist die erste
Evangeliumspredigt für den Advent, ja nach Luthers Plan, der ja die
Adventspredigten damals an der Spitze des Ganzen wünschte (s. S. LIf.), die
erste Evangeliumspredigt überhaupt. Darum hält Luther sich für verpflichtet,
über den Begriff: Evangelium etwas zu sagen, und tut das im Anschluß an den
“kleinen Unterricht”: “droben in der Vorrede hab ich gesagt, daß in den
Evangelien zwei ding anzusehen und zu merken sind.” Daraus folgt, daß der
“kleine Unterricht” damals schon fertig gewesen sein muß; er ist aber am Schluß
des ersten Teiles abgefaßt worden (s. o. S. LII). Es folgt daraus ferner die
Richtigkeit unserer Annahme (s. o.), daß der “kleine Unterricht” als Einleitung
zum Ganzen gedacht war; sonst könnte Luther nicht schreiben: “droben in der
Vorrede”. Wenn Luther ferner in dieser Predigt hinweist auf die
Evangeliumspredigt für den Epiphaniensonntag (“derhalben auch Christus nichts
geschrieben hat, als wir hören werden am Tag Epiphania”, S. 35), so muß auch
diese Predigt schon fertig gewesen sein, und sie war die letzte des ersten
Teiles. Vielleicht darf man nun um dieser beiden Zitate willen diese Predigt als
die zweite Adventspredigt möglichst an die erste und den 19. November
heranrücken; um des “gehobenen Tones” willen sie mit Bossert “nach dem Besuch
in Wittenberg” (Anfang Dezember) anzusetzen, bleibt eine bloße Vermutung. Für
die dritte Adventspredigt, die Epistelauslegung Röm. 15, 4 ff. fehlen nähere
Anhaltspunkte, aber nichts spricht gegen Bosserts Annahme (S. 346): “wir dürfen
annehmen, daß die Predigt über die Epistel des zweiten Advent unmittelbar auf
die über das Evangelium des ersten Advent folgte”. Jedenfalls — damit ist ein
terminus ad quem gewonnen — muß sie vor dem Februar 1522 verfaßt sein. Denn
dieser Termin ist der terminus a quo für die Auslegung des Evangeliums znm
zweiten Advent. Luther bespricht für die große Konstellation der Planeten, “die
jetzt eintreten wird über zwei Jahr”. Diese Konstellation sollte in Februar
1524 eintreten, Luther muß also die Evangeliumspredigt um Februar 1522 verfaßt
haben — mit Recht sagt Bossert (347), daß man nicht so pressen dürfe, als wenn
nun Luther, genau im Februar 1522 geschrieben hätte; wir sagen daher: um
Februar 1522 —, folglich die Epistelpredigt vorher. Jene Datierung, “um Februar
1522” für die Evangeliumspredigt empfiehlt sich aber noch durch ein anderes
Moment, auf das Bossert aufmerksam machte. Amsdorf hatte Luther nach dem
Zustand der Verstorbenen gefragt und war geneigt, einen Seelenschlaf der
Frommen bis zum Gericht anzunehmen. Luther antwortete ihm am 13. Januar 1522
(Enders 3, 269): er hat noch keine feste Entscheidung, ist geneigt, Amsdorf zuzustimmen,
nec habeo, quibus hanc sententiam subvertere possim. Aber er hat doch Bedenken,
einen allgemeinen Seelenschlaf anzunehmen, propter raptum Pauli, Eliae et
Moysi, qui utique non ficti apparuerunt in monte Tabor. Quis enim novit,
quomodo deus agat cum animabus separatis? nonne potest eas aeque sopire
alternis vel quamdiu voluerit, atque viventes in carne sopit? Auch das
Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus zeigt Empfinden (sensus), und
keinen Schlaf bei Abraham und Lazarus. Nun ist es interessant, daß die
Evangeliumspredigt zum zweiten Advent das gleiche Thema von der Existenz der
Seelen nach dem Tode anschlägt. Der Text Luk. 21, 25 –33, bot dazu keine
Veranlassung, das Thema ist so speziell, daß hier einmal keine zufällige
Berührung vorliegt, vielmehr Luther durch Amsdorf zur Behandlung der Frage
angeregt sein muß. Und da er sich [WA s. lvi] bestimmter und sicherer ausdrückt
als im Briefe an Amsdorf, wird die Auslegung in der Postille nach dem 13.
Januar fallen, wir kämen also wieder auf den Termin: um Februar 1522. Natürlich
sucht Luther für jenes Spezialthema eine Anknüpfung bei seinem Texte und findet
sie in der Frage: “wo bleiben unsere Seelen, wenn an allen Orten der Kreatur
(am jüngsten Tag) Feuer sein wird und kein Boden noch Raum?” Aber sofort lenkt
er zu Amsdorfs Thema ein: “Antwort: sage mir, wo sind sie jetzt, oder wo sind
sie, wenn wir schlafen? Meinst du, Gott vermöge die Seelen nicht in seiner Hand
zu bewahren, daß sie nimmer gewahr werden, wie Himmel und Erde zu Pulver wird?
oder meinest du, er müsse einen leiblichen Stall dazu haben, wie ein Hirt zu
seinen Schafen? Es ist genug, daß du wissest, sie sind in Gottes Hand — — wenn
wir wüßten, wie die Seelen behalten würden, so wäre der Glaube aus.” Genau wie
Luther Amsdorf auf die Analogie des Schlafes der Lebenden verwiesen hatte, sagt
er auch in der Postille: “sintemal du noch nicht erlernet hast, wie dir
geschehe, wenn du schläfest oder aufwachest und kannst nimmer wissen, wie nahe
dir der Schlaf oder das Wachen sei, damit du doch täglich umgehest.” Und wenn
Amsdorf nach dem Zustande der Verdammten gefragt hatte, so geht das Luther
jetzt nichts mehr an. “Es heißt: Vater, in deine Hände befehle ich meinen
Geist; da bleibt es bei” (s. S. 117 f.). Es ist unmöglich, hier Beziehungen leugnen
zu wollen; damit aber ist die Datierung gesichert.
Die nächste Predigt, die Epistelauslegung
zum dritten Advent, wird sich unmittelbar angeschlossen haben. Sollte die
Erwähnung der Bulle coenae domini (S. 135), was immerhin das Wahrscheinlichste
ist, mit Luthers Übersetzung derselben um die Jahreswende 1521/22
zusammenhängen und nicht zufällig sein, so wäre damit nur der Termin: nach
Jahresanfang 1522 erneut sichergestellt, aber nichts Näheres gewonnen. Ebenso
läßt sich die Predigt über das Evangelium des dritten Advents nicht näher
fixieren. Sie weist (s. S. 167) auf das Evangelium zum 4. Advent als künftige
Predigt hin. Sollte sie wirklich, wie Bossert zu zeigen sucht, auf die
Karlstadtsche Bewegung sich beziehen, so bliebe dafür ein weiter Spielraum offen,
dessen terminus a quo die Jahreswende wäre. Bei der Epistelpredigt für den
vierten Advent, die deutlich auf “vorige Postillen” zurückweist (s. S. 171),
speziell auf die Epistel zum zweiten Advent (s. S. 187), möchte Bossert in dem
Abschnitt über das Besteuerungsrecht der Obrigkeit eine Anspielung an die
Zwickauer Propheten sehen, die die ganze weltliche Ordnung umzuwandeln suchten.
Sollte das richtig sein — zwingend ist die Annahme nicht — so wäre für nähere
Datierung damit auch nichts gewonnen. Auch für die Schlußpredigt sucht Bossert
Beziehungen zur Wittenberger Bewegung aufzuweisen; sie mögen vorliegen, obwohl
die Argumentation mit dem Schriftstück Erl. Ausg. 53, 99 inzwischen als Irrtum
erwiesen ist, helfen uns aber nicht weiter. Daß die Erwähnung des “Lammes
Gottes” in der Adventspredigt zur Abfassung “in der Vorfastenzeit [WA s. lvii] als
Vorbereitung auf die Passion” zwänge, wie Bossert will, womit eine Fixierung
auf Ende Februar — Ostern fiel 1522 auf den 20. April — gegeben wäre, wird man
bei der Geläufigkeit dieser Bezeichnung nicht überzeugend finden; vollends
nicht, sofern es sich um Auslegung des Evangeliums nach Johannes 1, 19 –28
handelte, dem unmittelbar — in V. 29 — und im Zusammenhang mit ihm die berühmte
Stelle über “das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt” folgte. Luther verliert
keinen Augenblick den Zusammenhang mit dem Evangelium, das er auslegen mußte:
“Johannes weiset die Leute von sich auf Christum und spricht: Sehet da, das ist
das Lamb Gottes, das der Welt Sünde auf sich nimpt.” So hätte Luther, veranlaßt
durch seinen Text, zu jeder beliebigen Zeit schreiben können. Auch die andere
Argumentation Bosserts, Ende Februar als Abfassungstermin zu gewinnen, hält
nicht stand. Bossert sagt: “Warum begnügt sich Luther, nur die Anwendung des
Kreuzestodes Christi auf den Leser für sich zu machen und ihm zu zeigen, ‘wie
ein jeglicher sich selbs erkennen soll, daß ihm Besserung noth sei, doch nicht
bei ihm selbs solches suchen, sondern bei Christo allein?’ Warum zeigt er nicht
auch, wie sich daraus das rechte Verhalten zum Nächsten ergebe, wie er das in
der Predigt über Röm. 15, 4 ff. und Phil. 4, 4 ff. so schön getan hatte?”
Bossert meint: “Hierauf giebt es kaum eine andere Antwort, als daß Luther die
Predigt rasch abbrach, weil er zu dem Entschluß kam, diese in der Predigt
fehlenden Gedanken selbst mündlich in Wittenberg zu vertreten.” Das ist
schwerlich richtig. Vielmehr gilt es, einfach den Text ins Auge zu fassen. Der
zwingt ihn, von dem die Sünde der Welt tragenden Lamm Gottes zu sprechen; und
Luther betont aufs stärkste, daß man dem Lamm Gottes den Ruhmestitel, die
Sünden der Welt zu tragen, nicht nehmen dürfe. Wenn also Johannes zur Buße
auffordere, so ist damit nicht gemeint, sich selbst zu bessern und selbst
Sünden abzulegen, sondern es kann nur die Erkenntnis des Bedürfnisses nach
Besserung gemeint sein; die Besserung selbst aber steht bei Christus (vergl.
den Text S. 207 und unten). In diesem Zusammenhang, der nur die Wahrung der
Heilstat des Kreuzestodes Christi behandeln wollte, paßte der Hinweis auf das
rechte Verhalten zum Nächsten schlechterdings nicht hinein. Richtig ist nur,
daß die Schlußbitte mit folgendem Amen auf den Abschluß eines Teiles der
Postille hindeutet, aber nicht auf einen raschen Abbruch. Nichts deutet in diesen
Schlußworten auf Eile.
Richtig bleibt natürlich, daß diese
letzte Predigt vor Luthers Aufbruch von der Wartburg — am 1. März —
abgeschlossen sein muß; in Wittenberg hat Luther nicht mehr an ihr gearbeitet,
da stand anderes auf dem Spiel. Bossert versucht, auch von da aus eine nähere
Datierung der Schlußpredigt zu gewinnen; er vermutet Beziehung zwischen dieser
und dem Briefe an den Kurfürsten von etwa 22. Februar (Erl. Ausg. 53, 104).
Aber Bossert selbst läßt es offen, ob es sich da nicht um ein “zufälliges
Zusammenklingen” handelt, und das dürfte tatsächlich der Fall sein. Die Figur
des Judas Ischarioth ist nicht eine derartige, daß sie nicht unabhängig
voneinander an zwei verschiedenen Stellen auftauchen könnte. Wenn Luther,
veranlaßt durch seinen Text (Joh. 1, 19 –28), davon spricht, wie die Juden
Johannes versucht hätten, “daß er Christum aller Ding verleucken sollt”, so lag
es vom Begriff der Verleugnung aus nahe, hinzuzusetzen: “und ein Judas
Scharioth werden” (Erl. Ausg. 10 2, 113; bei Bossert ist versehentlich 7 2, 113
angegeben, Unsere Ausg. Bd. 10
Aber von einer anderen Seite her läßt
sich noch Näheres sagen. Am 25. Februar (Bossert 358 versehentlich: 23.
Februar) hat Melanchthon ein Schreiben Spalatins erhalten, in welchem dieser
Mitteilung machte von einem Faszikel, der als fasciculus literarum et
commentariorum Heliae nostri bezeichnet wird. Diese commentarii müssen die
Postille gewesen sein, denn sie werden unmittelbar nachher als interpretatio
evangeliorum und weiterhin direkt als postillae bezeichnet (Corp. Ref. I Nr.
202 und 204). Melanchthon muß bedauern, den Faszikel nicht erhalten zu haben,
der Bote, hieß es, sei von Karlstadt nach Weimar geschickt. Am 2. März (Bossert
a. a. O. versehentlich: 1. März) kann dann aber Melanchthon melden: heri accepi
τὰ παρὰ τοῦ Ἡλίου
ἡμῶν
πεμφθέντα (Corp. Ref. Nr. 204).
Wenn er nun hinzufügt, er werde sich bemühen, daß die Edition möglichst bald
(primo tempore) erfolge, so kann es sich nur um den Schluß der Postille
handeln, dessen Empfang Bedingung der Edition war. Es hat also der Faszikel,
nach dessen Verbleib Melanchthon, fragte, jedenfalls auch die Schlußpredigt der
Postille enthalten. Leider wissen wir nun nicht, wann Spalatin den Faszikel
abgeschickt hat, ebensowenig, wann er ihn empfing. Es kann auch nicht genau
festgestellt werden, wie lange die Boten von der Wartburg bis Lochau und von
dort bis Wittenberg brauchten. Rechnen wir (vgl. Bossert 369 Anm. 5) vier bis
fünf Tage für eine Eilbotensendung von der Wartburg über Lochau nach
Wittenberg, so wäre das am 25. Februar bei Melanchthon eingetroffene
Spalatinsche Schreiben etwa am 20. Februar abgegangen. Die Manuskriptsendung
mit dem Schluß der Postille muß aber früher abgegangen sein. Wann? wissen wir
nicht, vermutlich nicht allzulange vorher. (Würde Spalatin nach dem Verbleib
gefragt haben, so würde sich der Zeitabstand vergrößern.) Wir werden also den Abschluß
der Schlußpredigt des Winterteiles der Kirchenpostille auf ± 20. Februar
ansetzen müssen. Das wäre eine Übereinstimmung mit Bossert im Resultat, nur mit
anderer, sichererer Begründung.
Wie steht es nun aber mit dem Druck der
Postille? Die erste Vermutung Luthers, es könne mit dem Druck schon begonnen
worden sein, tauchte am 15. August auf (s. o. S. XLIX). Der Druck scheint dann
auch bald wirklich eingesetzt zu haben, und zwar durch Johannes Grunenberg,
trotz Luthers Ärger über den Schmierfinken. Am 1. November schreibt Luther an
Gerbel: Mihi sub formis est vernacula enarratio epistolarum et evangeliorum per
annum (Enders 3 Nr. 461). Das könnt̄e ja zunächst noch eine
Vermutung Luthers sein, nur mit Bestimmtheit ausgesprochen, aber bald hören
alle Zweifel auf, und Luthers Vermutung ist jedenfalls richtig gewesen. In
einem Briefe, der wohl sicher (vgl. Bossert S. 322 f.) zwischen den 20.
November und 2. Dezember anzusetzen ist, schreibt nämlich Melanchthon an
Spalatin (Corp. Ref. I Nr. 154): Johannes usque ad V processit d. h. bis zum
Evangelium [WA s. lix] in der hohen Christmesse (vgl. Unsre Ausg. Bd. 10 1 I,
222 ff.). Grunenberg hat aber den Druck der Predigtauslegung mit Bogen B
begonnen, stand also beim neunzehnten Bogen. Dazu wird er einiger Zeit bedurft
haben. Offenbar ist er irgendwie avisiert worden, daß eine Einführung
voraufgehen solle, und hat dafür den ersten Bogen reserviert (vergl.
Köstlin-Kawerau, Martin Luther 5 S. 455). Diese Einführung bot dann die
Widmungsepistel vom 19. November und der “klein Unterricht”. Daß dieser Bogen
später hinzugefügt ist, verrät sich schon darin, daß er eine sogenannte
Sexterne ist, während die übrigen Bogen Quaternen sind; das Manuskript war eben
etwas umfangreicher. Daß die erste Predigt s. Z. separat von Luther abgefaßt
wurde (s. o. S. XLII), verrät sich im Druck noch darin, daß ihre Schlußsätze in
sich verjüngenden Zeilen, wie das am Schluß eines Druckes üblich war, gesetzt
worden sind; offenbar glaubte der Setzer, der dieses ein separates Ganzes
bildende Stück in Händen hatte, mit ihm sei das Werk zu Ende. Bis zu Bogen V
ist mit einer Presse gedruckt worden, doch rüstete sich, wie Melanchthon
meldete, Grunenberg, um schneller vorwärts zu kommen, mit zwei Pressen zu
drucken. Melanchthon schickte Luther die Probebogen zu, ut habeat noster operis
sui δεῖγμα et specimen, und es liegt wohl eine
Rehabilitierung des von Luther gescholtenen Grunenberg vor, wenn er dessen
Tätigkeit ein adornare nennt; auch solle Spalatin Luther zur Weiterarbeit
ermuntern. Grunenberg hat sein Vorhaben ausgeführt; denn am 2. Dezember kann
Melanchthon an Spalatin melden: maturabit opus Iohannes duobus prelis (Corp.
Ref. I Nr. 158, woselbst aber altera adventus als 2. Advent = 8. Dezember
aufgelöst ist). Melanchthon drängt um Manuskript: nostrum Heliam, quaeso
admoneas ut properet mittere reliquum huius partis postillarum. Offenbar meint
Melanchthon mit dem reliquum huius partis den Schluß des Weihnachtsteiles. Wir
hören also hier von einer Teilung der Postille. Anders als Luther sich die Anlage
des Ganzen gedacht hatte. Luther hatte am 22. November gebeten, seine Vorrede
sorgfältig aufzubewahren, donec reliquum Postillarum absolvero (s. o. S. LII),
doch waren da unter dem reliquum postillarum die Adventspredigten zu verstehen.
