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Die gantze Heilige Schrifft: Deud\ch (Luther 1545)

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Das Buch Ruth

Capitel 1

ZUr zeit da die Richter regierten / ward ein Tewrung im Lande. Vnd ein Man von Bethlehem Juda / zoch wallen in der Moabiter land / mit \einem Weibe vnd zween Sönen /
2 der hies EliMelech / vnd \ein weib Naemi / vnd \eine zweene \öne Mahlon vnd ChilJon die waren Ephrater von Bethlehem Juda. Vnd da \ie kamen ins land der Moabiter / blieben \ie da\elbs.
3 Vnd EliMelech der Naemi man \tarb / Vnd \ie bleib vberig mit jren zween Sönen /
4 die namen Moabiti\che weiber / Eine hies Arpa / die ander Ruth. Vnd da \ie da\elbs gewonet hatten / bey zehen jar /
5 \torben \ie alle beide / Mahlon vnd ChilJon / das das Weib vberbleib beiden Sönen vnd jrem Man.
6 DA macht \ie \ich auff mit jren zwo Schnüren / vnd zoch wider aus der Moabiter lande / Denn \ie hatte erfaren im Moabiter lande / das der HERR \ein Volck hatte heimge\ucht / vnd jnen Brot gegeben.
7 Vnd gieng aus von dem Ort da \ie gewe\en war / vnd jre beide Schnür mit jr. Vnd da \ie gieng auff dem wege / das \ie wider keme ins land Juda /
8 \prach \ie zu jren beiden Schnüren / Gehet hin / vnd keret vmb / eine jgliche zu jrer Mutter haus / Der HERR thue an euch Barmhertzigkeit / wie jr an den Todten / vnd an mir gethan habt.
9 Der HERR gebe euch das jr ruge findet eine jgliche in jres Mans hau\e / Vnd kü\\et \ie. DA huben \ie jre \timme auff / vnd weineten /
10 vnd \prachen zu jr / Wir wollen mit dir zu deinem volck gehen.
11 Aber Naemi \prach / Keret vmb meine töchter / Warumb wolt jr mit mir gehen? Wie kan ich fürder Kinder in meinem Leib haben / die ewr Menner \ein möchten?
12 Keret vmb meine Töchter / vnd gehet hin / Denn ich bin nu zu alt das ich einen Man neme. Vnd wenn ich \preche / Es i\t zu hoffen das ich die\e nacht einen Man neme / vnd kinder gebere /
13 Wie künd jr doch harren / bis \ie gros würden? Wie wolt jr verziehen / das jr nicht Mener \oltet nemen? Nicht meine töchter / Denn mich jamert ewr \eer / Denn des HERRN hand i\t vber mich ausgegangen.
14 DA huben \ie jre \timme auff / vnd weineten noch mehr / vnd Arpa kü\\et jre Schwiger / Ruth aber bleib bey jr.
15 Sie aber \prach / Sihe / deine Schwegerin i\t vmbgewand zu jrem Volck vnd zu jrem Gott / Kere du auch vmb deiner Schwegerin nach.
16 Ruth antwortet / Rede mir nicht drein / das ich dich verla\\en \olt / vnd von dir vmbkeren. Wo du hin gehe\t da wil ich auch hingehen / Wo du bleib\t / da bleibe ich auch / Dein Volck i\t mein volck / vnd dein Gott i\t mein Gott.
17 Wo du \tirbe\t / da \terbe ich auch / da wil ich auch begraben werden / Der HERR thue mir dis vnd das / Der Tod mus mich vnd dich \cheiden.
18 ALS \ie nu \ahe / das \ie fe\te im \inn war mit jr zu gehen / lies \ie ab mit jr dauon zu reden.
19 Al\o giengen die beide mit einander / bis \ie gen Bethlehem kamen. Vnd da \ie zu Bethlehem einkamen / reget \ich die gantze Stad vber jnen / vnd \prach / J\t das die Naemi?
20 Sie aber \prach zu jnen / Hei\\t mich nicht Naemi (1) / \ondern Mara (2) / denn der Allmechtige hat mich \eer betrübt.
21 Vol zoch ich aus / Aber leer hat mich der HERR wider heim bracht. Warumb hei\\t jr mich denn Naemi? \o mich doch der HERR gedemütiget / vnd der Allmechtige betrübt hat?
22 Es war aber vmb die zeit / das die Ger\ten erndte angieng / da Naemi vnd jr Schnur Ruth die Moabitin widerkamen / vom Moabiter land gen Bethlehem.


(1) Hei\t meine lu\t.
(2) Hei\\t bitter / oder betrübt.

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