Das Manuskript des Schlusses des Weihnachtsteiles, vermutlich mit der Vorrede
abgeschickt, war also am 2. Dezember noch nicht da. Melanchthon versteht unter
dem “Teil” zweifellos den Weihnachsteil, der ja allein gesetzt wurde. Von dem
Adventsteil weiß er ja noch nichts. Die Postille ist also geteilt worden. Nun
aber sind 1522 beide Teile, Weihnachtsteil [WA s. lx] und Adventsteil
erschienen, und es fragt sich, welcher Teil zuerst im Druck fertig war? Die
Vermutung v. Dommers, die zweite Presse Grunenbergs sei für den Adventsteil
bestimmt gewesen, ist hinfällig; denn Grunenberg konnte über den nichts
bestimmen.
Wir besitzen verschiedene Nachrichten
über das erste Erscheinen der Postille im Buchhandel, die aber genau geprüft
sein wollen. Enders in der zweiten Auflage des 7. Bandes der Erlanger
Lutherausgabe S. XII behauptet: “auf Lamperti d. i. 17. Sept. 1521 war die
Postille bis Epiphaniä” vollendet, aber erst am 13. Februar 1522 ging sie aus.”
Aber diese beiden Daten, über deren Herkunft nichts verlautet, sind sicher
falsch (vgl. v. Dommer a. a. O.). Bossert (S. 370) vermutet, daß doch
“möglicherweise der ohne Quellenbeleg gegebenen Notiz etwas Wahres zugrunde
liege. Es könnte an diesem Tage die oberdeutsche Übersetzung der Enarrationes
erschienen sein” d. h. die Unsre Ausg. Bd. 7, 461 charakterisierte Ausgabe. Das
ist denkbar, aber eben bloße Vermutung. Eine weitere Notiz bietet Keßler in
seiner Sabbata (herausgegeben von E. Egli 1902, S. 78). Als er am Abend des 3.
März in Jena im “Bären” jenes reizende Zusammentreffen mit Luther hatte,
erschienen auch zwei Kaufleute, und einer von ihnen legte ein uneingebundenes
Buch neben sich. “Fraget Martinus, was es für ain buch were? Sprach er: Es ist
doctor Luthers ußlegung etlicher evangelien und epistlen, erst nüw getruckt und
ußgangen; hand ir die nie gesehen? Sprach Martinus: Sy sollend mir och bald
werden.” Sollte das die frisch von der Presse gekommene Weihnachtspostille
sein? Dem scheint Melanchthons Brief vom 2. März (Corp. Ref. I Nr. 204, aber
hier irrig vom 4. März datiert) zu widersprechen, an dem er an Spalatin
schreibt, er werde den Druck beschleunigen lassen, denn er hoffe, die Postille
werde Luther aliquid gratiae in der öffentlichen Meinung verschaffen; das, so
meinen v. Dommer und Bossert, wäre unverständlich, wenn die Weihnachtspostille
schon erschienen wäre. Aber dem ist entgegenzuhalten, daß Melanchthon in jenen
Briefe nicht die Weihnachts-, sondern die Adventspostille im Auge hat, deren
Schlußmanuskript er am Tage vorher erhalten hatte (s. o. S. LVIII). Warum soll
er nicht, unbekümmert darum, daß der Weihnachtsteil schon erschienen war, von
diesem neuen Teil sich ein günstiges Urteil über Luther in der öffentlichen
Meinung versprechen können? Melanchthons Worte wollen nicht mehr besagen als
einen Wunsch für guten Erfolg eines abgeschlossenen Werkes. Kann also damals
die Weihnachtspostille schon vollendet gewesen sein, so kann in der Tat das von
dem Kaufmann in Jena aufgelegte Buch der frisch vollendete Druck der
Weihnachtspostille sein. Sicher ist es allerdings nicht; wöglicherweiser ist
die oberdeutsche Übersetzung der Enarrationes gemeint. Bosserts Gegengrund,
Luther könne von der Weihnachtspostille nicht sagen, sie solle ihm auch bald
werden, da er doch die Probebogen zugesandt erhalten hatte, ist nicht
stichhaltig; es ist doch etwas anderes, ein ganzes Buch herausgegeben zu
besitzen oder die einzelnen Bogen; diese hatte Luther, jenes noch nicht.
Steht die Sache so, so gewinnt auch die
Notiz aus einem Melanchthonbriefe von ca. 25. Februar eine erhöhte Bedeutung.
Melanchthon schreibt hier (Zeitschr. f. Kirchengesch. IV 299): postillas mitto
tibi unam. Das braucht nicht, wie Bossert [WA s. lxi] (S. 370 Anm.) vermutete,
nur von Druckbogen verstanden zu werden, kann vielmehr die ganze, vollendete
Weihnachtspostille bedeuten, die also damals fertig vorgelegen hätte.
Nun freilich kommen neue Schwierigkeiten
von einem Briefe des Felix Ulscenius an Capito (Kolde, Analecta Lutherana S.
35); derselbe ist am
Luther schreibt in einem undatierten
Briefe an Hartmuth v. Kronberg: “Jetzt gehet aus der Postille ein Stuck uber
die Evangelia und Epistel, wenn die fertig ist, hoff ich, ein Christ solle
darinne finden, was ihm not ist zu wissen” (Erl. Ausg. 53, 129). Der Brief ist
sicher ziemlich bald nach Luthers Rückkehr von der Wartburg geschrieben; das
zeigen die Worte: “wie lang ich da bleiben werde, weiß ich nicht”; man wird ihn
auf Mitte März ansetzen dürfen. Jedenfalls ist das “Stuck Postille” der
Weihnachtsteil; man wird Luthers Worte nicht so pressen dürfen, als wenn nun
gerade erst “jetzt” d. h. Mitte März der Weihnachtsteil ausgegangen, unsere
Annahme einer früheren Druckvollendung also falsch wäre. Vielmehr läßt sich mit
Luthers Worten sehr wohl unsere Ansetzung vereinigen, zumal wenn man bedenkt,
daß die Postille in Luthers Abwesenheit ausgegangen war und er erst “jetzt”
davon erfuhr. Kronberg schreibt nun am 15. April an Hans v. Dolzig und Spalatin
(Enders 3, 340 Anm. 1): “Alle Bücher, die zu Franckfort in der Meß gewest, hat
man frei feil gehabt, unangesehen die Achtbrief. Des Philippus Büchlein und die
Postille Docter Martins hab ich zu teutsch funden.” Das muß die
Weihnachtspostille sein und kann nicht die Adventspostille sein, an die man
zunächst auch denken könnte. Den Beweis gibt die Antwort der beiden, Dolzig und
Spalatin. Sie antworten am 25. April: “Wir sind auch der Hoffnung, der
christliche Doctor und von Gott gesandt Mann Martinus Luther würde euch
wiederschreiben und daneben etwas Neues schicken; dann sein Teutzsche Postill
über den Advent und sein Buchlein von beyden Gestalten des hochwirdigen
Sakraments seind fast neulich ausgangen, und wird, ob Gott will, schier etwas
mehr [WA s. lxii] Guts hernachfolgen.” Ganz offenbar ist hier von etwas soeben
Erschienenem die Rede, und zwar kennt es Kronberg noch nicht; darumb kann die
in seinem Briefe erwähnte Postille nur der Weihnachtsteil sein. Wir können also
feststellen: der Weihnachtsteil war vermutlich Anfang März fertig und wurde auf
der Frankfurter Ostermesse verkauft, der Adventsteil ist sicher kurz vor dem
25. April erschienen.
Luthers
Quellen.
Luther hat etwa
am 12. Mai 1521 in einem Briefe an Hieronymus Schurf sich Bücher erbeten
(Enders 3 Nr. 433), und am 12. Mai selbst dem Prior Helt gegenüber die Bitte
wiederholt; wie er an Spalatin am 14. Mai meldete, wollte er mit der Arbeit an
der Postille warten, bis die Sendung aus Wittenberg da war (Enders 3, Nr. 435).
Unter diesen gewünschten Büchern befand sich auch ein Exemplar der in
Wittenberg bei Johann Grunenberg (Unsre Ausg. Bd. 7, 459) gedruckten
lateinischen Enarrationes. Kein Wunder! Wollte er doch die begonnene Arbeit an
der Postille — und das waren eben die Enarrationes — fortsetzen (s. o. S.
XLII). Die lateinische Postille war am 10. Juni noch nicht da; Luther erbat
statt dessen einstweilen exemplar brevioris postillae. Das kann, wie wir schon
oben hervorhoben, nur etwas von den Enarrationes Verschiedenes sein. Aber was?
Melanchthon schreibt am 6. Juli an Spalatin ein Begleitschreiben zu einer
Sendung an Luther, in der sich befindet: postilla brevior, suis illius manibus
conscripta. Die postilla brevior, die Luther auf der Wartburg gehabt hat, und
die eine Quelle für seine neue Kirchenpostille gewesen ist, war also ein
Originalmanuskript des Reformators. Was enthielt es inhaltlich? Eine
Predigtsammlung über die Perikopen zweifellos; denn es wird ja als postilla
bezeichnet. Nur eben in unausgeführter, abgekürzter Form (brevior). Aber wer
war der Verfasser? Thiele (Unsre Ausg. Bd. 9, 318) stellte die Vermutung auf,
Luther habe ebensowenig von seinen übrigen Predigten Aufzeichnungen gemacht wie
von seinen Matthäuspredigten; dann also müßte es sich um eine fremde
Predigtsammlung handeln, die Luther sich selbst abgeschrieben habe. Bossert (S.
280) fragt sofort: “Aber wo sollte er dazu Zeit gefunden haben?” Daß er
irgendwie und irgendwann einmal die Zeit dazu gefunden haben könnte, wäre ja an
sich schon möglich, aber die ganze Annahme ist doch nicht recht wahrscheinlich,
und jedenfalls liegt es näher, an ein Originalmanuskript auch in dem Sinne zu
denken, daß Luther der Autor war. Hier stellt nun Bossert die positive
Vermutung auf, “daß die brevior postilla Predigten enthalten haben muß, von
denen uns verschiedene kurze Rezensionen durch verschiedene Nachschreiber
erhalten sind ... Predigten, welche meist 1519 und 1520 gehalten wurden und von
verschiedenen Zuhörern (Melanchthon, Poliander) in kurzen Auszügen
niedergeschrieben wurden.” Es sind die in Unsrer Ausg. Bd. 9, 314 ff.
abgedruckten Predigten, deren ursprüngliche, von Luther selbst herrührende
Aufzeichnungen also den Inhalt der postilla brevior ausgemacht haben würden.
Das ist möglich, aber nicht so sicher, wie Bossert annimmt. Bossert hat sich
die Mühe gegeben, Berührungen zwischen der Kirchenpostille und jenen Predigten
aufzuweisen und betont selbst, daß es sich dabei nur “um einige Stichproben”
handle; aber die Berührungen sind nicht derart, daß jene Predigten unbedingt
Vorlage und Quelle für die Kirchenpostille gewesen sein müßten. Jeder Kenner
der Lutherschen Predigtart weiß, [WA s. lxiii] daß er bei Predigten über
denselben Text sich in Gedankengängen, Wendungen und Redeform häufig
wiederholt. So können jene Berührungen sich erklären, ohne daß gerade jene
Predigten die postilla brevior gewesen sein müßten. Es kann sich um
Predigtaufzeichnungen handeln, von denen wir heute nichts mehr wissen. Enders
(3, Nr. 441 Anm. 7) warf die Frage auf: “War es vielleicht eine Kollegienheft,
da Luther vor seinem Weggang nach Worms über die Perikopen las?” Letzteres
bewies Enders aus einem Briefe des Felix Ulscenius an Capito vom 13. Januar
1521: “Lutherus ille ... evangelia secundum tempora praelegere statim
aggressurus est.” Es liegt kein Grund vor, anzunehmen, daß dieser Plan nicht
zur Ausführung kam, und zur Vorlesung wird sich Luther auch jedenfalls
Aufzeichnungen gemacht haben, die er des Inhaltes wegen gut als postilla
brevior bezeichnen konnte. Bossert freilich lehnt (S. 280) diese Vermutung ab.
“Denn Luther setzt voraus, daß Spalatin von seiner brevior postilla samt dem
Perikopenverzeichnis eine Abschrift besitze, die er auch auf der Reise nach und
von Worms bei sich hatte, wahrscheinlich um daran eine Fundgrube für seine
eigenen Predigten bei Hofe zu haben.” Von dieser “Wahrscheinlichkeit” steht nun
im Texte rein gar nichts, aber auch die Voraussetzung Luthers ist eine andere.
Es schreibt (Enders 3, 171): tu curabis, ut exemplar brevioris postillae
habeam, si habes una cum indice epistolarum et evangeliorum. Das ist zu
übersetzen: sorge, daß ich das (mein) Exemplar der kürzeren Postille bekomme,
womöglich mit einem Perikopenverzeichnis. Also Luther setzt nur voraus, daß
Spalatin ein Perikopenverzeichnis besitzt, das “si habes” gehört zum Folgenden
allein und nicht auch zum Vorhergehenden. Kawerau (Martin Luther S. 454) hält
denn auch an der Möglichkeit der Auffassung von Enders fest. Sie bleibt
ansprechned, sicher ist sie nicht. Wir wissen nichts Näheres über die postilla
brevior anzugeben und müssen uns damit begnügen, daß Luther eine solche als
Quelle benutzte. Und zwar, wenn sie am 6. Juli aus Wittenberg abgeschickt
wurde, etwa seit Mitte Juli (vgl. Enders 3, Nr. 445); vielleicht hat gerade
ihre Ankunft seine Arbeitslust gesteigert (s. o. S. XLII f.). Das
Perikopenverzeichnis hat er schon früher in Händen gehabt. (Subnotationem
lectionum evangelicarum et epistolicarum, ut per orbem toto annuo singulis
dominicis leguntur, iam ante transmisi Corp. Ref. I, 417: Melanchthon an
Spalatin, vom 6. Juli.)
Daß Luther die Enarrationes nachträglich
auch bekommen hat, hören wir nicht ausdrücklich, aber es wird wohl angenommen
werden dürfen. Sie sind auch sicher von Luther für seine Neubearbeitung der
Adventspostille herangezogen (vgl. z. B. Unsre Ausg. Bd. 10
Eine griechische und hebräische Bibel
hatte Luther von Anfang an zur Verfügung (s. S. XLI und Enders 3, 171 Z. 31).
Ebenso ein Exemplar der Vulgata. Letzteres folgt aus der ersten Predigt über
Tit. 2, 11 ff., in der der Vulgatatext neben dem griechischen Text erwähnt und
das hebräische Äquivalent herangezogen wird [WA s. lxiv] (Unsre Ausg. Bd. 10 1
I, 24 f., vgl. weiterhin S. 26,19, 31,18 f., 32,18f. 51,7, 53,2, 65,3, 88,14,
89,11, 97,4, 98,4, 153,14 f., 154,7 157,20, 213,10, 269,15, 436,16 ff., 442,2.
Auch zu Röm. 12,7. 8 oder Phil. 4,5 zitiert Luther die Vulgata (Unsre Ausg. Bd.
10 1 II, 1. 174), vgl. ferner Bd. X 1 II, 17 Anm. 2 –4, 18 Anm. 12, 78 Anm. 2,
80 Anm. 4, 90 Anm. 3, 107 Anm. 1, 113 Anm. 2, 155 Anm. 2, 193 Anm. 3. Mit
Sicherheit ist dann aber z. B. das griechische Original zu Matth. 21,1 f.
benutzt (Unsre Ausg. Bd. 10 1 II, 49). Verschiedentlich bei Zitaten aus dem
Alten Testament hat Luther den hebräischen Originaltext nachgeschlagen (vgl.
Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 174,2, 177,2 ff. 522,4, 546,20, 650,15; Bd. 10 1 II,
5,4 f. 15,32, 22 ff., 35,4, 61, 8 ff., 89,28, 90, 2; hier läßt sich
feststellen, daß Luther einen unpunktierten Text vor sich hatte, S. 90, Anm. 4,
106 Anm. 5, 107 Anm. 2. 3, 200 Anm. 6). Die Septuaginta hingegen ist offenbar
Luther nicht zur Hand gewesen; man könnte an zwei Stellen (Unsre Ausg. Bd. 10 1
I, 33, 11; Bd. 10 1 II, 90) daran denken, aber Luther wird im ersteren Falle
diese bekannte Stelle aus dem Gedächtnis zitieren, sie war ihm durch die
Bannandrohungsbulle noch besonders vertraut. Im zweiten Falle nennt Luther “die
allten dolmatscher, die vortzeytten die Biblien ynn kriechisch sprach
vorwandelt haben”, aber (vgl. a. a. O., Anm. 5) er dürfte sie aus Hieronymus
kennen, den er an jener Stelle sicher benutzt hat. Wieviel im übrigen im
einzelnen aus dem Gedächtnis zitiert ist, (vgl. z. B. Unsre Ausg. Bd. 10 1 II,
19 Anm. 10, 20 Anm. 11, 123 Anm. 4), wieviel nach lateinischer, griechischer
oder hebräischer Vorlage, läßt sich nicht immer mit Sicherheit angeben; wir
haben an den betr. Stellen die Originaltexte angegeben, so daß der Leser selbst
die persönliche Entscheidung finden kann, die in zahlreichen Fällen eben nur
eine persönliche bleiben wird. Die Benutzung des Quincuplex Psalterium des
Faber Stapulensis — auch seine Lesarten haben wir in den Anmerkungen
berücksichtigt — ist möglich, aber nicht sicher. Zweifellos hingegen hat Luther
die Glossa ordinaria benutzt, die er auch dreimal ausdrücklich nennt. Abgesehen
von den vielen Fällen, in denen ihre Heranziehung möglich ist (vgl. die
Anmerkungen) hat Luther sie in der Regel im Auge, wenn er sich mit anderen
Interpreten auseinandersetzt: “hie meinen etliche” oder ähnlich (vgl. Unsre
Ausg. Bd. 10 1 I, 60 ff. 149, 168,18, 191,19, 195,1. 15, 221,1, 268,1, 275,8,
277,7, 394,3, 422,19, 443,3, 448,2, 559, 563,13, 575,1, 595,9, 602,17, 716,6,
719,5 u. ö.; Bd. 10 1 II, 59, 6. 17. 23 Anm. 3 u. ö.). Luther wird eine der
bekannten Bibelausgaben zur Verfügung gehabt haben, in denen außer dem
Vulgatatexte die Glossa ordinaria, die Glossa interlinearis und die Erläuterung
des Nikolaus von Lyra gedruckt waren. Der letztere ist jedenfalls auch von
Luther benutzt worden (vgl. Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 277,16, 306,6, 573,5 ff.,
598,9 u. ö.; Bd. 10 1 II, 55 Anm. 5, 188 Anm. 5, 189 Anm. 2, 195 Anm. 2 und 5,
196 Anm. 1 und 2, 197 Anm. 3, 202 Anm. 5 u. ö.), vermutlich auch die glossa
interlinearis (vgl. Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 573, 5 ff.; Bd. 10 1 II, 106 Anm.
3, 117 Anm. 3, 197 Anm. 1 u. ö.). Wiederum hängen damit zusammen die
Interpretationes nominum Hebraicorum; denn sie pflegten den Bibeln beigedruckt
zu werden. Luther erläutert die hebräischen Eigennamen in der Postille und hat
sie, wie auch anderweitig, benutzt (vgl. Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 420,12, 421,5.
19, 441,16, 551,16, 596,8, 597,21, 621,3. 4, 629,21; Bd. 10 1 II, 48,1,
152,30). Möglicherweise, obwohl hier kein sicheres [WA s. lxv] Urteil gefällt
werden kann, auch Aleanders Lexicon Graeco-latinum (vgl. z. B. Unsre Ausg. Bd.
101 II, S. 12 Anm. 2, 126 Anm. 1, 128 Anm. 4, 166 Anm. 1 und 4).
Zahlreich sind Hinweise auf die
Patristik, aber es ist nicht immer möglich anzugeben, worauf Luther fußt, ob
auf unmittelbarer oder mittelbarer Kenntnis, oder endlich auf gedächtnismäßiger
Erinnerung. Wenn es Unsre Ausg. Bd. 101 I, S. 147 heißt, daß Augustin “an einem
Ort” sagt, so ist das ein Zitat aus dem Gedächtnis. Ein andermal (Unsre Ausg.
Bd. 10 1 I, 195) war die von Luther angeführte Interpretation in der Glossa
ordinaria zu finden; andererseits ist die Auseinandersetzung Luthers mit
Augustin in der schwierigen Ausdeutung des johanneischen Prologs so eingehend,
daß eine Benutzung der tractatus in Johannis evangelium des großen Afrikaners
angenommen werden darf (Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 196, 203, 210, 221). Um so
mehr, als auch zu Joh. 21, 19 –24 (Evangelium am S. Johannestage) diese
tractatus zitiert werden (Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 318). Dann wieder begegnet
ein Zitat aus dem Enchiridion (Unsre Ausg. Bd. 101 I, 278) — gedächtnismäßig? —
oder Luther läßt sich durch Emser veranlassen, Augustin heranzuziehen (Unsre
Ausg. Bd. 101 I, 589). Zur Epistel am 2. Adventssonntag über Röm. 15, 4 –13
wird “Sanct Augustin Gal. 6” angeführt (Unsre Ausg. Bd. 101 II, 69), aber hier
dürfte Luther aus dem Gedächtnis zitieren; von seiner Auslegung des
Galaterbriefes her war ihm Augustin vertraut, und gerade unsre Stelle wird
schon in der Auslegung des Galaterbriefes von 1519 zitiert. (Unsre Ausg. Bd. 2,
602, 29f.). Entsprechend wird es sich mit der Anspielung an den
Galaterkommentar des Hieronymus verhalten (Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 514, 15),
denn auch er wird schon in der Auslegung des Galaterbriefes von 1519 zitiert
(Unsre Ausg. Bd. 2, 561, 21 f.). Hingegen ist man geneigt, die Berufung auf die
Jesaiasauslegung des Hieronymus (Unsre Ausg. Bd. 10 1 II, 91) auf Einsichtnahme
in dieselbe zurückzuführen, so gewiß dann wieder die ganz allgemeine Berufung
auf Hieronymus in der Epistel am 3. Adventssonntag (Unsre Ausg. Bd. 10 1 II,
144) gedächtnismäßig ist. Das Zitat aus Gregor dem Großen (Unsre Ausg. Bd. 10 1
I, 589) geht auf Emser zurück. Darf man an die Patristik Josephus angliedern,
so wird die Berufung auf ihn (Unsre Ausg. Bd. 10 1 II, 98) gedächtnismäßig
sein.
Stellen wir an die Spitze der
mittelalterlichen Quellen die Sammlung der vitae patrum, so hat Luther in der
Postille wiederholt zur Illustration in moralischer Abzweckung die Mönchslegende
verwertet (Unsre Ausg. Bd. 10
Daß die Postille zum Zeitspiegel wird,
kann niemand befremden, der Luthers exegetische Art einigermaßen kennt. Bei
aller wissenschaftlichen Exaktheit zielte sie doch stets auf die praktische
Erbauung (im besten Wortsinne) und Erhebung aus den Nöten der Gegenwart ab. Und
seine Postille sollte doch bewußt ein Volksbuch werden! In einer wunderbaren
Weise flicht nun Luther Zeitereignisse in die Bibelauslegung hinein, niemals um
ihrer selbst willen, stets zur Illustration religiös-ethischer Wahrheiten, also
unter große Gesichtspunkte gerückt. Am prächtigsten glückt ihm das mit den
Begenbenheiten aus seinem eigenen Leben. Hier verbindet sich der objektive
Tatbestand mit der subjektiven Anwendung zu allerpersönlichster und dann doch
wieder gemeinverständlicher Anschaulichkeit. Nur ein paar Beispiele seien
herausgehoben. Sicher zittert durch die Postille hindurch Luthers Streit mit Emser
(vgl. Unsre Ausg. 10
Die Wirkung
der Wartburgpostille.
Sie ruht auf
ihrem Werte. Außer dem schon erwähnten künstlerischen Zug, der lebendigen
Frische formaler Gestaltung ist hier insbesondere des religiös-theologischen
Gehaltes zu gedenken, um den sich Form wie Inhalt sammeln. Die Wartburgpostille
ist da ungemein reich, aber für die sogenannte “Theologie Luthers” noch bei
weitem nicht ausgeschöpft, ihren Wert hat recht eigentlich erst K. Holl in
seinem Luther (2. Auflage 1923) herauszustellen sich bemüht. Holl wies dann
weiter in einem Sonderaufsatz (Die Geschichte des Wortes Beruf,
Sitzungsberichte [WA s. lxviii] der Berliner Akademie der Wissenschaften 1924)
darauf hin, daß erstmalig in der Kirchenpostille (Unsre Ausg. Bd. 101I, 306, 18
ff.) Luther die Bedeutung “Beruf” = Stand gewinnt. Luther selbst hat über sein
Werk verschieden geurteilt. In seiner großen Schrift: “daß diese Wort Christi
‘das ist mein leib’ noch fest stehen”, nennt er “die Postillen mein aller
bestes buch, das ich yhe gemacht habe, wilche auch die Papisten gerne haben”
(Unsre Ausg. Bd. 23, 278, 13 f.), wobei man natürlich in Rechnung stellen muß,
daß sich das Urteil auf die ganze Postille bezieht, nicht auf den sogen.
Winterteil allein, wenn auch sicherlich nicht zuletzt auf diesen. Aber in den
Tischreden, aus der ersten Hälfte der dreißiger Jahre, heißt es (Unsre Ausg.
Tischreden 1, 488): “Occasio facit praedicatorem, nam ex contionibus meis
postillaribus ne unum quidem sermonem colligo, ut eodem modo praedicarem. Ich
kan mich nicht mit worten binden lassen ... Si iunior essem, multa resecarem in
postilla, nam immodice fui copiosus.” Das dürfte wohl speziell auf die
Winterpostille angewandt werden, da ja gerade bei ihr es sich von vornherein
nicht um “Predigten” handelte, sondern um erbauliche Auslegung, bei der Luther
wirklich stellenweise “uber die Maße und zu viel Wort gebraucht” hatte. Wie er
das ja selbst am Schluß des Weihnachtsteiles sagt (Unsre Ausg. Bd. 101I, 728),
wenn er von seinem “geschwätz” redet und Bucer das richtig mit verbositas
übersetzt. An Nikolaus Gerbel schrieb Luther am 27. November, wahrscheinlich
1535: “De Postilla tu honorificentius sentis, quam ego. Extinctum enim vellem
totum eum librum” (Enders 11, 127, 19 ff.). Ein Glück, daß diese Vernichtung
nicht erfolgte!
Einige Momente aus dem überreichen
religiös-theologischen Gehalte der Winterpostille seien herausgehoben: in
reiner Klarheit tritt Luthers Glaubensbegriff oder besser Glaubenserleben
heraus. Anknüpfend an die geschichtliche Offenbarung in Christus, die niemals
ausgeschaltet wird, nimmt er sie so vollkommen in den Glaubenden ganz
persönlich auf, daß sie ohne diese ganz individuelle Beziehung wertlos wird.
“Was hulffs mich, das er tausent mal geporn were und myr das teglich wurd
gesungen aufs lieblichst, wenn ich nit horen sollt, das myr dasselb gellte und
meyn eygen seyn sollt?!” (Unsre Ausg. Bd. 10
[WA s. lxix] Am 5. August 1522 schrieb
der Stadtarzt Johannes Adelphi in Schaffhausen an Vadian (Vadianische
Briefsammlung Nr. 321): “Heute sah ich Lutherum in evangelia et epistolas, ein
ausgezeichnetes Werk, gedruckt in Basel”; und er hob besonders den soeben von
uns zitierten Schluß heraus, daß Luther nach seiner Aussage in dem Buche alles
geschrieben habe, was dem Christenmenschen not sei zur Seligkelt. “Cura ut
habeas! Est lingua Germanica scriptum, sicut et multa alia eiusdem, mihi auro
et gemmis chariora” (vgl. auch Zwingliana 1923 S. 140). Das kann sich nur auf
den Druck Adam Petris beziehen, den unsere Bibliographie S. XIII sub a [P*]
verzeichnet, der als Adventspostille eine Übersetzung der Enarrationes von 1521
bot, im übrigen die Weihnachtspostille erstmalig nachdruckte. Wir haben hier
die erste Wirkung der Postille auf die Schweiz vor uns, und wohl eine der
frühesten Wirkungen überhaupt. Sie ist dort lebendig geblieben und hat
insbesondere auch Zwingli beschäftigt. Das Zwingli-Museum in Zürich besitzt ein
Exemplar des Petrischen Druckes mit zahlreichen, sachlich nicht wertvollen
Randglossen. Man hielt es für ein Stück aus Zwinglis Bibliothek. Das dürfte
unrichtig sein (vgl. meine Schrift: Huldrych Zwinglis Bibliothek 1921 S. *25
Nr. 201), aber daß Zwingli die Postille kannte und benutzte, steht auch
anderweitig fest. Zum ersten Male in seinen Gesichtskreis rückte sie Johannes
Dekolampad am 21. Januar 1523, wenn er dem Freunde nach Zürich schrieb: Μὰ
τὴν ἀλήθειαν, ἀκαδημίαι
εἰσὶ τοῦ
διαβόλου πορνεῖα,
ὡς αὐτὸς
ἔφα” (Krit. Zwingli-Ausgabe Bd. 8 Nr. 271) —
nämlich in der Postille (vgl. Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 470), die auch Oekolampad
nach der Petrischen Ausgabe kannte. Dann wurde infolge des Abendmahlsstreites
die Postille unmittelbar für Zwingli bedeutsam. Bucer machte am 30. April 1528
Zwingli für seine Antwort an Luther aufmerksam auf dessen Auslegung der Epistel
am Christtag: “Ut Luthero respondeas, .. forte conducet tibi, quod de
discrimine duarum in Christo naturarum ille scripsit in postilla sua in
epistolam suspremi sacri diei natalis Christiani. Lectio ea sumpta est ex
epistola ad Hebraeos in illud: Per filium suum” (vgl. Unsre Ausg. Bd. 101I, 147
f.; Krit. Zwingli-Ausgabe Bd. 9 Nr. 613, wo aber der Brief irrtümlich in das
Jahr 1527 versetzt wurde, was H. Eells in der Revue belge de philologie et
d'histoire 1922 korrigierte). Wirklich hat dann Zwingli in der Antwort auf
Luthers Bekenntnis vom Abendmahl sich mit Luthers Postille auseinandergesetzt.
“Luther redt in siner postill über die epistel am christtag in der höhen meß
über die wort ‘durch sinen sun’ also” etc. (Schuler-Schultheß: opera Zwinglii
II 2 S. 157; eine Bezugnahme auf die “postill sunntags septuagesimae über die epistel”,
die für unsere Postille aber nicht in betracht kommt, schon ebenda II 2 S. 85).
In der angeblichen Handbibel Luthers, die
Hans Volz ihm endgültig abgesprochen hat, deren wirklichen Besitzer wir nicht
kennen, findet sich unter den Lutherzitaten, die jener Unbekannte zu notieren
für wertvoll hielt, auch ein solches aus der Weihnachtspostille: “Quibus locis
Christus praedicavit: vide Lutherum die Stephani in Epistola iiijy” (vgl.
Archiv für Reformationsgeschichte Unsre Ausg. Bd. 21, 168). Gemeint ist die
Stelle Unsre Ausg. Bd. 101I, 254, und die Bogensignatur des Originaldruckes Y 4
ist ganz richtig angegeben. Die Stelle über die Bekehrung der Juden Unsre Ausg.
Bd. 101I, 289 hat in den Pietistenstreitigkeiten ihre Rolle gespielt. Z. B.
haben die Gießener Pietisten sie gegen die Orthodoxie ausgespielt (vgl. meine
Schrift: die Anfänge des Pietismus in Gießen 1907). [WA s. lxx]
Auch im
Pietistenstreite hat dann die Epistel vom Stephanstage ihre Bedeutung gehabt.
In der Flugschrift: “Anzeige gewissenhafter Beherzigung des Gießischen
Sendschreibens wider der Christen freye und erbauliche Zusammenkünsten 1690
heißt es Bl. A. 3: “Hierauf läßt man antworten den S. Lutherum in der Auslegung
über die Lektion am S. Stephanstag: Weilen S. Stephan da nicht zu predigen,
welches Amt die Apostel ihnen vorbehalten, sondern zu Haushalten gesetzet war.”
Gemeint sind die Worte Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 262. Oder die Flugschrift:
Confirmatio das ist: Wiederholte Bekräftigung der ἐπικρήσεως
oder Gegen-Judicium von den collegiis pietatis entgegengesetzt den Anmerkungen
M. Joh. Heinr. Roßlers, eines Metropolitani und Pfarrers zu Schotten. Durch D.
S. Sylphonium 1690 Bl. B. j sagt: “Heist hier auftreten soviel als auf die
Canzel steigen und eines daher schwätzen von Dietrich von Bern oder was ihm
geträumet hat, wie Lutherus redet in seiner Kirchen-Postill.” Gemeint ist die
Stelle Unsre Ausg. Bd. 101 I, 264. Gegen Luthers scharfe Polemik wider den
“Narrn” oder “Buben”, der das Wunderbuch, “von der Kindheit Christi” erdichtete
(Unsre Ausg. Bd. 101 I, 443 f.) hat noch 1574 der Katholik Martin Eisengrein
Einspruch erhoben. Vgl. L. Pfleger, M. Eisengrein 1908, S. 110. Die Täufer, wie
Joh. Campanus und Bernt Rothmann waren mit Luthers Christologie (Unsre Ausg.
Bd. 101 I, 195) nicht zufrieden. Vgl. K. Rembert: Die Wiedertäufer in Jülich
1899 S. 250. Auch Kaspar Schwenckfeld zieht nicht ohne Grund gerade “Luther
über das Euangelium in Nat[ivitate] das leben war ein liecht der Menschen”
(Unsre Ausg. Bd. 101 I, 202 ff.) heran Vergl. Corpus Schwenckfeldianorum Bd. 2,
S. 677. Wiederum zieht Sebastian Franck in seiner “Chronica, Zeytbuch und
Geschichtbibel” diese Predigt, speziell ihren Glaubensbegriff, den er
ausdeutet, heran. Vgl. E. Teufel: Luther und Luthertum im Urteil Sebastian
Francks (Festgabe, K. Müller dargebracht 1922, S. 137). Es handelt sich, was
Teufel nicht angibt, um die Stelle Unsre Ausg. Bd. 101 I, 224. Man wird
geradezu von einer “täuferischen” Tradition sprechen dürfen, die an diese
Postillenpredigt ansetzte. Auf Andreas Osiander hat möglicherweise die Predigt
zur Epistel des ersten Advents mit ihren Ausführungen über die Gerechtigkeit
Gottes (Unsre Ausg. Bd. 101 I, 1 ff.) gewirkt. Vgl. E. Hirsch: Die Theologie
des A. Osiander 1919, S. 70. O. Clemen wies in Zeitschrift für
Kirchengeschichte Bd. 37, S. 442 darauf hin, daß “die Evangelien samt den
Episteln durch das ganze Jahr” —das ist die Kirchenpostille, vor 1586
handschriftlich in lettischer Sprache in der Kirche zu Heiligenau existierten.
Auf Wirkungen der Wartburgpostille auf Melanchthon, Eberlin von Günzburg und
Johann Sonnentaller, sowie Sebastian Lotzer und Andreas Keller machte Bossert
(Theol. Stud. und Kritiken 1897, S. 374 ff.) aufmerksam. — Das alles sind
zufällig gefundene und zusammengeraffte Zeugnisse der Wirkung von Luthers
Postille, speziell des Winterteiles. Sie sind sicherlich zu vermehren und
werden die Wirkung steigern. (Einiges z. B. bei Walch 11, 24 ff.) Die
Luthersche Postille hat die mittelalterlichen Plenarien verdrängt. Es ist
sicherlich kein Zufall, daß “bis jetzt kein Plenar nachgewiesen ist, das jünger
als 1521 wäre” (Drews in Prot. Realenzyklopädie 3. Aufl. 15, S. 486) — 1521 ist
das Jahr des Beginnes von Luthers Postillenarbeit!
Luther selbst hat die Wirkung seiner
Postille gewünscht. Sie sollte geradezu normativ und autoritativ werden
gegenüber Schwarmgeistertum und Subjektivismus. [WA s. lxxi]
Nach den
üblen Erfahrungen des Bauernkrieges, also auch als ein Zeichen der Reaktion in
Luthers Stellung zur Umwelt, schreibt er in der “Deutschen Messe und Ordnung
des Gottesdienstes” (Unsre Ausg. Bd. 19, 95): “Und mich dunckt, wo man die
deudsche postillen gar hette durchs jar, es were das beste, das man verordente,
die postillen des tages gantz odder eyn stücke aus dem buch dem volck
furzulesen, nicht alleyne umb der prediger willen, die es nicht besser kunden,
sondern auch umb der schwermer und secten willen zu verhüeten, wie man sihet
und spuret an den Homilien ynn der metten, das etwa eben auch solche weyse gewesen
ist. Sonst, wo nicht geystlicher verstand und der geyst selbst redet durch die
prediger (wilchem ich nicht wil hiemit zil setzen; der geyst leret wol bas
reden denn alle postillen und Homilien), so kompts doch endlich dahyn, das eyn
iglicher predigen wird, was er wil, und an stat des Euangelii und seyner
auslegung widderumb von blaw endten gepredigt wird.” Ist hier schon deutlich
gesagt — vgl. die Worte: wilchem ich nicht wil hiemit zil setzen —, daß die
Postille keineswegs die selbständig erarbeitete Predigt des Pfarrers ersetzen
soll, so hat Luther 1542 in der Vorrede zu Spangenbergs Postille (Erl. Ausg.
63, 371) ausdrücklich betont: “Aber gleichwol sind wiederumb etliche faule
Pfarrherr und Prediger auch nicht gut, die sich auf solch (Postillen) und ander
mehr gute Bücher verlassen, daß sie eine Predigt draus können nehmen, beten
nicht, studieren nicht, lesen nicht, trachten nichts in der Schrift, gerade als
müßte man die Biblia darumb nicht lesen. Brauchen solcher Bücher, wie die
Formular und Kalender, ihre jährliche Nahrung zu verdienen, und sind nichts
dann Psittig oder Dolen, die unverständlich nachreden lernen, so doch unser und
solcher Theologen Meinung diese ist sie damit in die Schrift zu weisen und zu
vermahnen, daß sie denken sollen, auch selbst unsern christlichen Glauben nach
unserm Tode zu verteidigen wider den Teufel, Welt und Fleisch.” Also ein
scharfes Borbauen gegen jeden Mißbrauch!
Es war auch ein Stück Wirkung der
Postille, daß der Drucker Johannes Herwagen in Straßburg von Martin Bucer eine
Übersetzung erbat. Luther stimmte dem zu und hatte keinerlei Argwohn. “Rogatu
Iohannis Hervagii typographi et hortatu M. Lutheri theologi” bzw. “iussu et
hortatu Lutheri” sagte Bucer (vergl. mein Buch: Zwingli und Luther, ihr Streit
um das Abendmahl 1, 1924, S. 370 Anm. 1), und daran zu zweifeln, hat man keine
Ursache. Der erste Band der Übersetzung, der die Adventspostille behandelte,
trug am Schluß den Druckvermerk: primo Februarii an. M. D. XXV; so wird Bucer
1524 den Auftrag erhalten und das Werk begonnen haben. Der zweite und dritte
Band, die Weihnachtspostille bringend, kam im März 1525 bzw. März 1926 heraus.
Vgl. die Bibliographie. Diese drei ersten Bände erregten keinerlei Anstoß; erst
der vierte Band brachte den bekannten Konflikt mit Luther (s. mein Buch a. a.
O. S. 370 ff.). Die Vorrede des ersten Bandes bestimmte das Werk evangelio
initiatis fratribus dispersis per Gallias; es sollte die Keime des Evangeliums
hier zur Reife bringen helfen: “audimus enim passim excitari per Gallias, qui Christum
et luculenter et fortiter annuncient”; speziell war an Lambert von Avignon
gedacht, und Bucer wollte seine Postillenübersetzung den lateinischen
reformatorischen Bibelkommentaren, teils Originale, teils übersetzungen,
beigefügt sehen, die der Evangeliumsverkündigung in Frankreich dienten. Er
nannte Luthers Werk “opus frugis incomparabilis, quibuscungue divina scriptura
nondum familiarior facta est” und karakterisierte [WA s. lxxii] gut: “quid lex,
guid evangelion, quid gratia, quid ira dei, quid peccatum, quid fides, qui
peccati et fidei fructus, id est: veram ac solidam theologiam nemo unquam,
cuius quidem commentarii extent, tradidit felicius et explicuit planius.” Über
die Art seiner Übersetzung sagte Bucer nichts; es war nicht nötig, denn er übersetzte
schlecht und recht ohne Hintergedanken. Man wird bei der Übersetzung der
Advents- und Weihnachtspostille von einer “Tendenz” im schlimmen Wortsinne
nicht sprechen können, so gewiß verschiedentlich Auslassungen und Zusätze nicht
Zufall, sondern Absicht sind. Im allgemeinen bietet Bucer eine gute
Übersetzung, die an den nicht ohne weiteres verständlichen Stellen des
Lutherschen Wortlautes geradezu einen Kommentar bedeutet (um deswillen haben
wir ihn auch so reichlich zu Worte kommen lassen). Daß Bucer die ganze Widmung
an den Grafen von Mans̄feld fortläßt, ist begreiflich; sie war sehr persönlich
gehalten und hatte für einen weiteren Leserkreis keinen Zweck. Gern
verdeutlicht der Übersetzer (z. B. Unsre Ausg. B. 10 1 I 21,10, 23,8, 41,9,
172,2, 173,9, 206,14, 294,10, 301, 14,306, 16, 313,3, 315,19, 332,3; Bd. 10 1
II, 35,5, 44, 24 f., 45,10, 71,16 u. ö.) oder erläutert (z. B. Unsre Ausg. Bd.
10 1 I, 338,10, 356,14, 373,6, 375,22, 377,9 f., 381,14, 383,1, 388,6, 402,11,
433,8, 488,1, 546, 7.25, 693,4, 701,18; Bd. 10 1 II, 112 Anm. 1, 115 Anm. 6,
133 Anm. 6. 7, 136 Anm. 1 u. ö). Er hat auch den Druckfehler Unsre Ausg. Bd. 10
1 II, 40, 26 im Original gemerkt und verbessert. Dann wieder läßt er aus und
übersetzt nicht Alles (Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 40, 1, 144 Anm. 1, 293 Anm. 2,
492, 15 ff., 349 Anm. 3; Bd. 10 1 II, 17 Anm. 5 u. ö). Ist man mitunter (z. B.
Unsre Ausg. Bd. 10 1 I,55,10, 208,2) geneigt, an Flüchtigkeit zu denken, so
fehlt die Absichtlichkeit nicht. Z. B. wenn Luther schreibt Bd. 10 1 I, 10,21: “Zum
anderen, das du nit auß Christo eynen Mosen machist, alß thu er nit mehr denn
leer und gebe exempel wie die andern heyligen thun”, so läßt — man möchte
sagen: der reformierte — Bucer die Worte “wie die andern heyligen thun” aus.
Genau dasselbe wiederholt sich Unsre Ausg. Bd. 10 1 II, 73, 24. Damit wird
zusammenhängen, daß Unsre Ausg. Bd. 10 1 II, 132, 1 ff. Petrus und Paulus
ausgelassen sind, oder Bd. 10 1 I, 30, 13 dem Jakobus das “s. [anctus]” nicht
mehr zugebilligt wird. Die eschatologische Pointierung Unsre Ausg. Bd. 10 1 I,
673, 1 ff. ist natürlich auch nicht zufällig fortgeblieben; vgl. auch Bd. 10 1
II, 107, 20 die feine Umbiegung der bestimmten eschatologischen Erwartung
Luthers. Mitunter ergänzt und erweitert er sein Vorbild, nicht ganz ohne schulmeisterlichen
Beigeschmack. Z. B. Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 141 Anm. 6, wo er seine
Gelehrsamkeit bekunden will durch Heranziehung von Augustin, S. 645, 14 f., wo
er sich in eigener Deutung versucht, Bd. 10 1 II, 100 Anm. 1, wo er die
Verwerfung des Aristoteles noch durch einige Zusätze steigert, S. 205 Anm. 1,
wo er Luther korrigiert, S. 206 Anm. 1, wo er zu dem von Luther erwähnten
Johannes Hus noch den Hieronymus von Prag setzt. In der Epistel am Christtag
Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 148 Anm. 1 verweist er auf das Evangelium zum 4.
Advent, bei welchem Luther (Bd. 10 1 II, 189 ff.) das gleiche Problem
behandelte. Sein eigenes Urteil bricht Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 501 Anm. 1 in
der Übersetzung: optimo iure durch. Alles in allem: diese kurze
Charakterisierung zeigt, daß Bucer ein guter Übersetzer gewesen ist, der mit
Überlegung arbeitete.
Besondere Beachtung verdient die Frage
nach der Wirkung von Luthers Postille auf die nachfolgende Postillenliteratur
überhaupt. Sie würde eine [WA s. lxxiii] eingehende Untersuchung erfordern, die
hier nicht geboten werden kann. Daß Luther hier die Bahn brach und als großer
Anreger wirkte, leidet keinen Zweifel; an die Spitze seiner Schüler wird hier
Melanchthon gestellt werden müssen, dessen Postille auf Sonntagsvorträge von 1522
zurückgeht (vgl. G. Buchwald: Zur Postilla Melanthoniana, Archiv für
Reformationsgeschichte Bd. 21 Doppelheft 1/2, 1924). Daß die Wartburgpostille
dann die Postille des Antonius Corvinus stark beeinflußte, habe ich in
besonderem Aufsatze (Theologische Studien und Kritiken Bd. 75, 1902) gezeigt.
Ungeklärtes Gebiet ist noch die Anregung, die die Postille der Kunst der
Reformationszeit gab. Einige der Ausgaben (vgl. die Bibliographie) sind mit
“schönen Figuren” geziert, die an die Holzschnitte der Bibelausgaben erinnern,
aber sie harren noch der endgültigen wissenschaftlichen Durchmusterung.
Angeschnitten ist das Problem von H. Zimmermann: Beiträge zur Bibelillustration
des 16. Jahrhunderts 1924 (Studien zur deutschen Kunstgeschichte Nr. 226) S. 17
f. und 118.
Eine weitere Frage wäre die nach dem
Verhältnis der Wartburgpostille zu Luthers Bibelübersetzung. Die Arbeit an der
Übertragung des Neuen Testamentes und an den Adventspredigten ging ja
nebeneinander her, während die Weihnachtspostille vorher fertig wurde. (Die
erste Nachricht von Luthers Plan der Bibelübersetzung taucht bekanntlich im
Briefe an Johannes Lang vom 18. Dezember 1521 auf. Enders 3 Nr. 472.).
Selbstverständlich finden sich nun zahlreiche Berührungen zwischen den
beiderseitigen Übersetzungen, aber ebenso viele Unterschiede, so daß man
urteilen muß: es handelt sich jeweilig um eine selbständige Arbeit, und die
Berührungen sind nicht Herübernahmen, sondern erklären sich aus dem gemeinsamen
Rückgriff auf den griechischen Urtext (ähnlich Kostlin-Kawerau: M. Lth. 5.
Aufl. 1903, S. 462), Lu, Lo und Lo haben ein Empfinden dafür besessen, wenn sie
teils durchgängig, teils stellenweise (s. die Lesarten) die alte Übertragung
herausbrachen aus der Postille und der Text aus Luthers Bibelübersetzung
einfügten. Ob Luthers Verdeutschung in der Bibelübersetzung gegenüber der
Übersetzung der Postillenstücke einen Fortschritt in der
Verdeutschungsfähigkeit bedeutete? Die Frage dürfte zu bejahen sein, doch wäre
eine germanistische Einzeluntersuchung vorzunehmen, die nicht Aufgabe dieser
Einleitung sein kann. Luther ist sichtlich unter der fortlaufenden Arbeit am
Neuen Testament freier geworden, während die Beschäftigung mit den Perikopen
naturgemäß eine Vereinzelung und engere Bindung an das Original mit sich brachte.
Man lese nur die Auslegung in der Postille, um zu sehen, wie Luther um den
Ausdruck ringt. Ob die älteren deutschen Bibeln oder mittelalterlichen
Plenarien den Text der Kirchenpostille beeinflußt haben, wage ich nicht zu
entscheiden. Unmaßgeblich möchte ich es verneinen; Luther war auf der Wartburg
und hatte nur eine beschränkte Bibliothek zur Verfügung, und er, der sonst
immer recht deutlich in die Quellen seiner Postillenarbeit hineinschauen läßt,
hätte doch wohl eine Andeutung einer derartigen Vorlage hinterlassen; sicher
ist (vgl. Enders 3 Nr. 472), daß Luther die Matthäusübersetzung von Johannes
Lang 1521 nicht benutzte. Immerhin könnte allenfalls die postilla brevior (s.o.
S. LXII) ein Plenar sein. Und daß Luthers Postille ihrer ganzen Idee und Anlage
(zuerst Worterklärung, dann praktische Abzweckung, Einstreuung von Erzählungen
u. dgl.) nach bei den Plenarien anknüpft, kann nicht bestritten werden. Seine
Postille ist ein “reformatorisches Plenar” (vgl. J. Alzog: Die deutschen
Plenarien im 15. und zu Anfang des 16. Ih.s im Freiburger Diözesan-Archiv Bd.
8, 1874 [WA s. lxxiv] S. 258 ff.). Im einzelnen ergeben sich auch allerlei
bewußte oder unbewußte Auseinandersetzungen mit den mittelalterlichen
Vorgängern. Wenn z. B. (Alzog S. 273 ff.) in einem solchen Plenar die vier
Evangelisten einzeln geschildert wurden, so gewinnt Luthers Auftakt im “klein
Unterricht”, daß es nur ein Evangelium gebe (Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 8 f.) eine
wirkungsvolle Gegensätzlichkeit. Ebenso was Luther sonst von Gewohnheiten und Gebräuchen
erzählt bei den Gottesdiensten, Lektionen und dgl. Immerhin zwingt das nicht
zur Annahme einer literarischen Vorlage für die Wartburgpostille. Die von Alzog
gebotenen Textproben (a. a. O. S. 284 ff.) machen vielmehr die Benutzung eines
solchen Plenars durch Luther unwahrscheinlich. Aber die Frage verquickt sich
mit der nach den Vorlagen der Septemberbibel von 1522, wobei man jedoch nicht
übersehen darf, daß die Postille während der Wartburgzeit geschrieben und
gedruckt wurde, also die für die Septemberbibel, die während dar Wartburgzeit
nur geschrieben wurde, später nach der Rückkehr hinzugekommenen Quellen nicht
in Betracht kommen. Hinweisen muß man auf die starke Ähnlichkeit zwischen dem
an der Spitze des Weihnachtsteils stehenden “kleyn unterricht” (Unsre Ausg. Bd.
10 1 I, 8 ff.) und Luthers Vorrede zum Septembertestament. Beide Male tritt
scharf der Gedanke heraus, “das nur eyn Euangelium ist”, und bis in
Einzelheiten hinein (vgl. etwa die Stellung zum Alten Testament) finden sich
Berührungen. Die Priorität kommt hier der Postille zu, und daß sie Gedanken
“neutestamentlicher Einleitung” vertritt, erklärt sich leicht. Der “kleine
Unterricht” ist Ende November vollendet gewesen; möglicherweise hat Luther
damals schon den Plan der Übersetzung des ganzen Neuen Testamentes gefaßt und
sieht in der Postille den Anhub, der auf eine Vollendung wartet; darum wird er
“grundsätzlich” eingeleitet als Vorbereitung auf Weiteres. Aber auch wer Luther
damals noch nicht den Plan der Übersetzung des ganzen Neuen Testamentes gefaßt
haben läßt, wird verstehen, warum er diesen ersten Versuch einer volkstümlichen
Erklärung wichtigster Bibelteile mit einer derartigen grundsäßlichen
Betrachtung einleitete. Man achte auf das (gleichzeitig datierende) Schlußwort
des Weihnachtsteiles (Unsre Ausg. Bd. 10 1 I, 728): “O das gott wollt, meyn und
aller lerer außlegung untergingen, unnd eyn iglicher Christenn selbs die blosse
schrifft und lauter gottis wortt fur sich nehme! ... Darumb hyneyn, hyneyn,
lieben Christen und last meyn und aller lerer außlegen nur eyn gerust seyn zum
rechten baw, das wyr das blosse, lautter gottis wort selbs fassen, schmecken
unnd da bleyben; denn da wonet gott alleyn ynn Zion.” Das klingt doch geradezu
wie ein Vorspruch zur Übersetzung des Neuen Testamentes, könnte freilich auch
den Wittenberger Freunden den Anlaß gegeben haben, die Übersetzung des Neuen
Testamentes von Luther zu “heischen” (postulant nostri, sagt Luther), verrät
auf alle Fälle, daß Luther sich der grundsätzlichen Bedeutung der Weihnachtspostille
bewußt war und sie daher entsprechend einleiten mußte.
Aus der
Geschichte der Forschung über die Winterpostille.
In die ersten
Gesamtausgaben von Luthers Werken ist die Kirchenpostille nicht aufgenommen
worden, offenbar weil sie dank der zahlreicheu Drucke, die sich auch nach des
Reformators Tode fortsetzten, so stark verbreitet war. Die Geschichte dieser
Ausgaben aus späterer Zeit, insbesondere auch die Textgeschichte, wäre noch zu [WA
s. lxxv] schreiben; Tatsache ist, daß der Text in die dogmatischen
Lehrstreitigkeiten hineingezogen wurde, und sich mancherlei Änderung gefallen
lassen mußte. Dagegen reagierte der Pietismus, dessen Rückgriff auf Luther, den
“reinen Luther”, wie man glaubte, sich auch hier bekundete. Mit dem Zeitalter
des Pietismus beginnt die wissenschaftliche Arbeit an der Kirchenpostille (vgl.
außer dem im folgenden Genannten Walch XI p. 19 Anm. q.). 1679 veröffentlichte
der kaiserlich gekrönte Poet Johann Gottfried Zeidler in Eisleben sein
Büchlein: “Historia von den Postillen Doct. Martinii [!] Lutheri, Als da sind
die Kirchen Postilla, Haus Postilla und Eine seltzam unbekante Postilla”. Nach
Erwähnung der lateinischen Postille hieß es hier über die Wartburgpostille:
“Dieweil er sonderlich dem gemeinen mann damit zu dienen gesonnen, lesset er
die lateinische erklerung faren und fehet an eine gantz deudsche weitleuffige
Postillen uber Episteln und Euangelia zu schreiben, welche er seinem
Landesherren, Graff Albrechten von Mansfeld, zugeschriben am tage Elisabeth
1521, wie die Vorrede bezeuget. Und solche Postillen hat er im obgedachten jar
am tage Lamperti bis auffs Fest der h. drey Könige bracht und damals ausser der
ordnung den Sermon von den zehen aussetzigen als zur probe lassen ausgehen, wie
in der Vorrede zu sehen. Also ist diese Postillen ausgangen stückweise,
erstlich A. 1521 ein stück vom Aduent bis auff den Christag. Zum andern A. 1522
am 13 Februarii aber ein stück vom Christage bis auf den Sontag Epiphanie, wie
er schreibt in der Missiue an Hartmut von Cronberg, einen Frenckischen vom
Adel.” Hier ist Richtiges mit Falschem gemischt. Richtig herangezogen sind die
Worte aus der Vorrede zur Auslegung des Evangeliums von den zehn Aussätzigen
(oben S. L f.). Möglich ist auch ihre Ausdeutung, daß damals Luther mit den
Predigten bis und mit Epiphanien fertig war, wenn auch nicht ganz sicher (oben
S. LI f.). Aber Zeidler nimmt offenbar an, daß Luther mit den Adventspredigten
begann, also damals mit dem ganzen Winterteil fertig war. Das ist irrig. Ebenso
irrig ist die Ansicht, daß die Vorrede an den Grafen Albrecht von Mansfeld am
Abschluß des ganzen Winterteiles verfaßt wurde, wie Zeidler offenbar
voraussetzt. Richtig ist dann wieder beobachtet, daß die Winterpostille in zwei
Teilen ausging; aber die Reihenfolge der Teile hat Zeidler falsch bestimmt.
Vermutlich hat er den Unsre Ausg. Bd. 7, 461 beschriebenen Druck d. h. die
Übersetzung der alten Postille für den Adventsteil der neuen Postille gehalten.
In dem Briefe Luthers an Kronberg (oben S. LXI), dessen Datierung aber nicht zu
halten ist, hat Zeidler richtig den Weihnachtsteil erkannt, aber er war vor dem
Adventsteil erschienen. Dann gab Spener 1700 in Berlin die Postille neu heraus,
ausdrücklich zu dem Zwecke, einen kritisch bereinigten Text zu schaffen: “dem
fleißigen Leser aufs vollkommenste also vor Augen zu legen, daß er nicht
allein, wie dieselbe zu dieser oder jener Zeit erschienen, sondern auf einmal
zugleich ihn unterschiedliche Gestalten zu Gesicht bekomme, mit dem
Unterschied, daß er zugleich sehe, was zu andern Malen zu- oder abgethan
worden”. Über die Entstehung der Postille sagte Spener nichts von Belang.
Ebensowenig Gottfried Arnold, der 1710 mit besonderer Vorrede das Spenersche
Werk neu auflegte. Aber die Postille kam jetzt in die Lutherausgaben hinein, z.
B. in die Leipziger Ausgabe von Börner (1731) und in die Walchsche Ausgabe 1742
— dort im 13. und 14., hier im 11. Bande. Börner berief sich auf Elias Frick:
Deutsche Seckendorffische Historie des Luthertums, Anhang zu § 11 p. 2724,
Leipzig 1714. Dieser behauptete: [WA s. lxxvi] “Luther gab Evangelien und
Episteln von Advent bis 1 Sonntag nach Epiphanien 1522 in zwei Teilen in Quart
in Wittenberg heraus, obwohl die Dedikation schon am Tage Elisabeth 1521
gestellt ist, wie Spener in seiner Edition der Kirchenpostille erinnert.” Walch
gab in seiner Vorrede “eine hinlängliche und etwas ausführliche Nachricht” über
die Entstehung der Postille, in Ergänzung einer Einleitung, die er schon 1737
zu einer Sonderausgabe von “des seligen Lutheri vollständiger Kirchenpostill” geboten
hatte. Daß die Postille allmählich geworden war, ist Walch klar: “Die Kirchen
Postill des seligen Lutheri ist ein solches Werk, welches nicht auf einmal
verfertiget und an das Licht gestellet worden, sondern nach und nach zu
derjenigen Gestalt und Vollständigkeit gediehen ist, darinnen sie sich nunmehro
befindet”. Richtig werden auch an die Spitze die lateinischen Enarrationes ....
in IV dominicas adventus von 1521 gestellt, und über ihre deutsche Übersetzung
wird einiges bemerkt. “Nicht lange darnach machte sich Lutherus über die
deutsche Postill.” Hier nun aber setzt Walch ebenfalls die Adventspredigten an
die Spitze des auf der Wartburg verfaßten Winterteiles. “Denn wie er bey seiner
Rückreise von Worms auf Befehl des Churfürstens von Sachsen seiner Sicherheit
halber den 4 Maji des besagten 1521 Jahres in aller Stille auf die Wartenburg
bey Eisenach gebracht wurde, so ließ er unter anderm auch das seine Arbeit
seyn, daß er den Anfang der deutschen Postill verfertigte, welcher von Advent
an bis auf den ersten Sonntag nach Epiphaniä, jedoch diesen ausgeschlossen,
ging. Er kam in zwey Theilen zu Wittenberg 1522 4o heraus” (die Adventspostille
wird zuerst genannt). Walch karakterisierte kurz die Widmung Luthers an den
Grafen Albrecht von Mansfeld und den “kleinen Unterricht”, um dann kurz darauf
hinzuweisen, daß “Lutherus die Arbeit nicht sogleich, wie er wünschte,
fortsetzen konnte”; unter Berufung auf die bekannten Worte (s. o. S. L); “Auch
wil ich hiermit meinen lieben Deutschen die Postillen credentzen mitten auß dem
faß.” “So beklagte er sich auch vorher, und zwar den 8. Junii, daß er in seiner
angefangenen Arbeit durch abermaligen Streit behindert würde” (folgt das Zitat
aus der Vorrede der confutatio rationis Latomianae, Unsre Ausg. Bd. 8, 44 Z. 1
—3, S. 128, Z. 1 —3). Näheres aber bringt Walch nicht, geht vielmehr schnell
zum Sommerteil und den verschiedenen Ausgaben der Kirchenpostille über.
Ganz auf Walch fußte Joh. Georg Plochmann
im 7. Bande der ersten Auflage der Erlanger Ausgabe (1827), so daß also hier
für die Erforschung der Entstehung Winterpostille kein Fortschritt erzielt
wurde. Neu durchgearbeitet hingegen wurde das Material durch Enders in der
zweiten Auflage der Erlanger Ausgabe, Band 7 (1866). Enders geht natürlich auch
von den lateinischen Enarrationes aus, um dann mit dem Satze einzusetzen:
“Luther ließ auf der Wartburg die lateinische Bearbeitung gänzlich fallen und
fing eine neue deutsche Ausarbeitung der Postille, und zwar in größerer
Ausführlichkeit, an”. Den Fehler seiner Vorgänger, die deutsche Adventspostille
vor der Weihnachtspostille entstanden sein zu lassen, wiederholte dann freilich
Enders: “Zuerst erschien wiederum die Adventspostille, welche nun schnell eine
Fortsetzung bis auf Epiphanias erhielt.” Aber Enders gab sich die Mühe, die
Etappen der Entstehung der Postille nach Möglichkeit nach Luthers Briefwechsel
vorzuführen, wobei er freilich nicht immer richtig deutete. “Die Vollendung des
Druckes, heißt es dann, zog sich bis ins Jahr 1522 hinein, und auch die
Fortsetzung der Arbeit erlitt eine Unterbrechung, teils durch die [WA s. lxxvii]
Wittenberger Unruhen, die ihn von der Wartburg zurückführten, teils durch neue
Streitigkeiten mit anderen Gegnern, wie er schon am
Auf der Erlanger Lutherausgabe ruhte auch
die kurze Notiz von Th. Kolde im 2. Bande seiner Lutherbiographie (1889) S. 7:
“Allerdings schritt das Werk nur sehr langsam vorwärts. Es erschien
bruchstücksweise, zuerst die Auslegung der Adventsperikopen, dann im Frühjahr
1522 als erster Abschnitt die Auslegung der Evangelien und Episteln bis zum
Epiphanienfeste, die er dem Grafen Albrecht von Mansfeld widmete.” Inzwischen
begann die Vorbereitung der Herausgabe der Kirchenpostille in Unsrer Ausgabe.
Sie war Gustav Bossert, damals Pfarrer in Nabern (Württemberg), anvertraut
worden und wurde in Kollationen usw. weit gefördert. Ehe Bossert nun, an der Vollendung
verhindert, dem Unterzeichneten die Weiterarbeit übergab, veröffentlichte er in
den “Theologischen Studien und Kritiken” 1897, S. 271 ff. seine umfangreichen
“kritisch-historischen Untersuchungen” über “die Entstehung von Luthers
Wartburgpostille”. Sie waren bahnbrechend und werden die Grundlage aller
künftigen Erörterung bilden müssen. “Zum erstenmal beschäftigte ich mich hier
dieser eingehenden Weise mit der Wartburgzeit” — das war richtig. Nicht minder
das Urteil: “je mehr man mit den hier einschlagenden Fragen zu tun hat, um so
mehr erkennt man die Schwierigkeiten und erfreut sich, wenn nur ein wenig mehr
Licht auf Luthers Wartburgzeit und die Arbeit an den 24 Predigten von Advent
bis Epiphanien fällt”. Ausdrücklich hob Bossert auch heraus, daß seine Arbeit
“noch nicht völlig reife, abschließende Ergebnisse gebe, wie sie der Einleitung
der Wartburgpostille in der Weimarer Ausgabe einverleibt werden können”. So
kann die durchgängige Nachprüfung der Bossertschen Untersuchung, wie wir sie
vorgenommen haben, seiner grundsätzlichen Zustimmung sicher sein. Die
Entstehungsgeschichte der Wartburgpostille ist in neuer Überprüfung gegenüber
Bossert etwas unsicherer geworden, die einzelnen chronologischen Ansätze wurden
z. T. vorsichtiger und zurückhaltender bestimmt, späterer Forschung wird es
vorbehalten bleiben, zu entscheiden, wo das größere Recht liegt. Die Frage
Bosserts (a. a. O. S. 271): “soll in der Weimarer Ausgabe die
Weihnachtspostille vor der Adventspostille gedruckt werden?” ist ganz in seinem
Sinne “vom Standpunkt des Interesses der historischen Forschung unbedingt
bejaht worden,” [WA s. lxxviii] Bd. 101 I bringt die Weihnachts-, Bd. 101 II
die Adventspostille. Wenn Bossert der Vorarbeiten zur Postille dankbar
gedachte, so mag an dieser Stelle nur das Universitätsprogramm von Max Lenz:
Kritische Erörterungen zur Wartburgzeit, Marburg 1883 genannt werden, weil es
noch heute Beachtung verdient.
Auf Bosserts Untersuchungen war die
Darstellung aufgebaut, die G. Kawerau in der 5. Auflage des Köstlinschen
Lutherwerkes gab (1903, S. 453 f.). Hier wurde also die zeitliche und auch
typographische Priorität des Weihnachtsteiles vor dem Adventsteile
ausgesprochen, und Kawerau gab einige wertvolle, selbständige Beobachtungen
bei. Seinerseits brachte der Unterzeichnete in der Zeitschrift für
wissenschaftliche Theologie Bd. 41 S. 606 ff. einige Ergänzungen zu Bossert.
Den neuen Fragestellungen gegenüber ist nun freilich die Einleitung im 11.
Bande der Neuauflage des Walchschen Lutherwerkes: “Dr. Martin Luthers Kirchen-Postille.
Aufs Neue herausgegeben im Auftrag des Ministeriums der deutschen evangelisch
lutherischen Synode von Missouri” 1882 gänzlich veraltet. Nicht nur, daß
Evangelien (Bd. 11) und Episteln (Bd. 12) getrennt sind, es wird wieder die
Priorität der Adventspostille vertreten, so gewiß man im einzelnen sich um die
Zeugnisse der Wartburgzeit bemühte und dabei im wesentlichen bei der zweiten
Auflage der Erlanger Ausgabe landete, auf die man sich auch ausdrücklich
berief. Textlich arbeitete Walch mit den Ausgaben von 1522 —1535, ohne die
genaue Kritik, wie sie Unsre Ausgabe bietet. Man muß einmal textlich und
sachlich diese zweite Auflage von Walch — die neueste vor Unsrer Ausgabe —
neben Unsre Ausgabe stellen, um sich des inzwischen errungenen wissenschaftlichen
Fortschrittes bewußt zu werden.
“Die Winterpostille ist, strenge
genommen, allein Luthers Werk; die übrigen Teile konnte er bei den mannigfachen
andern und wichtigen Arbeiten, die ihn während der nächsten Jahre beschäftigten
— besonders im Streit mit den Sakramentschwärmern und gegen den Bauernaufruhr —
nicht eigenhändig vollenden”, heißt es in der Erl. Ausg. 2 7, XVI. Die
Winterpostille, die Wartburgpostille in ihren beiden Teilen, ist darum auch der
beste und wertvollste Teil der Postille des Reformators. In bedeutsamster Zeit
1521/22 geworden, ist sie ein unvergängliches Zeugnis von Luthers
reformatorischer Größe, vielleicht gerade, weil sie nicht “groß”, sondern ein
schlichtes Wort an die Laienwelt sein will.
Nachträge und
Berichtigungen.
Zu den
fallenden Kreuzen Unsre Ausg. Bd. 10
Zur Erwartung
der großen Flut 1524 Unsre Ausg. Bd. 101 II, 108 vgl. Albert Burer an Beatus
Rhenanus 1520 März 20: Sed heus, tamen novus subinde timor mortales excruciat
ac propemodum exanimat: is est futuri diluvii tremor potius quam timor. Sic
enim quosdam timidulos reperire est, qui etiam iam et in hypocaustis suis et
port fornacem undas ac procellas somnient, adeo ut experrecti se tanquam
suffocatos ac undis submersos dictitent. Sed hoc belle videtur perspexisse
prudentissimus senatus Basiliensis, qui pontem suum trabibus [WA s. lxxix] quernis
sic suffulcire fecit, ut adversus omnem undarum impetum munitus ac robustissime
confirmatus videatur. — Vgl. ferner A. Warburg, Heidnisch - antike Weissagung
in Wort und Bild zu Luthers Zeiten, 1920, S. 30 ff. Hier ist verwiesen auf G.
Hellmann: aus der Blütezeit der Astrometeorologie (Veröffentlichungen des Kgl.
preuß. meteorol. Instituts Nr. 273), der “ein Verzeichnis der ihm bekannt
gewordenen Unmenge von illustrierten Druckschriften (56 Autoren in 133
Druckschriften), die schon seit dem Anfange des 16. Jahrhunderts, von
Stoefflers Kalender ausgehend, Grauen und Furcht vor dieser Sündflut durch ganz
Europa trugen.” Warburg weist ferner hier auf die “Sensationspresse, wie sie
auf dem Reichstage zu Worms durch die Sündflut-Stimmungsmache eines Seytz zu
wirken suchte. Man fühlt, wie die Holzschnittillustration als mächtiges neues
Agitationsmittel für die Bearbeitung der Ungelehrten eingriff.” S. ebenda auch
ein späteres Urteil Luthers über die Flut und Nachrichten über Spalatins
Stellungnahme dazu. — Auch Zwingli in der Auslegung der 67. Schlußreden und der
Schrift De providentia dei gedenkt jener Flut (vgl. Kritische Zwingli-Ausgabe
Bd. 2, Schuler-Schultheß, opera Zwinglii Bd. 4, S. 128 f.).
Zum Begriffe der ἐπιεικία
Unsre Ausg. Bd. 101 II, 174 vgl. C. Schmitt, Politische Theologie 1922 S. 9 ff.
37 ff.
Zum prologus Hieronymi Unsre Ausg. Bd.
101 I, 8: Gemeint ist die praefatio s. Hieronymi presbyteri in omnes epistolas
s. Pauli: “Primum quaeritur, quare post evangelia, quae supplementum legis sunt
et in quibus nobis exempla et praecepta vivendi plenissime digesta sunt,
voluerit apostolus has epistolas ad singulas ecclesias destinare”.
Zum Sprichworte Unsre Ausg. Bd. 101 I,
654, 19 vgl. Unsre Ausg. Tischreden 1 Nr. 341: “Ein testament eins pfaffen ist
mir ein wurst, die isst man, dein egeritur, sus devorat, und wird wider ein
wurst, sic sine fine.”
Zur Darstellung der verschlossenen
Himmelstüre Unsre Ausg. Bd. 101 I, 36 vgl. R. Nicolas, Die Hauptvorhalle des Berner
Münsters 1921 S. 91 (Nachweis einer solchen Darstellung an der S.
Nicolauskirche zu Freiburg i./Schweiz. Die Hölle als offenes Drachenmaul ist
dargestellt auf dem Relief des Veit Stoß an S. Sebald in Nürnberg (ebenda S.
92).
Zur Bibliographie: In Neue kirchl.
Zeitschrift 1919 S. 536 wird eines Exemplars der Enarrationes seu Postillae M.
Lutheri Basileae 1546 (vgl. oben S. XL) mit Randglossen Luthers gedacht.
Druckfehler: Unsre Ausg. Bd. 101 I, 318,
5 lies: kloster; S. 349 Anm. 3 lies: von H. A. W. Meyer. — Unsre Ausg. Bd. 101
II, 9 Anm. 2 Z. 4 lies: Vielleicht: S. 19 Anm. 9 Z. 3 lies: ὑμᾶς;
S. 29 Anm. 5 lies: institutum; S. 35, 22 streiche das Komma hinter wort; S. 138
Anm. 2 lies: Hutteni; S. 143 lies: Anm. 2. — Die korrekte Setzung der
hebräischen Punktation allenthalben zu erzielen, ist leider trotz aller Mühe
nicht gelungen.
W. Köhler.
[WA s. lxxxi]
1925[WA s. lxxxi]
Da sich der
Abdruck der Rothschen Postillen auf mehrere Bände verteilt und die Einleitungen
zu den einzelnen Postillen mancherlei Wiederholungen bringen müßten, wird die
Gesamteinleitung zweckmäßig mit der Vollendung des Abdrucks sämtlicher
Postillen zu verbinden sein.
Wir stellen hier nur eine Übersicht über
die Predigten der Sommerpostille in der Art der zur Hauspostille gegebenen
Übersicht (Unsre Ausg. Bd. 52, XII ff.) zusammen.
Unserm Abdruck liegt der Erstdruck (von
Heinrich Steiner in Augsburg) vom Jahre 1526 zugrunde (vgl. oben S. XXIII).
G. Buchwald.
[WA s. lxxxii,lxxxiii]
Übersicht über
die Predigten der Rothschen Sommerpostille.
1925[WA s. lxxxii,lxxxiii]
[Tabelle: ] [Tabelle: ] [WA s. lxxxiv,lxxxv][Tabelle: ] [Tabelle: ]
[WA s. lxxxvii]
[WA s. 1]
1522[WA s. 1]
Lieben
bruder, ßo wyr denn solchs wissen, nemlich die tzeytt, das die stund da ist,
von dem schlaff aufftzustehen. Syntemal unßer heyl nu neher ist, denn da wyrß
glawbten. Die nacht ist vorgangen, der tag ist erbey kommen. Szo last uns abwerffen
die werck der finsterniß, und anlegen die wapen des liechts, last uns erbarlich
wandeln, gleych wie am tage. Nit ynn vollerey und trunckenheyt, nit ynn
schlaffkamern und untzucht, nit ynn tzangk und hadder, ßondernn tzihet an
Ihesum Christum den herrn, und thut nit was das fleysch sucht tzur lust.
Diße Epistell leret nitt vom glawben,
ßondernn von den wercken und fruchten des glawbens, und tzeygt an, wie eyn
Christlich leben soll eußerlich nach dem leybe auff erden unter den menschen sich
hallten ; denn wie ym geyst und fur gott der mensch soll wandelln, leret der
glawbe, von wilchem er fur dißer Epistell reychlich und gantz Apostolsch
schreybt und leret, unnd wenn wyr die Epistell eben ansehen, ßo leret sie nitt,
ßondern reytzt, vormanet, treybt und weckel auff die da schon wissen was sie
thun sollen. Denn [Röm. 12, 7. 8] S. Paulus teylet das predigerampt ynn tzwey
stueck Ro. 12. Doctrinam et exhortationem, lare und vormanen. Lare ist, ßo man
predigt, das unbekandt [WA s. 2] ist und die leutt wissend odder vorstendig
werden. Vormanen ist, ßo man reytzt und anhellt an dem, ßo yderman schon woll
weyß. Beyde stuck sind [Röm. 13, 11 ff.] not einem prediger, drumb sie auch
beyde S. Paulus ubett. Darumb auch das die vormanung sey deste stercker und
lieblich eyngehe, braucht er vil hubscher vorbluemeter wort und macht eyn feyne
bundfarbe rede, nennet den schlaff, finsterniß, licht, auffwachen, wapen,
werck, tag unnd nacht, das sind eyttell vorblumete wortt, durch wilch ettwas
anders vorstanden wirtt, denn yhr artt unnd natur gibt. Denn er redet yhe nitt
von naturlicher nacht, tag, finsternis, licht, wachen, schlaffen, wapen und
wercken, ßondern bildet uns fur durch solch naturlich weßen eyn gleychniß,
damit er uns reytze und fure ynn vnßer geystlich weßen, als sollt er sagen: yhr
sehet, das die menschen umb tzeytlichs gutts willen auffstehen vom schlaff unnd
der finsterniß werck ablegen unnd sich des tags werck annehmen, wenn die nacht
vergangen, und der tag erbey komen ist. Wie viel mehr sollen wyr auffwachen von
unßerm schlaff, abwerffen die werck unßer finsternis, und anfahen die werck
unßers lichts, dieweyll unßer nacht vergangen und unßer tag anbrochen ist.
Durch den schlaff bedeutt er die werck
der boßheyt und unglawbens ; denn schlaffen ist eyn werck, das da eygentlich
geschicht ynn der nacht, und [Röm. 13, 12] er selbs sich auch alßo außlegt, da
er sagt: Last uns ablegen die werck der finsterniß. Alßo widderumb, auffwachen
unnd auffstehen, bedeutt die werck des glawbens und der frumkeyt. Denn
auffstehen ist eyn eygentlich werck des [1. Thess. 5, 4. 10] morgens und tages;
davon sagt er auch. 1. Thess. 5: Lieben brueder, yhr seytt nicht ynn der
finsterniß, yhr seytt alle kinder des liechts und kinder des tages. Wyr sind
nicht der nacht noch der finsternisse, darumb last uns nitt schlaffen, wie die
andern, ßondern last uns wachen und nuechtern seyn. Denn die da schlaffen, die
schlaffen des
Nu sihe tzu, wie sich naturlich und
geystlich schlaff mit eynander gleychen. Wer da schlefft, der sihet noch
empfindt der dinger odder gutter keynß, die auff der wellt und umb yhn her
sind. Er ligt mitten unter den dingen, als eyn tod, unnutz mensch, der keyn
brauch noch acht eynes dings hatt, und ob er schon ynn yhm selb lebt, ßo ist er
doch allen dingen, als were er todt. Zum andern: an statt der warhafftigen
dinger gehet er umb ym trawm mit eyttell bilden und unnutzen formen der
warhafftigen gutter, und ist ßo nerricht, das er meynett, es seyen recht ware
gutter. Wenn er aber auffwacht, ßo fallen ab die trawmbild und werden tzu
nichte, da fehet der mensch an, mit rechten dingen umbgehn on alle bilder. Alßo
auch geystlich: der mensch, der da lebt ynn eynem gottloßen weßen, der schlefft
unnd ist gleych todt fur gott, sihet noch empfind nicht die rechten geystlichen
gutter, die yhm durchs Euangelio werden angepotten und vorheyssen, lest sie
umbsonst fur yhm und umb yhn her stehen; denn solch gutter lassen sich nur mitt
dem glawben der hertzen sehen, sind auch noch vorporgen. Indes abet menget er
sich ynn die tzeyttlichen, vorgencklichen gutter, wollust und ehre, wilche
gegen das ewige leben, freud und selickeyt, zu achten sind gleych als die
traumbild gegen die naturlichen, leyplichen creaturn. Und wenn der mensch
auffwacht und den [WA s. 4] glawben ubirkompt, ßo fellet ab alles solchs
vorgencklich ding, und wirt erkennet, [Ps. 76, 6] wie gar es nichts sey, davon
sagt ßs. 75: Sie haben geschlaffen yhren schlaff, die menner des reychtumbs,
und nichts funden ynn yhren henden. [Ps. 73, 20] Und ßs. 72: Gleych wie eynen
trawm des, der da auffwacht, alßo wirstu yhr [Jes. 29, 8] bild zu nicht machen
ynn deyner statt. Und Isaia .29: Gleych wie eyn hungeriger trewmet, das er
esße, und wenn er auffwacht, ßo ist seyn seel noch leer, unnd wie eyn durstiger
trawmet, das er trincke, und wenn er auffwacht, ßo durstet yhn noch, und seyn
seele ist leer, alßo wirt seyn die menge aller volcker, die da fechten wider
den berg Zion. Sihe da, ist das nit nah und schmehlich geredt von der welt
hohister gewalt, reychtum, lust und ehre, das es alles einem trawm, und trawm
bilden vorgleicht wirt? Wer durfft sagen, das der konige, fursten, reychen,
guter, lust und gewalt trawmwerck sey, ßo sie doch daruber wueten und toben
auff dißer welt? Es macht, das sie schlaffen und stehen nitt auff, sehen auch
ditz liecht noch nit ym glawben.
Was ist das
gesagt? haben wyr tzuvor glewbt? odder glewben wyr itzt [Röm. 1, 2] nicht?3 Hie
ist tzu wissen, wie S. Paulus Ro. 1. sagt, das gott durch seyne propheten ynn
der heyligen schrifft vorheyssen hatt das Euangelium von seynem ßon Jhesu
Christo, unßerm herrn, wie durch yhn alle wellt sollt selig werden, [1. Mose
22, 18] als die wort lautten Gene. 22. tzu Abraham: ynn deynem samen sollen
gebenedeyet werden alle volcker der erden. Diße benedeyung, alda Abrahe
vorheyssen ynn seynem samen, ist nichts anders, denn die gnade und das heyl ynn
Christo, [Röm. 4, 1 ff.] durchs Euangelium aller wellt furgetragen, wie das
auch S. Paulus Ro. 4. [Gal. 4, 22 ff.] unnd Gal. 4. außstreycht. Denn Christus
ist der same Abrahe, das ist seyn naturlich fleysch und blutt, ynn wilchem alle
die gebenedeyet werden, die ynn yhn glewben und yhn anruffen. Diße vorheyssung
gottis ist darnach durch [WA s. 5] die propheten fast wol getrieben und weytter
außbreyttet, und haben allesampt von der tzukunfft Christi, seyner gnad und
Euangelij geschrieben, wie [Apg. 3, 25[!]] S. Petrus sagt Act. 43 : Derselbigen
gotlichen vorheyssung haben alle heyligen fur Christus gepurt geglewbt, und
alßo ynn und durch den zukunfftigen Christum mit solchem glawben behalten und
selig worden, das auch Christus [Luk. 16, 22] dieselbige vorheyssung nennet
Abrahamß schoß Lu. 16., daryn alle heyligen nach Abraham biß auff Christum
vorsamlet wurden. Das meynet nu hie [Röm. 13, 11] S. Paulus, das er spricht:
Unßer heyl ist nu neher, denn da wyrß glewbten, als solt er sagen: die
vorheyssung gottis tzu Abraham geschehen, ist nu nit mehr zukunfftig zu
wartten, sie ist erfullet, Christus ist ko- men, das Euangelium ist auffgangen,
und die benedeyung ist außteyllet yn alle welt, und ist nu alles da, was wyr
gewarttet und geglewbt haben yn der vorheyssung. Damit hat der Apostel
beschrieben den geystlichen tag, davon er hernach saget, wilcher ist eygentlich
der auffgang und das licht des Euangeli, wie wyr horen werden.
Aber darumb ist der glawbe nit
auffgehaben, sondern viel mehr bestettiget; denn gleych wie sie tzuvor geglewbt
haben auff die vorheyssung gottis, das sie wurd erfullet werden, alßo glewben
wyr an dieselbigen vorheyssung, das sie nu erfullet sey, und ist eyn glawb wie
der ander an yhm selbs, on das sie nach eynander folgen, gleych wie die
vorheyssung und erfullung auch nach eynander folgen; denn sie hangen beyde an
dem samen Abrahe, das ist: Christo, eyner fur, der ander nach seyner zukunfft;
denn wer da itzt wollt glewben, wie die Juden, das Christus noch komen solt,
als were die vorheyssung nit erfullet, der wurd vordampt, darumb das er gott
lugen strafft, und gibt fur, er hab seyn vorheyssung noch nit erfullet, die er
doch erfullet hatt, ßo were das heyll noch ferne und fur uns, und musten seyn
noch tzukunfftig wartten. [Röm. 1, 17] Von den tzweyen glawben sagt Paulus Ro.
1.: Im Euangelio wirt offenbart die gerechtickeyt von gott geben, auß dem
glawben in den glawben; was ist auß dem glawben yn den glawben? Nicht anders,
denn: wiewol es eynerley glawb ist, der veter und der unßer, der do glewbt yn
den tzukunfftigen und erschynen Christum, Szo furet doch das Euangelium auß
yhenem glawben yn dißen glawben, das nu nott ist tzu glewben nit allein der
vorheyssung, ßondern [WA s. 6] auch der geschehnen erfūllung, wilcher
Abraham und die alten noch nit musten glawben, ob sie wol denselbigen Christum
hatten, den wyr haben. [Eph. 4, 5] Eyn glawb, eyn geyst, eyn Christus, eyn
gemeynschafft aller heyligen, on das ihene fur und wyr nach Christo gehen. Alßo
haben wyr (das ist: die vetter mit uns ynn gleychem gemeynem glawben yn eynen
Christum) glewbt, und glewben auch noch ynn yhn, aber auff eyn ander weyße. Und
gleych wie wyr umbs gemeynen glawbens und Christus willenn sagen: Wyr habenn
geglewbt, ßo wyr doch nitt geweßenn sind tzu der tzeytt, ßondernn die vetter
habenn das geglewbt. Alßo thun sie widderumb und sagen, sie wollen odder werden
Christum horen, sehen und glewben, ßo sie doch tzu unßernn tzeytten nicht [Ps.
8, 4] sind, ßondernn wyr thun das. Denn alßo spricht David ßs. 8.: Ich werde sehen
deyne hymel, die werck deyner hende, das ist: die Apostolen, und hatt [Ps. 9,
2] es doch nit erlebt. Item ßs. 9.: Ich will loben den herrn und predigen alle seyne
wunder &c.. und der gleychen viel mehr, das alßo eyn person sich der andern
annimpt, umb des gemeynen glawbens willen, durch wilchen sie Christum im mittel
haben und ein hauffe sind.
[Röm. 13, 11] Das er nu sagt: Unßer heyll
sey itzt neher, denn da wyrß glawbten, mag nit von der nehe des habens oder
besitzung vorstanden werden. Denn die vetter haben denselbigen glawben gehabt,
und eben denselbigen Christum, [Heb. 13, 8] er ist yhn eben ßo nahe geweßen als
uns, wie Heb. 13 sagt: Christus gistern heutt und ewiglich, das ist: Christus
ist geweßen vom anfang der wellt biß anß ende, und sind alle durch yhn und ynn
yhm behalten. Wer am meysten glewbt, dem ist er am nehsten, und wer am
wenigsten glewbt, dem ist das heyl am fernisten nach der besitzung und habe zu
reden. Aber S. Paulus redet hie von der nehe der offenbarung, das tzur tzeytt
Christi die vorheyssung erfullet und das Euangelium ynn alle wellt auffgangen,
und durch dasselb Christus tzu allen menschen komen und offentlich gepredigt,
das nennet er hie: [Röm. 13, 11] Unßer heyl sey neher, denn da es noch ym
vorsprechen lag, vorporgen und nit [Tit. 2, 11 [!]] auffgangen war. Alßo sagt
er Tit. 1: Es ist erschynen die heyllwertige [WA s. 7] gnade gottis, das ist:
sie ist auffgangen und offentlich predigt, wie wol sie tzuvor auch ynn allen
heyligen gewest ist. Alßo gibt die schrifft, das Christus kome, und sey komen,
ßo er doch tzuvor auch ynn allen vettern geweßen ist, Aber er ist nit durch
offentliche predigt tzu yderman komen, denn allererst nacht seyner
aufferstehung von den todten, von wilcher tzukunfft die schrifft am meysten
redet, umb wilcher willen er auch leyplich ist komen yn die menschliche natur,
denn es were seyn mensch werden niemandt nutz, wo nitt eyn Euangelium drauß
were worden, dadurch erkenne ynn alle welt und kundt wurde, warumb er mensch
sey worden, das die vorsprochen benedeyung außteyllet wurd allen, die durchs
Euangelium ynn Christum glawbten, das wol [Röm. 1, 2] S. Paulus Ro. 1. sagt:
das Euangelium sey vorsprochen von gott, als solt er sagen: Gott hatt mehr
auffs Euangelium und diße offentliche tzukunfft durchs wort, denn auff die
leyplich gepurt odder tzukunfft ynn die menscheyt acht gehabt. Es ist yhm umb
das Euangelium und unßern glawben tzu thun geweßen, darumb hatt er seynen ßon
datzu lassen mensch werden, das das Euangelium mocht von yhm predigt werden,
und alßo seyn heyll durchs offentlich wort tzu aller wellt nehen und komen. Es
haben ettliche vierley tzukunfft Christi gesetzt, nach den vier sontagen ym
advent. Aber diße, die [WA s. 8] am aller nottigisten ist, da alle macht
anligt, davon hie S. Paulus redet, haben sie nicht ersehen; denn sie wissen
nit, was Euangelium ist, odder wotzu und warumb es geben ist. Schwetzen viel
von Christus tzukunfft und iagen yhn doch von uns weytter denn hymel und erden
von eynander seyn. Was ist Christus nutz, wenn er nit wirt mit dem glawben
besessen? wie mag er aber mit dem glawben besessen werden, wo das Euangelium
nit predigt wirt?
Das ist eben
ßo viel gesagt: als unßer heyll ist nahe ; denn Paulus meynett mit dem tag das
Euangelium, wilchs ist eyn tag, der die hertzen odder seelen erleucht, darumb
weyll der tag anbrochen ist, so ist unser heyl nahe bey unß, das ist: Christus
und seyn gnade, Abrahe vorsprochen, ist itzt auffgangen, gepredigt ynn aller
wellt, erleucht alle menschen, weckt uns alle auff vom schlaff, und tzeygt unß
die rechten ewigen gutter, das wyr mitt denselbigen sollen tzuschaffen haben
und ynn dem tage erbarlich wandelln. Widderumb durch die nacht muß man
vorstehen alle lere, die nit das Euangelium ist; denn es ist keyn heylwertige lere
außer dem Euangelio. Es ist alles nacht und finsternisse. Und hab achten auff
die wortt Pauli, ßo beschreybt er das aller lieblichst und lustigist stuck des
tages, Nemlich die liebe froliche morgenrodt und auffgang der ßonnen. Denn
morgenrodt ist, wenn die nacht hynn und vergangen, und der tag erbey komen ist,
da sehen wyr, das von der morgenrodt alle vogell singen, alle thier sich regen,
alle menschen sich erheben, das gleych sihet, als werd die wellt new, und alle
ding lebend, wenn der tag anbricht und die morgenrodt daher fehret. Darumb wirt
[WA s. 9] ynn der schrifft an vielen ortten die trostlich, froliche lebendige
predigt des [Röm. 13, 12] Euangeli der morgenrodt und auffgang der ßonnen
vorgleycht tzuweylen mitt figurn, tzuweyllen mitt offentlichen wortten. Als hie
Paulus mit klaren wortten [Ps. 110, 3] nennet das Euangelium den anbrechenden
tag. Item ßs. 109: Deyne leutt werden seyn die freywilligen yn dem tage deyner
krafft, und auß dem uter der morgenrodt wirt geporn werden der taw deyner
kinder. Hie nennet er auch klarlich das Euangelium eyn uter der morgenrodt und
tag der krafft Christi, darynn wyr tzu kinder Christi empfangen unnd geporn
werden als der thaw, das ist: on menschen werck vom hymell und auß gnaden des
heyligen geysts.
Dißen tag macht die aller lieblichst ßonne
Jhesus Christus; daher yhn [Mal. 4, 2] nennet Malachias eyne ßonne der
gerechtickeyt und spricht .c. 4: Euch, die yhr furchtet meynen namen, soll
auffgehen die ßonne der gerechtickeyt und das heyl unter seynen flugelln ; denn
alle, die yn Christo glewben, empfahen von yhm die glentz seyner gnade und
gerechtickeytt unnd werden selig unter seynen [Ps. 118, 24] flugelln, davon
auch ßs. 117. sagt: Ditz ist der tag, den da macht der herr, last uns frolich
unnd gutts mutts seyn, als sollt er sagen: den leyplichen tag macht die
leyplich ßonne, aber dissen tag macht der herr selbs: Er ist selbs die ßonne,
von dem die glentze und der tag, das ist: das Euangelium außgehet, und leuchtet
ynn alle wellt, daher nennet er sich auch eyn liecht [Joh. 9, 5, Ps. 19, 2] der
wellt Johan. 9.: Ich byn das liecht der wellt. Und ßs. 18. beschreybt er [WA s.
10] auffs aller lieblichst beyde, ßonn und tag, Christum und das Euangelium, unnd
spricht: die hymell vorkundigen gottis ehre, das ist: gleych wie die leyplichen
hymell bringen die ßonn und den tag, und die ßonn ist ynn den hymeln, alßo
bringen und haben ynn sich die Apostelln mit yhrem predigen [Ps. 19, 5 –7] die
rechte ßonne Christum &c.. Und folget: Er hatt der ßonnen gesetzt yhr wonung
ynn die hymell, unnd sie geht erfur, wie eyn breuttgam auß seyner brauttkamer.
Sie frewet sich als eyn hellt tzu lauffen yhren weg, vom auffgang ist yhr
außgang unnd yhr ankommen biß tzum nydergang, und ist niemandt, der sich
vorbergen muge fur yhrer hitze. Das ist alles von dißem lieblichen anbrechenn
des tags,, das ist: vom Euangelio gesagt, wilchs die schrifft hoch uund lieblich
preysset, denn es macht auch lebendig, frolich, lustig, tettig, unnd bringt
alles gutt mit sich. Darumb es auch heyst Euangelium, das ist: eyn lustige bottschafft.
Was aber der tag uns offenbare, wer mag
das alles ertzelen? alle ding leret er uns, was got sey, was wyr sind, was
vorgangen ist, was tzukunfftig ist von hymell, hell, erden, engelln, teuffelln.
Da sehen wyr, wye wyr uns ynn dißen allen und gegen allen hallten sollen,
woher, wohyn wyr komen. Noch hatt uns der teuffell betrogen, das wyr den tag
vorlassen unnd bey den philosophis und heyden die warheytt suchen, die doch nit
eyn eyniges stuck von dissem allen gewist haben, und lassen uns mit menschenleren
blenden, und wider ynn die nacht furen. Es muß yhe keyn liecht seyn, was dißer
tag nit ist. S. Pau.[lus] und alle schrifft wurden sonst nit alleyn dißen tag
auffwerffen unnd das ander allis nacht heyssen. Es muß eyne grosse plage
gotlichs tzornß seyn, das wyr ßo widder helle klare spruche der schrifft ander
nebenliecht suchen, ßo sich der herr selb der wellt liecht und ßonne nennet,
und wenn keyn ander wartzeychen were, dabey man erkennen mocht, das die hohen schulen
die aller grewlichst des teuffels hurerey und buberey weren, solt yhe das
alleyn uberreychlich gnug seyn, das sie ßo gantz und gar unvorschampt Aristotelem
eyn nebenliecht auffwerffen und rhumen auch sich mehr ynn [WA s. 11]
demselbigen, denn ynn Christo uben, ia, nichts ynn Christo und alleyn ynn Aristotell
sich uben.
Gleych wye
Christus die ßonn, und das Euangelium der tag ist, ßo ist der glawb das liecht
oder sehen und wachen an dißem tag. Denn es huelffe nichts, das die ßon
scheinet und tag machet, wo die augen nit empfinden das liecht. Darumb ob wol
das Euangelium yn aller wellt ist auffgangen und Christum prediget, ßo sind
doch nit dadurch erleucht, denn allein die es auffgenommen und durchs liecht
des glawbens vom schlaff auffstanden, den schlaffenden aber ist die ßonn unnd
der tag unnutz, denn sie haben davon keyn liecht. Sehen eben ßo wenig, als ob
keyn ßonn noch tag da were. Das ist nu die [Röm. 13, 11] tzeytt unnd stund,
davon er sagt: Lieben brueder, ßo wyr denn nu solchs wissen, das ditz die
tzeytt und stund ist aufftzustehen vom schlaff &c.. Eyn geystlich tzeytt
unnd stund ists, doch ynn der leyplichen tzeytt auffgangen, unnd noch teglich
auffgehen, darynn wyr auffstehen vom schlaff und ablegen sollen die werck der
finsternissen &c.. Damit tzeygt an S. Paulus, das er nitt rede tzu den, die
noch ym unglawben sind, denn wie gesagt ist, Er leret hie nit [Röm. 13, 12] den
glawben, ßondern die werck und frucht des glawbens. Er spricht, sie wissen, das
die tzeytt da sey, das die nacht vergangen und der tag erbey komen sey. Ob du
aber fragist, was bedurffen dieselbigen solches schreybens? [Röm. 12, 7. 8] Ist
droben gesagt, das tzweyerley predigt sind. Eyne, die do lere, die ander, die
do treybe und anhallte. Nu kan der mensch ßo viel nymmer wissen, es ist yhm
nott, das er vormanet unnd ymmer auff frischer betrachtung behalten werde, des,
das er weysß auff das nitt der teuffell, die wellt unnd das fleysch, die
unablessige feynde, yhn mude und fawl machen, und tzuletzt entschlaffe [1.
Petri 5, 8] und hynlessig werde; denn S. Petrus .1. Pet. 5. spricht, der
teuffell sey eyn solcher widdersacher, der da umbher geht wie eyn brulender
law, und sucht, ob er yemand mug vorschlingen; darumb spricht er: ßo wachet und
seyd nuechternn; das will hie S. Paulus auch, weyl keyn auffhoren ist, am
teuffell, [WA s. 12] fleysch und der wellt unß tzu bestreytten, soll auch keyn
auffhoren keyn zu [Joh. 14, 16 u. ö.] vormanen, reytzen, treyben, tzum wachen
und wirken. Daher auch der heylig geyst heyst paracletus, eyn anreger, der do
reytzt unnd anhellt tzum gutten.
[Röm 13, 12] Auß derselbigen ursach setzt
auch S. Paulus seyne wortt gar eben, Nennet die werck der finsterniß nitt
wapen, aber die werck des liechts nennet er wapen und nit werck. Warumb das? on
zweyffell, zu beweyßen, das es eyn streyt sey, muhe, erbeyt und fahr koste, tzu
wachen und gutt leben tzu furen, syntemal solch starck drey feynd, Teuffell,
fleysch, wellt, on unterlaß [Hiob 7, 1] tag unnd nacht uns widderstehen. Daher
auch Job .7. sagt: Des menschen leben auff erden ist eyn streyt und anfechtung.
Nu ists eyn groß ding, on unterlaß das gantz leben ym streytt tzu stehen,
darumb es wol nott ist gutter basaunen und heherpaucken, das ist: solcher
predigt und vormanungen, die uns stercken und ym streytt manhafftig behalten. Gutt
werck sind wapen, boß werck sind nit wapen, ßo fernn wyr yhn nit folgen und sie
nit gewynnen [Röm. 6, 13] lassen, sonst sind sie auch wapen, wie er sagt Ro. 6:
Ihr sollet ewr glidmaß nit dargeben tzu wapen der unrechtigkeytt, als sollt er
sagen: last euch die werck der finsternis nit ubirwinden, das ewr glid wapen
werden der unrechtickeyt. Nu ist gnug gesagt, das liecht heysse hie den
glawben, der vom tag des Euangelij auß der ßonnen Christo ynn unßer hertz
leuchtet; drumb sind die wapen des liechts nichts anders denn die werck des
glawbens. Widderumb, finsternis ist der unglawbe, durch abweßen des Euangeli
und Christi, auß menschenleren unnd eygener vornunfft vom teuffell regirt; darumb
sind die werck der finsterniß, werck des unglawbens. Denn gleych wie Christus
eyn herr und regirer ist des liechten glawbens, alßo nennett [Eph. 6, 12] S.
Paulus Eph. 6. die teuffell regirer dißer finsternisse, das ist: ubir die
unglawbigen, [2. Kor. 4, 3. 4] wie er auch sagt .2. Cor. 4: Ist unßer
Euangelium vorporgen, ßo ists nur ynn den vorporgen, die vordampt werden, ynn
wilchen, der gott dißer wellt (das ist der teuffell) vorblendet die synne der
unglawbigen, das nitt leuchten mag das liecht des Euangeli Christi. Was aber
beiderley werck sind, wirt folgen.
[WA s. 13]
Am tage thutt
man keyn werck der finsterniß, yderman schemet sich fur dem andernn unnd
stellet sich erbarlich. Man spricht: die nacht ist unvorschampt ; das ist auch
war, drumb thutt man auch die werck ynn der nacht, der man sich schemet am
tage, der tag aber ist schamhafftig und tzwingt tzum erbarlichen wandell. Alßo
soll auch eyn Christlich leben geschehen und sich hallten, das alle seyne werck
der gestallt seyen, das sie sich nit schewen, ob sie alle wellt sehe. Denn wer
alßo lebt und wirckt, das er seyn that nit gern wolt sehen odder horen lassen
offentlich fur yderman, der lebet freylich nit [Joh. 3, 20. 21] Christlich;
davon sagt Christus Joh. 3: Alle, die da ubell thun, hassen das liecht und
komen nit an das liecht, auff das nit gestrafft werden yhre werck. Wer aber
thutt die warheyt, der thar an das liecht wol komen, auff das seyne werck
offenbar werden, denn sie sind yn gott geschehen. Hirauß sihestu, wie nott
solche reytzung vnnd vormanung sey tzu wachen und wapen des liechts. Wie viel
sind itzund wol Christen, die da leyden konden, das alle yhre werck an tag
kemen? Was ist aber das fur eyn Christlich leben ynn uns gleyßnern? ßo wyr fur
den menschen nit mugen unßern wandell bloß leyden, der doch fur gott, seynen
engelln und allen creaturn schon bloß ist, und am iungsten tag auch fur yderman
muß bloß werden. Darumb soll eyn Christen leben, wie er wolt am iungsten tag unnd
fur yderman funden werden. Ephe. 5.: [Eph. 5, 9] Wandellt wie die kinder des
liechts. Die frucht des liechts ist eyttel guettickeyt, [Röm. 12, 17]
gerechtickeyt und warheytt, und Ro. 12.: Ihr sollt das beste furwenden, nit [2.
Kor. 1, 12] alleyn fur gott, ßondern auch fur allen menschen. Item. 2. Cor. 1.:
Das ist unßer rhum, das getzeugniß unßers gewissens, das wyr yn eynfeltigem
hertzen und gottlicher lautterkeytt, und nit ynn fleychlicher weyßheytt
gewandellt haben auff dißer wellt. Aber solch leben wirtt wol ungefurt bleyben,
wo der glawbe nit ist. Syntemal der wacker, frisch, manhafftige glawb tzu schaffen
gnug hatt, das er bey solchem leben bleybe und nit entschlaff noch mude werde.
Darumb als nott des unwissenden ist, das man yhn lere predige, [WA s. 14] als
nott ists den wissenden reytzung tzu predigen, das sie nitt abfallen von
angefangenem guttem leben, durch widderstreyt des tobenden fleyschs, der listigen
wellt und des schalckhafftigen teuffels.
Da ertzelet
er die werck der finsterniß mit namen, von wilchen er [1. Thess. 5, 6] droben eynß
nennet, den schlaff, wie .1. Thess. 5. geschrieben stett: last uns nit
schlaffen wie die andern, ßondern wachen und nuchtern seyn. Nit das er vorpiete
den naturlichen schlaff, ßondern den geystlichen, der da ist ym unglawben, auß
wilchem solche werck folgen der finsterniß, wie wol auch der naturlich schlaff
eyn werck der finsterniß ist, wenn er geschicht tzur lust und auß ubriger
vollerey tzur hynderniß des liechts und seyner wapen. [Gal. 5, 19 –21] Dieße
sechß werck der finsterniß begreyffen ynn sich alle andere; denn Gala. 5. [Kol.
3, 5 –9] Col. 3. ertzelet er derselbigen viell mehr. Unnd wyr wollen sie auch
kurtzlich teyllen auff tzwo seytten, tzur rechten unnd tzur lincken. Auff der
rechten seytten streytten die viere: vollerey, trunckenheytt, fawllen tzen und
untzucht Auff der lincken seytten: hadder unnd tzanck. Denn ynn der schrifft
bedeutt die lincke seytte widderwertickeytt und was auß widderwertickeyt kompt,
als da ist: tzorn, hadder &c. Die rechte seytte bedeutt die gluckselickeytt
und was auß gluckselickeytt folgett, als: wollust, fressen, sauffen, schlaffen.
Szo ists gewiß, das Sanct Paulus unter den tzweyen wercken der finsternisse
hadder und tzanck will alle dergleychen begriffen haben, als da sind, die er
Ephe. 4. [Eph. 4, 31] alßo ertzelet; Alle bitterkeyt, tzorn, unwillen,
geschrey, lesterung, sey ferne von [Gal. 5, 20] euch. Unnd Gal. 5.: Die werck
des fleyschs sind feyndschafft, tzanck, hadder, tzornn, krieg, tzwitracht,
secten, hasß, todtschlege &c.. unnd kurtzlich alles, was auß tzornn, mit
wortten und wercken boßes mag geschehen, das nitt alles tzu tzelen ist. Alßo
unter den vier stucken fressenn unnd sauffen, fawlentzen und geyllen, begreyfft
er alle die laster der unkeuscheytt ynn wortten unnd wercken, wilche auch
niemandt alle mag ertzelen, das kurtzlich durch diße sechs ertzelete [WA s. 15]
werck vorstanden werde, wie der mensch sich nit reyn gegen sich selb und nitt recht
gegen seynen nehistenn hellt, der unter der finsterniß ym unglawbenn lebt.
Unordenlich ist all seyn weßen gegen sich und seynen nehisten, weytter gloßen
durffen die wort tzwar nitt. Es weyß yhe yderman wol, was da sey fressen und
sauffen odder ubir esßen und ubir trinckenn, mehr nach lust denn nach
nottdurff. Item, was da sey fawlentzen ym bett und kamern und geyll untzuchtig
seyn, das ist: des fleyschs wollust und kutzel suchen mit lang schlaffen, mit
fawlen luntzen, mit allerley untzucht und schandparkeyt, ßo ynn den betten von
den satten, mussigen, schleffrigen, fawlen geschehen, es sey des tags odder
Hie tzeygt er
kurtzlich auff eynen hawffen alle wapen des liechts, ynn dem, das er vormanet,
uns ynn Christum tzu kleyden. Christus wirt auff tzwo weyße angetzogen: Eyn
mal, das wyr uns ynn seyne eygen tugent kleyden, das geschicht durch den
glawben, der sich vorlessit darauff, das Christus fur yhn gestorben ist und
alle ding fur yhn gethan hat. Denn nit unßere, ßondern Christus gerechtickeyt
hatt uns gott vorsunett unnd von sunden erloßet. Diße weyße gehortt dahynn,
wenn man vom glawben leret, unnd auff die weyße ist Christus uns tzur gabe und
pfand geben. Das ander mal ist er unßer exempell und furbild, das wyr yhm
sollen folgen und yhm gleych werden, eben ynn der tugent kleyd gehen, da er
ynnen gehet. Davon sagt [1. Kor. 15, 49] hie S. Paulus, das wyr Christum sollen
antzihen. Item .1. Cor. 15: Wie wyr tragen haben das bild des ersten yrdischen
menschen, alßo last uns auch [Eph. 4, 22 –24] nu tragen das bild des hymlischen
menschen, und Eph. 4: Legt abe den alten wandell nach dem alten menschen, der
do vorweßet durch yrrige begirden, und werdet new, ym geyst ewriß gemuttis.
Zihet an den newen menschenn, der [WA s. 16] nach gott geschaffen ist, ynn
warhafftiger gerechtickeytt und heylickeytt. Nu sehen wyr ynn Christo nit
anders denn eyttel wapen des liechts ; da ist keyn fressen und sauffen, ßondern
fasten, messickeyt und casteyung des fleyschs mit erbeyt, wandeln, predigen,
beten, unnd den leutten wolthun; da ist keyn fawlen, schlaffen und untzucht,
ßondern eyttell tzucht, reynickeyt unnd keuscheyt, wachen, auffstehen, auff dem
felld schlaffen, widder hawß noch kamer noch bett haben. Da ist keyn tzorn,
tzanck, hadder, ßondern eyttel guette, sussickeytt, senfftmutickeyt, liebe,
barmhertzickeytt, gedullt &c.. Darumb das hie Paulus mit kurtzen wortten
Christum tzum exempell setzt, das sagt er mit andern wortten [Kol. 3, 12 –15]
Col. 3. alßo: Zihet an als die außerweleten, heyli-[Bl.C.1]gen und geliebten gottis
die barmhertzige art, die guttickeytt, demut, messickeytt, gedult, das eyner
dem andern tzu gutt halt, und vorgebt unternander, ßo yemandt hatt ettwas wider
den andern zu klagen, gleych wie euch gott vorgeben hatt, alßo yhr; auch fur
allenn dingen aber habet die liebe, wilche do ist eyn band der volkomenheytt,
und der fride Christi behalte den sieg ynn ewren hertzen, tzu wilchem yhr auch
seytt beruffen, ynn eynen leyb, und seytt danckpar. Item [Phil. 2, 1. 2. 5 –7]
Philipp. 2. Da er yhm befolhen hatte, das sie die liebe unternander hetten, eyns
dem andern dienete und knecht wurde, gibt er desselbigen Christum auch tzum
exempel, der uns ein knecht ist worden, und spricht; Findet euch alßo bey euch,
wie yhrß sehet ynn Christo, wilcher, da er war yn dem gotlichen geperde, ließ
er sich nit duncken, er hetts gerawbt gotte gleych tzu seyn, ßondernn hatt sich
desselbigen selbs geeußert und an sich genommen eyn knechtisch geperde, ist
worden gleych andern menschen, unnd ynn allen geperden erfunden wie eyn mensch.
Szo ist nu summa summarum: das wapen des
liechts sind die gutten werck gegen das fressen, sauffen, geylen und fawlen,
tzancken und haddern, als da sind: fasten, wachen, beten, erbeytten, hunger,
durst, frost, hitz leyden, seusch, tzuchtig, messig, guttig sein; und das ich
nit meyne wort fure, last uns [Gal. 5, 22] S. Paulus selbs horen wie er sie
tzelett Gala. 5: Die frucht des geysts sind liebe, freud, frid, gedullt,
gutickeytt, wollthettigkeytt, glawb, senfftmutickeyt, [WA s. 17] [2 Kor. 6, 1
–10 (Jes. 49, 8)] keuscheyt. Aber noch viel reycher ertzelet er sie 2. Cor. 6:
Wyr bitten euch, das yhr die gnade gottis nitt vorgebens empfahet; denn er
spricht: Ich hab dich erhorett ynn der angenehme tzeytt, und ynn dem tage der
selickeytt hab ich dyr geholffen. Nehmet war: itzt ist die angenehme tzeytt,
itzt ist der tag der selickeyt, (als solt er sagen: unßer heyl ist nu neher,
denn da wyr glewbten, und ist hie tzeyt vom schlaff aufftzustehen) last uns
niemandt ergerniß geben, auff das unßer ampt nitt werde verheyssen, sondern
last uns ynn allenn dingen ertzeygen als die diener gottis, ynn viel gedult,
leyden unnd engsten, ynn notdurfften, ynn schlegen, ynn kerkern, yn auffruren,
yn erbeyt, ynn wachen, ynn fasten, ynn reynickeyt, ynn wissenschafft, ynn
langmuttigkeyt, ynn suffickeyt, ym geyst, der doy heylig sey, ynn unertichter
liebe ynn predigen das wortt der warheytt, ynn der krafft gottis, durch die
wapen der gerechtickeyt, tzur rechten und lincken seytten, durch ehre unnd
schand, durch gutt gerucht und boeß gerucht, alß die vorfurer unnd doch
warhafftig, alß die unbekanten und doch bekant, alß die da sterbenn und doch
leben, alß die gestrafften unnd doch nit getodteten, alß die betruebten und
doch alltzeyt froelich, alß die durfftigen, und doch viel reych machen, alß die
da nichts haben, unnd doch alle ding besitzen. Sihe, wilch eyn reycher guldener
strom gehet auß dem mund S. Pauli; da sihestu yhe ubirschwencklich gnug, wilchs
die wapen des liechts sind tzur lincken und rechten seyten, das heysset Jhesum
Christum redlich antzihen.
[Röm. 13, 14] Aber das ist gar feyn ynn
dißer Epistel, das er das hohist exempel furhellt, den herrnn selbs, und
spricht: tzihet an den hernn; das reytzet gar fast, denn es muß eyn schellm seyn,
der seynen herrnn sihet fasten unnd hunger leyden, erbeyten, wachen unnd muede
werden, und er wollt schlemmen und temmen, schlaffen, fawlentzen und ynn
wollust leben. Wilcher herr kund das von seynem knecht leyden? oder wilcher
knecht durfft sich des unterwinden? [WA s. 18] Es mag yhe nit seyn, der mensch
musse sich schemen, wenn er Christum ansihet, und sich ßo gar ungleych gegen
yhm ym widderspiel findet. Wer nit von Christus eygem exempel erwarmbt, ermannet
unnd gereytzt wirtt, wer will denselbigen reytzen und auffbringen?3 Was
solltenn die bletter unnd wort mit yhrem rauschen außrichten, wenn diße
donnerschleg von Christus exempel nit bewegen?4 Darumb hatt Paulus ßonderlich
das wortt “den Herrn” datzu than und gesagt: tzihet an den herrn Jhesum
Christum, alß sollt er sagen: lasts euch nit viel und groß duncken, die yhr
knechte seyd, sehet ewrnn herrnn an, der selbs auch alßo thutt, und ist doch
nit schuldig.
Czwo sorge
odder gesuch des fleyschs berurtt hie S. Paulus mit kurtzen wortten. Die erst
ist naturlich, das der leyb mit speyß und kleyd tzur noddurfft vorsorgt werde,
das er leben und wircken muege, auff das er nit durch tzu viel abbrechen kranck
und tzum werck unnutz werde. Die andere ist sundlich, wenn man seyn warttet
nach seynen lusten und begirden ; diße vorpeut hie S. Paulus, denn da werden
werck der finsterniß auß, denn das fleysch ist alßo tzu casteyen, das es diene
unnd unterthan sey dem geyst und den herrn nit auß dem satel werffe widderumb
auch alßo, das es gehen [Sir. 33, 25] unnd den herrnn tragen kunde.
Ecclesiasticus .33. spricht: Eyn sack, futter unnd rutte ist dem Esell nott,
speyß, straff und erbeyt dem knecht. Spricht nit, das du den esell sollt
schinden odder lemen, auch nit den knecht wurgen odder fangen legen; alßo dem
leyb gepurtt seyne tzucht unnd erbeytt und seyne [1. Kor. 9, 27] noddurfft. Und
er selb Paulus spricht: Ich castey meynen leyb und bring yhn unter tzu dienste,
spricht nit: Ich bring yhn ynn kranckheytt odder todt, ßondernn, das er unterthan
dem geyst dienen musse.
[WA s. 19]
Dißen tzusatz hatt .S. Paulus umb
tzweyerley menschen than. Die ersten, die unter dem scheyn naturlicher
noddurfft die lust bussen und decken, und das ist ßo leychtlich tzuvorsehen,
das viel heyligen druber klagen und demselbigen tzuwidder offt yhrem leybe tzu
viel than haben; die natur ist ßo listig und schalckhafftig auff yhre gesuch
und lust, das yhr niemant gnugsam weren kan, und der mensch hie mit sorgen und
unsicher wandelln muß. Die andernn sind blinde heyligen, die da meynen, gottis
reych und seyne gerechtickeytt stehe auff essen unnd trincken, kleyden, ligen,
das sie erwelen, sehen nit weytter denn ynn das werck, unnd achtenn, wenn sie
alßo fasten, das der kopff toll wirtt odder der magen vordirbt, odder ßonst der
leyb abnympt, ßo haben sie [1. Kor. 8, 8] yhm wolthan; davon sagt Paulus .1.
Cor. 8: Essen und trincken macht uns fur gott nit angenehm, Essen wyr, ßo
werden wyr davon nitt ubrig haben, [Kol. 2, 18. 23] Essen wyr nit, ßo werden
wyr davon nitt geprechen haben. Item Col. 2: Hutt euch fur den englischen
geystlickeytten, die da haben eyn scheyn der weyßheyt, yn demut und abglawben,
darynnen sie nit schonen des leybs und geben yhm nit seyn gepuer, die yhm nott
ist zurhalten seyn fleysch. Es lobet Gerson die Carthuser, das sie nit fleysch
essen, auch yn der kranckheyt, ob sie drob solten sterben. Szo ist der groß man
betrogen worden von der abglewbischen, englischen geystlickeyt; wie aber, wenn
sie gott fur morder wirt richten yhrs eygen leybs? Es mag yhe keyn orden,
statut oder gelubd gescheben wider gottis gepott, unnd obs geschehe, ßo gillts
nit, alß wenig alß wenn du gelobtist, deyne ehe zu brechen. Nu hatt yhe gott
hie durch .S. Paulum vorpotten solch [WA s. 20] mord ubir eygen leybe, und man
schuldig ist dem fleysch seyne noddurfft, es sey, weynn, fleysch, eyer, unnd
was er wolle, es sey auch auff freytag odder sontag, ynn der fasten oder nach
den osternn unangesehen aller orden satzung unnd gelubde, auch des Bapsts;
widder gottis gepott hilfft keyn vorpieten, ob es schon alle engel thetten.
Aber solche elende torheyt folget auß der
finsterniß unnd blindheytt, das sie die werck ynn sich selb ansehen, alß
wollten sie durch grosse und menge [Röm. 13, 12] der werck selig werden. Sanct
Paulus will wapen des liechts drauß machen und datzu brauchen, das die werck
der finsterniß werden ubirwunden, ßo fernn und nit weytter soll man des
fastens, wachens, erbeyttens brauchen. Darumb fur gott ligt gar nichts dran, ob
du fisch oder fleysch essist, waffer odder weyn trinckist, rod odder gruen
tregist, ditz odder das thuist. Es sind alles gottis gute creatur, geschaffen
datzu; das man yhr brauchen soll; darauff solltu nur sehen, das du hyrynnen
messig seyest unnd ßo viel abbrech ist, alß dyr nott ist den werckenn der
finsterniß widder tzustreben. Darumb ists unmuglich, das man eyn gemeyn maß
dißes abbrechens setzen muege ; denn alle leybe sind nit gleich, einer darffs
mehr, der ander weniger, eyn iglicher muß selb achten [Röm. 13, 14] auff sich
haben und seynen leyb regirn nach dißem spruch Pauli: die sorge oder gesuch des
fleyschs thut nit tzur lust ; were ein ander maß tzusetzen geweßen, S. Paulus
wurdiß hie nit gelassen haben. Auß dem sihestu, das die geystlichen satzung,
die da fleysch tzu essen stracks hyn vorpieten, widder das [1. Tim. 4, 1 –3]
Euangelium sind, und durch Paulum 1. Tim. .4. vorkundigt, da er sagt: Der geyst
sagt offinbarlich, das ynn den letzten tagen werden ettliche vom glawben weychen
und tzutretten den leren der teuffell, die do luegen leren ynn heuchlerey, vorpieten
die ehe, unnd speyße, ßo gott geschaffen hatt tzu brauchen mit dancksagung ;
das diße wort auff die orden der geystlichen und stend der priester, mag
niemant leucken, die wort sind klar, ßo ist yhr weßen offinbar.
[WA s. 21]
Auch sihestu hie, das .S. Paulus nit
leret die tolle andacht ettlicher weybischer heylickeytt, die yhn ßonderlich
tag zu fasten erwelen, eyner dißem heyligen, der ander dem heyligen; das sind
alles blinde genge und auff die werck gepawen gutter. Es soll on unterscheyd
der tage und spreyße das [Röm. 13, 12] gantz leben messig und nuechternn seyn.
Denn ßo es wapen des liechts seyn sollen, und das gantz leben keusch und reyn
seyn soll, muessen wyr die wapen uymer ablegen, ßondern ymerdar nuchtern,
messig, wachend, erbeytend, betend &c.. erfunden werden. Aber die tollen
heyligen fasten eynen tag tzu wasser und brott, sauffen und fressen sich
darnach eyn viertel iars alle tag voll unnd toll. Ettlich fasten auch, das sie
nit essen am abend, sauffen sich aber satt. Und wer mag alle die warheytt und
werck dißer finsterniß ertzelen, wilche alle daher komen, das man nur das
werck, nit den brauch des wercks ansihet, machen auß dem harnsch eyn spiegel,
wissen nit, wotzu sie fasten odder abbrechen, gleych alß der eyn schwert nur
darumb tregt, das erß ansehe und brauch seyn nit, wenn er geschlagen wirt. Das
sey von der Episterl gnug.
1522[WA s. 21]
Da sie gen
Hierusalem genahet haben, und sind komen gen Bethphage an dem oeleberg, do
sandte Jhesus zween auß seynen Jungern und sagte tzu yhn, Gehet hyn ynn das
dorff, das widder euch ist, und alßbald werdet yhr finden eyne Esellynne
angepunden unnd eyn fullen mit yhr, loeßet sie auff und bringt myr sie, und ßo
euch yemand wirtt ettwas sagen, ßo sprecht, yhr herre bedarff yhr, ßo wirt er
sie bald lassen; das ist aber alles geschehen, auff das erfullet wurde das
durch den propheten ist gesprochenn: Saget der tochter Zion, Nym war, deyn
koenig kompt dyr sanfftmuetig, und reyttet auff eyner Esselynn unnd eynem
sullen, dem ßon der erbeyttesellynn. Die Junger giengen hyn unnd thetten wie
yhn Jhesus hatte befolhen, und brachten die eselynn und das fullen, und legten
auff sie yhre kleyder, und setzten yhn drauff. Aber [WA s. 22] die grosse menge
des volcks breytten yhre kleyder ynn den weg, Etlich aber hywen tzweyge von den
bawmen und straweten sie yn den weg, Das volck aber, das vorgieng und
nachfolget, schrey und sprach: Gib doch heyll dißem ßon David. Gebenedeyett sey
der da kompt ynn dem namen des herrenn. Gib doch heyl ynn dem aller hohisten.
Droben ynn der vorrhede, hab ich gesagt,
das ynn den Euangelien tzwey ding antzusehen unnd tzu mercken sind. Zum
erstenn, die werck Christi uns tzur gabe unnd gutt geschenckt, daran der glawbe
sich hengen unnd uben soll. Zum andernn, dieselbigen werck als tzu eynem
exempell und furbild dargethan, den wyr folgen und gleych werden sollen. Alßo
das alle Euangelia tzum ersten tzum den glawben unnd darnach die werck leren,
erkandt werden; darumb wollen wyr das Euangelium ynn drey stuck teylen: Zum
ersten den glawben, tzum andern die gutte werck, tzum dritten geystlich
bedeuttung ynn dißer geschicht Christi lernen.
Ditz Euangelium reytzet und foddert ßonderlich den glawben, denn es Christum furbildet ynn gnediger tzukunfft, den ßonst niemant mag empfahen noch auffnehmen, er glewbe denn, das er der man sey und der meynung komme, wie yhn ditz Euangeliom furhellt. Es ist eyttell gnade, senffte unnd gutte alles, was hie ynn Christo tzeygt wirtt, vnnd wer, unnd wer das an yhm glewbt und yhn dafur hellt, der ist selig. Da sihe tzu : Er reyttet nit auff eynem hengst, das ehn kriegisch thier ist, kompt nit yn schrecklicher pracht und gewalt, ßondern sitzt auff eynem Esell, wilchs da ist eyn unstreyttig thier, nur tzur last und erbyt bereyt dem menschen tzu helffen, das er antzeyge, wie er komme, den menschen nitt tzu schrecken noch tzu treyben oddcr unterdrucken, ßondern tzu helffen, seyne last tragen unnd auff sich nehmen. Und wiewol des lands sitten ist alltzeytt geweßen auff eselln tzu reytten unnd die pferd tzum [WA s. 23] krieg brauchen, wie die schrifft das viel mal meldet, ßo ists doch alles darumb tzu thun, das dißes koniges eynreytten senfft und guttig wurde erkandt. Zum andern fehet er an tzu reytten und komen an dem olberg tzu beweyßen, das er nur auß unnd mit lautter barmhertzickeytt kompt; denn ole ynn der schrifft bedeutt gottis gnade, die da lindert und geschickt macht die seele, wie das ole lindert unnd hilfft dem leybe naturlich. Zum dritten ist da keyn harnsch, keyn kriegsgeschrey, ßondernn eyttell singen, loben, frolich seyn unnd gott gebenedeyen. [Lue. 19, 41. 42] Zum vierden, Christus, wie Lucas schreybt, weynet ubir die statt Hierusalem, das sie solch gnade nit erkennet noch auffnympt, ßo gar leyd ist yhm yhr schade, schweng das er solt mit yhn streng u